19. April 2021

Quality Couchtime

 ... haben wir momentan ja mehr als reichlich, deswegen habe ich
die Gelegenheit genutzt und endlich meine Handstick-Skills mal wieder
ein wenig aufleben lassen. In meiner Jugend habe ich gestickt wie eine 
Wilde (Wir hatten ja nichts!) und es gab vermutlich keinen noch so
exotischen Stich, den ich nicht kannte und konnte. Ganz
ohne Internet, wohlgemerkt ;-)

Ob das heute auch noch so ist, wird sich zeigen, denn die
nächsten Projekte liegen schon in der Pipeline. Für den Anfang habe
ich mich hier ganz auf den klassischen Kreuzstich konzentriert,
allerdings in einer etwas moderneren Auslegung....


Das Leinen der Tasche, die ich mir zum Besticken ausgesucht hatte, war
allerdings maximal grenzwertig in seiner Fadenstruktur, ich habe 
abends bei Kunstlicht auf meinem Sessel oft ganz schön geflucht - 
besonders, wenn ich die Herzen oder einen neuen Bogen abzählen
musste. So ganz frisch sind meine Augen halt auch nicht mehr...
So langsam verstehe ich meine Oma, die irgendwann nur noch 
kreischbunte Socken gestrickt und die grauen und schwarzen 
Garne schlichtweg verweigert hat *g*


Das Ergebnis ist dann aber doch ganz ordentlich geworden, es hat 
eben nur ein bisschen gedauert... Der Shopper von Dille&Kamille ist
wahnsinnig geräumig und derart aufgehübscht habe ich ihn als
meine Strandtasche 2021 deklariert. Und wenn ich ihn nur zum
Moselstrand oder an den heimischen Pool schleppen werde -
mir doch egal, pffft ;-)

9. April 2021

Corona, Tag 393

Mood.
Weil es auch hierher gehört.
Weil auch ein Nähblog keine coronafreie Zone ist.
Weil es uns verdammt nochmal alle betrifft.


 Über ein Jahr Pandemie - und der nächste Termin, an dem man 
eventuell irgendwas entscheiden wird, steht noch nicht mal mehr fest. 
Muss man mal schauen. 
Jeden Tag stürzt in Deutschland ein Flugzeug ab, voll mit Coronatoten, 
und kaum jemand nimmt es auch nur noch wahr. 
Der Effekt, auf Gewöhnung zu setzen, geht offenbar auch hier voll auf. 
Wir schicken unsere Kinder in die Schule, ungetestet, 
weil halt die Tests noch nicht da sind, 
obwohl wir wissen, wieviel krasser die britische Variante 
in geschlossenen Räumen um sich greift und wie lange 
man schon ansteckend ist, bevor man es überhaupt ahnt. 
Muss ja. 
Die Kinder „dürfen“ ihre Prüfungen schreiben, wir tun einfach so, 
als wäre alles ganz normal. Weil Normalität ja so wichtig ist. 
Zur Not um jeden Preis. 
Es sterben ja nur die Alten. Der letzte Alte, der gestorben ist, 
war so alt wie ich und hatte drei kleine Kinder. 
Die Leute ersticken, alleine, weil Infektionsschutz und so. 
Abschiednehmen unmöglich. Es ist ein grausamer Tod. 
Who cares. 
Man ist ja nicht dabei. 
Reha für Jugendliche mit Long-Covid ist nicht mehr zu bekommen. 
Aber Modellversuche bei steigenden Zahlen sind völlig ok. 
Präsenzunterricht bis zu einer Inzidenz von 200. 
Schauen wir einfach mal, wie es läuft. 
Wird schon irgendwie gutgehen. 
Die Leute wollen das ja. 
Bloß nicht den Kopf für unpopuläre Maßnahmen hinhalten. 
Lieber wegducken und an den Inzidenzen schrauben. 
Menschen mit lösungsorientierter Herangehensweise als ängstlich 
zu framen, ist zur Normalität geworden. 
Dann bleib halt zuhause. 
Ist doch nur ne Grippe. 
Soll mal keiner sagen, das hätte man ja nicht wissen können. 
Spätestens, wenn es einen selbst betrifft. 
Und keine Chance, wenigstens die eigenen Kinder zu schützen, 
man hat ja keine Wahl. Präsenzpflicht. 
Pflicht. 
Wo sonst doch in allen Bereichen die Eigenverantwortung so 
wahnsinnig groß geschrieben wird. 

