1. Dezember 2021

Handgestickt

Es ist Dezember, Freunde!
Zeit, sich Gedanken über Weihnachtsgeschenke zu machen :)
Ich bin da zugebenermaßen immer Team "Der frühe Vogel"
und beginne schon mit dem Ende der Sommerferien, mir
Gedanken zu machen und eine Liste zu schreiben...


Einmal, weil ich es wirklich, wirklich hasse, mich im Dezember 
durch die Geschäfte zu quälen. Im Dezember möchte ich mit Kerzen
zuhause sitzen, Plätzchen essen und Weihnachtsfilme gucken.
Mehr. Nicht. Die Geschenke haben dann bitte schon eingepackt in der
Ecke zu liegen. Außerdem mache ich ja viele Geschenke selber und
das empfiehlt sich wirklich nicht auf den letzten Drücker, wenn
man eine einigermaßen entspannte Vorweihnachtszeit haben möchte.


Deswegen habe ich auch schon im September bei unserem einzigen
Ausflug ins luxemburgische Shoppingcenter in diesem Jahr gleich drei dieser
wunderbar simplen Canvastaschen gekauft, weil die aufgesetzte Tasche 
wirklich unglaublich laut "Bestick mich!" schrie ;-)
Garn und Muster habe ich in Mengen zuhause und es dauerte dann 
bloß auch noch die ein oder andere Woche, bis ich mich entschieden
hatte.


Fürs erste Motiv habe ich eine der bunten Blumenwiesen von 
and other adventures gewählt, weil die in ihrem Format einfach 
perfekt für die quadratische Tasche war und die filigranen 
Blumen einen schönen Kontrast zu dem groben Canvas bilden.


Wider Erwarten ging das Besticken recht einfach von der Hand, ohne 
dass ich die aufgesetzte Tasche abtrennen musste. Da war ich mir
anfangs nicht sicher. Allerdings waren die vielen Knötchenstiche eine
echte Herausforderung für meine Fingerkuppen. Der Fingerhut
half nur bedingt, aber der Mann reichte mir irgendwann eine
Kombizange an und damit ließ sich die Nadel tatsächlich an den 
neuralgischen Punkten wie durch Butter ziehen... War bestimmt
ein interessanter Anblick, mit Nadel und Kombizange auf der
Couch *g* Das Ergebnis überzeugt mich allerdings derart, 
dass ich für die zweite Tasche wieder dasselbe Muster gewählt 
habe - diesmal allerdings ein bisschen mehr Ton in Ton.

23. November 2021

Schnell gehäkeltes Hängekörbchen DIY

 Womit ich in den vergangenen Monaten wirklich viel Zeit verbracht habe,
waren kleine, unkomplizierte Projekte, die ich abends auf der Couch
erledigen konnte, ohne mein pandemiegeplagtes Hirn noch zusätzlich
über Gebühr strapazieren zu müssen und die trotzdem schnelle
und schöne Erfolgserlebnisse versprachen. 
Eines dieser Projekte war dieses schnelle Hängekörbchen aus dickem
Zpagetti-Garn, das mit einer 12er Nadel an einem Abend gehäkelt war.


 Das Körbchen wird mit festen Maschen in Spiralen gehäkelt, wobei die festen 
Maschen immer nur in das hintere Maschenglied der Vorrunde gehäkelt werden.
Der Durchmesser beträgt am Ende, abhängig davon, wie fest man häkelt,
etwa 30 Zentimeter. Gehäkelt habe ich mit einer 12er Nadel und 
einem Knäuel Jerseystreifen-Garn (Hooked Zpagetti). 

Beginne mit einem magischen Ring und häkle dort hinein 8 feste Maschen (fM).
Dies ist die erste Runde. Zu Beginn jeder neuen Runde setzt Du am besten
einen Maschenmarkierer, so kann man besser nachzählen. Von Runde 2 bis 7
wird nun regelmäßig zugenommen.

Runde 2: Zwei feste Maschen in jede Masche der Vorrunde (=16).
Beachte nochmal, dass dabei immer nur in das hintere Maschenglied 
der Vorrunde eingestochen wird. Das gilt auch für alle weiteren Runden.

