9. November 2019

Gesammelte Apfelkuchen-Liebe

Gefühlt ist ja eigentlich das  ganze Jahr über Apfelkuchen-Zeit,
Apfelkuchen geht einfach immer.
Aber im Herbst vielleicht doch noch mal ein kleines Bisschen mehr,
auch wenn wir in diesem Jahr nach der enormen Apfelschwemme im
letzten Jahr tatsächlich _keinen einzigen_ Apfel an irgendeinem
Baum hängen hatten. Unsere Apfelbäume nehmen sich also ein
Sabbatical, aber die Biokiste liefert trotzdem weiter zuverlässig ;-)


Hier gab es zuletzt also häufiger Apfelkuchen, zum ersten Mal dabei war auch der 
Gedeckte Apfelkuchen von Lissis Passion, der es ohne Umwege direkt 
ganz nach vorne auf meine wirklich nicht kurze Lieblingsapfelkuchen-Liste
geschafft hat!

Und da eben diese von Jahr zu Jahr länger wird, habe ich sie bei der Gelegenheit
gleich mal aufgeschrieben, damit keines dieser leckeren Rezepte Gefahr 
läuft, in Vergessenheit zu geraten:


das alltime-forever-Number-One-Apfelkuchenrezept der ganzen 
Fluchtenfamilie. Super schnell gemacht, wahnsinnig saftig, knusprig
und auch nach zwei Tagen noch lecker.

Winterlicher Apfelkuchen - das Rezept habe ich mal bei einer Freundin
abgestaubt und ich kann es alle Jahre wieder kaum erwarten, wenn
es gefühlt endlich winterlich genug ist für diesen Seelenschmeichlerkuchen 
mit einem ordentlichen Schlupp Zimt.

Apfelkuchen Breton - dieses Rezept verdanken wir dem
bretonischen Zweig der Fluchtenfamilie und schon alleine dafür
hat sich das Einheiraten der Sippe nach Frankreich gelohnt.

Apfelstreusel vom Blech - noch ein Familienrezept, bisschen aufwändiger
in der Zubereitung, aber definitiv jede Mühe wert. Und dafür auch gleich
eine ordentliche Menge ;-)

Kuchen mag ich ja total gerne als Gebäck unter der Woche, weil man
die den Kindern an langen Tagen auch gut in die Brotboxen packen kann.
Und trocken ist dieser Kuchen hier trotzdem kein bisschen.

Julias Holsteiner Apfelkuchen - die Mischung aus Vanillecreme, Äpfeln 
und Streuseln ist einfach sensationell. Immer wieder der Renner auf
dem klassischen Geburtstagskuchentisch.

Verstreuselter Apfelmuskuchen - wenn wir schon bei Streuseln sind :-)
Eigentlich ist das hier ein doppelter Crumble und mehr muss man
dazu ja wohl gar nicht sagen. Lecker!

die Dritte, jaja, aber Streusel und Äpfel sind auch einfach 
die perfekte Kombi. Mit Zimt erst recht!

Apfelkuchen, sehr fein - der Klassiker aus dem Dr. Oetker-Backbuch
meiner Oma aus den Fünfzigerjahren, damals allerdings ohne 
irgendwelchen Aroma-Schnickschnack, aber immer noch lecker.

Apfelkuchen mit Zimtguss von Yvonne - Äpfel, Zimt und ein
Schmandguss, das ist für mich die perfekte Kombination.
Außerdem bin ich ja generell ein Fan von Blechkuchen.


Was sehen wir? Viele Streusel, dafür keine einzige Tarte.
Ich denke, das beschreibt meine Kuchenvorlieben ganz gut.
Tatsächlich gibt es aber auch noch einen außer Konkurrenz, weil ich
den noch nicht ausprobiert habe. Allerdings sehen die Apfelmusschnitten
von magnoliaelectric so verlockend aus, dass sich das zügig ändern muss...

Euch allen jedenfalls ein schönes Wochenende und
viel Spass beim Apfelkuchenbacken :-)

5. November 2019

Tagebuchbloggen { 5. November 2019 }

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.
Die übrigen WMDEDGT?-Einträge findet Ihr wie immer hier.

Bei mir wird das heute ein völlig unspektakulärer, ereignisloser Haushaltstag,
wenn alles läuft wie geplant - und ich freue mich drauf :-)

5.50 Uhr: Der Wecker klingelt. Im Grunde muss ich sofort raus, aber wie eigentlich
immer zuletzt brauche ich erst mal ein paar Minuten, um die Knochen zu sortieren.
Was zwickt heute wo und schafft es der Kopf ausnahmsweise mal selbständig in die Vertikale,
oder muss ich wieder mit den Händen nachhelfen, um keinen Genickbruch zu
erleiden? Wenn das dieses Altwerden ist, dann herzlichen Glückwunsch....

6.30 Uhr: Aufgestanden, Brötchen im Ofen und Bulgur auf dem Herd.
(Die Große hat heute bis nach fünf Schule, da muss ein gehaltvolles Mittagessen
her. Wir nehmen es aber gelassen, denn ansonsten fallen diese Woche fast alle
Nachmittagsstunden aus....) Eben jene Große stand eben auch schon in der Küche
und hat sich einen Tee mit Honig gekocht, weil sie fiese Halsschmerzen hat.
Aber da ist sie Profi seit Kleinkindtagen, hatte schon im Kindergarten
immer nur Halswehinfekte und sonst nichts. Und Fehlen ist heute
eh keine Option, die erste Leistungskursarbeit in Englisch steht an....
Jetzt erst mal gucken, ob auch die Missi schon aufgestanden ist.

7.10 Uhr: Alle spät zum Frühstück, aber immerhin alle freundlich gestimmt,
das ist keinesfalls immer der Fall sondern im Gegenteil einer Erwähnung wert.
Die Kinder frühstücken, der Mann verabschiedet sich und ich mache
aus dem Bulgur unter Zuhilfenahme von Tomaten, Gurken und Mozzarella
einen leckeren Salat.

7.30 Uhr: Punktlandung. Alle Kinder mit geputzen Zähnen, Essen und
warm eingepackt aus dem Haus. Jetzt erst mal Müsli, Vitamine, Kaffee und
Zeitung für mich.

