14. Mai 2021

Late to the party....

 Das Besticken dieser schwedischen Hipster-Rucksäcke
ist ja nun wirklich ein ganz alter Hut. Das Internet ist voll davon
und man kann solche Stickereien auch gefühlt an allen Ecken beauftragen -
allerdings kostet das dann nicht selten (und zwar mit Recht!) beinahe
nochmal so viel wie der Rucksack selbst.
Selbermachen war also die Devise.


Ich habe mich jedoch sehr, sehr lange davor gedrückt.
Ich weiß gar nicht so genau, warum - vermutlich, weil es
Jahre her war, dass ich zuletzt überhaupt was mit der Hand
gestickt hatte. Dann ist so ein Rucksack ja auch nicht ganz
billig und es wäre ja schon schade, wenn man ihn am Ende
nur noch in die Ecke werfen könnte. Und zuletzt hatte ich auch schon
häufig gelesen, das Material sei eher schwierig zu besticken und
wenn ich eines nicht mag, dann mit Fingerhut zu arbeiten
oder am Ende einen Haufen Löcher in den Fingern zu haben...


Nachdem ich nun aber in den letzten Wochen meine Stick-Skills 
wieder ein bisschen aufgefrischt hatte (zeige ich noch ;) siegte
dann doch das Habenwollen über die Zweifel.
Das Motiv selbst hatte ich schnell vor Augen, vorgezeichnet
habe ich es mit einem wärmesensiblen Pilot-Pen, dessen
Überreste man später einfach wegbügeln kann
(habe ich hier aber noch nicht gemacht ;)


Was ich haben wollte, war farblich und inhaltlich ein
Ausdruck meiner Bretagne-Liebe, die im Moment aus bekannten
Gründen eine ziemlich sehnsuchtsvolle ist... Die Koordinaten
führen in meine absolute Lieblingsgegend - diese eine, die
man wählen würde, wenn man für den Rest des Lebens nur noch an 
einen einzigen Ort verreisen dürfte. Die Farben sind genau die,
aus denen sich dort die Landschaft formt - grün wie die 
Wiesen und die Artischockenfelder, das zarte Gelb des Strandes
und der Muscheln und natürlich die diversen türkisblauen 
Töne des Meeres und des Horizonts.
Mit dem Ergebnis bin ich fürs erste sehr zufrieden, eventuell
werde ich aber die Koordinaten noch mal neu machen - blöderweise
hatte ich ausgerechnet mit denen begonnen und so sind sie
doch reichlich wackelig. 


Das Sticken selbst war übrigens so gar kein Problem. Keine Ahnung,
ob es daran lag, dass mein Rucksack aus recyceltem Polyester ist 
und deswegen vielleicht weicher, aber die Nadel ging wie Butter
durchs Material. Und ich bin angefixt! Ich habe noch ein uraltes
graues Modell und ein kleines, grasgrünes, das meine 
Fotoausrüstung beherbergt - an denen werde ich mich
definitiv auch noch austoben!

12. Mai 2021

12 von 12 { Mai 2021 }

  Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - 
so funktioniert 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, 
seht Ihr wie immer hier bei Caro in der Liste

Unser Tag war ein klassischer Rumknöseltag - die Kinder sind beide 
zuhause, morgen ist Feiertag, keine Schule mehr diese Woche und
das Wetter entwickelte sich überraschend positiv, so dass wir
viel im Garten waren. Passiert ist quasi nichts, aber erledigt
haben wir richtig viel :)


Der Tag startet mit einem Ausflug in die Baumschule.
Noch drei Tage, bis die Eisheiligen vorbei sind, aber ich glaube,
da haben wir nichts mehr zu befürchten. Also besorge ich
Gartenblümchen und ein paar Kräuter.


Danach eine ganz schnelle Runde durch den Supermarkt. Alle paar 
Wochen muss ich unsere wöchentlichen Bestellungen durch ein paar
Sachen ergänzen, die es dort nicht gibt. Es ist zum Glück noch 
total leer und ich bin schnell fertig.


Danach erst mal Frühstück für mich. Begleitet von Zeitung und 
Telefon, denn ich versuche, nebenbei unsere heute dauerbesetzte
Hausarztpraxis zu erreichen. Eine Schmerzspritze so vorm langen
Wochenende wäre echt smart gewesen, aber ich gebe irgendwann auf.
Nächste Woche dann wieder...


Bisschen gebügelt. Und nebenbei zwei Podcasts weggehört, 
bevor schon wieder die neuen Folgen kommen....


Die Sonne hat die Wiese getrocknet und ich nutze die Chance.
Ehrlicherweise weniger, um den Rasen zu kürzen, sondern eher, 
um auf diese Weise mal die ganzen Ast- und Ästchentrümmer 
eingesammelt zu bekommen, die wegen unserer momentanen 
Zurückschneidewut im Garten überall rumliegen.


Die Missi von den Pferden abgeholt. Symbolbild.
In zwei Wochen macht sie zwei Reitabzeichen, deswegen ist sie
im Moment wirklich sehr viel am Stall, um sich vorzubereiten.
Diese beiden Riesenbabys hier gehören zur Herde ihres 
Ponys und irgendwann muss ich sie einpacken und mitnehmen,
die sind so süß, verfolgen mich auf Schritt und Tritt 
und lassen sich gerne synchron kraulen.