Diese Pandemie wird mich Jahre meines Lebens kosten - und zwar nicht nur die, 
die ich am Ende zuhause gesessen habe.

 #fuckcorona

(Ich habe diesen Text heute morgen spontan auf instagram veröffentlicht, 
aber eigentlich gehört er hierher ins Blog, meinem Schreibmedium :)

8. April 2021

Bisschen Summervibes

 Ich mag diesen Boho-, leicht makrameeig angehauchten Style,
über den man seit letztem Jahr an jeder Ecke stolpert,
 ausgesprochen gerne. Er vermittelt Urlaubsfeeling, und
das ist ja wohl genau das, was wir gerade alle brauchen....
Da ich aber auf jeden Fall mehr Routine mit Nadeln habe, 
als im Knotenschlingen, habe ich den Look einfach 
mal gehäkelt.


Dieses dicke Jutegarn (super chunky!) faszinierte mich schon lange und
die Farbe passt genau zu unseren Draußenkissen - es sollte also etwas
werden, um die Balkonwand zu verschönern. Dieses Granny war
schnell gehäkelt und wurde nochmal deutlich größer, als ich es
erwartet hatte. Kein Wunder eigentlich mit einer 12er Nadel ;-)
Den Ast habe ich auf meinen Spaziergängen in den Weinbergen
entdeckt, entrindet und fertig war der Look.

Jetzt fehlt nur noch das passende Frühlingswetter - das, was
hier seit zwei Tagen vom Himmel kommt, ist mit den
aktuellen Coronabedürfnissen (Spazieren!!) und 
Schulnotwendigkeiten (Lüften!!) nur schwer zu vereinbaren ;)
Zum Glück ist heute wieder Zuhausetag, da kann man
wenigstens Kakao kochen...

2. April 2021

Ostern ist, was man draus macht

 Und genau deswegen ist genau dieses Jahr das richtige 
für goldgesprenkelte Eier, oder?


Die Eierfarbe versprach zwar deutlich mehr Pastell, als am Ende dabei
herauskam, aber es war gerade noch so ok, um das Goldglitzer 
zur Geltung zu bringen. In der Realität funkelt es auch nochmal 
mehr als auf den Bildern ;-) Für die goldenen Sprenkel habe ich
flüssige Lebensmittelfarbe genommen, die ich mit einem 
Borstenpinsel aufgespritzt habe - einfach feste mit dem Finger 
durch die Borsten flitschen, trocknen lassen (und hinterher gegebenenfalls
gründlich die Küche putzen. Wobei goldgesprenkelte Fliesen auch
durchaus stimmungsaufhellend wirken können *g*) 

Wir haben, genau wie im letzten Jahr, nur sechs Eier gefärbt -
verschenken werden wir keine, Besuch bekommen wir auch nicht,
zum Osterfrühstück gibt es Eiertoast-Muffins und die sechs Eier
reichen absolut zum Verstecken und den anschließenden, traditionellen
Eiersalat am Ostermontag. Pragmatisch können wir!

27. März 2021

Hefe-Butterkuchen mit Knusperrahm

 Ihr wolltet das Rezept für den Rahmkuchen, Ihr bekommt das 
Rezept für den Rahmkuchen :) Die Kombination aus fluffigem Hefeteig 
und saftigem Topping ist einfach toll und passt ganz wunderbar zu dem
usseligen Wetter, das wir hier heute wieder haben…


Für den Teig 500 Gramm Mehl mit 100 Gramm Zucker, einer Prise Salz und
zwei Päckchen Trockenhefe vermischen. 250 ml Milch zusammen mit
100 Gramm Butter leicht erwärmen und zur Mehlmischung geben, ebenso 
ein Ei. Alternativ kann man natürlich auch einen Würfel frische Hefe in der 
Milch-Butter-Lösung auflösen. Wichtig ist in beiden Fällen nur, dass
die Milch nicht zu warm ist, handwarm ist perfekt. Bei höheren
Temperaturen geht die Hefe kaputt und das ist eigentlich wirklich das 
Einzige, was bei Hefeteig schiefgehen kann ;-)

Alles zu einem Teig verkneten, je länger, desto fluffiger wird
der Kuchen später. Fünf Minuten sind gut. Der Teig sollte weich sein,
sich aber elastisch vom Schüsselrand lösen. Die Schüssel abdecken
und den Teig an einem warmen Ort mindestens eine Stunde lang gehen 
lassen, bis sich das Volumen des Teigs verdoppelt hat.