8.30 Uhr: Schnelle Lüft- und Aufräumrunde durchs Haus und dann
schleppe ich endlich, endlich wieder die gestapelten Möbel aus der Kleinen Werkstatt
zurück in den Flur. Dort haben wir in den letzten beiden Wochen die Türen rausgeworfen
(zumindest die den Neuanstrich behindernden Zargen, der Rest hängt noch mehr schlecht
als recht, aber so ganz ohne Türen ist ja auch doof), angestrichen und neuen
Boden verlegt (fast, die allerletzten zwei Bretter warten gleich noch auf mich) - fehlen
noch die neuen Türen und die Fußleisten, aber das geht auch mit rumstehenden
Möbeln. Ein bisschen Normalität im Haus, hurra!


10 Uhr: Unvermutet kommt die Sonne raus, was ich für eine kleine Runde ums Dorf
nutze. Es wird dann allerdings tatsächlich nur eine klitzekleine, denn nach ein paar hundert
Metern fängt das linke Knie an, ganz fies zu schmerzen. Keine Ahnung warum,
linkes Knie gehörte bis zu dem Moment eigentlich nicht zu den Baustellen :-P
Aber tjanun, mich wundert gerade gar nichts mehr....
Also zurück in die Baustelle, die nach ein paar harmlosen Estrichschleifereien
am Wochenende beharrlich vor sich hinstaubt. Ich habe am Samstag schon
gründlich geputzt, der Mann am Sonntag und ich dann gestern nochmal -
und trotzdem bekommt man von jedem Schritt weiterhin weiße Fußsohlen, brrrr.
Also heute noch einmal von vorne. Und wo ich schon dabei bin,
putze ich gleich auch noch das Bad und die Fenster, die Sonne ist
nämlich schon wieder verschwunden.

12 Uhr: Die Kleine Werkstatt ist leer, das Haus sauber und ein paar
Pakete habe ich auch noch versandfertig machen können.
Jetzt schnell Kartoffeln und Möhren für das Ofengemüse schnippeln
und nebenbei via iPad und Mediatheken die persönliche
Nachrichtenlage auf den neuesten Stand bringen.

13 Uhr: Pakete ins Auto gebracht und nun unterwegs, um die Missi
und ihre liebste Freundin von der Schule abzuholen. Das machen wir dienstags
immer so, weil die beiden nachher noch Reitstunde haben und die Zeit
dann ein wenig drängt. Vor der Schule wartet auch die Große, um mir ihre
zentnerschweren Dictionaries ins Auto zu wuchten - die Kursarbeit
ist vorbei und der Rucksack so für den Rest des Tages doch um
etliche Kilo leichter. Wir liefern die Missifreundin zuhause ab
und essen dann rasch zu Mittag. Anschließend widme ich mich den
letzten beiden Bodenbrettern im Flur, die sich wider Erwarten ganz
leicht verlegen lassen (wir vermuteten diverse Probleme, weswegen wir
gestern abend keine Lust mehr drauf hatten), während die Missi sich
umzieht, ihr unfassbar umfangreiches Reitzeug zusammensucht und dann
rasch noch nach den ersten Hausaufgaben schaut.

15 Uhr: Das Kind ist, mit Reitgeld und Getränken versorgt, unterwegs.
Heute fährt die Mama der Freundin, so dass ich jetzt noch sensationelle
zwei Stunden zur Verfügung habe um all das zu erledigen, was in den
beiden letzten Renovierungswochen liegen geblieben ist.
Ich mache mir also erst mal einen Kaffee und schaue die
Pressekonferenz der Bayern, die ich eben in weiser Voraussicht
aufgezeichnet habe. Prioritäten und so *g*


16.30 Uhr: Ich habe es immerhin noch geschafft, die Stoffe, die ich in der letzten Woche gekauft
und heute morgen unter den Flurmöbeln herausgezogen habe, in die Waschmaschine zu
stecken. Auf dass ich spätestens nächste Woche endlich mal wieder losnähen kann!
Jetzt noch rasch zur Post und dann die Große von der Schule abholen, zu solch
nachtschlafender Zeit fährt natürlich kein Bus mehr. (Wobei, wenn man sieht,
wie viele Schüler*innen da noch abgeholt werden, wäre der vermutlich
ausgelasteter als zu anderen Tageszeiten...)

17.15 Uhr: Auf der Post war es mindestens so voll wie vier Tage vor Weihnachten,
benahe wäre ich wieder gefahren. Trotzdem schaffe ich es mit nur zwei Minuten
Verspätung zur Schule. Die Große steigt ein mit den Worten "Ich muss Ingwer-
Shots kaufen! Hier ist wirklich jeder erkältet, fürchterlich." Nun denn, kaufen
wir also Ingwer-Shots. Die sind so scharf, dass sie einfach alles wegätzen,
vermutlich täte es auch ein Löffel Chilis. Aber die Große schwört drauf.
Im Laden ist es ähnlich voll wie in der Post und ich frage mich
kurzzeitig, ob ich irgendeinen hohen Feiertag vergessen habe.

18 Uhr: Wir treffen zeitgleich mit der Missi zuhause ein, die direkt
unter der Dusche verschwindet, während ich das Reitzeug zum Auslüften
in der Garage verstaue. Und wenn man das Handy zum Duschen mitnimmt,
dann gibt es in den paar eigentlich friedlichen Minuten auch schon mal
dramatische Wendungen - zum Beispiel, wenn man dann wieder WLan
hat, weil zurück zuhause, und auf einen Schlag die Meldungen der letzten
Stunden erhält - in dem Fall die Missi, dass vielleicht heute noch
die Paddockpartnerin und liebste Gefährtin ihres Reitbeteiligungs-
Pferdes (lange Geschichte, machen wir mal separat) eingeschläfert
werden muss. Hektik bricht aus, die Missi möchte sofort los und
sich wenigstens verabschieden, aber es ist spät, dunkel, die
Situation ungewiss, mein Knie zwackt immer noch ganz fürchterlich
und zu allem Überfluss kämpft das Kind seit dem Duschen
mit einer aufkommenden Erkältung (NACH dem Reiten, eh klar.
Und mir klingt das "Hier ist wirklich jeder erkältet!" noch in den Ohren.)
Ich überrede sie also mit schlechtem Gewissen zum Abwarten und werde
belohnt - kurz darauf kommt die Nachricht, dass noch bis morgen
abgewartet wird. Puh.

19.30 Uhr: Der Mann ist noch unterwegs zu einem Termin, wir haben
schon mal gegessen und nun machen beide Kinder Hausaufgaben.
Herzallerliebst. Was waren das noch für Zeiten, als sowas mittags
um zwei erledigt wurde. Allerdings habe ich inzwischen ja auch
nichts mehr damit zu tun... Für mich jetzt also schon mal Couch
und warme Decke.

