26. Oktober 2021

Mein insta-Wochenende im Nord-Pas-de-Calais

 Viele Bilder, die ich Euch schnell da lassen möchte, denn es war wirklich 
wunderschön, dieses eine Wochenende in der allernördlichsten 
Ecke Frankreichs. 

Dringend wollten wir in den Herbstferien nochmal ein paar Tage
 ans Meer - und da Holland total überlaufen war und
wir die belgische Küste nicht so arg mögen, wurde es diesmal das
Nord-Pas-de-Calais. Von uns aus ist das eigentlich das am schnellsten zu
erreichende Stück Meer, nur die belgische Küste wäre noch zehn
Minuten näher. Aber dafür ist die französische Küste dann auch 
mindestens zehnmal schöner. Ok, dafür sind die Fritten zehn mal schlechter,
da muss man dann vermutlich nach Prioritäten entscheiden ;-)


Tatsächlich hat uns das Meer dann aber ganz schnell für die vielen (wirklich 
abgrundtief schlechten - ehrlich, wenn Ihr ins Nord-Pas-de-Calais fahrt, esst
keine Pommes. Nirgendwo. Auch nicht beim Goldenen M. Oder steckt Euch Salz ein. 
Viel Salz.) Totalausfall-Fritten entschädigt. Hach. Die Küste ist wahnsinnig 
abwechslungsreich. Von unglaublich breiten Sandstränden und Dünen bei 
Dunkerque bis zu den Kaps und Steilküsten südlich von Calais ist alles dabei. 
Und zwar fast ganz ohne den lückenlosen Betonbrutalismus,
 den die belgische Küste ein paar Kilometer weiter nördlich prägt. Außerdem
 hat man stellenweise auch einen sagenhaften Blick auf die Kreidefelsen 
von Dover.


Gewohnt haben wir in einem ausgesprochen hübschen kleinen Appartment mit 
wahnsinnig netten Vermietern in Dunkerque/Duinkerke/Dunkirk/Dünkirchen
(sucht Euch was aus ;-) - direkt am Strand und mit Blick auf die Gezeiten.
Das Wetter war, ganz entgegen der Vorhersagen, wunderschön - und nur 
deswegen ließ ich mich breitschlagen, das Bett am tiefen Fenster doch das ein 
oder andere Mal zu verlassen. (Am ersten Tag konnten sie mich auch noch
mit der Aussicht auf Pommes locken, spätestens am dritten hatte das 
aber keinerlei Erfolg mehr. Im Gegenteil *g*)


Die beiden Kaps südlich von Calais, Cap Blanc-Nez und Cap Gris-Nez, habe ich 
ganz besonders ins Herz geschlossen. Ich habe zugegebenermaßen eine Schwäche 
für Kaps und diese hier erinnerten dann auch noch frappierend denen in der 
Bretagne - bekanntermaßen für mich ja eine der schönsten Gegenden auf der 
ganzen Welt. Und hier dann: die Vegetation, die Farbe des Meeres (tbh, auch die 
Bunker und die vielen Bombenkrater) - es war, als hätte uns jemand mal eben knapp
 1000 Kilometer weitergebeamt. Dieser eine Tag in der Fake-Bretagne hat definitiv 
mehr für meine innere Ausgeglichenheit getan als alle anderen Urlaubstage zusammen.
Ich liebe es einfach so sehr!


Bunker begleiten einen in dieser Gegend, ähnlich, wie in der Normandie, an jeder 
Ecke - in Gärten, auf Pferdeweiden, als Keller, Wohnhäuser, Museen, oder am Strand.
Unser Strand direkt vor der Haustür sah ein bisschen so aus, als hätte ein Riese
die Betonwürfel mal eben mit lässiger Hand verstreut. Viele sind inzwischen 
freigeschwemmt oder Dünen heruntergerutscht. Entfernen kann man die 
Überbleibsel des Atlantikwalls nicht so einfach (sollte man auch nicht,
ein bisschen Erinnerung an das, was passiert, wenn Menschen nicht alle Kraft
darauf verwenden, friedlich zusammenzuleben, schadet in der heutigen Zeit
sicher nicht...), wohl aber optisch verschönern.


Unsere Tage bestanden hauptsächlich aus langen Spaziergängen, ein bisschen 
Radfahren und daraus, Essen in unsere Höhle zu schleppen. Die Saison an der 
Küste war schon weitestgehend beendet, was uns sehr entgegenkam, denn wir wollten 
ja explizit in eine nicht so volle Gegend ;-) Das ist uns auch hervorragend gelungen, 
nur die Supermärkte sollte man momentan samstags wohl meiden, die sind fest
in der Hand von britischen Einkaufstouristen, die sich dort die Autos mit
Lebensmitteln volladen. Wie kommt's nur? 


England haben wir leider nicht gesehen - die Missi wäre sehr gerne einmal mit der 
Fähre rübergefahren für einen weiteren Länderpunkt (immerhin konnte man das
Dover Castle schon SEHEN und ihre Englandreise mit der Schule ist Corona
und dem Brexit zum Opfer gefallen), aber wir hatten leider zufällig gerade 
unsere Reisepässe nicht dabei - aber dafür haben wir auf der Rückfahrt dann
noch eine Stadt besucht, die ohne zu übertreiben schon seit mindestens 20 Jahren
auf unserer Bucket List steht: Dinant in Belgien :-)
Diese einmalige Kombination aus Maas, bunten Häuschen, Kathedrale
und Felsen-Zitadelle verdient nicht umsonst das Prädikat "Bilderbuchstadt".
Wir haben uns auf einem Spaziergang durch die Straßen Essen besorgt
und dann einfach nur im Auto am gegenüberliegenden Flussufer 
gesessen und das Bild auf uns wirken lassen. Sensationell!
Keine Ahnung, warum wir es bisher nicht in die Stadt geschafft haben, von 
zuhause ist sie nämlich maximal zwei Stunden mit dem Auto entfernt.
Jedenfalls kommen wir ganz sicher nochmal ausführlich im Sommer 
wieder. Und zwar nicht erst im Sommer in 20 Jahren. 
Fester Vorsatz!