Ein Backblech einfetten oder mit Backpapier auslegen und den Teig
auf dem Boden verteilen und in die Ecken drücken. Mit der Hand
geht das sehr gut, man muss ihn nicht ausrollen. Anschließend
mehrmals mit einer Gabel einstechen.


Für den Belag 100 Gramm Butter in Flöckchen auf dem Teig verteilen.
Zwei Becher Schmand mit einem halben Becher Sahne und
50 Gramm Zucker verrühren und auf dem Teig verstreichen. Mit
50 Gramm Zucker bestreuen und nochmal gehen lassen, während 
der Ofen vorheizt. Bei 170 Grad (Umluft) etwa 20 Minuten lang backen, 
bis sich die Teigränder bräunen. Dann die Temperatur für etwa fünf 
Minuten auf 190 Grad hochstellen, um die Oberfläche noch ein bisschen mehr 
zu überknuspern. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und direkt nochmals 
mit etwa 50 Gramm Zucker bestreuen.

Abkühlen lassen (wenigstens einigermaßen ;-) und genießen.
Guten Appetit ♥

23. März 2021

Schlamperle

 Ich muss Euch dringend noch dieses Stifte-Etui zeigen,
das ich schon vor einer ganzen Weile genäht habe, aus einem
meiner allerliebsten Favorite-Stoffe, den Retro-Astronaut:innen :)


Wieder mal ein klassisches Schlamper-Mäppchen mit umlaufendem Reißverschluss,
die sind für Kinder sehr gut zu handhaben, es passt erstaunlich viel rein,
man hat in geöffnetem Zustand einen guten Überblick über den Inhalt...


... und durch die Lasche am Reißverschlussende lässt es sich auch
einfach zuziehen. Ob ich so welche wohl auch mal für den
Shop nähen sollte?


Dieses hier jedenfalls habe ich verschenkt, mit einer Grundfüllung und natürlich 
auch wieder mit den tollen Hautfarben, von denen ich hier mittlerweile
immer ein/zwei Exemplare auf Vorrat liegen habe - einfach, weil ich den
Vielfalt-Gedanken dahinter so gerne weitergeben mag ♥

(Werbung aus Überzeugung, selbstverständlich selbstbezahlt ;-)

19. März 2021

Ostern aus Vorräten bestreiten II

 Ganz ehrlich, ich bin ja ein Riesenfan von UWYH (= Use What You Have) und unsere 
Bastel- und Handarbeitsvorräte sind mehr als üppig und vor allem auch vielfältig.
Aber wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es doch, dass ich unsere
Osterdeko im nächsten Jahr mal wieder einfach nach Lust und Laune in 
irgendeinem Laden da draußen zusammenkaufen kann, und zwar nicht, 
weil es halt erlaubt ist, sondern einfach, weil die Pandemielage 
es wieder hergibt. Oder es einfach keine Pandemie mehr gibt.
Das wäre schön.


Aber gut, wir sind ja hier nicht bei Wünsch-Dir-was und objektiv betrachtet
gibt es gerade einfach so gar keinen Grund, für sowas Unwichtiges wie Osterdeko
die Läden unsicher zu machen. Also bleiben wir weiter nach Kräften zuhause und
nutzen, was wir da haben.


Im aktuellen Fall waren das eine Handvoll Mini-Pompoms in rosa, 
mit deren Hilfe wir den trockenen Weihnachtszweig in einen ausgesprochen 
stimmungsaufhellenden Osterzweig verwandelt haben, indem wir ihm mithilfe 
der Heißklebepistole ein paar schicke Fake-Weidekätzchen verpasst haben.
Dazu Vasen und Lichter aus dem Bestand, Buchsbaum fürs Kränzchen
aus dem Garten und eine Hyazinthe vom Blumenladen, der dankenswerterweise
auch weiterhin kontaktlosen Treppenverkauf anbietet.


Und weil es so Spass gemacht hat mit der Heißklebepistole, haben wir auch
noch ein paar frische Weidenzweige pompomisiert, auch wenn da schon
ganz echte Kätzchen dran waren. Ich denke, auch in diesem Jahr ist
damit Rosa als Grundfarbe für Ostern gesetzt ;-)

Und jetzt werden wir mal schauen, was die Dekokiste noch so alles hergibt.
2015 hatte ich Euch die Osterbeiträge der vergangenen Jahre hier
mal alle zusammengesammelt. Aber das ist schon so lange her, ich
sollte das eventuell wirklich mal wieder aktualisieren...