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7. Januar 2026

Happy birthday to me!

 

Das war ein hartes Jahr, und ich bin froh, dass ich es überstanden habe, ohne verrückt zu werden. Da habe ich gelegentlich doch gezweifelt. Noch froher bin ich allerdings, dass es am Ende eben „nur“ Schmerzen sind. Auch wenn das sich gerade, so ausgeschrieben, doch ein bisschen liest wie Hohn. Aber es gibt deutlich Schlimmeres, auch wenn ich damit nichts relativieren will. Das hier war und ist auch schlimm, richtig schlimm. Das schlimmste Jahr meines Lebens, gesundheitlich. Aber ich habe damit gelebt und werde es überwinden. Und zwar dieses Jahr, hah! 

Und das wird heute gefeiert :)

Mit der Familie, Nutella-Cheesecake, Qualitycouchtime und Pizza!

18. September 2025

Achtzehn, die zweite 🖤

 Unfassbar, aber wahr: 
Nun sind sie beide volljährig!
Das haben wir insgesamt doch ganz gut hinbekommen :)


Ich liebe es, große Kinder zu haben, ich weiß, ich wiederhole mich da. Aber wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich sie beide gerne nochmal als Baby im Arm halten, nur ganz kurz. Das wäre schön, hach. (Ich habe mir für diesen Winter auch fest vorgenommen, unsere Videos aus der Baby- und Kleinkindzeit mal alle zu sichten, um das Gefühl ein wenig zurückzubekommen - und sie in einem auch endlich mal zu digitalisieren. Momentan ist es nämlich immer eher schwierig mit Angucken ;) Heute wurde aber erst mal Feste gefeiert, ganz ohne Sentimentalitäten!


Traditionell gibt es drei Anlässe in dieser Familie, zu denen „richtige“ Torten bestellt werden: Erstkommunion, Firmung und 18. Geburtstag. Es war also mal wieder soweit und im Zuge dessen habe ich gelernt, dass die schnörkeligen Buttercremetorten meiner Kindheit wieder da sind - genau so eine hat die Missi sich nämlich gewünscht. Sie heißen jetzt Vintage Cake (*schluchz), aber dafür gibt es sie nun auch in leicht(er) und laktosefrei. Spannend war der Anschnitt nachmittags, denn ich hatte keine Idee mehr, welche Füllung ich bestellt hatte. Himbeer? Oreo? Beides? Helle oder dunkle Böden? Rätselhaft. Scheinbar ist mein Hirn inzwischen auch vintage. (Es waren dann dunkle Böden mit Himbeerpürree und Oreosahne. Lecker!)


Dazu gab es Brookies, eine Biskuitrolle und ganz viel Familienbesuch. Und natürlich allerbestes Sommerwetter, so wie wir es vom Geburtstag der Missi einfach IMMER gewöhnt sind. Sehr schön war’s! Jetzt hängen wir alle wie erschossen in den Seilen, aber das war es wert!

7. Januar 2025

Happy 50 to me!

 Fünfzig. 
Stelle fest, dass diese Zahl gar nichts mit mir macht. Das war aber bisher bei jedem runden Geburtstag so, da bleibe ich mir scheinbar treu. Fünfzig ist auch nur 18 bei Scrabble. Oder wie ich gestern der Lieblingsfreundin schrieb: Das ist viel zu surreal, um irgendwelche Gefühle dazu zu haben. Die Schere im Kopf zwischen tatsächlichem und gefühltem Alter wird einfach immer größer, that's it. Ich denke, solange man nicht den Fehler macht, zu lange an einem Alter festzuhalten, in dem man einfach nicht mehr stattfindet, ist alles fein.


Ich mag meine Geburtstage auf jeden Fall. Genießen! Weiß schließlich niemand, ob das nun der vielbesungene „Start in die zweite Lebenshälfte“ ist, oder doch eher schon das letzte Drittel… Also besser draufhalten. Heute Nachmittag gab es jedenfalls einen kleinen Schokokuchen und abends Pide mit der Familie (statt Pizza, denn dienstags hat der Lieblingsitaliener zu. Skandalös!) Meine Godi hat mir ein Kinderfoto von mir geschenkt, das ich noch nicht kannte, die Kinder ein gemeinsames DIY-Event (große Kinder haben ist toll!!) und der Mann das langersehnte Superfoto-iPhone, auf das ich eigentlich seit Monaten eisern spare. Es hat sich also auch geschenketechnisch definitiv gelohnt, die Geburtstagsfeierei noch nicht dranzugeben ;)

18. September 2024

Siebzehn ❤️

 Endspurt, Freunde, die nächste Volljährigkeit lauert schon am Horizont!
Noch  einmal, dann hat es sich mit Kindergeburtstagen Geburtstagen von Kindern hier im Blog, ist es nicht unglaublich?


Aber umso mehr will dieser hier nochmal zelebriert werden, passenderweise hatte die Missi dann auch gleich mal so viel Ausfall (die klassische erste Erkältungswelle drei Wochen nach Ferienende…), dass sie erst um halb zwölf in der Schule sein musste - Zeit genug für das erste Stück Kuchen und Geschenke auspacken im Hellen ;)

Als Geburtstagskuchen hatte sie sich ein Erdbeerröllchen gewünscht und es gab auch nur das eine, denn Feierkaffee is heute nich, sie muss lernen. Die ebenfalls gewünschten Brookies gibt es dann morgen oder übermorgen, so können wir das Feiergefühl noch ein paar Tage strecken. Für abends hat sich die Große angekündigt, dann gibt es ein Familienabendessen mit Kürbislasagne, über die ich gleich noch ein Momentchen grübeln muss, denn sie soll bitte unbedingt und auf jeden Fall ohne Tomaten(sauce) sein. Hmpf. Ich liebe Herausforderungen… Darauf erst mal noch ein weiteres Stück Röllchen.
Happy Birthday!

24. Oktober 2023

Von der Wohltat, nichts Besonderes zu sein

Neulich habe ich die Missi zu einem größeren Turnier begleitet und dort sind zwei bemerkenswerte Dinge geschehen. Lappalien, die für mich aber nachklingen. Positiv, wohlgemerkt.