22. Oktober 2021

Haferflocken-Bratlinge

 Wir sind in unserem Haushalt ja sehr glücklich mit den vielen
vegetarischen und veganen Ersatzprodukten, die es inzwischen so zu
kaufen gibt. Ich finde die auch gar nicht verwerflich und die ganze
"Da wollen sie kein Fleisch essen und suchen aber ständig nach etwas,
das genauso schmeckt"-Argumentation ziemlich creepy. Die meisten
Menschen essen ja nicht deswegen kein Fleisch, weil es ihnen nicht
schmeckt. Abgefahren, ich weiß ;-) Hier im Haus isst tatsächlich 
auch niemand ausschließlich vegetarisch, aber trotzdem versuchen wir,
unseren Fleischkonsum sehr, sehr niedrig zu halten - nicht zuletzt auch 
deswegen, weil "gutes" Fleisch ja nun erheblich teurer ist als 
"konventionelles" (beides Begriffe, mit denen ich Probleme habe,
deswegen die Gänsefüßchen ;-) Da bleibt eigentlich nur, die
Menge drastisch zu reduzieren. Win-win. (Außerdem bin ich ja
generell eine Verfechterin des Die-Menge-macht-das-Gift, deswegen
gibt es hier quasi nichts, was es nicht gibt, nur die Bilanz muss
stimmen. Aber das ist nun wirklich ein völlig anderes Thema...)


Da Letzeres allerdings durchaus auch für Convenience-Produkte gilt, die häufig
nicht nur eine zweifelhaft lange Zutatenliste haben, sondern meist auch
in überflüssig viel Plastik verpackt sind, sind wir immer auf der Suche nach
leckeren, selbstgemachten Alternativen. Diese Bratlinge auf Haferflocken-Basis
erwiesen sich dabei als echter Knaller - als Hackbällchenersatz oder Salatbeilage
zu den Mahlzeiten (auch wenn sie wirklich nicht nach Hackbällchen schmecken,
aber sie schmecken eben GUT, außen knusprig und innen saftig ;-) oder 
kalt in der Brotdose oder als Zwischenmahlzeit auf die Hand. Sie sind nicht vegan
 (das ist hier immer superpraktisch bei drei von vier laktoseintoleranten Familienmitgliedern),
aber vegetarisch und lassen sich auch laktosefrei zubereiten.
Fertigmischung adé, die hat hier seither niemand mehr angefasst.

Mögt Ihr auch?

100 Gramm Haferflocken, 35 Gramm Cornflakes,
200 Gramm (laktosefreien) Hüttenkäse, drei Eier und eine fein gewürfelte
Zwiebel mit etwas kleingehackter Petersilie gründlich vermischen. 
Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen und eine gute Stunde abgedeckt 
ziehen lassen. Der Teig ist ziemlich wandelbar, man kann auch noch
geriebenen Käse oder Zucchini mit hineingeben oder völlig anders würzen -
scharf oder mit Gyrosgewürz zum Beispiel.

Aus dem Teig zwölf bis 15 gleichgroße Portionen abstechen und zu Bällchen
formen. Die Größe ist Geschmackssache, ähnlich wie bei Hackbällchen, aber
zu klein sollten sie nicht werden, damit sie innen saftig bleiben.
Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Bällchen bei mittlerer Hitze
rundherum goldgelb anbraten.

Guten Appetit ♥

8. Oktober 2021

Eine Bettschlange

 ... ganz für mich alleine :)
Das war ein langgehegter Wunsch von mir und nun habe ich es
endlich mal geschafft.


Im Sinne der optimalen Stoffverwertung habe ich sie aus diversen großen
Stoffquadraten genäht - hauptsächlich grau, das passt gut in unser 
Schlafzimmer, kombiniert mit ein bisschen senfgelb und einem
Rest Kinderstoff.


Insgesamt ist die Schlange zwei Meter lang, also exakt so
wie unsere Matratzen. So kann ich sie als Ergänzung zu meinem
Seitenschläferkissen genauso nutzen, wie zusammengetüdelt
als zusätzliches Kissen. Ja, ich mag viele Kissen im Bett.
SEHR viele Kissen!


Die Größe der Quadrate hatte ich anhand der Seitenlänge eines meiner 
Reststücke gewählt. Um den passenden Kreisdurchmesser für das
Endstück zu ermitteln, musste ich deswegen tatsächlich meine eingerosteten
Mathekenntnisse rektivieren. Da war doch was mit Pi?

Tatsächlich ist es ganz einfach:
Radius = Umfang:(2xPi)

Mein Umfang war 41 cm, ergab einen Radius von 6,5.
Nahtzugabe dazu, also bei mir 7 cm. Auf dem Zirkel einstellen,
Kreis zeichnen, fertig. Passte wie angegossen.

Man kann sich den Radius aber zum Beispiel auch
hier ganz ohne eigenen Hirnschmalz ausrechnen lassen ;-)


Da liegt es nun also in meinem Bett, das kuschelige Schätzchen und ich
habe sogar meinen Sack Füllwatte bis auf den letzten Fitzel aufgebraucht.
Das ist natürlich erfreulich, schließlich möchte ich meinen Materialschrank
deutlich erleichtern. Allerdings haben inzwischen beide Kinder
ebenfalls den Wunsch nach solch einer kuscheligen Schlange
geäußert, also bestelle ich wohl einfach mal den nächsten Karton
Füllwatte... So wird das nix!

Ansonsten?
Hier beginnen heute die Herbstferien. Die Freude ist groß,
auch wenn die Große quasi durchlernen muss, weil sie unmittelbar danach
ihre Vorabi-Arbeiten schreibt und auch das richtige Abi inzwischen
verdammt nah ist - in drei Monaten geht’s los... Die Missi
hat am Wochenende Turnier und auch noch ein paar Schulsachen 
auf dem Zettel, klassische Herbstferien eben. Aber alleine das
morgendliche Ausschlafen ist schon purer Luxus und wir werden
auch schauen, dass wir uns wenigstens ein Wochenende 
lang nochmal irgendwo auslüften können. Und ich persönlich werde
die Zeit nutzen, aus Chronistengründen endlich mal die 
Sommerfotos hier ins Blog zu bekommen...

Kommt gut ins Wochenende!

5. Oktober 2021

Tagebuchbloggen { 5. Oktober 2021 }

 "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.


5.50 Uhr: Ich werde kurz vor dem Wecker wach und genieße noch ein paar 

Minuten lang unser warmes Bett, bevor ich aufstehe. 

Kleine Nachrichtenrunde auf der Couch.


6.30 Uhr: Brotdose und Frühstück für die Missi gerichtet, die Große

muss heute erst später los. Kontrolle, ob die Missi wach ist, dann

schnelles Duschen, Haarewaschen und Fertigmachen für mich.