20.30 Uhr: Inzwischen ist auch der Mann zuhause und sucht sich
die Reste des Abendessens zusammen, während ich der Missi
noch was vorlese. So ein Tag ist heute. Danach darf sie noch
eine Folge Gilmore Girls auf dem iPad. Auf dem Weg nach unten
fängt mich die Große ab mit der Bitte, sie noch ein wenig Erdkunde
abzufragen. Die nächste Kursarbeit... Luftbewegungen, Wetter,
Monsun, Föhn, gähn. Ich bin ja mehr so der Geschichte- oder
Sozialkunde-Typ ;-) Aber immerhin, es sitzt schon ganz gut und
ich lerne noch was dabei.

21 Uhr: Jetzt aber schnell zum Mann auf die Couch. Da warten eine
warme Decke und ein Champions League-Spiel, das ich ganz entspannt
schauen und nebenbei stricken kann, ist ja bloß Dortmund ;-)
Und zack, kaum schreib ich's, schon ein Gegentor...
Und dann zügig ins Bett, da wartet noch interessante Lektüre.
Auch fußballthematisch, aber das ist tatsächlich Zufall.

28. Oktober 2019

Rumgelatzt

Der Babynachschub geht uns hier ja nicht aus gerade,
deswegen habe ich dieser Tage mal nochmal ein Lätzchen verschenkt.


Ein EssDress ist es mal wieder geworden, wie schon hier oder hier,
diesmal allerdings nicht gedoppelt, sondern aus dickem Handtuchfrottee
genäht, kombiniert mit einem gut abgelagerten farbenmix-Stöffchen.


Dazu hatte ich sogar das passende Schrägband im Fundus, so dass ich 
gar nicht selber falzen und bügeln musste. Feine Sache.
Überhaupt ist ein üppiges Materialdepot wahnsinnig hilfreich, wenn man
spontan ein neues Projekt angehen möchte, lasst Euch da bloß nichts 
anderes einreden! *ggg*


Neben der schönen, geschwungenen Form mag ich bei diesem Schnitt ja
besonders den amerikanischen Ausschnitt, der es einem ermöglicht,
dem Kind das Lätzchen zur Not sogar einhändig an- oder auszuziehen.
Mir fallen da spontan diverse Hochstuhlsituationen ein, wo das
potenziell lebensrettend war... Und ich denke, die frischgebackenen Eltern
werden das irgendwann auch zu schätzen wissen ;-)

20. Oktober 2019

Herbst am Meer

In den Herbstferien haben wir mal etwas für unsere Familie ganz ungewöhnliches gemacht -
wir sind nach Holland gefahren :) Eigentlich ist das Frühjahr oder maximal der
Frühsommer ja eher unsere Zeit, zum Sonnetanken nach einem langen Winter.


Aber diesmal war uns irgendwie ganz arg nach Wellen, Wind und Strand.
Und was das angeht, wurden wir auch kein bisschen enttäuscht.
Schon sehr schön, so ein paar Herbsttage am Meer!


Nachdem es uns in den letzten Jahren ja immer nach Südholland verschlagen hat,
wollten wir diesmal die Gelegenheit nutzen, es endlich mal wieder nach Zeeland zu schaffen.
(Sonst geht das nämlich immer so: "Vielleicht als Nächstes mal wieder nach Zeeland?" -
"Joah, gute Idee." Und dann beim Buchen: "Ach nee, lass wieder nach Leiden fahren,
das letzte Mal ist schon wieder so lange her..." Je-des Mal! Aber diesmal waren
wir ja erst im Juni zuletzt dort ;-)
Unsere Unterkunft in Vlissingen direkt am Meer war unser Ausgangspunkt,
die ganze Halbinsel Walcheren zu umrunden und zu kreuzen.


Viel haben wir in der Vergangenheit hier ja schon gesehen und feierten fröhliches 
Wiedersehen. Tatsächlich waren wir aber zum ersten Mal in dem kleinen 
Örtchen Veere am Veerse Meer - und sind ihm sofort vollumfänglich verfallen ♥
Diese kleinen, malerischen Gassen mit den alten Giebelhäusern, 
alles so wahnsinnig liebevoll und irgendwie typisch holländisch in Szene 
gesetzt, der kleine Segelhafen und das Wasser hinter der  weißen Mühle.... Hach :-)
Da kann man wirklich ganz hervorragend die Seele baumeln
lassen und ganz nebenbei auch fanatstische Pfannkuchen essen.


Abgesehen von der ganzen Seelenbaumelei haben wir natürlich auch wieder Streifzüge
durch Domburg, Middelburg und Vlissingen unternommen, waren
mit einem Kaffee am Wohnmobilstrand von Westkapelle, haben uns
dreimal täglich den Bauch mit ungesunden, herrlichen Leckereien vollgeschlagen
und die üblichen, immer fest eingeplanten  Einkäufe getätigt.
Überlebenswichtige Holland-Lebensmittel vor allem (wobei uns
 zugute kam, dass es zu dieser Zeit auch dort schon feine Weihnachts-
Leckereien in den Regalen liegen) und erste Weihnachtsgeschenke.
Die blockeren im Übrigen immer noch fein säuberlich aufgereiht meinen
Nähtisch hier zuhause und warten darauf, auf meiner langen
Geschenkeplanungsliste untergebracht zu werden. Ich denke, das ist eine hervorragende
Aufgabe für den heutigen, komplett verregneten Sonntagmittag, während die Große
lernt und die Missi sich mit dem Mann auf einem Reitturnier herumtreibt ;-)

17. Oktober 2019

Apfelliebe!

Eigentlich habe ich diese Tasche ja schon im Frühsommer genäht,
zum Geburtstag der Lieblingsfreundin.
Aber nun passt sie thematisch ja auch ganz gut...


Diesen tollen Apfelcanvas im Retrodesign habe ich mal im 
Resteverkauf von Bonnie&Buttermilk erstanden und mir letztes
Jahr zur "Einschulung" (der Missi an der weiterführenden Schule)
daraus einen Rock genäht. Noch so ein Teil, das ich dringend 
mal zeigen muss hier *hüstel*


Und der Rest reichte nun noch genau für eine Tasche - wo ich doch
weiß, dass die Lieblingsfreundin genauso auf solche tollen Muster steht wie ich.
Also habe ich den Stoff schwesterlich unter uns aufgeteilt.
Ich bin ja gar nicht so ;-)


Da die Äpfel schon alleine ausreichend wirken,
habe ich mich für einen eher puristischen Schnitt entschieden -
die AllesDrin-Tasche von farbenmix in ihrer einfachsten Form.
Ich mag die A-Form wahnsinnig gerne, den eingesetzten Boden
und die schöne Reißverschluss-Variante.
Die nähe ich einfach immer wieder gerne.