So ein Turnier ist eine wuselige, oft hektische und laute Angelegenheit. Viele aufgeregte Reiter:innen, viel Crew, viele Kinder, laute (für meinen Geschmack in der Regel auch noch mehr als grenzwertig schreckliche, oft Schlager-)Musik, regelmäßig unterbrochen oder überlagert von Lautsprecherdurchsagen, viel Rennerei, viele Sozialkontakte, viel Gespräch. Sprich: Für jemanden wie mich, die schon nach einem normalen, längeren Freundetreffen am Gartentisch einen Tag Erholung und Ruhe auf den Ohren braucht, jedesmal ein Event außerhalb jeder Komfortzone. Buchstäblich körperlich brutal anstrengend, ich breche danach regelmäßig auf dem Sofa zusammen und tue genau NICHTS mehr - egal, ob ich mittags um vier oder morgens um zehn schon wieder zuhause bin. Google „HSP“, wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, dass es sowas gibt oder mich jetzt einfach nur für enorm empfindlich hältst ;)

Jedenfalls saßen wir bei diesem Turnier auf einer Terrasse am Reitplatz, auf dem gerade die dritte Springprüfung des Tages lief. Bei der ersten war die Missi, die eigentlich Dressur reitet und nur gelegentlich zum Spaß mal springt, sensationell Zweite geworden, bei der zweiten ist sie lustig gestürzt bzw. getrennt vom Pony übers Hindernis, es war also schon ordentlich was los bis dahin und ich überhaupt schon den zweiten Tag in Folge seit vier Uhr wach. Jetzt saß ich am Tisch, mit einer grandiosen Pommes und einer kalten Cola, schaute den Starter:innen zu und unterhielt mich im Rahmen meiner Möglichkeiten, um mich herum war nämlich auch viel Gespräch und die Boxen direkt neben uns. Irgendwann lief ein ganz besonders schreckliches HeleneFischerAndreaBergWeißderGeier-Lied, ich sagte „Himmel, die Musik killt mich heute“ und meine Sitznachbarin meinte, sie würde das gar nicht hören, sie könne das komplett ausblenden (Der O-Ton war „Ich arbeite in der Psychatrie, ich kann alles ausblenden!“ :) Worauf ich antwortete, ich könne absolut gar nichts ausblenden, mein Kopf würde einfach alles völlig ungefiltert reinlassen und wäre dann mit der Verarbeitung komplett überfordert. Ich müsse mich nach diesem Tag eigentlich erst mal zwei Tage in eine dunkle Kammer einsperren.

Tatsächlich war diese Szene die erste bemerkenswerte - nämlich, weil ich das einfach gesagt habe, statt damit beschäftigt zu sein, so zu tun, als wäre ich so „normal“ (haha) wie alle anderen. Und die zweite ereignete sich unmittelbar im Anschluss, als nämlich zwei der in dem Moment sechs anderen Personen um mich herum wissend nickten und sagten: „Ja, das geht mir ganz genauso.“ Das war’s, daraus entspann sich auch kein weiteres Gespräch oder so, aber das hat so gut getan. Drei von sieben, das ist kein schlechter Schnitt ;) Und bestätigt, was ich immer sage: Wir sind viele. 15-30% aller Menschen, sagt die Wissenschaft. Kein Grund, sich irgendwie komisch zu fühlen und ständig seine persönlichen Grenzen zu überschreiten, weil man gefühlt irgendwo mithalten muss. Wenn man viele Jahre seines Lebens den Eindruck hatte (und auch gerne mal von Umfeld vermittelt bekam), falsch zu sein, ist das ein sehr schönes Gefühl :)

Und wo ich so übers (gesellschaftlich diktierte) Falsch- oder Richtigsein nachdenke, fällt mir auf, dass es noch ein Thema gibt, was sich zunehmend mehr zurecht ruckelt und mich immer weniger in die Sonderling-Ecke schubst: Ich musste mich tatsächlich schon eine ganze Weile lang nicht mehr dafür rechtfertigen(!), keinen Alkohol zu trinken. Und auch das ist EINFACH. NUR. SCHÖN. Denn ehrlich, es nervt wie Hulle. Nein, nie. Nein, auch früher nicht. Nein, auch nicht zum Anstoßen. Nein, auch nicht im Nachtisch. Nein, auch keinen Wein. Nein, auch nicht ein Gläschen zum Essen. Nein, ich bin keine Alkoholikerin, nein, ich bin nicht schwanger, nein, ich nehme keine Medikamente. Himmelherrgott. Es gibt Menschen, die können oder wollen das einfach nicht akzeptieren, weiß der Geier, warum. Seltsamerweise musste ich mich aber noch kein einziges Mal rechtfertigen, nicht zu rauchen oder sonstige andere Drogen zu konsumieren. Das ist aber gar nicht der Grund, ich finds einfach eklig, meine Geschmacksrezeptoren sind dafür offensichtlich nicht gemacht. Anyway. Ich habe Nein gesagt. Und ich muss das auch nicht begründen. Leb damit.
Nein heißt nein, und zwar egal wozu. 
Das sollte inzwischen doch wohl jede:r kapiert haben. Und auch gerne ohne in den folgenden 20 Jahren bei jeder passenden Gelegenheit „Ach nein, DU trinkst ja keinen Alkohol - oder inzwischen doch?“ sagen zu müssen. Nein danke, ich muss mir mein Leben immer noch nicht schöntrinken, aber danke der Nachfrage. Nicht.

„Für Dich auch?“
„Nein danke.“
 „Ok, dann vielleicht…. (hier gerne etwas Kreativeres einfallen lassen als Wasser)?“ 
„Ja, gerne, danke.“

Ist gar nicht so schwer. Und für Leute, die solche Gespräche ständig führen müssen, obwohl sie nicht darum gebeten haben*, eine echte Wohltat.

*(Was das angeht, fühle ich oft sehr mit der Veganerfraktion, der man ja auch nachsagt, man würde sie daran erkennen, dass sie es einfach immer erzählen. Haha, so lustig. Meiner Erfahrung nach sagen auch die meisten Veganer:innen erst einfach „Nein, danke“. Ein Gespräch oder gar eine erinnerungswürdige Diskussion darüber entspinnt sich in der Regel erst dadurch, dass dieses Nein nicht einfach unkommentiert hinangenommen werden kann.)

18. September 2023

Sechzehn ♥

 Sechzehn Jahre ist unsere Jüngste jetzt, ist das nicht unglaublich?