7.10 Uhr: Der Mann geht aus dem Haus, die Missi kommt zum

Frühstück. Wo sie geht und steht, sind Lernzettel momentan ihre steten

Begleiter. Es ist die letzte Schulwoche vor den Herbstferien und 

die Arbeiten stapeln sich. Unpassenderweise gilt dasselbe gerade

fürs nachmittägliche Reiten, weil am Wochenende ein Turnier ansteht.

Hard times.


7.30 Uhr: Wir verlassen pünktlich das Haus. Ich bin jetzt schon latent

genervt - nicht ohne Grund bin ich schließlich seit 17 Jahren im selbstgewählten

Homeoffice. Zum Beispiel, damit ich eben NICHT morgens um sieben

angezogen und aufgeputzt das Haus verlassen muss ;-)

Ich liefere die Missi an der Schule ab und fahre dann direkt weiter

über die sieben Berge zu meiner Hausärztin, die mich heute morgen

zur Blutkontrolle einbestellt hat. Ich nutze die Gelegenheit, wo ich

schon mal da bin, und lasse mich auch gleich gegen Grippe impfen.

Sooo ums Eck ist die Praxis schließlich nicht.

Der Mann hat schon, die Kinder sind nächste Woche fällig,

Häkchen dran.



8.50 Uhr: Wieder draußen, der Arm schmerzt nur sehr mäßig.
Ich halte kurz beim Bäcker, werde bei der Post die drei Stichwahlbriefe
für die Landratswahl am Sonntag los und überquere noch ein
paar weitere Berge zur nächsten Arztpraxis. Das Wetter ist
traumhaft schön, ich habe aktuelle Podcasts auf der
Playlist und frühstücke ein lauwarmes Franzbrötchen.
Könnte gerade schlimmer sein.

9.30 Uhr: Noch ein Kontrolltermin, diesmal bei der weltbesten Urologin.
Eigentlich bin ich nur zur aktuellen Bestandsaufnahme bezüglich meiner
Fibromyalgie hier, bekomme aber als Sahnehäubchen auch noch einen
akuten Infekt serviert, der mir bisher offenbar durchging ("Das sieht ja
verheerend aus!") Tja, einerseits ist totale Schmerzbefreitheit ja was 
Wunderbares, aber toll, dass wir dann gerade eben mal beherzt in 
einen fetten Infekt reingeimpft haben. Kann ich mich ja schon mal
auf ne nette Impfreaktion später einstellen *hmpf*

10.30 Uhr: Mit Rezepten, Plan für die nächsten Wochen und vielen freundlichen
Worten entlassen. Hier oben im Hunsrück ist es übrigens deutlich weniger schön,
was das Wetter betrifft - es ist ziemlich neblig und klamm. Also schnell
wieder runter ins Tal, zusammen mit dem nächsten Podcast und einem
Liter Wasser. Erste Kopfschmerzen klopfen an, keine Ahnung, ob von
der Impfung oder dem drohenden Wetterumschwung am Mittag.

11.40 Uhr: Wieder zuhause. Genau wie die Große. Die hat 
dienstags insgesamt wenig Unterricht - drei Stunden vormittags
und zwei nachmittags, das war's... Wir bringen uns gegenseitig
auf den neuesten Stand, dann rühre ich einen schnellen Auflauf 
mit Gnocchi und Tomaten-Sahnesauce zusammen, mehr ist 
heute nicht drin. Inzwischen habe ich krasse Kopfschmerzen
(Sechs Stunden nach der Impfung keine Schmerzmittel, war es
nicht so? Uff, das kann sich eventuell ziehen...) und die Blase
muckt nun auch. Danke auch.

12.45 Uhr: Halbes Stündchen auf der Couch gelegen und der Großen
Gesellschaft beim Essen geleistet (ich bin noch satt vom Franzbrötchen).
Jetzt werfe ich kurz einen Blick auf den Kofferrauminhalt, den die
Missi gestern gepackt hat und hole ebendieselbe dann von der
Schule ab. Vorher halte ich aber noch an der Apotheke,
um meine Rezepte einzulösen. Pünktlich mit der Klingel bin
ich an der Schule und die Missi springt ins Auto.
Wir fahren direkt weiter an den Stall und greifen unterwegs schnell
noch Essen ab - SEHR schnell sogar, denn wir stehen auf dem
Weg in die Stadt dramatisch im Stau. Mittags um eins.
Es wird echt immer doller.... Immerhin hat meine 
Beifahrerin so schon mal die Gelegenheit, sich schlangengleich aus 
den Schul- und in ihre Reitklamotten zu winden ;-)

13.40 Uhr: Wir sind am Stall angekommen. Die Missi hat aufgegessen
und verschwindet zügigen Schrittes zu ihrem Pferd, während ich
mich erst mal entspannt zurücklehne und auch was esse. In Ruhe.
Latente Kopfschmerzen habe ich immer noch, aber das Wetter
hat auch wirklich dramatisch gewechselt. Inzwischen ist es kalt und
windig und ich vermute, in spätestens einer halben Stunde wird
es regnen...


14.30 Uhr: Pünktlich in der deutlich wärmeren Halle.

Die Missi und ihr Pony sind schon da und drehen Aufwärmrunden.

Normalerweise sind wir dienstags abends in der Reitschule, 

aber heute hat sie sich hier im Reitbeteiligungsstall 

ausnahmsweise eine Stunde bei der externen Dressurlehrerin

gebucht, die immer nur dienstags kann. Am Wochenende ist

hier Hofturnier und das heute sowas wie die Generalprobe.

Und gestern, und Donnerstag. Und letzte Woche. Dressur,

Springen, Geschicklichkeit, drei verschiedene Pferde.

Es ist endlos und nächste Woche machen wir erst mal

Reitstundenpause, Ferien hin oder her ;-)


15.30 Uhr: Fertig. Ich habe zwischendrin mit dem Mann telefoniert,

das Rentnerpony bekuschelt und meinen Wochenenddienst hier

korrigiert. Während die Missi das Pony trockenführt (sie hat dabei schon

wieder einen Lernzettel in der Hand und erzählt dem Ponyschätzchen was

vom Humanismus zu Luthers Zeiten *g*) und anschließend

versorgt, gehe ich schon mal zurück zum Auto und schnappe mir

mein Buch. Es regnet inzwischen tatsächlich und ich bin

reichlich platt.