Mittach. Wir haben gestern schon den Pizzateig geknetet und
müssen heute nur noch ausrollen und belegen. Mit Biokisten-Spinat
für die Kinder und mit grünem Spargel für mich. Die Große
muss sich beeilen, die hat im Anschluss noch eine Videokonferenz
zum Thema Berufs- und Studienwahl. Je nachdem, für was sie
sich entscheidet, wird es langsam schon Zeit. Krass.


Zum ersten Mal wieder Wäsche zwischen die Bäume gehangen.
Das Wetter ist wider Erwarten wirklich toll.


Kurzer Ausflug zur Zahnärztin.
Spangenkontrolle für die Missi.


Wieder zuhause putzen wir das Auto. 
Die Missi staubsaugt, schließlich ist sie auch für 95% des Drecks
verantwortlich, ich wische. Eigentlich dachte ich, ich könnte es 
noch bis nach den Pferdeprüfungen ziehen, wenn wir nicht mehr 
gefühlt täglich zum Stall fahren müssen, aber es ging wirklich
gar nicht mehr. Brrrr.


Inzwischen ist auch der Mann zuhause. Während er noch im Inneren
unserer neuen Gartenküche werkelt, bepflanze ich schon mal 
das Äußere. Obwohl die Paletten noch gestrichen werden müssen.
Aber das ist kein Problem, die Pflanzkisten kann man einfach
wieder rausnehmen. Nächste Woche dann, vorm Feiertag wollte sich
niemand von uns den vollen Baumarkt antun, um Farbe zu
besorgen. Die Kinder üben derweil exzessiv Seilspringen, 
das machen sie gerade beide in Sport (gefühlt macht es die 
ganze Schule - geht halt gut draußen ;)


Ich. Hasse. Efeu.
Und es verschafft mir eine ungeahnte Befriedigung, jeden Tag eine große
Kiste voll davon von unserem Gartenhaus zu entfernen. Wir haben einen
alten Bau-Container im Garten stehen, mit bodentiefen Fenstern, so eine
Art mobiles Bauleitungsbüro. Der ist in den letzten 20 Jahren quasi komplett
zugewuchert, aber jetzt ist das olle Gestrüpp fällig! Mehr als eine Kiste schaffe
ich am Tag leider nicht, weil ich momentan mal wieder viel zu wenig 
Kraft in den Armen und Händen habe, aber die Fenster sind schon 
so weit freigelegt, dass die Kinder sie morgen freikratzen putzen
können. Und Sommergardinen haben wir auch noch gefunden.
Ich denke, wir sind fürs lange Wochenende beschäftigt.
Jetzt aber erst mal: Feierabend.

5. Mai 2021

Tagebuchbloggen { 5. Mai 2021 }

  "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.


6 Uhr: Mein Wecker klingelt. Heute müssen beide Kinder in die Schule.

Die Große allerdings erst irgendwann später zum Testen, die ersten

drei Stunden fallen aus. Ich stehe auf. Draußen ist es schon

schön hell, das Wetter ist scheinbar besser als angesagt.

Ich schiebe Brötchen in den Ofen, spüle unser Sprossenglas und scrolle 

mich dann durch die Nachrichten der Nacht.


6.30 Uhr: Ich wecke die Missi und nötige sie gleich an den

Frühstückstisch, denn in den letzten Tagen hatte sie wieder

vermehrt mit Kreislaufproblemen zu tun. Auch heute morgen

ist sie ein bisschen käsig um die Nase, was sich nach einer

ordentlichen Portion herzhaftem Porridge schnell gibt.

Sie verschwindet nach oben und macht sich fertig,

während ich Brotdosen packe und für die Mittagspause der

Großen einen Hirsesalat zusammenrühre.



7 Uhr: Der Mann ist auf und während wir in der Küche schwätzen,

fällt mir auf, dass ich die Missi ja heute zur Schule bringen muss.

Bin ich gar nicht mehr gewohnt, denn an den paar relevanten Tagen

kann sie eigentlich immer die Große mitnehmen. Schon sehr

praktisch. Ich ziehe mich schnell an und husche durchs Bad.


7.30 Uhr: Wir müssen los. Immerhin ist das Auto nicht zugefroren, da

muss man ja schon froh sein... Ich lasse die Missi an der Schule raus

und fahre auf direktem Weg wieder nach Hause. Mein Gefühl sagt mir,

dass ich unsere Jüngste heute schneller wiedersehen werde, als man

erwarten sollte. Jahrelange Erfahrung ;-)


8 Uhr: Frühstück für mich. Die Zeitung dazu lasse ich links liegen und 

kümmere mich stattdessen um die To-Do-Liste des heutigen Tages

und ein paar emails. Danach ein bisschen Haushalt, das übliche.


9 Uhr: Auf geht's in die Kleine Werkstatt. Ich habe mir gestern schon

alle Näharbeiten für heute zugeschnitten zurechtgelegt, so mag ich das 

am liebsten. Direkt loslegen. Und zwar ziemlich exakt bis...