Und auf der Front kommen die Äpfel doch so richtig gut zur Geltung,
so ganz ohne aufgesetzte Tasche oder Verschlussklappe, oder?
Leider, leider reicht der letzte Stoffrest jetzt nicht mehr für eine
weitere Tasche für mich - aber ein Etui ist vielleicht noch drin....

12. Oktober 2019

12 von 12 { Okt 2019 }

Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag -
so funktioniert 12 von 12
Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, seht Ihr wie immer
  hier bei Caro in der Liste.


Ein Samstag, wie schön!
Ich liebe Samstage. Der Mann ist schon aufgestanden und macht Frühstück,
ich bleibe noch ein bisschen liegen und genieße, dass endlich mal
wieder die Sonne scheint.


Nach dem Frühstück stelle ich als erstes wieder die Verschenkekiste an
die Straße. Wir sind gerade wild die Gartenwohnung am Entrümpeln 
und es geht voran.


Danach erst mal ein bisschen Haushalt. 
Samstag ist Wäschetag.


Das Entrümpeln bringt auch mit sich, dass wir Lego sortieren und verkaufen.
Alles behalten ist einfach nicht möglich. Gestern war die Black Pearl
fällig - zehn Minuten, dann war sie verkauft, für ein Heidengeld....
Heute dann auseinanderbauen und versandfertig machen.
Bye bye, Jack Sparrow, war schön mit Dir...
(Die Große war schon früh ein großer "Fluch der Karibik"-Fan.)


Am späten Vormittag machen wir uns dann alle zusammen
auf den Weg ins Saarland. Ich liebe das, weil der Weg über weite
Strecken durch das enge Saartal führt, immer dicht am Ufer entlang.


Die Kleine hat einen langen Einkaufszettel, den sie im Sportladen 
akribisch abarbeitet: Winterreithose, Winterhandschuhe, warme Jacke, neue 
Sicherheitsweste, neue (naja, eher eine weitere) Gerte, ein Halfter,
paar Pferdeleckerli... Als wir fertig sind, brauchen wir
tatsächlich eine Tüte!


Danach noch ein kurzer Streifzug durch den angrenzenden Möbelschweden,
der bei uns zweisprachig ist ;-) Die französische Grenze ist quasi direkt hinter
dem Laden... Es ist angenehm leer trotz Samstag, dank des schönen Wetters.
Wir sind schnell fertig, doch beim anschließenden Mittagessen 
fällt der Großen ein, dass wir noch einen Abstecher zum (leidlich)
nahegelegenen Verkehrsübungsplatz machen könnten.
Also werfen wir unsere Nachmittagspläne um....


... und üben Autofahren. Wo wir schon mal da sind.
Halt mit Papas großem Benziner statt mit Mamas sportlichem Diesel.
Da muss man flexibel sein und fahren muss darf sie später ja eh beide.
Also der Mann und die Große üben, die Missi und ich müssen zugucken und 
sitzen schlussendlich zwei Stunden lang in der zunehmenden 
Kälte rum - das Catering rund um den Platz lässt doch
sehr zu wünschen übrig. Mit Kaffee, Kuchen und WLAN könnten sie echt
was verdienen ;-) Außer der Großen fahren im Übrigen auch noch in
regelmäßigen Abständen andere bekannte Gesichter an uns vorbei - alles
Mitschülerinnen aus ihrer Stufe, dabei sind wir ewig weit von zuhause weg!
(Schreibt "Verkehrsübungsplatz eröffnen" auf die Liste der
lukrativen Geschäftsideen. Es gibt in ganz Rheinland-Pfalz aus 
unerfindlichen Gründen nämlich keinen einzigen!)
Es läuft jedenfalls super, Mann und Tochter sind am Ende beide
bestens gelaunt. Das Ich-liebe-Autofahren-Gen hat eindeutig
von beiden Elternteilen voll durchgeschlagen...


Auf dem Rückweg regnet es sachte vor sich hin, endlich mal wieder.
Die passende Kulisse für das Industriegrau am Autobahnrand...
(Sieht da aber nicht überall so aus, ich schwöre! Ist echt schön im Saarland,
nur die Sprache ist wirklich, wirklich sehr schwer erträglich ;-)


Wieder zuhause laden wir aus und sortieren noch ein wenig weiter.
Ein ganzer Kellerflur voller Playmobil! Wenn jetzt Hochwasser käme, wären wir
verloren... Grob vorsortiert ist es, jetzt fehlt noch der Kleinkram und dann müsste
das alles halt mal jemand aufbauen und fotografieren. Hmpf.
Aber noch ein Jahr schieben ist nicht, die Große würde wirklich fürchterlich
gerne mal irgendwann hier einziehen... Also Augen zu und durch.


Als uns die Lust verlässt, wenden wir uns interessanteren Dingen zu:
Der Flurrenovierung. Es ist mal wieder soweit, Herbst, da wird
jetzt schon fast traditionell ein weiterer Raum im Haus renoviert.
Ich denke, heute ist dann endlich mal eine Entscheidung für den neuen
Bodenbelag gefallen. Tschüss, Fliesen! *vorfreude*


Abends gibt es die Reste der Quiche von gestern und gleich noch einen
schönen Film. Morgen ist der endgültig letzte Ferientag, am Montag
bricht dann unwiderruflich wieder der Alltag über uns herein.
Die Freude hält sich noch in engen Grenzen, es ist morgens schon so
verdammt dunkel draußen....

2. Oktober 2019

Dauerbrenner

Was ja immer geht und ich einfach eins um andere Mal 
wahnsinnig gerne nähe, sind Windeltaschen.
Egal ob welche zum Aufklappen oder als ganz einfache Beutel -
die machen immer Spaß!