16.30 Uhr: Wieder zuhause. Es riecht lecker, die Große ist auch schon

zurück und hat Crêpes gebacken. Dusche und was zu Essen für die 

Missi, dann setzt sie sich an die Hausaufgaben. Meine Kopfschmerzen

haben inzwischen die Kategorie Indiskutabel erreicht. Ansonsten aber

keine weiteren Auffälligkeiten. Ich mache mir einen Kaffee und eine

Wärmflasche und verziehe mich mit Buch in meinen Sessel.

Die Große leistet mir Gesellschaft, die hat in den Leistungskursen gerade 

je eine englische und eine deutsche Lektüre am Wickel (Effie Briest - 

sie stirbt einfach nicht aus. Immerhin hat sie die Wahl zwischen der 

kommentierten Ausgabe vom Mann und meiner. Wir hatten beide 

das Vergnügen und sie stehen beide noch im Schrank.) und muss weiterkommen.


18.30 Uhr: Beide Kinder sitzen noch über ihren Hausaufgaben - die Große

unten in ihrer Wohnung, die Missi hier. Außer einmal Abfragen bin 

ich nicht gefragt und das ist auch gut so. Ich lese vor mich hin und 

versuche, den Kopf nicht zu viel zu bewegen. Könnte schlimmer sein.


19.30 Uhr: Der Mann ist inzwischen auch da und versorgt uns mit

Abendessen. Da ist noch Auflauf von mittags und ein frisches Baguette.

Wir essen alle zusammen ganz schlampig auf der Couch, erzählen vom

Tag und schauen Nachrichten. Danach verzieht sich die Missi wieder

an ihren Schreibtisch und auch die Große verzichtet bedauernd

auf das Sommerhaus der Stars - dabei sind der Mann und die Große

doch eigentlich die Trashbeauftragten hier im Haus und ich habe immer

sehr viel Spass dabei, die beiden zu beobachten. Tja, dann heute nicht.

Ich bin eh zu platt und nichts gegen Trash, aber das Sommerhaus

geht wirklich gar nicht. Also so überhaupt gar nicht. 

Indiskutabel. Dann lieber hier noch was tippen.

(Außer Kopf und platt ist übrigens alles ok, in Anbetracht der

ungeplanten Diagnose heute morgen bin ich damit absolut 

zufrieden. Jetzt noch reichlich schlafen, dann passt das morgen wieder.)


21.15 Uhr: Fertig getippt hier. Ich werde mich jetzt ins Bett verziehen.

In der Regel muss der Mann schauen, wie er es abends schafft, dass die Missi 

vor ihm im Bett ist - das ist unter der Woche nämlich der Deal: Das Kind

schläft nicht als letzte! Sowas könnte böse enden ;-)

30. September 2021

Schnell mal zwischendurch...

 Puh. 
Zu behaupten, ich käme gerade zu nichts, wäre die Untertreibung des Jahres.
Aber nur noch eine Woche Schule, dann sind schon wieder Ferien 
 und bis dahin habe ich hoffentlich alles auf meinem Seit-Wochen-
Liegengeblieben- Zettel abgehakt und kann wieder zu meinem
normalen Tagesablauf übergehen, der auch so Unwesentlichkeiten wie Nähen 
oder  Bloggen enthält ;-)


So lange lasse ich Euch einfach mal schnell diese Windeltasche da,
die ich neulich auf Zuruf genäht habe.


"Grau und Petrol" war der Wunsch, personalisiert und gerne mit
einem Rennauto. Aber bitte, eine meiner leichtesten Übungen, mein Stoffregal
gibt ja nun wirklich so ziemlich alles her. 
Ja, Pustekuchen. Graue Pünktchen waren tatsächlich aus, keine Ahnung,
wie das passieren konnte. Aber grauer Pünktchenstoff, den bekommt man
sogar hier in der Gegend relativ unproblematisch und er passt 
wirklich ganz hervorragend zu dem Futterstoff mit kleinen Autos.
Ich lieeeebe bekanntlich Autos und dementsprechend bin ich auch 
wirklich zufrieden mit dem Ergebnis.

So, und jetzt schnell weiter, Papierkram erledigen!
*örks*

(Im Nähzimmer wartet ein wunderschöner, zugeschnittener Stoffstapel
darauf, zu einer Patchworkdecke zusammengesetzt zu werden, 
morgen kommt schon das Plaid, das ich als Rückseite vorgesehen 
habe und ich arbeite Papierstapel ab. Das ist Folter!)

22. September 2021

Romperwetter

 Wer hätte das gedacht, dass es nochmal ausreichend warm wird,
um luftige Musselinklamöttchen zu tragen...


Als ich diesen Stoffrest hier in die Hand bekam, war der Sommer 
gerade gestartet. Ich wollte etwas für die jüngste Nichte nähen -
ein Kleidchen oder einen Overall hatte ich im Kopf. Kleidchen
schied schnell wieder aus, denn da ich immer noch meinen Stoffvorrat aktiv 
abbauen möchte, musste der vorhandene Stoff unbedingt reichen
und das war bei den Kleiderschnittmustern nicht der Fall,
selbst in dieser Winzgröße nicht.
Und es ist wirklich unglaublich, wieviele Overallschnitte
es für Babys gibt! Es ist schier endlos...
Ich war tagelang beschäftigt!


Entschieden habe ich mich schlussendlich für den Boho Romper von 
elemeno patterns, das war genau das, wonach ich gesucht hatte :-)
Besonders mag ich die Bindebänder an den Trägern,
denn so ist er auch ohne aufknöpfbaren Schritt super einfach
anzuziehen...


Genäht war der Romper wirklich schnell - ihn dann anschließend
auch ans (bzw bis zum) Nichtchen zu bringen, dauerte deutlich länger und
als wir es endlich schafften, hatte ich ernsthafte Sorge, dass sie es 
nur noch mit Strumpfhose und Strickjacke würde tragen können.
Danke, "Sommer"! Aber es hat sich ja doch noch alles zum Guten 
gewendet, bevor sie rausgewachsen ist ;-)

Und wo ich das Schnittmuster schon mal liegen hatte, habe ich
gleich noch einen zweiten zugeschnitten. Sollte ich die Bilder 
nochmal wiederfinden *hüstel*, zeige ich Euch den auch noch, 
bevor es Winter wird...