9.30 Uhr: ... dann klingelt das Telefon, die Schule, guten Morgen, die

Missi bittet darum, abgeholt zu werden. Ich sollte es doch dringend 

mal mit Hellsehen versuchen. Ich schwinge mich also erneut ins Auto,

bin fünf Minuten später an der Schule und zehn Minuten später

wieder zurück. Die Missi haut sich in ihre Jogginghose, legt im Bett 

die Beine hoch und ist unmittelbar ein neuer Mensch. Ich versorge sie

mit ihren Reittheorie-Büchern (in drei Wochen ist Prüfung!) und

schnappe mir die Dreckwäsche - von der Großen hat man noch so

gar nichts gehört, mal schauen, ob sie schon wach ist.


10 Uhr: Ist sie und frühstückt auch gleich mal ihre Brotdose weg, denn

zu den drei Stunden Ausfall sind inzwischen noch vier dazugekommen,

so dass sie vormittags nur drei Stunden und nachmittags gar nicht

mehr in die Schule muss. Es lebe der Präsenzunterricht! Ist doch viel 

besser, wenn der Unterricht mal wieder ausfallen kann, so wie es sich

gehört :-p Ich lade eine Maschine Wäsche und schaue nach der Missi,

die sich inzwischen schier verhungert. Ihre Brotdose und ein halbes

Pfund Nudeln später steht sie wieder stabil auf den Beinen und 

kümmert sich erst um Ordnung in ihrem Zimmer und dann um den

versäumten Unterricht. 


11 Uhr: Die Post war da, die Große ist in der Schule und ich sitze

mittlerweile wieder an meiner Arbeit in der Kleinen Werkstatt.


12.30 Uhr: Ein paar Gedanken ans Mittagessen verschwenden wäre mal

eine Maßnahme... Wir haben noch Gemüsereste von gestern, die brate ich 

zusammen mit ein bisschen Hühnchen und Reis. Perfekte Restepfanne.

Die Missi und ich essen gleich, wir sind beide schon wieder hungrig.

Das Kind ist wieder topfit. Wird Zeit, dass diese Phase mal wieder 

vorbei ist - die Große hatte das in dem Alter auch, wenn sie viel gewachsen

ist und von mir selbst kenne ich das auch noch. Überflüssig.

Dauert zwei/drei Wochen, dann ist der Kreislauf wieder stabil.


13.15 Uhr: Die Missi zieht sich um, ich leiste der Großen beim Essen

Gesellschaft, die inzwischen wieder zuhause ist. Jetzt habe ich auch 

endlich mal Zeit und (leidlich) Muße für die Zeitung.


14 Uhr: Allgemeiner Aufbruch. Die Große verschwindet in ihrer Wohnung,

die Missi lädt ihre Reitsachen ins Auto und wir machen uns auf den Weg in

den Stall. Seit dem späten Vormittag stürmt es wieder wie blöde und 

jetzt ziehen auch tiefschwarze Wolken auf. Als wir am Stall ankommen, 

beginnt es zu hageln, die Pferde sind alle weiß getüpfelt.

Hilft aber alles nix, die Missi hat gleich eine Vorbereitungsstunde für

ihre Reitabzeichen-Prüfung. Netterweise hat irgend jemand ihr Pferd schon

reingeholt, so dass sie sich im Sturm nicht noch bis zu den Koppeln 

durchkämpfen muss. 



15 Uhr: Während die Missi putzt, sattelt und trenst, klart es minimal auf,

so dass ich doch noch eine klitzekleine Runde über die Felder wage. Den

Rest der Zeit verbringe ich dann aber doch lieber auf der Empore der Reithalle,

wo ich ganz alleine die Runden der beiden Reiter*innen beobachten kann.

Unser Stall ist ja keine Reitschule, das heißt, dort kann nur reiten (und ggf.

Unterricht buchen), wer ein eigenes Pferd dort stehen hat. Oder eben eine

Reitbeteiligung, so wie die Missi. Dadurch ist dort immer sehr viel 

Platz und Luft, sich auch in Pandemiezeiten ordentlich aus dem Weg zu gehen.

Sogar an Tagen wie heute, wo die riesigen Fenster der Halle alle geschlossen 

sind. Aus gutem Grund, denn zwischendrin donnert und regnet es draußen

ziemlich wild.


16.30 Uhr: Das Pferd ist versorgt, steht satt, warm und trocken - wir 

können nach Hause. Auf dem Rückweg bringen wir noch den Biomüll

und ein paar Päckchen weg. Die Missi ist zufrieden mit ihrer Leistung

und plant nun den Rest des Tages.


17 Uhr: Wieder zuhause. Das Auto der Großen ist nicht da.

Beim Freund ist sie, teilt mir kurz darauf das Handy mit.

Ich schicke die Missi unter die Dusche und räume noch ein letztes

Mal Wäsche aus der Waschmaschine in den Trockner.


19 Uhr: Die Missi hat was für die Schule getan und ich habe 

nochmal zwei Stunden genäht. Jetzt kommt der Mann nach Hause und

auch die Große ist wieder aufgetaucht. Zum Abendbrot gibt es den

ursprünglichen Mittagspausen-Hirsesalat und dazu ein paar 

aufgebackene Käsebrezen.


20 Uhr: Ich beginne hier zu schreiben, die Kinder und der Mann 

gammeln auf der Couch und gucken irgendwelchen wechselnden

Quatsch. Jetzt aber erst mal Nachrichten.