Als Basis nehme ich bei den Beuteln am liebsten einen hellen Karostoff,
weil man den so wunderbar besticken kann - 
gerne auch ganz nach Kundenwunsch, so wie hier mit Namen
und einem knuffigen Autochen :-)


Auf dem kleinen Stück Webband, das ich noch aus meiner (riesigen, immer komplett
 chaotischen, weil ich den Sinn des Sortierens da einfach nicht einsehe) Bänderkiste
gekramt habe, sind zwar Helis, aber immerhin gehören sie zur selben Serie
und sie passten farblich perfekt ;-)

Das Täschlein ist jetzt schon auf dem Weg zu seinem neuen Besitzer und 
wir genießen nun erst mal das lange Wochenende mitten in den
 Herbstferien, hurra! Macht es Euch schön, egal, was das Wetter sagt ♥

27. September 2019

Make me, take me-Häkelei

Siehe da, ich habe es tatsächlich diese Woche (sprich: vor den Ferien)
noch geschafft, die verschiedenen Häkeltaschen aufzudröseln.
Ganz hilfreich dabei war sicher das usselige Wetter, das mich mehr als
einmal an die Couch gefesselt hat ;-)


Ihren Ursprung hat die ganze Einkaufsbeutel-Häkelei ja in der
"Make me - Take me"-Aktion der Initiative Handarbeit.
Bis Ende des Jahres sollten hier 10.000 nachhaltige Einkaufstaschen entstehen,
genäht oder gehäkelt - tatsächlich sind bisher aber schon über 41.000 Labels
abgerufen worden, hurra! Drei davon auch schon durch mich,
aber es werden sicher nicht die letzten sein, denn zu Weihnachten möchte
ich gerne auch noch ein paar nähen....


Die Anleitung für das rosa Model habe ich hier im Makerist Magazin entdeckt.
Ich mochte das V-Muster direkt gerne und auch das Konzept eines kompakten
Bodens ist durchaus überzeugend.


Überhaupt ist das definitiv die solideste Tasche der drei, da kann man 
ordentlich was reinladen. 


Das gilt definitiv auch für die blaue Tasche, auch wenn die ohne festen Boden
das habe ich als erstes gehäkelt und bei den ersten Runden ganz schön geflucht,
bis ich bei der erforderlichen Gitterzahl angekommen war - aber ich
bin geneigt, das der Tatsache zuzuschreiben, dass es zu dem Zeitpunkt
eigentlich schon viel zu dunkel, definitiv viel zu heiß und überhaupt
viel zu spät nach einem langen Tag in Pompeji war...


Ich werde in jedem Fall noch eine zweite häkeln, um das zu überprüfen ;-)
Das Ergebnis gefällt mir nämlich außerordentlich gut, besonders auch
wegen der breiten Träger.


Bei dem senffarbenen Beutel nämlich sind die Träger definitiv ein Schwachpunkt.
Sie sind zwar wunderschön und dem insgesamt etwas leichterem 
Modell angemessen, allerdings sind sie viel zu lang geraten.
So viel zu lang, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, die
nochmal aufzumachen und zu kürzen.


Insgesamt finde ich nämlich auch diesen Beutel nach der Anleitung
von ars textura sehr gelungen. Ich habe hier das große Modell gehäkelt.

Als nächstes habe ich jetzt die French Market Bag auf dem Zettel -
wegen des hübschen Namens und weil nach drei Taschen keinesfalls
schon Schluss sein kann. Inzwischen stricke ich zwar wieder fleißig an meinem
schier endlosen Cardigan-Projekt, aber so ein übersichtliches Teil für
zwischendurch, das tut mal gut. Außerdem kann man an einer kleinen Tasche
auch deutlich besser mal unterwegs arbeiten als an so einem riesigen Cardigan ;-)
Neue Labels jedenfalls habe ich schon mal bestellt!

23. September 2019

Sommerbeschäftigung

Da wir dieses Jahr in den Ferien ja nun im sonnigen Süden
unterwegs waren, musste ich mir eine Beschäftigung suchen,
die nicht allzu sehr an den Fingern klebt, wenn es heiß ist.
Meine Wahl fiel auf Häkeln und Stricken, beides mit leichtem
Baumwollgarn. Das geht noch gerade so, wenn man
schwitzend irgendwo in der Ecke hängt ;-)


Tatsächlich bin ich dann aber gar nicht zum Sticken gekommen, weil ich
mich an den Einkaufsbeuteln buchstäblich festgehäkelt hatte.
Einmal angefangen, kann man nur ganz schwer aufhören und es gibt
so viele verschiedene Muster.... Und genau zu denen erreichten
mich in den letzten Wochen auf instagram diverse Anfragen, so dass
ich mich jetzt mal hinsetzen und genau aufdröseln werde,
welches Taschenmuster ich wo gefunden habe. Man kommt
da ja vom Hölzchen aufs Stöckchen und manchmal geht es
frau dann wie Hänsel und Gretel - sie findet ihre
Hölzchen nicht mehr wieder ;-)

Also stay tuned, es kann sich nur noch um Tage handeln....

18. September 2019

Zwölf ♥

Seit sechzehneinhalb Jahren habe ich jetzt Kinder, und noch nie war ich 
an einem ihrer Geburtstage sentimental. Bis heute.
Ich mag nicht, dass mein Baby schon zwölf Jahre alt ist!
Nur noch ein Jahr, dann haben wir zwei Teenies im Haus - bis dahin 
müsste ich mir dringend mal noch ein zweites Nervenkostüm stricken. 
Aber ich fürchte, dafür ist ein einziges
Jahr ganz schön knapp ;-)


Gefeiert haben wir aber natürlich trotzdem und ich habe mir meine
Sentimentalitäten tapfer verkniffen. Schon früh am Morgen vor der Schule wurden ein 
wenig Kuchen gefrühstückt und Geschenke ausgepackt (sehr, sehr pferdelastig, 
wen wundert es: ein neuer Helm, ein neuer Führstrick, ein Stallbeutel, ein
heißgewünschter Stallpulli, ein dicker Stapel Pferdebücher. Aber immerhin
auch ein bisschen Deko für ihr Zimmer ;-)

Die Missi hatte sich einen "Schokokuchen mit extra Schoko" gewünscht und natürlich
auch bekommen: unser klassisches Schokokuchenrezept, diesmal
als Kastenkuchen. Den habe ich dann einmal längs halbiert, mit einer
Zartbitter-Ganache (halbe Menge) gefüllt und mit Schokoguss überzogen.
Und dann einfach so lange mit verschiedenen bunten Streuseln, Schokolinsen und 
Gummitieren (idealerweise die mit weißem Schaumzeugsboden, weil die
viel toller leuchten auf der Schoki) beworfen, bis ich das Bedürfnis hatte,
die Küche zu renovieren. Dann ist es richtig :-)


Zusätzlich fand die Missi natürlich auch "was mit Pferden" ganz knorke, was mich
auf die aberwitzige Idee brachte, die Biskuitrolle mit Himbeerquark
mit Karussellpferdchen schmücken zu wollen.
Das hatte ich so ähnlich mal hier bei Elena/la crema gesehen und wollte
es schon immer mal ausprobieren...
Normalerweise ist die Große hier ja die Geburtstagskuchenqueen 
für ihre kleine Schwester, aber die hat ja jetzt immer Schule bis in die Puppen :-p


Für den Keksteig habe ich eines meiner bewährten Rezepte gewählt und
deutlich dicker ausgerollt als normal. Beim Ausstechen solch filigraner Formen
hat es sich für mich bewährt, die Plätzchen gleich auf dem Blech auszustechen und
dann nur noch den überschüssigen Teig rundherum wegzunehmen.
So muss man die ausgestochenen Kekse nicht mehr bewegen und vermeidet
Verformungen oder abgerissene Körperteile ;-)
Die Schaschlikspieße durchzustechen war einfacher als befürchtet und 
sie sind mir im Ofen auch nicht verbrannt.
Nach dem Backen habe ich auf die Spitzen der Spieße noch Papier-
Pompons und eine Mini-Wimpelkette geklebt.