Ich liebe die Geburtstage unserer Kinder sehr. Eine schöne Zeit zusammen haben und einfach feiern, dass sie da sind - das ist so wertvoll und kein bisschen selbstverständlich. Nie. Das mit dem „Feiern“ ist allerdings relativ, je älter unsere Kinder werden, desto weniger können sie dem Konzept von uneingeschränkter Geburtstagsaufmerksamkeit abgewinnen ;)

So kam es dem Geburtstagskind also mehr als gelegen, dass sie in der vergangenen Woche auf Klassenfahrt war, wo es Coronafälle gab* und wir, spätestens nach den zehn Stunden Busfahrt am Freitag (zwar mit Maske, aber tjanun), kein potenzielles Risiko für die restliche Familie sein wollten und deswegen lieber erst richtig feiern.

So beschränkten wir uns heute auf einen saftigen Schokokuchen, die gewünschten Bratkartoffeln und ein sehr unerwartetes Geschenk.

Auch schön :)


*(Die Tatsache an sich überrascht mich weniger (also eher: gar nicht) als dass überhaupt noch genügend Leute Tests dabei hatten, um es herauszufinden. Danke dafür. Und dafür, dass es für die Erkrankten völlig selbstverständlich war, immerhin dann eine Maske zu tragen. Es gibt noch Hoffnung :)

20. September 2022

Fünfzehn ♥ (mit Lolli-DIY)

 Tatsächlich, fünfzehn ist die Missi jetzt schon. Nur noch ein Jahr bis 
zur ominösen 16, die ja auch nur eine Zahl ist, aber bei der Großen
zumindest echt nochmal einen riesen Sprung markiert hat, fast so
bedeutend wie die 18. Fast ;-)


Wobei die Missi eh enorm selbstständig ist, da hat das umfassende 
Pferdemanagement der letzten Jahre wirklich ganze Arbeit geleistet.
In den Sommerferien ist sie mit ihrer besten, gleichaltrigen Freundin
alleine mit dem Zug nach Frankfurt gefahren. Sie sind trotz aller
verspätungsbedingten Anschlusszug-Widrigkeiten am späten Abend
richtig angekommen, haben bei meiner Schwägerin geschlafen und
zwei Tage lang alleine die Großstadt unsicher gemacht - inklusive
Bootsfahrt auf dem Main und Selfies vom Dach des Main Towers,
wofür sie extra eine Renter-Reisegruppe zur spontanen Adoption
animiert haben, denn ohne erwachsene Begleitung 
darf man da nicht hoch *g* 

Wir haben also definitiv keine Kinder mehr im Haus,
das lässt sich nicht leugnen.... Deswegen gab es auch nur einen
sehr eingedampften Geburtstag, denn am Vorabend war die Hauptperson
auf einer Kirmes, hat ihre Freundin zum Übernachten mitgebracht und als
sie mittags irgendwann endlich wach waren, war sie zufrieden mit 
Kuchen und Geschenken, ganz ohne Party oder Familiensause. 
Kein Problem, das Wetter war eh eher zum Davonlaufen - ich glaube,
zum allerersten Mal überhaupt in den vergangenen 15 Jahren.


Eine Torte gab es selbstverständlich trotzdem, wenn auch ein bisschen
anders als geplant. Eigentlich sollte sie eine Zuckerwattendeko haben, 
aber lernt aus meinen Fehlern: Zuckerwatte aus dem Becher ist einfach
KOMPLETT ungeeignet für irgendwas anderes als sofortiges Aufessen.
Zum Glück habe ich das schon samstags festgestellt, so dass die Große
noch Macarons besorgen konnte und ich Lollis gießen...

Letzteres ist im Übrigen sehr einfach: 
50 Gramm Isomalt im Topf schmelzen lassen - entweder gleich zusammen
mit Lebensmittelfarbe in Pulverform, das verbindet sich dann besser, oder
flüssige Farbe am Ende dazugeben - und dabei nur sehr verhalten
rühren, damit es nicht zu viele Luftbläschen gibt. Die Masse mit 
einem großen Löffel portionsweise auf eine Silikonmatte geben und 
kreisförmig verstreichen, so groß wie gewünscht. Stiel reindrücken
und erkalten lassen. Das geht recht schnell, also zügig arbeiten und 
bei Bedarf den Topf einfach nochmal auf den Herd stellen.


Topf und Löffel werden übrigens sehr einfach wieder sauber,
indem man später Wasser im Topf aufkochen lässt und ordentlich 
rührt. Alternativ würden meiner Meinung nach nur noch
Hammer und Meißel helfen, aber wie gesagt: mit kochendem 
Wasser kein Problem. Zum Färben habe ich hier Pulver von
Sostrene Grene genommen, das war aber nicht so intensiv wie
erwartet. Ich bin und bleibe Fan von den Flüssigfarben von 
Wilton, die sind einfach unschlagbar.

Verkleidet habe ich den Kuchen mit einem einfachen Frosting - 100 Gramm 
Frischkäse mit 50 Gramm Puderzucker verschlagen, unter einen Becher
steifgeschlagene Sahne heben - und drin stecken, ganz profan, 
zwei Benjamin-Blümchen-Torten *g* Das hatte die Missi sich ganz
dringend gewünscht und ja, late to the party und so, aber das wollte
ich eh schon immer mal probieren, so ein Elefantenkuchen-Upcycling.
Und auch da dürft ihr gerne von meiner Erfahrung profitieren:
Zwei Tiefkühltorten erst an- und dann aufzutauen, die ursprüngliche
Deko runterzukratzen (die kann man mit ins Frosting geben oder sie
einfach aufessen ;-), alles zu stapeln und dann mit Frosting zu 
verkleiden, ohne die inzwischen komplett aufgetaute Kuchencreme
dabei zu verlieren, ist keinesfalls (ich betone: KEINESFALLS)
weniger Arbeit, als mal eben rasch selbst einen Biskuit zu 
backen und zu stapeln. Das Ergebnis war aber immerhin (wider
Erwarten, muss ich zugeben) sehr lecker.

Claretti, der ist nämlich immer eine todsichere Bank :-)

2. Februar 2022

Silvester in Tübingen

 ... oder wie wir mal ganz spontan waren.