21 Uhr: Beide Kinder verziehen sich, denn wir müssen jetzt Fußball

schauen ;-) Das zweite ChampionsLeague-Halbfinale für diese Woche,

kann ich völlig emotionslos schauen, denn da ist wirklich so gar keine

Mannschaft unter den letzten Vier, für die ich irgendwelche Gefühle

aufbringen könnte. Auch mal schön. (Gestern in Manchester mussten sie erst 

mal den Schnee vom Spielfeld kehren, bevor es losgehen konnte. Am vierten Mai... 

Alle irre, sogar das Wetter.) Ich sticke nebenbei ein bisschen - also eher 

probiere ich nur verschiedene Stiche aus. Macht aber Spass.

Großen sogar. 


23 Uhr: Feierabend, aber sowas von.

Außer für die Missi, die arbeitet noch ein paar offene Aufträge ab und

schreibt Lernzettel. (Selbstverständlich jagt in den kargen Präsenztagen

eine Arbeit die andere (das Seelenheil der Kinder!!), aber das Gröbste 

haben sie nun hinter sich.) Noch fünf Außer-Haus-Schultage bis

zu den Pfingstferien - aber morgen nicht, deswegen lasse ich sie

machen. Allerdings begrenze ich sicherheitshalber den 

Laptop noch auf Mitternacht, denn kreislaufgeplagte Kinder

brauchen definitiv Schlaf...

28. April 2021

Ich packe mein Projektbeutelchen

 ... und nehme mit:
Eine Häkelnadel, wunderbar weiche Wolle und die 
Anleitung für einen Crochet Along aus dem vorletzten Jahr.
Es ist nämlich definitiv sowas von an der Zeit, mal wieder eine Decke zu
häkeln! Es ist zwar schon beinahe Mai, aber dafür habe ich 
a) ja auch schon eine Decke geNÄHT und 
b) hintenraus ein bisschen mehr Zeit. Dazu später mehr. 
2015 und 2018 habe ich zuletzt solche Jahresprojekte gehäkelt - ich
erkenne einen eindeutigen Dreijahreszyklus ;-)


Dass es wieder eine Decke aus zusammengesetzten Granny Squares 
werden sollte, war direkt klar, auch wenn ich in den letzten beiden Wochen
aus lauter Entscheidungsunfähigkeitsverzweiflung schon anfing, eine 
Decke in Reihen zu häkeln. Quasi als Übersprungshandlung. Ein gutes
Stück habe ich schon, aber jetzt werde ich das erst mal beiseite legen, denn
grundsätzlich ist sowas eher ein Projekt für die kalte Jahreszeit, wenn man sich
 mit der wachsenden Decke nach und nach immer weiter zudecken kann. 
An den Grannys schätze ich, dass man überall und jederzeit daran
weiterhäkeln kann, weil sie so handlich sind. Und das befriedigende Gefühl - 
jedesmal wieder, wenn ein weiteres Quadrat auf den Stapel wandert.


WELCHE Grannys es allerdings werden sollten, darüber habe ich sehr
viele Tage gegrübelt. Das mehrfarbige Daisy Granny liebe ich sehr, aber
es war schnell klar, dass es auf jeden Fall eine einfarbige Decke werden sollte.
Die wird die Große nämlich im nächsten Jahr zum Abi bekommen (Wenn man auf
eigenen Beinen steht, braucht man dringend eine eigene Decke! Und deswegen habe
ich auch Zeit bis Anfang März, also doch beinahe wieder ein ganzes Jahr.) und
die ist definitiv eher der einfarbige Typ. Mein absoluter Favorit ist das
dunkelblaue Granny rechts unten, das heißt nämlich "Tulips from Holland"
(Traveling Afghan Square #3) und mehr muss man beim Stand meiner momentanen
Holland-Sehnsucht wohl nicht sagen :) Allerdings geht das Tulpenmuster in
der dunklen Farbe komplett unter und da die Decke grau bis dunkelgrau
werden sollte, war das auch raus... Mehr durch Zufall bin ich dann auf den
Nature's Walk CAL aus 2019 gestoßen und die Testquadrate - die beiden hellen
links - haben mich absolut überzeugt. Schön groß, leicht verständliche Anleitung
und vor allem sechs verschiedene Muster, die ein bisschen Abwechslung in
die einfarbige Decke bringen werden. Perfekt!


Die Wahl des Garns dauerte dann nochmal ähnlich lange wie die Wahl der Decke.
Zu dick, zu dünn, zu flauschig, zu flutschig, falsches Grau, gar kein Grau.
Es ist endlos. Schlussendlich habe ich mich mal wieder für myboshi entschieden, 
die "50/50" (Baumwolle/Wolle) in anthrazit - natürlich das teuerste aus der Auswahl, 
eh klar. Aber das ist einfach sooooo gemütlich in der Hand, das wird
sicher eine wahnsinnig angenehme Decke! 
Ob ich es mit einer 4,5er oder 5er Nadel verhäkle, das wird der erste 
Test zeigen. Ich werde Euch in jedem Fall auf dem Laufenden halten.
Auf geht's! :)

23. April 2021

Antipasti-Pilze zum Wochenende

Diese schnellen, marinierten Pilze sind immer meine erste Wahl, wenn 
Champignons in der Biokiste sind und ich die nicht gleich am nächsten oder
übernächsten Tag verbraten möchte - im wahrsten Sinne des Wortes, denn 
gebraten mögen die hier alle am liebsten. Als Antipasti zubereitet halten sie sich
ein paar Tage im Kühlschrank und schmecken hervorragend zu Gegrilltem, Pasta,
Brot oder auch einfach pur aus dem Glas, vor'm Kühlschrank stehend ;-)
Heute hatte ich sie mal wieder auf dem Zettel, denn am 
Wochenende wollen wir grillen...