18. September 2021

Vierzehn ♥

 Wochenend-Geburtstage sind eindeutig die besten Geburtstage!
In diesem Jahr kam die Missi in den Genuss und hat das auch
Kräften ausgenutzt. Also, im Rahmen ihrer Vorstellungen ;-)


Und die sahen so aus, dass sie sich ihre Beste-Freundin-seit-einfach-immer 
einlud und die beiden gemütlich in den Geburtstag hineinfeierten.
Mit Filme gucken, Pizza und Konfettikanonen und Wunderkerzen 
um Mitternacht auf dem Balkon.

 
Heute morgen gab es dann den klassischen Geburtstagstisch mit 
Geschenken, Kuchen und Kerze. Der Kuchen war ein klassischer
Schoko-Kastenkuchen (nach diesem Rezept, zusätzlich mit Schokoraspeln
im Teig), gefüllt mit einer dunklen Ganache und mit einer dicken 
Schokoschicht überzogen. Als Deko haben wir neben den bunten 
Streuseln dicke Ganache-Tupfer auf den Kuchen gesetzt, im Wechsel
mit ein paar Rocher-Kugeln.
Und da wir ja Samstag haben, war es sogar schon hell beim
Geschenke auspacken! (Ponykram, sieht man ja - Eimer, Halfter,
Strick und ein Helmbeutel - Bücher, Paperlike-Folie fürs iPad 
und ein Paar heiß gewünschte Turnschuhe.)


Mittags haben wir fein im Garten gegrillt und später Kuchen gegessen,
in diesem Jahr auch wieder mit Omas und Opas, es wird :)
Wir konnten nämlich den ganzen Tag draußen verbringen, denn 
wenn auf eines Verlass ist, dann auf gutes Wetter am Missigeburstag.
Und nun sitzen wir alle auf der Couch und haben erschöpft
die Füße hochgelegt. Morgen müssen wir früh raus, der Stall
und der Ponykram rufen!


Mein kulinarisches Highlight des Tages war übrigens dieser Kuchen, den 
ich sehr spontan vor drei Tagen hier entdeckte und unbedingt sofort
ausprobieren musste (eigentlich war Apfelkuchen geplant!)
Ein klassischer No-Bake-Cheesecake mit gar nicht klassischem,
dafür schön herbstlichem Obsttwist mit Zwetschgen, Feigen und gerösteten
Nüssen. Diese Kombi war echt der Knaller, kann ich wärmstens empfehlen 
und kommt auf den Dauerbrennerzettel. Und das Beste:

Wir haben noch was für morgen!

12. September 2021

Fluffy Fladenbrot zur Rückkehr aus der Sommerpause

Eigentlich wollte ich ja erst mal Urlaubsfotos sortieren
und ein paar aufgelaufene Klamöttchen zeigen, so als smoother 
Wiedereinstieg ins Bloggerleben. (Wenn man die persönlichen 
Zuschneidemaße der Blogfotos nicht mehr auswendig weiß, 
wird es Zeit!) Aber auf insta kam vermehrt der Wunsch nach dem Rezept 
für das Fladenbrot auf, das ich über den Sommer zu fast jeder Grillmahlzeit 
gebacken habe. Es ist unheimlich fluffig, ganz einfach zuzubereiten
und vor allem - von der Gehzeit mal abgesehen, die man
einplanen muss - sehr schnell vorbereitet.

Für den Teig 400 Gramm helles Mehl (Ich nehme Dinkel 630, so wie
für absolut alles, wo im Originalrezept eigentlich Weizenmehl vorgesehen
ist. Das macht weder bei der Konsistenz noch beim Geschmack auch
nur den kleinsten Unterschied :) mit einem Teelöffel Salz und zwei
Teelöffeln Zucker mischen und zwei Esslöffel Olivenöl dazugeben.
Einen halben Würfel Hefe (oder ein Tütchen Trockenhefe) in
220 ml lauwarmem Wasser auflösen, zu den übrigen Zutaten 
geben und ein paar Minuten lang gründlich verkneten.
Je geduldiger man Hefeteig knetet, desto fluffiger wird er später.
Wohl dem, der eine Küchenmaschine hat, die diese Arbeit übernimmt...


Der Teig sollte sich nach ein paar Minuten als Kugel leicht vom Schüsselrand 
lösen und schön elastisch sein. Ist er zu klebrig, einfach noch ein wenig 
Mehl dazugeben, bis es passt. Ist er umgekehrt zu bröckelig,
noch ein Löffelchen Wasser unterkneten. 

Den fertigen Teig abgedeckt an einem warmen Plätzchen
eine Stunde lang gehen lassen - falls Euer Backofen eine Gärstufe
hat, nehmt die, damit geht es deutlich schneller. Ich bereite den Teig
gerne schon am Vortag zu, dann gebe ich ihn in eine große, bemehlte 
Schüssel mit Deckel, stelle sie über Nacht in den Kühlschrank
und bereite das Fladenbrot dann mittags oder abends zu.
Über so eine lange Zeit geht Hefeteig auch kalt ganz hervorragend
und wird für mein Gefühl sogar noch fluffiger.
Stichwort "Kalte Führung".


Nach der Gehzeit den Backofen auf 190 Grad (Umluft) vorheizen.
Den Teig mit bemehlten Händen aus der Schüssel nehmen, zur Kugel
formen und dann mit den Händen so auseinanderziehen, dass
ein leidlich runder Fladen entsteht, etwa zwei/drei Zentimeter dick.
Auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und mit dem Daumen
in unregelmäßigen Abständen Dellen in den Teig drücken.
In einer Tasse je einen Esslöffel Milch und Olivenöl vermischen,
den Teigling damit einpinseln und mit hellem Sesam bestreuen.
. Optional kann man ihn auch noch mit Oliven, kleinen Tomaten oder 
Kräutern belegen. Wir mögen es am liebsten so wie hier mit Tomaten und 
Rosmarinzweigen aus dem Garten...

In den heißen Ofen geben und etwa 15 Minuten lang backen,
bis der Fladen ein wenig Farbe angenommen hat.
Warm serviert schmeckt er himmlisch, aber auch die kalten
Reste (haha, als ob!) können durchaus noch überzeugen.

Guten Appetit ♥

22. Juli 2021

Sommerpause

 


Tja, was soll's.