Unser traditioneller Zwischen-den-Jahren-Urlaub in Bayern ist ja auch diesmal wieder
der Pandemie zum Opfer gefallen. Ganz kurzfristig ergab sich jedoch für
uns auf der Alb die Möglichkeit, die Missi boostern zu lassen - etwas, das wir
angesichts der Prognosen unbedingt noch in den Weihnachtsferien erledigt haben
wollten und was zu diesem Zeitpunkt in Rheinland-Pfalz aber noch nicht 
möglich war. Also machten wir uns recht spontan auf den Weg ins Schwäbische -
sogar mit der Großen (und einem Berg Schulbüchern) im Gepäck, die wirklich 
ganz schrecklich viel fürs Abi zu lernen hatte, das hier immer unmittelbar nach 
den Ferien startet, und die deswegen eigentlich auf jeden Fall zuhause bleiben
wollte. Bis wir dann morgens losfuhren. So ein bisschen Tapetenwechsel ist aber
ja auch nicht das Schlechteste.


Extra für sie hatten wir dann auch eine Ferienwohnung mit Aussicht gebucht - in 
Tübingen direkt an der Neckarbrücke, denn wo lässt es sich wohl besser lernen
als mit Blick aufs Wasser? Die Missi griff also ihren Booster ab (von Herzen
dafür nochmal danke, das war die beste Entscheidung!), wir bezogen unser Apartment -
und machten eigentlich... nix. Das Jahr war echt eines von der zehrenderen Sorte
und wir waren alle dankbar, einfach mal nichts denken oder tun zu müssen, was 
über Rumliegen und Lesen, Netflixen (die Qualität von Ferienwohnungen misst sich 
neuerdings offenbar vor allem an den inkludierten Streamingdiensten und qualitativ 
hochwertigem Wlan *g*) und über die nächste Mahlzeit nachzudenken hinausging.
Ok, außer die Große natürlich. Die hat rund um die Uhr gelernt, nur unterbrochen
von kurzen, informatorischen Stadtspaziergängen. Studieren möchte sie dann allerdings
nicht in Tübingen. Eventuell trägt die Schuld daran die Burschenschaft gleich 
gegenüber mit ihrem nächtlichen misogynen Fenstergeschrei. Tjanun.
Schade eigentlich, ich käme gerne öfter ;-)


Der Rest der Familie hat durchaus auch ein paar längere Spaziergänge gemacht - ok,
hauptsächlich der Mann und ich, die Missi war nicht so interessiert und hatte ja auch
eine stichhaltige Ausrede, schließlich sollte sie sich "Schonen!!" Wir ließen uns
durch die Gässchen der Stadt treiben, waren bei bestem Wetter auf dem Schlossberg,
haben unzählige Mahlzeiten aus Restaurants und Büdchen in unsere Höhle
geschleppt und sogar ein paar Bücher geshoppt. Tatsächlich waren wir
auch endlich nochmal bei der Burg Hohenzollern. Letztes Mal hatte mich auf 
dem Weg dorthin eine derart üble Migräneattacke heimgesucht, dass ich
mich buchstäblich an nichts mehr erinnern konnte. Nun aber! Zu Fuß hoch und 
runter, war ja alles zu, und so haben wir in der Silvesternacht auch ausgesprochen
gut geschlafen. Es war aber auch erstaunlich ruhig, so mitten in der Stadt
hatten wir eindeutig Schlimmeres erwartet...
Alles in allem war das ein wirklich entspannter Jahresausklang und es hat
so unfassbar gut getan, einfach mal wieder etwas anderes zu sehen -
und sei es nur aus dem Auto heraus. 
Liebe es :)

18. September 2021

Vierzehn ♥

 Wochenend-Geburtstage sind eindeutig die besten Geburtstage!
In diesem Jahr kam die Missi in den Genuss und hat das auch
Kräften ausgenutzt. Also, im Rahmen ihrer Vorstellungen ;-)


Und die sahen so aus, dass sie sich ihre Beste-Freundin-seit-einfach-immer 
einlud und die beiden gemütlich in den Geburtstag hineinfeierten.
Mit Filme gucken, Pizza und Konfettikanonen und Wunderkerzen 
um Mitternacht auf dem Balkon.

 
Heute morgen gab es dann den klassischen Geburtstagstisch mit 
Geschenken, Kuchen und Kerze. Der Kuchen war ein klassischer
Schoko-Kastenkuchen (nach diesem Rezept, zusätzlich mit Schokoraspeln
im Teig), gefüllt mit einer dunklen Ganache und mit einer dicken 
Schokoschicht überzogen. Als Deko haben wir neben den bunten 
Streuseln dicke Ganache-Tupfer auf den Kuchen gesetzt, im Wechsel
mit ein paar Rocher-Kugeln.
Und da wir ja Samstag haben, war es sogar schon hell beim
Geschenke auspacken! (Ponykram, sieht man ja - Eimer, Halfter,
Strick und ein Helmbeutel - Bücher, Paperlike-Folie fürs iPad 
und ein Paar heiß gewünschte Turnschuhe.)


Mittags haben wir fein im Garten gegrillt und später Kuchen gegessen,
in diesem Jahr auch wieder mit Omas und Opas, es wird :)
Wir konnten nämlich den ganzen Tag draußen verbringen, denn 
wenn auf eines Verlass ist, dann auf gutes Wetter am Missigeburstag.
Und nun sitzen wir alle auf der Couch und haben erschöpft
die Füße hochgelegt. Morgen müssen wir früh raus, der Stall
und der Ponykram rufen!


Mein kulinarisches Highlight des Tages war übrigens dieser Kuchen, den 
ich sehr spontan vor drei Tagen hier entdeckte und unbedingt sofort
ausprobieren musste (eigentlich war Apfelkuchen geplant!)
Ein klassischer No-Bake-Cheesecake mit gar nicht klassischem,
dafür schön herbstlichem Obsttwist mit Zwetschgen, Feigen und gerösteten
Nüssen. Diese Kombi war echt der Knaller, kann ich wärmstens empfehlen 
und kommt auf den Dauerbrennerzettel. Und das Beste:

Wir haben noch was für morgen!

22. Juni 2021

Mein insta-Wochenende in Ostfriesland

 Wobei - eigentlich war es gar kein Wochenende.
Aber dazu gleich mehr.