Mögt Ihr auch? Bitte schön:

500 Gramm Champignons putzen und vierteln. 
Zwei Knoblauchzehen kleinwürfeln.
Beides bei mittlerer Hitze in Olivenöl etwa fünf Minuten lang anbraten,
dabei regelmäßig umrühren. Mit Salz, Pfeffer und Chilipulver würzen.
Ein halbes Glas getrocknete Tomaten in Öl in Streifen schneiden 
und mit in die Pfanne geben. Einen Esslöffel Honig über die Pilze und 
Tomaten geben, rühren, bis sich der Honig verflüssigt und in der Pfanne
verteilt. Mit dunklem Balsamicoessig ablöschen und kurz einköcheln
lassen. Eine Handvoll glatte Petersilie kleinhacken und unterheben.
In ein Glas geben und mindestens über Nacht ziehen lassen.

Guten Appetit ♥

19. April 2021

Quality Couchtime

 ... haben wir momentan ja mehr als reichlich, deswegen habe ich
die Gelegenheit genutzt und endlich meine Handstick-Skills mal wieder
ein wenig aufleben lassen. In meiner Jugend habe ich gestickt wie eine 
Wilde (Wir hatten ja nichts!) und es gab vermutlich keinen noch so
exotischen Stich, den ich nicht kannte und konnte. Ganz
ohne Internet, wohlgemerkt ;-)

Ob das heute auch noch so ist, wird sich zeigen, denn die
nächsten Projekte liegen schon in der Pipeline. Für den Anfang habe
ich mich hier ganz auf den klassischen Kreuzstich konzentriert,
allerdings in einer etwas moderneren Auslegung....


Das Leinen der Tasche, die ich mir zum Besticken ausgesucht hatte, war
allerdings maximal grenzwertig in seiner Fadenstruktur, ich habe 
abends bei Kunstlicht auf meinem Sessel oft ganz schön geflucht - 
besonders, wenn ich die Herzen oder einen neuen Bogen abzählen
musste. So ganz frisch sind meine Augen halt auch nicht mehr...
So langsam verstehe ich meine Oma, die irgendwann nur noch 
kreischbunte Socken gestrickt und die grauen und schwarzen 
Garne schlichtweg verweigert hat *g*


Das Ergebnis ist dann aber doch ganz ordentlich geworden, es hat 
eben nur ein bisschen gedauert... Der Shopper von Dille&Kamille ist
wahnsinnig geräumig und derart aufgehübscht habe ich ihn als
meine Strandtasche 2021 deklariert. Und wenn ich ihn nur zum
Moselstrand oder an den heimischen Pool schleppen werde -
mir doch egal, pffft ;-)

9. April 2021

Corona, Tag 393

Mood.
Weil es auch hierher gehört.
Weil auch ein Nähblog keine coronafreie Zone ist.
Weil es uns verdammt nochmal alle betrifft.


 Über ein Jahr Pandemie - und der nächste Termin, an dem man 
eventuell irgendwas entscheiden wird, steht noch nicht mal mehr fest. 
Muss man mal schauen. 
Jeden Tag stürzt in Deutschland ein Flugzeug ab, voll mit Coronatoten, 
und kaum jemand nimmt es auch nur noch wahr. 
Der Effekt, auf Gewöhnung zu setzen, geht offenbar auch hier voll auf. 
Wir schicken unsere Kinder in die Schule, ungetestet, 
weil halt die Tests noch nicht da sind, 
obwohl wir wissen, wieviel krasser die britische Variante 
in geschlossenen Räumen um sich greift und wie lange 
man schon ansteckend ist, bevor man es überhaupt ahnt. 
Muss ja. 
Die Kinder „dürfen“ ihre Prüfungen schreiben, wir tun einfach so, 
als wäre alles ganz normal. Weil Normalität ja so wichtig ist. 
Zur Not um jeden Preis. 
Es sterben ja nur die Alten. Der letzte Alte, der gestorben ist, 
war so alt wie ich und hatte drei kleine Kinder. 
Die Leute ersticken, alleine, weil Infektionsschutz und so. 
Abschiednehmen unmöglich. Es ist ein grausamer Tod. 
Who cares. 
Man ist ja nicht dabei. 
Reha für Jugendliche mit Long-Covid ist nicht mehr zu bekommen. 
Aber Modellversuche bei steigenden Zahlen sind völlig ok. 
Präsenzunterricht bis zu einer Inzidenz von 200. 
Schauen wir einfach mal, wie es läuft. 
Wird schon irgendwie gutgehen. 
Die Leute wollen das ja. 
Bloß nicht den Kopf für unpopuläre Maßnahmen hinhalten. 
Lieber wegducken und an den Inzidenzen schrauben. 
Menschen mit lösungsorientierter Herangehensweise als ängstlich 
zu framen, ist zur Normalität geworden. 
Dann bleib halt zuhause. 
Ist doch nur ne Grippe. 
Soll mal keiner sagen, das hätte man ja nicht wissen können. 
Spätestens, wenn es einen selbst betrifft. 
Und keine Chance, wenigstens die eigenen Kinder zu schützen, 
man hat ja keine Wahl. Präsenzpflicht. 
Pflicht. 
Wo sonst doch in allen Bereichen die Eigenverantwortung so 
wahnsinnig groß geschrieben wird. 

