Eine der meistgestellten Fragen beim Themengebiet "Urlaub auf dem Schiff", ich schwöre.
Nicht nur hier, sondern auch im Leben 1.0 ;-)
Und ich hatte ja versprochen, darüber noch was zu schreiben.
Also bitte - here we go.....
Ja, es schaukelt.
Aber nicht schrecklich und auch keinesfalls immer.
Eigentlich sogar eher selten, oft genug auch einfach gar nicht.
Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass man auf den Touren, die wir bisher gefahren sind, die allermeiste Zeit
gar nicht gemerkt hat, dass wir uns mit einem Schiff auf hoher See befinden.
Wenn es mal geschaukelt hat, dann meist recht sachte - das ist zu Beginn ein sehr komisches Gefühl,
aber man gewöhnt sich rasch daran. Mich macht das Schaukeln wuschig im Kopf und lässt mich nicht schlafen -
aber schlecht wird mir davon nicht.
Sicher sind die Menschen da unterschiedlich empfindlich und ich gehörte, gerade auf dem Meer, bisher
nicht zu denen, die da komplett unbeeindruckt blieben - solides Mittelfeld, würde ich sagen.
Man muss hier allerdings anmerken, dass wir bisher immer im Sommer und eher auf den kleinen Meeren
unterwegs waren: Adria, Ostsee, bißchen Nordsee.
Dort erlebten wir auch den bisher einzigen richtigen Sturm, direkt an unserem allerersten Kreuzfahrttag überhaupt.
Damals wäre ich gerne auf der Stelle ausgestiegen, aber mehr deswegen, weil ich dachte, das würde jetzt eine ganze Woche lang so weiterschaukeln - war aber nach zwei Stunden vorbei und zwar für den Rest der Woche ;-)
Ansonsten gelten diese Touren als vergleichsweise harmlos.
Genauso gibt es auch welche, die als besonders schaukelanfällig verschrien sind - die Nordtouren Richtung Island/Spitzbergen, entlang der europäischen Atlantikküste, die Transatlantikrouten natürlich, aber auch
die immer gerne genommenen Kanarenrundfahrten.
Und trotzdem kenne ich Leute, die in den Sturmmonaten auf der Kanarentour keine einzige Welle zu sehen bekamen
und welche, die im August auf der Adria den Besuch in Bari ausfallen lassen mussten, weil das Schiff wegen
wilder Wellen die schmale Hafeneinfahrt nicht passieren konnte.
Man kann es einfach nicht sagen, denn das Wetter ist und bleibt unkalkulierbar.
Man kann nur positiv an die Dinge herangehen und es einfach mal probieren.
Kabinen mittschiffs kann ich wärmstens empfehlen, ganz vorne oder hinten spürt man eventuellen Seegang
mehr als in der Mitte. Und oben mehr als unten.
So ein Kreuzfahrer hat auch, im Gegensatz zu Frachtern oder vielen Fähren, Stabilisatoren, die die Wellenbewegungen
bis zu einem gewissen Grad ausgleichen können.
Kein Vergleich also zu kleineren Schiffen oder gar Paddelbootausflügen ;-)
Man darf auch nicht vergessen, dass man dieser Schaukelei ja keinesfalls hilflos ausgeliefert ist.
Wenn man mal bewusst darauf achtet, sieht man unter den Mitpassagieren gar nicht mal wenige, die ein Pflaster
hinter dem Ohr oder Akkupressurbänder an den Handgelenken tragen.
Auf letztere schwöre ich übrigens auch - gar nicht so sehr auf dem Schiff, auch wenn wir sicherheitshalber immer
welche dabei haben und sie mir bei unserem einzigen richtigen Sturm schon gute Dienste geleistet haben -
damit kann ich im Auto sogar lesen, häkeln und rückwärts fahren.
Ohne eher nicht so gerne ;-)
Neben Pflastern, Druckbändern und Kaugummis gibt es natürlich auch noch die klassischen Tablettenkiller
à la V.omex und Co - im Ernstfall bekommt man die auf Wunsch an der Rezeption rund um die Uhr in die Hand gedrückt -
und im schlimmsten Fall verpasst einem der Schiffsarzt gegen Geld und gute Worte
die ultimative Scheixxegal-Spritze.
Tatsächlich kenne ich bisher aber niemanden, der das mal in Anspruch nehmen musste.
Im Gegenteil berichten die meisten dann doch eher von völlig unspektakulären Wellenerlebnissen.
Man darf da auch nicht die Macht der Psyche unterschätzen....
Ich für meinen Teil war - und bin bis zu einem gewissen Grad immer noch (ich lege zum Schlafen zum Beispiel immer die Seebänder an, weil mein größter Horror ist, nachts aufzuwachen, alles wackelt und dann ist mir ist schlecht und alles zu spät ;-) - ein großer Seegang-Schisser und dazu auch noch mit einem extrem hohen Fluchtinstinkt ausgestattet, was Herdenurlaube, schlimmstenfalls noch mit potenziellem Clubcharakter *würg*, betrifft.
Aber die Wahnsinnseindrücke auf den vielen Landgängen, gepaart mit der Erholung auf dem Wasser (ja, die gibt es, auch bei mehreren tausend Mitfahrern, man muss nur ein bißchen suchen), wirklich sensationellen Sonnenuntergängen, sehr leckerem Essen und bequemen Betten wiegen ein bißchen potenzielles Geschaukel definitiv auf!
Zumindest so alle zwei Jahre einmal, dazwischen nehme ich es gerne weiter individueller *g*
Also - wenn Euch bisher wirklich nur der Gedanke an schwankende Bretter unter den Füßen
von einem Urlaub auf See abgehalten haben sollte:
Einfach mal MACHEN.
Viele Reedereien bieten auch Schnupper- oder Kurzkreuzfahrten an,
zum Ausprobieren sind die wirklich perfekt!
Die Fotos sind übrigens ein buntes Pottpourri aus dreimal einer Woche Seefahrt in den letzten fünf Jahren.
Wie man sieht, war das Meer überall ein Traum, egal ob vor der Küste von Russland, Skandinavien
oder irgendwo in Südosteuropa.
Und egal ob ohne oder mit ein paar Wellen ;-)