Das Wetter war heute ganz wunderbar - nicht so brüllheiß wie im letzten Jahr,
aber immer noch sehr warm und sonnig, so dass wir die Geburtstagstafel wieder 
im Garten decken konnten. Das Kuchentrio vervollständigte in diesem Jahr,


Hier saßen wir und hatten eine wirklich wunderbare Zeit, bis die untergehende
Sonne uns zurück ins Haus trieb. Die Zeit, im Dunklen noch draußen sitzen zu können,
ist offenbar absolut unwiderruflich vorbei für dieses Jahr...
Während das Geburtstagskind nun noch Französisch-Vokabeln lernen muss und 
die Große sich gerade an ihre Hausaufgaben gesetzt hat, werden der Mann
und ich diesen Tag nun noch ganz gemütlich ("entspannt" wird sich zeigen)
bei dem ersten ChampionsLeague-Spiel der Saison ausklingen lassen.
Gegen die aufkommende Sentimentalität ;-)

16. September 2019

Eingelegte Mirabellen

Es kommt ja selten vor, aber manchmal gibt es tatsächlich diese Jahre,
in denen mal mehr Mirabellen am Baum hängen, als man
ad hoc essen oder in Kuchen verbacken kann.
Dann kann man sie zum Beispiel auch in reichlich Alkohol ertränken
und dem liebsten Schwiegervater zum Geburtstag schenken.

(Oder selbstredend auch selbst aufessen, zum Beispiel auf Vanilleeis,
Waffeln oder Pfannkuchen, aber ich habe es ja persönlich nicht so mit Alkohol ;-)


400 Gramm Mirabellen halbieren, entsteinen und in eine ofenfeste
Auflaufform geben. Zwei Eßlöffel Amaretto und drei Eßlöffel Wasser dazugeben und mit den
Früchten vermischen. Drei Eßlöffel braunen Zucker mit zwei Teelöffeln Zimt
mischen und über die Früchte geben. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad (Heißluft)
etwa eine Viertelstunde lang köcheln lassen.

Die heißen Früchte direkt aus dem Ofen in ein ausgekochtes Bügel- oder Schraubglas 
geben und mit Amaretto auffüllen, bis alle Früchte bedeckt sind. 
Das Glas fest verschließen und ein paar Tage lang ziehen lassen.
Im Kühlschrank aufbewahren.

Guten Appetit ♥ 

12. September 2019

On the road again - Italien II

Die Amalfiküste also - die stand ganz oben auf der Agenda unserer diesjährigen
Italien-Tour. Mit dem Wohnmobil allerdings ist sie gar nicht
zu erkunden, denn die schmale, kurvige Straße mit vielen Überhängen
ist zwischen Positano und Vietri sul Mare für Wohnmobile und Gespanne
schlicht und ergreifend gesperrt. Zu recht.
(Ok, zwischen Mitternacht und halb sieben morgens darf man sie
befahren, aber da hält sich die Aussicht ja nun auch in Grenzen ;-)


Unser aktueller Frühstücksausblick in die andere Richtung. Wir stehen genau
an der Mündung der Sele ins Meer. Umzingelt von Wasser! -- Am Wegesrand. --
Erster Halt in Sicht. Amalfi. --Wir haben uns am Stellplatz ein Auto geliehen
und erobern uns die Amalfiküste. Die ist nämlich zu eng für Wohnmobile...

Wir mussten uns also ein Auto ausleihen, das erschien uns flexiber als ein
Bootsausflug. Allerdings war sowas wie Infrastruktur rund um unseren Stellplatz im Cilento
erwähntermaßen quasi nicht vorhanden. Autovermietung? Hahahaaa...
Wider Erwarten war es dann aber noch einfacher als einfach, denn man konnte 
direkt in der Rezeption des Campingplatzes ein Auto mieten.
Also, so ähnlich zumindest. Wie sich am betreffenden Morgen herausstellte,
handelte es sich bei dem Mietgefährt um Fernandos Privatwagen, 
für den er uns ohne Umstände den Schlüssel in die Hand drückte...

Auto ausleihen auf süditalienisch: "What do you need from us?"* - "Aaaaahhh,
nothing. I have yourrrr camperrrr!" Sache erledigt. 
(*die sprechen hier einen so seltsamen Dialekt, ich habe kapituliert. Salve!)


Amalfitana. -- Mittach in Amalfi. --Blick nach oben. --
Blick nach oben II

Nun denn, so sei es! Wir schwammen also mit einem ziemlich ausgelutschten, 
französischem Dickschiff Richtung Amalfitana. Auch wenn uns nach der dritten
Kurve mit Bus-Gegenverkehr ein Fiat 500 lieber gewesen wäre!
Der Verkehr dort ist echt .... äh, herausfordernd, aber es ist alle Mühen wert.
Keine Ahnung, welches der Örtchen am Wegesrand am Ende das schönste war,
vermutlich wirklich Positano. Aber auch Amalfi selbst, wo wir eine
längere Mittagspause einlegten, war wunderschön...

Ähnlich schön war allerdings auch der Moment, als wir abends dem
Campingplatzbesitzer sein Auto wieder ohne Macken (also ohne neue Macken)
auf den Parkplatz gestellt hatten. Wobei ich bezweifle, dass ihn das in
irgendeiner Weise tangiert hätte....
Die folgenden beiden Tage verbrachten wir nochmal maximal faul auf
unserem wunderbaren Strandplatz, aber dann wurde es Zeit, uns 
langsam wieder Richtung Norden zu bewegen...


Tja, das Bild ist doppelt. Muss man jetzt mit leben ;) -- In jedem Ort hier 
an der Küste steht eine solche Kirche. --Hallo Positano. Dich wollte ich 
schon so lange mal kennenlernen! -- Wir verlassen jetzt schleunigst 
unseren schweineeimerteuren, viel zu luxuriösen innerrömischen 
Campingplatz und machen uns auf Richtung Norden...