Momentan ist es ruhig hier im Blog. Eine kleine, vorgezogene Sommerpause 
quasi, dem fantastischen Wetter genauso geschuldet wie dem nur unwillig
arbeitenden Laptop sowie der Tatsache, dass die Kinder seit letzter Woche
 zum ersten Mal seit ewig wieder von Montag bis Freitag 
zur Schule gehen und wir uns erst mal wieder in diese Regelmäßigkeit 
einfinden müssen ;-)


Vorher, zum Ende der Pfingstferien hin, haben wir uns allerdings noch eine 
klitzekleine Auszeit an der Nordsee gegönnt. Kein Wochenende eben, sondern ein paar
Tage in der Woche, ganz kalkuliert, weil wir uns ausrechneten, dass dort
dann sicher maximal wenig los sein würde. Samstags haben wir uns wieder
auf dem Heimweg gemacht. Hat super funktioniert, es waren definitiv sehr 
viel weniger Touristen unterwegs als hier zuhause...
Dafür ganz viel Luft, Wasser und sogar Sonne.


Letztere hat uns ganz wunderbare Abende am "Strand" beschert, bei sehr 
unterschiedlichen Tiden und leckerem Essen.
Nirgendwo schmecken Pizza oder Pommes besser als direkt aus dem 
Karton am Meer, oder? Wie schon letztes Jahr in Frankreich haben wir
uns von Events und Gastronomie komplett ferngehalten. Maximale 
Kontaktminimierung ist hier immer noch das Gebot der Stunde (schließlich ist hier
immer noch niemand geimpft* und nein, die Pandemie ist auch noch
nicht vorbei, genauso wenig wie im letzten Sommer) und das
konnte man dort super umsetzen. Deswegen waren wir auch nicht auf Spiekeroog, 
obwohl man die Insel vom Strand aus schon sehr gut sehen konnte und ich
schon so lange mal da hin möchte. (Vielen Dank übrigens dafür, Julie ;-) 
Nächstes Mal dann hoffentlich auch wieder Fähren für uns...


Unser Ziel war einfach nur, mal wieder andere Eindrücke zu bekommen, 
Meerluft zu atmen und möglichst viel draußen zu sein. Maximale Entspannung eben.
Wir sind viel Rad gefahren, durchs Watt spaziert, mit dem Auto durch die
Gegend gefahren und haben sehr viel Zeit damit verbracht, einfach nur
am Wasser rumzusitzen. Mit oder ohne Buch.
Die Seele baumeln lassen, einfach mal so.
Was haben wir das vermisst.


Unsere Unterkunft hatten wir kurzfristig am Vortag gebucht - eine hübsche Ferienwohnung 
auf einem Hof irgendwo im Nirgendwo in der Nähe von Carolinensiel, kontaktlos und 
mit schöner Aussicht. Die Anreise mit dem Auto war ein bisschen anders als sonst - wie schon
im letzten Sommer haben wir Raststätten weiträumig umfahren - aber alles in allem
ist Urlaub auf diese Art und Weise sehr gut möglich.

Was im Sommer werden wird - keine Ahnung. Es ist ja quasi unmöglich,
auch nur ein paar Wochen im voraus zu planen.
Das Wohnmobil steht bereit. Ob und wohin - keine Ahnung.
Deutschland jedenfalls ist wohl keine Option, gefühlt fährt in diesem Jahr jede*r
mit dem Wohnmobil an die Küste oder in die Berge. Das wird uns definitiv zu voll.
Wir werden mal schauen,  ob wir ein einsames Fleckchen finden - 
vom Wetter und dem aktuellen Infektionsgeschehen geleitet ;-) 
Oder ob uns der ein oder andere Impftermin eh alle nicht
vorhandenen Pläne durchkreuzt. Das wäre.... so, so schön.
Prioritäten in Zeiten der Pandemie.


*Inzwischen bin zumindest ich einmal geimpft, auf verschlungenen Wegen,
trotz Priorisierung ging übers Impfzentrum bislang gar nichts. Von daher
sind wir für den Rest der Familie eher pessimistisch, was eine schnelle
Änderung der Situation angeht. Und so schön die niedrigen Zahlen gerade
sind - solange unsere Risiko-Missi nicht geimpft ist, machen wir 
eh einfach weiter wie gehabt...
Business as usual quasi.

22. Februar 2021

Achtzehn ♥

 Tja, was soll ich sagen?
Einmal nicht aufgepasst, schon ist das Kind erwachsen.
"Volljährig!", habe ich jetzt schon häufiger zu dem Thema zu
hören bekommen. "Volljährig, nicht erwachsen!"
Aber doch, sie ist schon auch ziemlich erwachsen, ich denke, das
ist hier einigermaßen deckungsgleich.


Nun bin ich ja weder besonders sentimental noch besonders gluckig, was
die Aufzucht der Kinder betrifft, eher Team "Lebe den Tag" und so, 
aber das ist schon eine Hausnummer. Gemerkt habe ich das bei der Auswahl dieser
Fotos, die wir der Großen als Deko auf den Geburtstagstisch legen wollten.
Die besten 18 aus 18 Jahren sollten es ursprünglich werden - schlussendlich
saß ich fast die ganze Nacht über unserem Laptop und war am Ende eher 
bei 400 "schönsten Bildern" als bei 18 (die ich dann aber immerhin
nochmal mit viel Mühe auf 180 zusammengedampft habe, um nicht
komplett zu verarmen). So viele Erinnerungen! 
Und trotzdem:
Eine erwachsene Tochter zu haben, das ist ziemlich cool. 
Kann ich wärmstens empfehlen, dieses Konzept :)


Da eine ordentliche Feier dieses Jahr ja dank Corona keine Option war, haben
wir es anderweitig ein bisschen krachen lassen, zum Beispiel beim Kuchen!
Nochmal eine richtig fette Torte, das war der Wunsch - und ich denke,
das haben wir ganz gut hinbekommen. Also, sie zu bestellen, denn für
diese Rosenpracht hätten meine kümmerlichen Fondant-Knetkünste 
keinesfalls ausgereicht... Und da wir zwar keinen Besuch hatten,
im Laufe des Tages aber doch einige liebe Menschen an der Tür
klingelten, um kontaktlos ihre Glückwünsche loszuwerden, haben wir es 
auch geschafft, dieses (im Inneren sogar zweistöckige) Kunstwerk 
komplett aufzuessen bzw. zu verteilen. Da hatte ich zu Beginn
doch ernsthafte Zweifel ;-)

Der Rest des Ehrentages war gefüllt mit Essen, Geschenken, einer
Videokonferenz (schließlich ist eigentlich irgendwie Schule) und 
natürlich den ersten Ausflügen ganz alleine mit dem Auto. Ich 
glaube ja sowieso, dieses Kind ist überhaupt nur 18 geworden, um 
endlich Autofahren zu können. Hier auf dem Dorf ist das einfach der
Schritt in die Unabhängigkeit. Ich hoffe, sie bringt uns zumindest jedesmal 
was mit, wann immer sie jetzt loszieht, um irgendwo Essen abzuholen.
(Oft! Die Kinder von heute haben ja nichts anderes mehr ;-)

Alles in allem ein schöner Tag. Anders, aber doch schön.
Und vermutlich der letzte "groß" gefeierte Geburtstag, denn ganz wie 
ihre Eltern, allen voran der Papa, hält auch die Große vom Konzept des 
Geburtstagfeierns an und für sich eher wenig bis gar nichts. 
Und ab sofort hat sie es ja selbst in der Hand,
halleluja!