Runde 3: Eine feste Masche in die erste Masche der Vorrunde und zwei 
feste Maschen auf einmal in die nächste. Immer abwechselnd fortfahren 
 (1fM, 2fM in die nächste Masche) bis zum Rundenende (=24).

Runde 4: Jetzt häkelst Du je eine feste Maschen in die zwei ersten Maschen
der Vorrunde, dann zwei feste Maschen auf einmal in die dritte.
So wiederholen (2fM, 2fM in die nächste Masche) bis zum
Rundenende (=32)

In den nächsten Runden kommt immer eine weitere einzelne feste Masche
zwischen den doppelten dazu, also 
3fM, 2fM in die nächste Masche (Runde 5 = 40) 
4fM, 2 fM in die nächste Masche (Runde 6 = 48)
5fM, 2fM in die nächste Masche (Runde 7 = 56)
Immer wiederholen bis zum Ende der Runde und immer daran denken,
dass immer nur in das hintere Maschenglied der Vorrunde 
eingehäkelt wird.

In den Runden 8-12 häkelst Du immer eine feste Masche in jede
Masche der Vorrunde, es bleibt also bei 56 Maschen.
Danach geht es an die Abnahme:

Runde 13: Fünf feste Maschen in die fünf Maschen der Vorrunde, danach
zwei feste Maschen zusammenhäkeln. Wiederholen bis zum Rundenende (=48).

In den folgenden Runden ist dann jeweils eine feste Masche weniger 
zwischen dem Zusammenhäkeln, also 
4fM, 2fM zusammenhäkeln (Runde 14 = 40)
3fM, 2fM zusammenhäkeln (Runde 15 = 32).

Runde 16: Eine feste Masche in jede Masche der Vorrunde (=32).

Runde 17: Eine Kettmasche in jede Masche der Vorrunde (=32).

Aufhängeschlaufe: Acht Luftmaschen als Kette häkeln, das
Ende nahe am Beginn der Kette mit einer Kettmasche sichern
und dann entlang der Luftmaschenkette mit festen Maschen
zurückarbeiten. Mit einer Masche in die letzte Korbreihe 
sichern und abketten. Alternativ kann man auch auf die 
Schlaufe verzichten und zum Beispiel einen Lederriemen
mit Öse einfädeln.


Das sind wirklich nicht viele Runden, oder? 
Und durch das dicke, weiche Garn auch wirklich schnell weggehäkelt.
Zum Glück liegen hier noch zwei weitere weiße Knäuel - diese Körbchen
habe ich nämlich für unsere Hängeleiste im Bad gedacht, für jede*n
von uns eines. Es stehen nun ja wieder viele weitere 
dunkle Winterabende auf der Couch an ;-)

12. November 2021

12 von 12 { Nov 2021 }

  Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - 
so funktioniert 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, 
seht Ihr wie immer hier bei Caro in der Liste


Früh auf, erst mal Nachrichtenlage.
Tjanun, wer hätte es auch ahnen können!?
Ok, nahezu jede, die Mathe und Bio in der Mittelstufe nicht
völlig verpennt hat. Aber das scheinen ja dann doch eher
viele zu sein. Nun denn. Verbringen wir halt mal wieder 
den Winter zuhause. Irgendjemand muss es ja wohl tun.


Schulweg mit der Missi. Stau. Nebel. November.
Fantastisch. Unterwegs fällt mir auf, dass das Auto, das der Mann die
letzten Tage gefahren hat, total leer ist. Also fahre ich direkt 
weiter zum Tanken.


Unterwegs fällt der Biomüll im Kofferraum genau so rechtzeitig um, 
dass ich dran denke, zur Wertstoffinsel abzubiegen.
Immerhin. Der Nebel sieht nicht so aus, als würde er heute
nochmal verschwinden. Inversionswetter sucks.


Tanken. Bin ich froh, wenn das bald ein Ende hat.
Also das mit dem Tanken. Das mit der Maske geht schon
klar. Muss ja. Wenn's weiter nix wäre...


Damit der Weg sich auch maximal lohnt, gehe ich auch noch
schnell in den Supermarkt. Zeugs kaufen, das es bei uns nicht gibt oder
hier in Luxemburg leckerer ist. Salzbutter zum Beispiel. Natron in
ordentlichen Gebinden. Galettes. Die italienischen Lieblings-
Frühstückskekse der Missi. Oder sowas abgefahrenes wie
regionale, laktosefreie Milch.