Unser Bedarf an Stadtleben war nach Neapel und Pompeji eigentlich gedeckt, deswegen war der
Plan, direkt bis an die ligurische Küste durchzuziehen. Als wir dann jedoch auf der
großen Ringstraße rund um Rom waren und in der Ferne klein die ersten Bauwerke
blitzten, fanden wir es doch zu schade, zum zweiten Mal daran vorbeizufahren.
Ich war schon sehr oft in Rom, einmal auch schon mit dem Mann, aber die 
Kinder noch nie. Und die wollten unbedingt ein neues Häkchen auf ihrer
persönlichen Liste der besuchten europäischen Metropolen.
Wir versuchten also unser Glück und steuerten einen der Plätze an,
die wir im Vorfeld rausgesucht hatten...

Heute schon 78 Euro für einen (zugegebenermaßen perfekt angeschlossenen
und keine 3km vom Vatikan entfernten) Campingplatz ausgegeben.
Aber HALLO!? Achtundsiebzig Euro für ein Stück Schotter mit Hecke.
PRO NACHT. Ich weiß schon, warum wir Campingplätze sonst meiden wie
die Pest...

Leider war das mitnichten ein Stellplatz, sondern mehr so eine Art riesiger
Event-Centerpark *grusel* Aber immerhin recht innerstädtisch gelegen, 
mit Bushaltestelle direkt vor der Tür und mit einem Plätzchen für unsere
Wohnbüchse... Für eine Nacht würde es schon gehen.


Eigentlich wollten wir heute durchziehen bis in die Toskana, aber dann 
fanden wir es doch zu doof, zum zweiten Mal einfach an Rom
vorbeizufahren. Nun also, here we are! -- Mit Italien verbindet mich
ja mehr so eine Hassliebe. Ich finde es lange nicht überall schön,
die Toskana überbewertet und die obere Adria ganz fürchterlich. Die
häufig zugestellten und bewirtschafteten Strände nerven und erst
recht das allgegenwärtige Gedudel und die Animation. Aber Rom
geht einfach immer! Fand ich mit 14 schon toll und mit 44
immer noch... -- Die Tram in Rom hat ähnlich viele Jahre
auf dem Buckel wie die S-Bahn in Neapel. Erwähnte ich schon,
Achtung, unpopular opinion, dass ich öffentliche Verkehrsmittel
hasse wie die Pest? -- Petersplatz. Die Rechnung "Das machen
wir zum Schluss, dann ist es leer da" ging absolut auf.

Wir nahmen also den nächsten Bus in die Stadt und stellten an der Haltestelle erst mal fest,
dass die Busse sonntags nicht bis in die Stadt fahren. Also ging es nur bis zur nächsten
Metrostation und dann mit der U-Bahn weiter. Nun denn. Wer in Neapel 
Bahn gefahren ist, für den fühlt sich Roms Metro an wie Wellnessurlaub :-p
In Termini enterten wir dann der Einfachheit halber einen der allgegenwärtigen
roten HoppOn-HoppOff-Busse und drehten zwei ausführliche Runden.
Eine ohne und eine mit Aussteigen.


Stehen, gucken, genießen. -- Am Rande des Vatikans in eine Prozession
geraten. Kann das "Gegrüßet seist Du Maria" jetzt auch perfekt auf
Italienisch. -- Feierabend-Päuschen. Jetzt ab zur Metro und dann 
Füße hoch... Schön war's! -- Nu aber. Unterwegs gen Norden.
Hallo Toskana!

Die Kinder waren hin und weg und auch ich finde diese Stadt immer noch 
absolut bezaubernd. Vielleicht liegt es daran, dass wir hier zuhause ja auch zwischen
unzähligen römischen Bauwerken leben, in ähnlich gutem Erhaltungszustand.
Das verbindet ;-) Jedenfalls haben wir für die kurze Zeit unfassbar viel gesehen
und uns die platten Füße wirklich redlich erarbeitet, als wir an der Spanischen
Treppe wieder die Metro bestiegen.

Fahrpläne sind wirklich eine ganz, ganz großartige Erfindung. *von der römischen
Bushaltestelle mit Beinen im Bauch und Bärenhunger gesendet

An der Haltestelle sind wir dann allerdings gestrandet, denn sonntags fahren die 
Busse nicht nur nicht in die Stadt, sondern überhaupt nur sehr sporadisch. Und 
in der Ferienzeit durchaus auch mal gar nicht. Weiß man aber nicht, Fahrpläne
gibt es nämlich keine. Nachdem wir nach einer Stunde ernsthaft erwogen,
die paar letzten Kilometer in Gottes Namen halt auch noch zu laufen, weil 
uns der Magen inzwischen echt in den Kniekehlen hing, kam dann aber 
tatsächlich noch ein Bus mit unserer Nummer. Allerdings warteten mit uns inzwischen
locker hundert Leute und wir entgingen beim Einsteigen nur knapp einer
amtlichen Prügelei mit einer Horde aufgeheizter Argentinier.
Komisch, das ist uns beim Fußball auch schon mal passiert.
Waren bestimmt dieselben :-p
Auf unserem Supidupi-Luxusplatz ließen sich dann zum Glück auch zu später Stunde 
noch vier Pizze auftreiben und die wilden Parties fanden freundlicherweise an
anderen Ecken des riesigen Arenals statt, so dass wir eine erstaunlich 
ruhige Nacht verbrachten, so mitten in der Stadt.


Aktueller Liegestuhl-Ausblick. Hier liege ich auch heute lieber als am Strand. --
Feierabend. -- Blick nach oben. -- Verloren in den Straßen der Stadt.

Am nächsten Morgen ging es dann über Civitavecchia, wo wir unsere Vorräte ordentlich
aufstockten (wer weiß, wie sich die infrastruktuerelle Lage am nächsten Schlafplatz
darstellen würde!) wieder ans Meer.  Irgendwo südlich von Pisa fanden wir 
einen netten Platz, der nicht zu groß und wenig animiert war. Das ist im Norden
wirklich schwer - was zu finden, das klein, ruhig und kuschelig ist....

Am Wochenende habe ich noch ein Auto gemietet, indem man mir den Schlüssel in
die Hand drückte. Gerade musste ich zum Erhalt des Wifi-Passwortes (ab 18!!)
eine "Maßnahme zur Terrorismusbekämpfung" unterschreiben. Wir sind ganz
offensichtlich wieder in Norditalien angekommen.