9. Februar 2021

Heute vor einem Jahr

 ... waren wir zum letzten Mal in München beim Fußball.

Eine magere Nullnummer gegen RB Leipzig, das Spitzenspiel, Bayern 
hatte einen Punkt Vorsprung auf RB. Vor und nach dem Spiel.

Es war eine Sonntagabend-Partie, weswegen wir beinahe nicht gefahren wären.
Zuhause drohte Orkan Sabine, die Kinder waren allein zuhause und mussten
am nächsten Morgen in die Schule. Eventuell. Vielleicht. Auf der Fahrt nach
München ploppten im Minutentakt die Warnmeldungen und Schulabsagen auf dem 
Handy auf, was spooky war, denn wir fuhren durch allerschönsten bayrischen Sonnenschein.
Und natürlich musste der Mann montags eigentlich arbeiten.

Zum Glück sind wir gefahren.


Wenn man sich heute meine instagram-Bilder von diesem Abend anschaut, dann
ist das wie der Blick in ein anderes Leben. Ein fremdes Leben. Ein Jahr? 
Es fühlt sich an wie zehn. Mit der Tram vom Hotel zum Stadion. Schulter an Schulter. 
Fünfundsiebzigtausend Menschen auf einem Fleck. Trubel, Geschrei, die bebende 
Tribüne unter den Füßen, den Atem des Hintermanns im Genick.
Für mich als latente Sozialphobikerin sind Stadionbesuche ganz weit außerhalb
meiner Komfortzone, aber ich genieße jede Sekunde, wenn ich dort bin.
Ich darf halt nur nicht weiter drüber nachdenken ;-)
Über den Rückweg schrieb ich hinterher auf Twitter: "Wir stehen in der Tram,
die Ordner haben ganze Arbeit geleistet, es ist so eng, dass man nicht mal mehr
mit dem kleinen Finger wackeln kann. Weiter hinten im Waggon singt jemand leise
"Corona, Corona". Leben am Limit."

Tja.

Ob ich irgendwann mal wieder entspannt im Stadion sitzen werde, auf ausverkauften
Rängen? Gerade kann ich es mir nicht vorstellen. So lange, wir wir jetzt schon
Abstand halten, ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen - nicht zuletzt,
weil mir das durchaus entgegenkommt. Der momentane Corona-Abstand ist schon
in normalen Zeiten das, was ich mindestens zum Wohlfühlen brauche. 
Ich glaube auch nicht, dass es einen Weg zurück in das alte "Normal" gibt.
Es wird nicht irgendwann Puff machen, Corona verschwunden und 
alles so wie früher sein. Klar, es wird besser, es wird wieder gut, daran
glaube ich ganz fest - und trotzdem wird vieles anders bleiben.
Das "normale Leben" hat ja nicht einfach die Pause-Taste gedrückt,
wir sind und bleiben die Summe unserer Erfahrungen.
Und ganz sicher wird es eine ganze Weile dauern, bis ich wieder so
exzessiv unter Menschen gehen werde. Wenn überhaupt.

Aber: Das Stadion fehlt mir wie verrückt. 
Wer hätte das gedacht. Ich habe vor Freude fast geheult,
als die Bundesliga im Mai wieder aufgenommen wurde, als die 
Champions League im Sommer im Turniermodus ausgespielt wurde.
Und ja: Ich kann die Entscheidung, den Spielbetrieb aufzunehmen, 
schwierig finden, ich kann es sogar maximal bescheuert finden, momentan 
für Fußballspiele kreuz und quer durch Europa zu fliegen (oder
gar eine paneuropäische EM stattfinden lassen zu wollen!) - aber 
ich kann es den Vereinen auch nicht verübeln, dass sie ihren
Job machen, solange es ihnen niemand verbietet. Machen 
alle anderen ja schließlich auch.
Unpopular opinion, I know.

Aber mich hat das in den letzten Monaten sehr getragen, dieses
bisschen Normalität vor Geisterkulisse, zuhause im Wohnzimmer.
Und ich würde mir wünschen, dass uns wenigstes das noch erhalten bleibt. 
Sicher bin ich mir da nicht.
Die Mutationen lassen grüßen. 

18. September 2020

Dreizehn ♥

 Wohohoooo, hooray, es ist soweit: 
Wir haben keine Kinder mehr im Haus, nur noch Teenies.
Ich hatte ja nun ein Jahr Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen.
Und überhaupt ist man in diesem Jahr ja mehr damit beschäftigt, zu hoffen
und zu bangen, dass sich alle Pläne nicht doch noch in letzter Sekunde
zerschlagen, da hat man gar keine Zeit für Sentimentalitäten.