Diese Pandemie wird mich Jahre meines Lebens kosten - und zwar nicht nur die, 
die ich am Ende zuhause gesessen habe.

 #fuckcorona

(Ich habe diesen Text heute morgen spontan auf instagram veröffentlicht, 
aber eigentlich gehört er hierher ins Blog, meinem Schreibmedium :)

8. April 2021

Bisschen Summervibes

 Ich mag diesen Boho-, leicht makrameeig angehauchten Style,
über den man seit letztem Jahr an jeder Ecke stolpert,
 ausgesprochen gerne. Er vermittelt Urlaubsfeeling, und
das ist ja wohl genau das, was wir gerade alle brauchen....
Da ich aber auf jeden Fall mehr Routine mit Nadeln habe, 
als im Knotenschlingen, habe ich den Look einfach 
mal gehäkelt.


Dieses dicke Jutegarn (super chunky!) faszinierte mich schon lange und
die Farbe passt genau zu unseren Draußenkissen - es sollte also etwas
werden, um die Balkonwand zu verschönern. Dieses Granny war
schnell gehäkelt und wurde nochmal deutlich größer, als ich es
erwartet hatte. Kein Wunder eigentlich mit einer 12er Nadel ;-)
Den Ast habe ich auf meinen Spaziergängen in den Weinbergen
entdeckt, entrindet und fertig war der Look.

Jetzt fehlt nur noch das passende Frühlingswetter - das, was
hier seit zwei Tagen vom Himmel kommt, ist mit den
aktuellen Coronabedürfnissen (Spazieren!!) und 
Schulnotwendigkeiten (Lüften!!) nur schwer zu vereinbaren ;)
Zum Glück ist heute wieder Zuhausetag, da kann man
wenigstens Kakao kochen...

2. April 2021

Ostern ist, was man draus macht

 Und genau deswegen ist genau dieses Jahr das richtige 
für goldgesprenkelte Eier, oder?


Die Eierfarbe versprach zwar deutlich mehr Pastell, als am Ende dabei
herauskam, aber es war gerade noch so ok, um das Goldglitzer 
zur Geltung zu bringen. In der Realität funkelt es auch nochmal 
mehr als auf den Bildern ;-) Für die goldenen Sprenkel habe ich
flüssige Lebensmittelfarbe genommen, die ich mit einem 
Borstenpinsel aufgespritzt habe - einfach feste mit dem Finger 
durch die Borsten flitschen, trocknen lassen (und hinterher gegebenenfalls
gründlich die Küche putzen. Wobei goldgesprenkelte Fliesen auch
durchaus stimmungsaufhellend wirken können *g*) 

Wir haben, genau wie im letzten Jahr, nur sechs Eier gefärbt -
verschenken werden wir keine, Besuch bekommen wir auch nicht,
zum Osterfrühstück gibt es Eiertoast-Muffins und die sechs Eier
reichen absolut zum Verstecken und den anschließenden, traditionellen
Eiersalat am Ostermontag. Pragmatisch können wir!

27. März 2021

Hefe-Butterkuchen mit Knusperrahm

 Ihr wolltet das Rezept für den Rahmkuchen, Ihr bekommt das 
Rezept für den Rahmkuchen :) Die Kombination aus fluffigem Hefeteig 
und saftigem Topping ist einfach toll und passt ganz wunderbar zu dem
usseligen Wetter, das wir hier heute wieder haben…


Für den Teig 500 Gramm Mehl mit 100 Gramm Zucker, einer Prise Salz und
zwei Päckchen Trockenhefe vermischen. 250 ml Milch zusammen mit
100 Gramm Butter leicht erwärmen und zur Mehlmischung geben, ebenso 
ein Ei. Alternativ kann man natürlich auch einen Würfel frische Hefe in der 
Milch-Butter-Lösung auflösen. Wichtig ist in beiden Fällen nur, dass
die Milch nicht zu warm ist, handwarm ist perfekt. Bei höheren
Temperaturen geht die Hefe kaputt und das ist eigentlich wirklich das 
Einzige, was bei Hefeteig schiefgehen kann ;-)

Alles zu einem Teig verkneten, je länger, desto fluffiger wird
der Kuchen später. Fünf Minuten sind gut. Der Teig sollte weich sein,
sich aber elastisch vom Schüsselrand lösen. Die Schüssel abdecken
und den Teig an einem warmen Ort mindestens eine Stunde lang gehen 
lassen, bis sich das Volumen des Teigs verdoppelt hat.