Wieder zuhause gibt's endlich Frühstück. Zum Glück ist mir
unterwegs eingefallen, dass noch eine letzte Martinsbrezel von
gestern übrig ist. Sonst hätte ich eventuell noch was Gesundes 
gefrühstückt. (Rezept von hier, beste Martinsbrezeln der Welt!
Wir machen sie allerdings ohne Schokolade und Zimt, 
soviel Tradition muss sein ;-)


Den Rest des Vormittags (und den halben Nachmittag) verbringe ich
in der Kleinen Werkstatt. Noch zwei Wochen, dann ist Winterpause.


Heute gibt es Schlemmerfisch. Nebenbei höre ich Podcast
und mache eine To Do-Liste fürs Wochenende.
Überhaupt: Wochenende! Hurra!


Die Missi kommt mit der Großen nach Hause, die hatte nur
zwei Stunden, was ihr sehr zupass kommt, denn sie muss gerade
viel lernen. Der Fisch ist pünktlich fertig und der Reis hat auch
nur noch ein klitzekleines bisschen Biss ;-)
Dieses Essen mögen übrigens beide Kinder sehr gerne - das
passiert so selten, das verdient eine Erwähnung.


Die aktuelle Weltlage schreit nach Comfortfood.
Die Kinder tun was für die Schule und für mich ruft dann wohl 
der Haushalt. Morgen möchte ich mal wieder für mich nähen 
und die erste Weihnachtsdeko im Haus auswildern.
Von wegen Zuhause bleiben und Kontakte reduzieren und so.
Gut, wenn dann alles andere schon erledigt ist.


Die Siebziger haben angerufen und wollen ihr Zimtwaffeleisen
zurück. Ok, in Wahrheit will es nur meine Schwiegermutter 
ausleihen und ich bin total stolz, dass ich es auf Anhieb 
gefunden habe. Können wir mal bitte darüber reden, wieviel mehr
Mühe man sich früher beim Design von Haushaltsgeräten gegeben hat?
Wieviel weniger Plastik verbaut wurde?
Und dass sie offenbar für die Ewigkeit gemacht wurden?


Aaahhmtessen!
Die luxemburgischen Chickenburger-Patties von heute morgen
zusammen mit Brötchen aus dem Vorrat und einem Belegeteller.
Danach lernt die Große weiter, die Missi telefoniert mit
ihrer liebsten Freundin und für den Mann und mich ruft die Couch.
Ganz, ganz laut!

9. November 2021

Ein Dinkelkissen für den Nacken

 Nacken - Dauerbaustelle Nummer Eins, die ich aber im Moment
dank Dauer-Physio leidlich gut im Griff habe. Wichtig ist nur, das
Genick nach den Physio-Einheiten ordentlich warm zu halten,
sonst fühle ich mich am nächsten Tag wie frisch 
verprügelt... 


Da ich aber nicht zweimal in der Woche stundenlang mit der Wärmflasche
auf der Couch rumliegen kann will, habe ich mir eine etwas 
anpassungsfähigere Alternative genäht, mit der ich zumindest 
auch gut am Schreibtisch sitzen kann. Jaja, vermutlich nicht so
richtig im Sinne der Erfinder, aber irgendwie muss man das
normale Leben und die Malaisen ja unter einen Hut bekommen ;)


Den Schnitt für dieses praktische Körnerkissen, das man in der
Mikrowelle erhitzen kann, habe ich hier bei ars textura gefunden.
Das Inlet habe ich aus einem Nesselrest genäht und mit 
Dinkelkörnern gefüllt. Und vierzig Jahre lang ordentlich 
durchgewaschener Graziela-Klee bildet natürlich die perfekte 
Grundlage für den Außenbezug.

Im Praxistest absolut perfekt fürs Genick - aber auch,
um mal eben spontan die Füße zu wärmen!



26. Oktober 2021

Mein insta-Wochenende im Nord-Pas-de-Calais

 Viele Bilder, die ich Euch schnell da lassen möchte, denn es war wirklich 
wunderschön, dieses eine Wochenende in der allernördlichsten 
Ecke Frankreichs. 