Der Geburtstag der Missi ist in diesem Jahr auch der erste Tag der Woche, in dem
sie wieder zur Schule geht, die Tage zuvor war sie erkältungsbedingt zu Hause.
(Auch so ein Ding, das uns in diesem Jahr sicher noch öfter begegnen wird.
Aber egal, in diesem Schuljahr ist ja alles anders, die Missi kann zum Glück
gut zuhause lernen und die Materialversorgung läuft inzwischen auch 
reibungslos. Egal. Anderes Thema. Es ist halt, wie es ist.) Deswegen feiern wir 
kurz am frühen Morgen und freuen uns auf die beiden nächsten Geburtstage, 
die aufs Wochenende fallen werden ;-)

Auch in diesem Jahr waren die Geschenke wieder recht pferdelastig. Paar
neue Bücher - Romane, aber auch mehr und mehr Fachliteratur, von den besten 
Pferdehacks über die Erziehung von Fohlen und Jungpferden bis
zur Physiotherapie für Pferde. Braucht man alles! Ebenso natürlich ein paar neue 
Produkte für die Putzkiste(n). Daneben hatte sie sich aber auch 
ein wenig Handlettering-Material gewünscht und ein bisschen letzte Deko
 für ihr neues Zimmer. Das größte und beste Geschenk jedoch 
war meine alte, große Kamera, generalüberholt und mit allem Zipp und Zapp. 
Die Missi ist nämlich eine leidenschaftliche und talentierte Fotografin, 
die die Kamera fast überall hin mitschleppt und ab und an würde ich 
meine auch ganz gerne mal wieder selbst benutzen ;-)


Coronabedingt stand unsere traditionelle Wer-kommt-ist-da-Sause mit Familie,
Nachbarn und Freunden natürlich nicht zur Debatte, selbst draußen wären da zu
viele Menschen aus zu vielen unterschiedlichen Ecken zusammengetroffen.
Die Missi tendierte, ähnlich wie ihre Schwester in diesem Alter, eh eher dazu,
gar nicht zu feiern, aber da hatte sie die Rechnung ohne ihre liebste Freundin gemacht.
Die beiden kennen sich seit... ach, eigentlich schon immer, denn auch ihre 
großen Schwestern sind schon seit dem Kindergarten beste Freundinnen.
Es gibt Fotos von den beiden, wo sie klitzeklein und Hand in Hand bei der ersten
Klassenwanderung ihrer Geschwister mitlaufen ♥ All die Jahre sind die
zwei seither ein Herz und eine Seele, auch wenn die Freundin ein paar Monate älter ist
 und dieser Altersunterschied über die Einschulungsgrenze hinweg dafür gesorgt hat, 
dass sie nie in eine Klasse gegangen sind. Die Freundin schon eingeschult, die
Missi noch im Kindergarten? Egal. Die Freundin schon auf dem Gymnasium, die
Missi noch Grundschülerin? Egaaaal.... Und das hat sicher auch dafür gesorgt,
dass sich unsere Jüngste in allen Schulen immer sofort und völlig unkompliziert
einfügte. Sie kannte ja schon alles ;-)


Diese Freundin jedenfalls kam schon vor ein paar Wochen mit dem Wunsch auf uns zu, 
für die Missi ein Überraschungspicknick in den Weinbergen organisieren zu wollen.
Sie hatte alles bis ins Detail geplant, eine kleine, sorgsam ausgewählte Gästeliste erstellt,
alle eingeladen und zur Geheimhaltung verpflichtet - wir mussten nur noch einen
Teil des Caterings übernehmen. Nichts lieber als das! Tatsächlich (und wider Erwarten ;-)
ließ sich die Planung bis zum Ende unter der Decke halten und so bekam die Missi
gestern bei selbstverständlich bestem Wetter ein sensationell schönes, kleines
Picknick mit ein paar Freund*innen unter einem Baum in den Weinbergen.
Sogar eine gemeinsame Pferdefreundin aus der alten Reitgruppe war dabei,
die sie seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen hatte und die eine 
wahnsinnig weite Anfahrt hatte. Einfach nur toll!
Bestimmt der beste 13. Geburtstag, der unter den momentanen Bedingungen 
möglich war. Manchmal kann dieses 2020 doch was.


Kulinarisch hatte in diesem Jahr die Große wieder das Zepter übernommen, 
die ist einfach die beste Geburtstagstortenbäckerin dieser Familie, auch gerne
frei nach Schnauze. Diesmal wurde es eine kleine, hohe Torte, gestapelt aus 
das ganze ummantelt von Schoko-Ganache und dekoriert mit Macarons.
Letztere nicht selbstgemacht, zu unserem endgültigem Untergang
hat kürzlich nämlich eine Filiale des luxemburgischen Hofbäckers in der
Stadt aufgemacht und bessere Macarons gibt es eventuell nirgendwo.


Und da Oreos für die Missi ja sowieso die besten Kekse weit und breit sind,
gab es sie auch noch in Muffin-, pardon, Cupcake-Form. Dieses 
Frosting aka Buttercreme, das aus Muffins Cupcakes macht, halte ich
persönlich ja eigentlich für komplett verzichtbar, aber dieses hier
war gar nicht mal soooo schlecht ;-) Sie wurden auch restlos alle 
aufgegessen!

Das war nun also der letzte Familiengeburtstag für dieses Jahr.
Das heißt, wir können uns nun mit vereinten Kräften auf den
Geburtstag der Großen im Februar vorbereiten, den ACHTZEHNTEN!
Ups. Das wird dann wohl nochmal eine ganz andere Hausnummer,
so emotional :-)

10. August 2020

Ferien im Coronasommer?

Ob wir in den Urlaub fahren oder nicht, war lange völlig unklar. 
Streng genommen sogar bis zu dem Moment, wo wir im Auto saßen -
denn dass jeden Tag etwas passieren kann, das die Reise zu einem
unkalkulierbaren Risiko oder sogar völlig unmöglich macht, das muss
man in diesen Zeiten wohl einfach als gegeben hinnehmen.
Grundsätzlich waren wir der Ansicht, dass es nicht per se ein unnötiges
Risiko ist, zu verreisen - zumindest unter der Maßgabe, dass wir uns
nicht nur an die im Urlaubsland geltenden Regeln halten (oder an die hiesigen, 
sofern sie strenger sind) und beachten, was die Wissenschaft bisher über 
Übertragungswege weiß, die Reisehinweise sowie das aktuelle Infektionsgeschehen 
im Auge behalten und unsere familieninternen Vorgaben ("Möglichst alles draußen
 und mit Abstand, drinnen immer mit Maske") auch im Urlaub beibehalten.


Teil der Lösung sein, nicht des Problems - das sollte auch im Urlaub weiter gelten. 
Da der Mann und ich aber erhebliche Zweifel haben, dass uns das Thema 
nur in diesem einen Sommer begleiten wird, war klar, dass wir Urlauben unter 
Coronabedingungen auf jeden Fall versuchen werden, wenn es den 
Umständen nach vertretbar ist. Und das war Anfang Juli definitiv der Fall. 
Vielleicht eine andere Art des Urlaubs, aber immer noch Urlaub. Bisschen flexibel
 sind wir ja durchaus auch in unserem Alter noch ;-) Und der Sommer schien uns
da doch deutlich geeigneter als der Herbst oder Winter, wo es schwierig werden 
dürfte, sich mehrheitlich draußen aufzuhalten. Und wer weiß,
was bis dahin ist. Die kalte Jahreszeit zeichnet sich ja eher selten 
durch geringeres Infektionsgeschehen aus...