Eigentlich wollte ich erst im August in die Sommerpause gehen,
aber mir fehlt gerade komplett der Flow.
Die Hochwasserkatastrophe ist knapp an uns vorbeigezogen, aber einen
Teil von Trier und den Eifelrand hat es unvorstellbar schlimm 
erwischt. Hier bei uns ist gerade schönster, ungetrübter Sommer -
aber man muss sich nur ein paar Minuten ins Auto setzen,
dann ist man mittendrin in der Apokalypse.
Das ist auch eine Woche später immer noch völlig surreal
und verursacht einen Spagat im Kopf, der zumindest mir
alle Energie und Kreativität raubt. Abgesehen davon,
dass es alle Hände voll zu tun gibt, dem Chaos und dem
Verlust Herr zu werden, in welcher Form auch immer.
Hier zum Beispiel ganz konkret: Aufgrund des weltweiten
Rohstoffmangels gibt es gerade eh schon unglaubliche Probleme,
Hausgeräte zu beschaffen, die Lieferzeiten sind jenseits 
aller Vorstellung. (Protipp: Wenn eines Eurer unverzichtbaren
Haushaltshelfer gerade Anstalten macht, kaputt zu gehen, WARTET NICHT,
bis es endgültig hinüber ist - es könnte Wochen dauern, Ersatz zu
beschaffen. Besonders, wenn Ihr ein bestimmtes Modell im
Auge habt. Das nur mal am Rande ;-) 
Nun sind aber an einem einzigen Tag aberhunderte Maschinen
unrettbar abgesoffen - und unser Tagwerk hier dreht sich eigentlich
nur noch darum, diesen Mangel irgendwie zu verwalten....

Anyway. 
Jetzt jedenfalls also Sommerpause hier.
Ob wir in diesem Jahr Orangenbäume zu sehen bekommen,
das Meer und den Strand? Wer weiß das schon...
Das Wohnmobil ist betankt und abfahrbereit, aber noch
können wir nicht weg und ob dann später im Sommer noch
irgendein touristenarmes Ziel weit weg unter Coronagesichtspunkten 
verantwortungsbewusst bereist werden kann, das wissen die Götter.
Wir begnügen uns neben der Arbeit also erst mal mit Garten, Pool und 
dem dicken Bücherstapel, lassen den Rest ganz entpannt auf
uns zukommen und sehen uns allerspätestens im
September wieder. Und den Flow - den würde ich dann
bitte auch gerne wieder sehen....
Bis dahin:

Habt es schön ♥




12. Juli 2021

12 von 12 { Jul 2021 }

 Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - 
so funktioniert 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, 
seht Ihr wie immer hier bei Caro in der Liste


Wie Schultage momentan nun mal beginnen: mit einem Schnelltest.
Nur noch viermal aufstehen, dann sind Sommerferien, hurra!


Die Missi ist aus dem Haus (die Große war gar nicht da, dazu später mehr...)
Erstmal Frühstück für mich.
Fester Vorsatz für diesen Sommer: Wann immer es möglich ist, auf der
Balkonbank frühstücken! Bis jetzt läuft das ausgesprochen gut, auch
wenn ich heute mal wieder die Fleecedecke am Start habe...


Auch ein fester Vorsatz: Heute nochmal ordentlich durchputzen,
so als Vorbereitung auf die in den nächsten Tagen anstehenden
Termine und vor allem die Ferien am Ende der Woche.
So ein bisschen sollen das schließlich auch meine
Ferien sein...


Die Missi räumt ihre Möbel um, Symbolbild.
So richtig fertig ist sie am Wochenende nicht geworden, aber das Wetter 
für die nächsten Tage verheißt jedemenge Zeit für Indoor-Aktivitäten.


Die Wocheneinkäufe abgeholt. Zusammen mit der Großen, die
inzwischen wieder aufgetaucht ist, nach den ersten zwei regulären
Schulstunden des Tages. Mehr hat sie montags erst mal nicht, erst
nachmittags wieder. Wie sie zur Schule gekommen ist bzw. 
später wieder nach Hause, entzieht sich noch meiner Kenntnis,
ihr Auto jedenfalls....


.... steht noch irgendwo im Nirgendwo am Rande des Waldes, wo die
Große und ihr Jahrgang letzte Nacht auf einer Lichtung gezeltet haben,
als Ersatz für sämtliche ausgefallenen Abschluss-, Skiwoche-, Thementage-
und was sonst noch alles für -fahrten... Der Jahrgang 2002/03 wird in die
Annalen eingehen als der Jahrgang, für den in den zweieinhalb Jahren
Oberstufe wirklich genau NICHTS stattfinden konnte. Eigentlich
wollen sie auch noch die ganze restliche Schulwoche weiterzelten,
aber abgesehen davon, dass es ab heute abend quasi durchgehend regnen soll,
ist die Große schon nach der ersten Nacht so restlos bedient, dass
sie jetzt nicht nur ihr Auto, sondern auch gleich noch den 
Schlafsack und die Luftmatratze mit nach Hause nimmt ;-)


Bisschen zu früh an der Schule, um die Missi abzuholen - Zeit für 
ein paar Minuten Lieblingspodcast. Ganz schön spät an diesmal.


Bisschen spät dran gedacht, das Mittagessen zu dokumentieren.
Passend zum ausgesprochen mittelprächtigen Wetter gab es
weiße Knödel mit Rührei und Salat.
(Jahaaaa, ich schreibe das Rezept noch auf! Ich habe inzwischen
sogar schon mal dran gedacht, die Zutaten abzuwiegen statt
wie sonst immer zu schätzen ;-)


Die Missi zum Stall gebracht, Montag ist Reitbeteiligungstag.
Ich muss aber direkt weiter, denn...


... im Büro wartet ein dicker Stapel Rechnungen auf mich, dem
ich mich in der Zwischenzeit widmen muss.


Wieder zurück, glänzt der alte Pony-Opa bis zu den Fußspitzen.
Die Missi dagegen.... Tjanun *g* Wie man auf diesem Foto sehr
gut erkennen kann, ist der Herr übrigens zwar alt, aber keineswegs
dröge. Sondern im Gegenteil immer lernwillig und für 
Späße zu haben. Die Missi reitet ihn nicht (mehr), weil sie
sich inzwischen zu groß und zu schwer findet, aber die beiden 
haben ihre gemeinsame Berufung in viel Bodenarbeit und langen
Spaziergängen gefunden.