Ein Backblech einfetten oder mit Backpapier auslegen und den Teig
auf dem Boden verteilen und in die Ecken drücken. Mit der Hand
geht das sehr gut, man muss ihn nicht ausrollen. Anschließend
mehrmals mit einer Gabel einstechen.


Für den Belag 100 Gramm Butter in Flöckchen auf dem Teig verteilen.
Zwei Becher Schmand mit einem halben Becher Sahne und
50 Gramm Zucker verrühren und auf dem Teig verstreichen. Mit
50 Gramm Zucker bestreuen und nochmal gehen lassen, während 
der Ofen vorheizt. Bei 170 Grad (Umluft) etwa 20 Minuten lang backen, 
bis sich die Teigränder bräunen. Dann die Temperatur für etwa fünf 
Minuten auf 190 Grad hochstellen, um die Oberfläche noch ein bisschen mehr 
zu überknuspern. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und direkt nochmals 
mit etwa 50 Gramm Zucker bestreuen.

Abkühlen lassen (wenigstens einigermaßen ;-) und genießen.
Guten Appetit ♥

23. März 2021

Schlamperle

 Ich muss Euch dringend noch dieses Stifte-Etui zeigen,
das ich schon vor einer ganzen Weile genäht habe, aus einem
meiner allerliebsten Favorite-Stoffe, den Retro-Astronaut:innen :)


Wieder mal ein klassisches Schlamper-Mäppchen mit umlaufendem Reißverschluss,
die sind für Kinder sehr gut zu handhaben, es passt erstaunlich viel rein,
man hat in geöffnetem Zustand einen guten Überblick über den Inhalt...


... und durch die Lasche am Reißverschlussende lässt es sich auch
einfach zuziehen. Ob ich so welche wohl auch mal für den
Shop nähen sollte?


Dieses hier jedenfalls habe ich verschenkt, mit einer Grundfüllung und natürlich 
auch wieder mit den tollen Hautfarben, von denen ich hier mittlerweile
immer ein/zwei Exemplare auf Vorrat liegen habe - einfach, weil ich den
Vielfalt-Gedanken dahinter so gerne weitergeben mag ♥

(Werbung aus Überzeugung, selbstverständlich selbstbezahlt ;-)

19. März 2021

Ostern aus Vorräten bestreiten II

 Ganz ehrlich, ich bin ja ein Riesenfan von UWYH (= Use What You Have) und unsere 
Bastel- und Handarbeitsvorräte sind mehr als üppig und vor allem auch vielfältig.
Aber wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es doch, dass ich unsere
Osterdeko im nächsten Jahr mal wieder einfach nach Lust und Laune in 
irgendeinem Laden da draußen zusammenkaufen kann, und zwar nicht, 
weil es halt erlaubt ist, sondern einfach, weil die Pandemielage 
es wieder hergibt. Oder es einfach keine Pandemie mehr gibt.
Das wäre schön.


Aber gut, wir sind ja hier nicht bei Wünsch-Dir-was und objektiv betrachtet
gibt es gerade einfach so gar keinen Grund, für sowas Unwichtiges wie Osterdeko
die Läden unsicher zu machen. Also bleiben wir weiter nach Kräften zuhause und
nutzen, was wir da haben.


Im aktuellen Fall waren das eine Handvoll Mini-Pompoms in rosa, 
mit deren Hilfe wir den trockenen Weihnachtszweig in einen ausgesprochen 
stimmungsaufhellenden Osterzweig verwandelt haben, indem wir ihm mithilfe 
der Heißklebepistole ein paar schicke Fake-Weidekätzchen verpasst haben.
Dazu Vasen und Lichter aus dem Bestand, Buchsbaum fürs Kränzchen
aus dem Garten und eine Hyazinthe vom Blumenladen, der dankenswerterweise
auch weiterhin kontaktlosen Treppenverkauf anbietet.


Und weil es so Spass gemacht hat mit der Heißklebepistole, haben wir auch
noch ein paar frische Weidenzweige pompomisiert, auch wenn da schon
ganz echte Kätzchen dran waren. Ich denke, auch in diesem Jahr ist
damit Rosa als Grundfarbe für Ostern gesetzt ;-)

Und jetzt werden wir mal schauen, was die Dekokiste noch so alles hergibt.
2015 hatte ich Euch die Osterbeiträge der vergangenen Jahre hier
mal alle zusammengesammelt. Aber das ist schon so lange her, ich
sollte das eventuell wirklich mal wieder aktualisieren...

12. März 2021

12 von 12 { Mär 2021 }

 Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - 
so funktioniert 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, 
seht Ihr wie immer hier bei Caro in der Liste


Am Grad der Helligkeit im Schlafzimmer kann man erkennen, wie lange ich
vom Aufwachen bis zum Aufrechtsitzen gebraucht habe. Anderthalb Stunden etwa.
Es ist nicht alles schlecht am Distanzunterricht ;-) Gestern abend 
hatte ich die krasseste Migräne-Aura aller Zeiten und übehaupt die erste 
seit Jahren. Die fiesen Kopfschmerzen danach sind zwar weitestgehend 
ausgeblieben (bzw. habe ich sie rechtzeitig abgewürgt), aber ich fühle mich
trotzdem wie durch den Fleischwolf gedreht.