Unsere erste flexible Tat war dann, das für die ersten paar Tage gebuchte
Hotel an der Ardèche zu stornieren und durch ein Mobilehome auf einem kleinen 
Campingplatz zu ersetzen. Von wegen draußen und mit Abstand und so.
Im Hotel hätten wir nicht nur zumindest drinnen frühstücken müssen, 
sondern auch zweimal täglich das Problem gehabt, irgendwo Mahlzeiten
organisieren zu müssen. Muss ja nicht sein, wollten wir nicht haben, 
und so waren wir autark. Außerdem stornierten wir auch das irgendwann im 
Frühjahr mal sicherheitshalber gebuchte Ferienhaus an der Ostsee
 (falls Ausland keine Option sein würde), denn dass es diesen Sommer 
an der See voller werden würde, als es sich für uns gut anfühlt, 
das zumindest war schnell klar. Für die zweite Woche hatten wir schon lange 
ein Ferienhaus an der Côte d'Azur gebucht. Das war nicht stornierbar,
wir konnten also ganz entspannt bis zum letzten Tag abwarten, zahlen
hätten wir es eh müssen :-p Die Anreise würde wie immer mit dem
Auto erfolgen, Flieger, Bahn oder Schiff wäre aktuell für uns 
nicht infrage gekommen.

Die Infektionszahlen zuhause und in Südfrankreich und die Seite des Auswärtigen 
Amtes gaben bis zur Abfahrt grünes Licht, wir hatten für jeden von uns eine 
FFP2-Maske besorgt (wegen keine Maskenpflicht in französischen
Supermärkten und überhaupt weiß man ja nie und so) und die französische
Corona-Warnapp runtergeladen, also zogen wir los. 
Unter Vermeidung von Raststätten, was sich deutlich unproblematischer
gestaltete als erwartet und eventuell mit etwas mehr Proviant als sonst.
Wie sich der Urlaub dann vor Ort gestaltete und ob er wirklich so 
anders war als sonst immer (Spoiler: schon ein bisschen...),
davon erzähle ich dann in den nächsten Tagen mal mehr mit den 
passenden Bildern.

Bereut haben wir es jedenfalls nicht, gefahren zu sein und ich hatte
auch nie den Eindruck, mich oder andere damit mehr zu gefährden,
als wenn ich zuhause geblieben wäre. Allerdings haben unsere 
Urlaube auch wenig gemein mit Massenparties am Goldstrand oder 
All inclusive im Hotel ;-) Und ich denke, das ist genau der Punkt: völlig egal, wo 
auf der Welt ich mich im Moment gerade aufhalte, nichts entbindet
mich von der Verantwortung, meinen klitzekleinen Teil beizutragen, die 
Pandemie in Schach zu halten. Wem diese Verantwortung zuhause
am Allerwertesten vorbeigeht, den wird es auch im Urlaub nicht 
kümmern. Und umgekehrt. 

Und ja, natürlich hätte es uns passieren können, vor Ort unter 
Quarantäne gestellt zu werden. Das Risiko gilt es momentan
einfach immer zu berücksichtigen. Aber innerhalb Europas und ohne
auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein, die einen im Notfall
nicht mehr nach Hause bringen, bei den damals aktuellen 
Fallzahlen, ohne das Ferienende im Nacken und mit einer tragbaren
Lösung in der Firma fanden wir das vertretbar. Auch vor dem
Hintergrund, dass wir die Landessprache leidlich beherrschen und 
uns im Notfall der französische Teil der Familie sicherlich helfend
zur Seite gesprungen wäre. Vor Ort eventuell zu erkranken sah ich
dagegen gar nicht so als die Gefahr - wir waren insgesamt eh nur
zehn Tage unterwegs, zuhause lebten (und leben) wir immer
noch weitestgehend ohne enge Kontakte, das Risiko war einfach
extrem gering. War, inzwischen sieht es schon wieder anders aus.

Und so wird unsere Urlaubsplanung auch für die Zukunft erstmal
maximal defensiv und flexibel bleiben. Für nächstes Wochenende zum Beispiel
stand noch ein (vor Corona geplantes) Wochenende in Holland an.
Das haben wir schon vorletzte Woche gecancelt, so sehr wir Holland auch
vermissen. Aber die Infektionszahlen steigen gerade, hier wie dort, die Auslegung
der Regeln scheint eher lässig, was wir sehen und hören ist es 
unfassbar voll, die gebuchte Unterkunft war ein Hotel und außerdem 
wäre gleich am ersten Tag zuhause dann wieder Schule gewesen, also nix mit zuhause 
erst mal separieren und so. Sehr viele Gründe also, auf diese Reise schweren Herzens, 
aber immerhin guten Gewissens, zu verzichten.

Back to normal wird wohl noch eine ganze Weile auf sich warten lassen.

3. August 2020

Wieder da :)

Frisch gestartet in die vorletzte Sommerferienwoche -
Zeit, hier im Blog mal wieder die Vorhänge aufzuziehen, was?


Wir waren in den vergangenen Wochen nicht untätig - haben eine Menge
weggeschafft, was während des Homeschoolings liegengeblieben ist, 
im Haus munter ein paar Zimmer durchgetauscht, wodurch auch die
Kleine Werkstatt eine etwas größere Werkstatt geworden ist, die ich 
allerdings noch gründlich durchsortieren muss, wenn das Wetter mal 
irgendwann wieder ein bisschen schlechter wird. Und dann haben wir, 
gänzlich unerwartet, auch noch ein wenig Urlaub gemacht.
Urlaub unter Coronabedingungen, Urlaub mit Corona statt von Corona, 
wie auch immer - ich denke einfach, im Rahmen der momentanen 
Gegebenheiten, mit denen man sich coronakonform und risikoabwägend
arrangieren muss. Zumindest wenn man nicht der Meinung ist, dass das
Thema mit einem einzigen Sommer erledigt sein wird.
Aber dazu erzähle ich demnächst nochmal ein wenig mehr,
wenn ich die Fotos abschließend gesichtet habe...

Jetzt erst mal durchfegen hier und dann geht es los!