Die letzte Tat des Tages ähnelt der ersten: Einen Haufen Zettel ausfüllen.
Morgen bekomme ich meine Zweitimpfung in Mainz und, noch viel.viel
besser: Am Freitag hat auch die Missi endlich einen Termin, hurra!
Also Laufzettel und Fragebögen ausfüllen, Impfbücher raussuchen,
Stapel machen. Der Mann und die Große sind nächste Woche auch
schon wieder dran und dann sind zumindest zu Beginn des 
nächsten Schuljahres hier alle durchgeimpft. Halleluja.
Zumindest für die Missi war das ein Riesenakt, an einen Termin zu
kommen. Hier in Rheinland-Pfalz tun sie bei den Jugendlichen ja
immer noch so, als gäbe es statt einer Impfung Quecksilber intravenös...
Und wo wir schon beim Zettelausfüllen sind, bekommt die Missi
gleich auch noch eine Entschuldigung für den morgen anstehenden
Wandertag. Es soll Schütten wie aus Eimern und... ach, einfach nein.
Am Freitag gibt es Ferien und ne Impfung, das werden wir
jetzt nicht noch auf den letzten Metern in den Sand setzen,
für Filme gucken, Zombieball und einen Wandertag im
strömenden Regen. Eigenverantwortung ist ja gerade DER Shit,
also werden wir das jetzt einfach mal ganz eigenverantwortlich
canceln...

5. Juli 2021

Tagebuchbloggen { 5. Juli 2021 }

  "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.


4.55 Uhr: Ich werde wach, warum auch immer, und draußen wird es schon hell :) 

Ich döse ein bisschen vor mich hin und lausche den Vögeln. 

Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaue, ist es


5.10 Uhr: Die Sonne guckt über den Berg und in einer halben Stunde

klingelt eh der Wecker, also stehe ich auf und nutze die Sonnenstrahlen 

für ein bisschen Produktivität. In der Kleinen Werkstatt warten schon ein paar 

Zuschnittstapel, aber ich kümmere mich heute erst mal um administrativen Kram. 

Überweisungen, bisschen Buchhaltung, paar Fotos bearbeiten - alles geht besser

mit Sonne und Kaffee. Ich schaffe es sogar, zwei neue Blogposts 

vorzubereiten, das ist schön...


6.30 Uhr: Zeit, die Missi zu wecken. Noch zehnmal Aufstehen, dann sind Ferien... 

Ich stecke Brötchen in den Ofen und bereite Frühstück vor, während 

das Obergeschoss langsam erwacht.


7.15 Uhr: Die Große sitzt am Frühstückstisch und füllt ihre Selbstauskunft 

für den Schnelltest aus - stimmt, das muss ich auch noch für die Missi

 machen. Außerdem suche ich neue Masken raus und schreibe ihr noch schnell

eine prophylaktische Sport-Entschuldigung, falls es regnen sollte. 

Neuerdings gehen sie bei Regenwetter nämlich wieder in die Halle 

(bisher waren sie konsequent bei jedem Wetter spazieren, auch bei Schnee und 

Sturm) - für so sinnlosen Kram wie Völkerballspiele gegen wildfremde Klassen,

zwei Stunden lang und selbstverständlich mit Maske.

Finde ich nicht, dass das sein muss. Da können wir gerne drüber reden, 

wenn die Missi mal irgendwann irgendjemand geimpft hat ;-)


7.30 Uhr: Der Mann ist aus dem Haus, nachdem wir kurz die Tagestermine 

geplant haben. Jetzt folgen die Kinder - die Große hat montags nur zwei Stunden 

und dann erst nachmittags wieder, aber sie hat zwischendrin noch einen Zahnarzttermin.

Das sind so Dinge, von denen ich inzwischen nur noch so am Rand Notiz nehme - 

große Kinder haben ist schon toll. Jetzt erst mal Frühstück für mich.



8.15 Uhr: Der tägliche Check der einschlägigen Internetseiten, auf der Suche nach 

einem Impftermin für die Missi. Auch heute negativ. Ich habe noch ein paar regionale Tipps

 bekommen, die werde ich aber erst morgen in Angriff nehmen, der Montagmorgen

scheint mir da eher nicht ideal... Man muss es auch dosieren, denn das ganze 

Thema ist schon sehr frustrierend und droht, schnell auf die Gesamtlaune 

durchzuschlagen. Das gilt es dringend zu vermeiden. Nebenbei plane ich die Woche 

und schreibe den Essensplan, darauf hatte ich gestern keine Lust.

Die Sonne ist inzwischen hinter Wolken verschwunden.

Deswegen verteile ich noch ein bisschen letzte Sommerdeko im Haus, 

an uns soll es nicht liegen. Endlich ist auch der Olivenkranz fertig, der auf den 

Palettentisch im Wohnzimmer kommt. Zack, Sommergefühle!


9 Uhr: Geduscht und angezogen (immerhin ;-) auf dem Weg zum Orthopäden, 

MRT besprechen. Das haben zwar schon die Physiotherapeutin und der privat bezahlte 

Orthopäde meines Vertrauens übereinstimmend getan, aber bitte. Einmal mehr 

schadet ja nicht und immerhin hat er es ja auch beauftragt.

Nach erstaunlich kurzer Wartezeit für einen Montag dann die wenig überraschende 

Eröffnung, dass das, was da in der Hüfte so weh tut und mich oft hinken lässt wie 

eine alte Oma, tatsächlich Arthrose ist und nicht mehr weggehen wird. 

Hurrahurra! 

Ich soll viel Radfahren und mal ein/zwei Jahre abwarten, wie es sich entwickelt. 

Eh klar. Nicht umsonst heißt der Arzt bei uns zuhause "Dr. Abwarten". 

Aber stimmt ja auch. In den drei Monaten zwischen Warten auf den Termin, 

Warten aufs MRT und Warten auf die Besprechung ist es tatsächlich

schon so viel besser geworden, dass ich wieder ins und aus dem

Auto klettern kann, ohne in Tränen auszubrechen :-P 

Die zusätzliche Entzündung im Gelenk ist wohl von alleine abgeklungen und 

ein neues Hüftgelenk läuft mir ja nicht weg.


10 Uhr: Kleiner Abstecher in die Apotheke, die verschriebenen Cox-2-Hemmer abholen. 

Im Auto Beipackzettel gelesen und beschlossen, erst mal die Hausärztin anzurufen, 

ob das eine gute Idee ist, die ausgerechnet in der Woche erstmalig zu nehmen, 

wo ich zum zweiten Mal geimpft werde.

Dann weiter ins Büro, wo ich im Akkord die angefallenen Stapel abarbeite und 

ein bisschen den Mann bemitleide, der quasi ununterbrochen telefoniert. 