Die Kinder haben es sich gestern abend offenbar gemütlich gemacht. 
GNTM meets Tassenkuchen. Ich habe irgendwie nur vage Erinnerungen...

(Und ja, unsere Kinder dürfen das gucken. Wenn wir alles ausblenden wollen würden, 
was Body Positivity torpediert, dürften wir ihnen auch kein Handy mehr in die Hand 
geben. Da hilft nur reden. Und, Spoiler: auch das ab einem gewissen Alter nur noch
sehr eingeschränkt, da zählt die Meinung der Peergroup deutlich mehr. Zum 
Glück sind der Mann und ich ja durchaus Trash TV-affin, von daher opfern wir
uns mit einer gewissen Bereitwilligkeit, das Thema zu begleiten ;)


Frühstück mit Zeitung. 
Heute vor einem Jahr schrieb ich an dieser Stelle: "Schulen sind immer noch
nicht geschlossen, würde langsam mal Zeit". Jetzt werden die letzten Schüler*innen
im Laufe der nächsten Woche an die Schulen zurückkehren, mitten in die schon
wieder rasant steigenden Zahlen. Für ganze vier Präsenztage bis zu den Ferien.
Atmen. We'll see.


Highlight des Morgens: Ich schaue um 9.35 auf die Uhr und denke, dass es 
doch mal Zeit wird, die Missi zu wecken. Ich öffne Rolläden und Fenster, die
Missi schaut auf die Uhr und sagt als erstes: "Ich habe in drei Minuten
Konferenz!" Öh, seit wann? "Seit gestern abend." Ja, danke fürs Gespräch.
Aber sie hat ja Übung und sitzt tatsächlich pünktlich in der Englischstunde.
Die wird sich noch umgucken, wenn es wieder sowas wie 
Schulweg gibt....


Ich mache mich auf den Weg zu meiner Hausärztin, es stehen mal wieder die
momentan obligatorischen Spritzen in Arm und Hüfte an. Dieses Älterwerden
rockt total, ich schwör's. Während meiner Statt-Wartezimmerrunde durchs Dorf 
kommt sogar die Sonne raus und mit ihr auch meine Kopfschmerzen
zurück. Hmpf.


Auf dem Rückweg sehe ich die ersten blühenden Bäume des Jahres.
Wie absolut immer stehen sie in Trier am Kaiserthermen-Kreisel.
Frühlingserwachen!


Heute mittag gibt es Ravioli mit Spinat-Ricotta-Füllung (ein Päckchen
Ricotta, eine halbe Packung TK-Spinat, eine Handvoll Parmesan, zwei 
Eigelb), dank unseres heißgeliebtem Pastamakers ein erstaunlich 
unaufwändiges Essen.


Da sind sie. Dazu gab es braune Butter und einen Rest 
Tomatensauce. Vitamine dann wieder wann anders.


Nach dem Essen lande ich dann endgültig auf der Couch, mit einer 
Aspirin Migräne, meinem Buch und Sonne auf den Füßen. Das Wetter 
heute ist unglaublich, ein stetiger Wechsel zwischen Regen, Sonne, Sturm,
Regen und während ich hier schreibe, gewittert es wie blöde.
Wäre eher ein Wunder, keine Kopfschmerzen zu haben vermutlich.


Schlussendlich verbringe ich den ganzen Nachmittag auf der Couch.
Egal. Immerhin bin ich produktiv. Als erstes nutze ich ein Angebot und
kaufe uns ein Fußball-Ticket für zwölf Monate statt immer nur vier Wochen.
Als sichtbarer Ausdruck dessen, dass ich mich endgültig von der Vorstellung
verabschiedet habe, in diesem Jahr noch mal ein Stadion von innen zu sehen.


Und im Gegenzug dann aber gleich das definitiv Optimistischste, was ich
in den vergangenen zwölf Monaten getan habe: "Unsere" Ferienwohnung
für die Tage zwischen den Jahren gebucht. Auf irgendwas muss man ja 
hinarbeiten. Keine Ahnung, was sich jetzt für mich abgefahrener anfühlt: Dass 
wir da eventuell wirklich hinfahren könnten oder dass die Große in der 
Woche darauf ihr Abi schreiben wird...


Wie jedes Jahr am 12. März gibt es auch heute wieder ein Geburtstagssüß, wenn
diesmal auch nur virtuell. Zum 15. des Patenkindes :) Letztes Jahr um diese Zeit habe 
ich bei meiner besten Freundin am Tisch gesessen und Kuchen gegessen.
Wir saßen zu dritt, wir waren schon vorsichtig. Am nächsten Tag wurden die 
Schulen geschlossen. Es war bis heute das letzte Mal, dass ich irgendwo an
einem anderen Tisch als unserem gesessen habe. Das letzte Mal, dass ich
woanders zu Besuch war. Wer hätte das gedacht. Zum Glück habe
ich ein Franzbrötchen, um die trüben Gedanken zu kanalisieren...

Tatsächlich bin ich bis jetzt auf der Couch sitzengeblieben.
Die Große hat Abendessen gemacht und ich werde jetzt einfach
ganz schnell ins Bett gehen und hoffen, dass morgen die Kopfschmerzen
weg sind oder wenigstens das Wetter besser.