Hier ist nicht alles gelb, auch wenn es gerade so wirkt. -- Auf Lucca habe ich 
mich ja schon seit Wochen gefreut, vor allem, um mal auf diesem Platz zu stehen,
der im perfekten Oval um ein ehemaliges Amphitheater herumgebaut ist. --
Mittach. -- Verirren kann man sich trotz des wilden Gewirrs in Lucca 
eigentlich nicht, denn die Stadt ist nicht groß und so trifft man immer
wieder auf die Stadtmauer, auf der entlang man dann bis zu seinem
Startpunkt laufen kann.

Nochmal knappe zwei Tage am Meer, dann ging es nach Lucca.
Mein ganz persönliches Highlight auf dieser wirklich sehr highlightigen Reise.
Auch die Kinder entschieden sich ohne Zögern für Lucca, als sie vor
die Wahl gestellt wurden (Lucca oder Pisa, den Schiefen Turm haben wir 
dann aber immerhin noch von der Straße aus gesehen!) - völlig klar, denn sie sind 
durch Lucca hat zirkeln sehen, muss diese Stadt in echt erleben ;-)

Auch in der Toskana bei 35 Grad sind Funktionskleidung und 
Trekkingsandalen ein sehe zuverlässiger Deutschen-Indikator...

Nicht mit dem Auto natürlich und erst recht nicht mit etwas noch größerem, das
würde gar nicht durch die Stadttore passen. Zum Glück gibt es dort, direkt vor 
der Porta Santa Maria, eine kleine Autowerkstatt, deren unfassbar netter Besitzer
besichtigungswütigen Wohnmobilisten seinen Hinterhof zur Verfügung
stellt, inklusive Übernachtungsoption und Einparkservice :-)
Wir standen also dort zwischen anderen Wohnmobilen und dem ein oder 
anderen Oldtimer aus Zuffenhausen - und hatten alle Zeit der Welt, 
die Stadt zu erkunden. Lucca. Traumstadt. Überall, aber natürlich ganz
besonders auf der ovalen, quietschegelben Piazza dell'Anfiteatro,
die so viel Atmosphäre hat, dass man gar nicht mehr weg möchte....


Unerwartet noch echt viele Kilometer gemacht und zur Belohnung einen netten
 Schlafplatz gefunden. -- Feierabend. -- Das Bild gab es hier in der 
Form schon mal irgendwie. -- Kurz vor knapp übernachten wir heute endlich
mal in einer Marina. Normalerweise machen wir das viel öfter, denn es ist
so toll, in großen oder kleinen Häfen zwischen Schiffen zu übernachten.
In Italien scheint das nicht üblich zu sein, aber kaum sind wir in
Frankreich: zack, Marina! Danke, Colmar.

Mussten wir aber, denn wir wollten noch ein bisschen weiter nordwärts an dem Tag.
Tatsächlich ging es dann viel weiter als geplant, so dass wir abends tatsächlich
wieder die oberitalienischen Seen erreichten. Den Lago di Varese diesmal,
deutlich kleiner und entspannter als seine großen Nachbarn, weswegen wir auch
ein lauschiges Plätzchen gleich am Ufer fanden.
Dort verbrachten wir eine ruhige, letzte italienische Nacht, bevor es am nächsten
Tag wieder durch die Schweiz Richtung Frankreich ging.
Eigentlich war der Plan, die letzte Nacht auf dem Gotthardpass zu verbringen,
ganz oben, da gibt es eine Möglichkeit. Und so ein bisschen Schnee nach
der ewigen Hitze wäre ja mal ganz nett gewesen *g*
Allerdings waren wir da nun einfach schon viel zu nah dran,
zu kurze Etappe, deswegen entschieden wir uns stattdessen
für eine letzte Nacht im Elsass.

Was ich an Italien gar nicht vermissen werde:
- den Zustand der Straßen
- das Radioprogramm
- die grässlichen Dinger, die sie hier als Brot oder Brötchen verkaufen

Gute Entscheidung, denn in Colmar gibt es einen Stellplatz an der Marina
und zwischen Schiffen zu schlafen haben wir in Italien echt vermisst.
Das Prinzip Hafenstellplatz ist dort offenbar unbekannt.
Wir verbrachten also noch einen netten, letzten Nachmittag und Abend
in der putzigen Altstadt von Colmar, wo wir schon öfter mal waren.
Kann man aber immer wieder machen.
Und am nächsten Morgen ging es dann ab nach Hause....

Letzte Etappe. Noch 300km bis zuhause. Nach dem Losfahren noch rasch
getankt, zack, Endstation. Stehen in Colmar an der Zapfsäule und 
rien ne va plus. Camper tot. Hallo Fehleranalyse. 
*sucht Bordbuch -- Die Tankstellefrau hat uns mit lauter schicken
Pylonen umstellt. Den Kindern ist unser Hindernisstatus 
hochgradig peinlich, die Franzosen nehmen es gelassen... --
Eine Stunde später haben wir ein loses Kabel an der Motorbatterie entdeckt
(die mitnichten im Motor sitzt, sondern unter meinen Füßen) -
an dieser Stelle nochmal vielen Dank an die italienischen
Straßenverhältnisse. Camper läuft, ab nach Hause!

Haha, so der Plan. In Wahrheit standen wir fast zwei Stunden in Colmar
an der Zapfsäule, vertelefonierten 80 Euro mit dem Fiat-Pannenservice und warteten
so lange vergeblich auf den beauftragten Werkstattservice, bis wir den
Fehler selbst gefunden und behoben hatten. Offenbar haben die süditalienischen
Straßenverhältnisse uns so durchgeschüttelt, dass sich eines der Polkabel an der
Batterie gelockert hatte, bis es in Colmar dann endgültig ab war.
Ein Handgriff, zack, alles gut. Hätte man auch früher haben können ;-)
Aber egal, Hauptsache nicht in Frankreich gestrandet und
Zeit hatten wir eh genug. Von Colmar aus ist man wirklich schnell zuhause.

Dreieinhalbtausend Kilometer in zwei Wochen. Fünfhundert mehr als geplant.
Unser persölicher Roadtrip-Rekord. Noch fünf, dann sind wir wieder
zuhause. Schade eigentlich.

Das war er also, unser diesjähriger Roadtrip.
Erlebnisreich, wunderschön und mal wieder viel zu schnell vorbei!
Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn wir mal längere Zeit am Stück
losziehen können. Portugal. Osteuropa. Nordkap. Island!
Steht alles noch auf der Liste der geplanten Routen, für die man
aber eindeutig mehr als zwei Wochen benötigt...