Der globale Rohstoffmangel schlägt inzwischen auch voll auf unsere Branche durch 

und wenn nahezu sozialistische Lieferzeiten auf eine hohe, weiter ungebrochenene

Nachfrage treffen, dann artet das in reichlich Stress aus.

12.30 Uhr: Weitestgehend fertig, den Rest nehme ich mit für  heute abend oder morgen. 

Jetzt noch schnell zur Bank, Kontoauszüge holen und rasch bei Edeka reinspringen. 

So rasch geht es dann aber doch nicht, denn die haben UMGERÄUMT! Und zwar alles.

Ich finde nicht mal die Hälfte von dem, was ich gesucht habe und gebe entnervt auf. 

Keine Zeit. Ich kaufe ja echt nicht mehr oft im Laden ein und das hier war keine 

Werbung dafür. Freitag lieber wieder bestellen und abholen.


12.50 Uhr: Bin an der Schule angekommen und telefoniere kurz mit der Großen, 

die bitte schon mal das Mittagessen auf den Weg bringen soll. 

Danach noch ein paar Minuten Zeit zum Podcast-Hören, bis es klingelt und 

die Missi erscheint. Wir fahren nach Hause, wo die Große gerade die Nudeln

abgießt und die Reste von gestern aufwärmt.


13.30 Uhr: Schnelles Mittagessen zu dritt, danach verräume ich die spärlichen Einkäufe,

 die Große fährt zur Schule und die Missi zieht sich um.


14.10 Uhr: Abfahrt zum Stall, Montag ist Reitbeteiligungstag.

Heute hat sich die Missi auch noch eine Reitstunde gebucht, deswegen müssen wir 

uns beeilen. Am Stall angekommen, beginnt es zu nieseln.

Klar doch. Das Pferd steht aber schon am Stall, so dass wir immerhin nicht noch 

zur Wiese laufen müssen und pünktlich eine Viertelstunde vor Beginn der Stunde 

zum Warmreiten in der Halle sind, die es hier zum Glück gibt. 

Normalerweise würde ich jetzt eine große Runde Spazierengehen, 

aber draußen schüttet es inzwischen. So beschränkt sich mein Spaziergang auf mehrere 

Runden mit dem Äppelboy quer durch die Halle, denn das Pony der Missi äppelt viel und 

gerne, sobald es den Reithallensand unter den Hufen verspürt *g*

Den Rest der Stunde verbringe ich in der Ecke und schaue zu, da lerne ich nämlich 

auch noch was. Wobei die Missi inzwischen in Sphären angekommen ist, die mir auf 

immer verschlossen bleiben werden ("Die Ganaschen nach innen nehmen?!?" 

Ich weiß, was GaMaschen sind. GaNaschen waren mir neu). 

Jedenfalls ist sie alleine in der Halle und sieht nach zehn Minuten schon aus, als habe

 sie einen Halbmarathon gelaufen. Soll mal keiner sagen, Reiten sei nicht anstrengend.



16 Uhr: Die Sonne scheint, als wir aus der Halle kommen.

Pferd abpflegen, füttern, kuscheln und ab aufs Paddock. Das Schätzchen hat jetzt frei, 

wir wollen allerdings noch mit dem Pferdeopi die kleine Waldrunde laufen. 

Wir sind keine 50 Meter weg vom Hof, da beginnt es wieder zu regnen.... 

Aprilwetter vom Feinsten heute, echt. Zum Glück ist es ziemlich warm, 

denn wir haben bloß Kapuzenhoodies im Angebot. Im Wald ist es aber trotzdem total 

schön. Als wir wieder am Waldrand angekommen sind, hört es auf zu regnen 

und der warme Wind pustet uns tatsächlich wieder leidlich trocken. Für meine Schuhe kann 

ich allerdings nur hoffen, dass sie die Waschmaschine gut vertragen...


17 Uhr: Zurück am Hof widmet sich die Missi der Pflege des Ponys, während ich so freundlich 

bin, in der Zeit die beiden Paddocks abzuäppeln. #scheissesammelmontag halt. 

Die Sonne knallt und es ist ganz schön heiß. Noch ein bisschen Ponykuscheln, dann 

ist auch die Missi fertig mit ihrem Lieblingsschätzchen. Ab nach Hause! 

Unterwegs werden wir noch den Bio- und Glasmüll los.


18.30 Uhr: Wieder zuhause. Irgendwie eigentlich zum ersten Mal für heute.

 Die Missi verschwindet ohne Umwege unter der Dusche, während ich mir von der Großen 

erzählen lasse, wie es in der Schule war und was sie da eigentlich gerade in der Küche 

veranstaltet. Ich sehe Reis, Thunfisch und Tomaten in diversen Aggregatzuständen und es 

wird so eine Art Schnellpaella, die später sehr, sehr lecker schmecken wird. 

Vorher muss ich allerdings auch noch duschen.


19 Uhr: Der Mann ist da und bringt die Biokiste mit rein, die vor der Haustür stand. 

Wir essen und kaum sitzen wir, geht draußen schon wieder die Welt unter. 

Aber so richtig diesmal. Kein Wunder, dass wir alle zum Umfallen müde sind. 

Diese ständigen Wechsel heute sind schon krass. Meine Mama ruft an und möchte wissen, 

ob die Wohnung der Großen schon abgesoffen ist. Bei ihr drei Dörfer weiter rückt wohl

gerade die Feuerwehr aus. Der Mann geht lieber mal gucken, aber es

ist alles trocken, puh. Hat auch schon wieder aufgehört.


20 Uhr: Nachrichten für alle außer der Missi, die video- oder telefonkonferiert in 

ihrem Zimmer mit einer Freundin bezüglich gemeinsamer Hausaufgaben für morgen. 

Das wird dann ja wohl auch mal Zeit. Die Große bringt uns auf den neuesten Stand bezüglich 

ihrer Berufs- und/oder Studienpläne. Es gibt ja wirklich so, so tolle Berufe!

Jetzt allerdings hat sie auch erst mal noch was für die Schule zu tun und verschwindet 

nach unten. Kein Fußball heute, also gibt es jetzt wohl noch einen Film für den Mann 

und mich und vermutlich setze ich mich auch noch ein Stündchen an den Schreibtisch. 

Das kann man hier gut kombinieren. Die Kleine Werkstatt habe ich heute gar nicht 

gesehen, das war anders geplant und muss sich morgen ganz dringend ändern! 

Also besser noch heute den Bürokram wegarbeiten...