Dringend wollten wir in den Herbstferien nochmal ein paar Tage
 ans Meer - und da Holland total überlaufen war und
wir die belgische Küste nicht so arg mögen, wurde es diesmal das
Nord-Pas-de-Calais. Von uns aus ist das eigentlich das am schnellsten zu
erreichende Stück Meer, nur die belgische Küste wäre noch zehn
Minuten näher. Aber dafür ist die französische Küste dann auch 
mindestens zehnmal schöner. Ok, dafür sind die Fritten zehn mal schlechter,
da muss man dann vermutlich nach Prioritäten entscheiden ;-)


Tatsächlich hat uns das Meer dann aber ganz schnell für die vielen (wirklich 
abgrundtief schlechten - ehrlich, wenn Ihr ins Nord-Pas-de-Calais fahrt, esst
keine Pommes. Nirgendwo. Auch nicht beim Goldenen M. Oder steckt Euch Salz ein. 
Viel Salz.) Totalausfall-Fritten entschädigt. Hach. Die Küste ist wahnsinnig 
abwechslungsreich. Von unglaublich breiten Sandstränden und Dünen bei 
Dunkerque bis zu den Kaps und Steilküsten südlich von Calais ist alles dabei. 
Und zwar fast ganz ohne den lückenlosen Betonbrutalismus,
 den die belgische Küste ein paar Kilometer weiter nördlich prägt. Außerdem
 hat man stellenweise auch einen sagenhaften Blick auf die Kreidefelsen 
von Dover.


Gewohnt haben wir in einem ausgesprochen hübschen kleinen Appartment mit 
wahnsinnig netten Vermietern in Dunkerque/Duinkerke/Dunkirk/Dünkirchen
(sucht Euch was aus ;-) - direkt am Strand und mit Blick auf die Gezeiten.
Das Wetter war, ganz entgegen der Vorhersagen, wunderschön - und nur 
deswegen ließ ich mich breitschlagen, das Bett am tiefen Fenster doch das ein 
oder andere Mal zu verlassen. (Am ersten Tag konnten sie mich auch noch
mit der Aussicht auf Pommes locken, spätestens am dritten hatte das 
aber keinerlei Erfolg mehr. Im Gegenteil *g*)


Die beiden Kaps südlich von Calais, Cap Blanc-Nez und Cap Gris-Nez, habe ich 
ganz besonders ins Herz geschlossen. Ich habe zugegebenermaßen eine Schwäche 
für Kaps und diese hier erinnerten dann auch noch frappierend denen in der 
Bretagne - bekanntermaßen für mich ja eine der schönsten Gegenden auf der 
ganzen Welt. Und hier dann: die Vegetation, die Farbe des Meeres (tbh, auch die 
Bunker und die vielen Bombenkrater) - es war, als hätte uns jemand mal eben knapp
 1000 Kilometer weitergebeamt. Dieser eine Tag in der Fake-Bretagne hat definitiv 
mehr für meine innere Ausgeglichenheit getan als alle anderen Urlaubstage zusammen.
Ich liebe es einfach so sehr!


Bunker begleiten einen in dieser Gegend, ähnlich, wie in der Normandie, an jeder 
Ecke - in Gärten, auf Pferdeweiden, als Keller, Wohnhäuser, Museen, oder am Strand.
Unser Strand direkt vor der Haustür sah ein bisschen so aus, als hätte ein Riese
die Betonwürfel mal eben mit lässiger Hand verstreut. Viele sind inzwischen 
freigeschwemmt oder Dünen heruntergerutscht. Entfernen kann man die 
Überbleibsel des Atlantikwalls nicht so einfach (sollte man auch nicht,
ein bisschen Erinnerung an das, was passiert, wenn Menschen nicht alle Kraft
darauf verwenden, friedlich zusammenzuleben, schadet in der heutigen Zeit
sicher nicht...), wohl aber optisch verschönern.


Unsere Tage bestanden hauptsächlich aus langen Spaziergängen, ein bisschen 
Radfahren und daraus, Essen in unsere Höhle zu schleppen. Die Saison an der 
Küste war schon weitestgehend beendet, was uns sehr entgegenkam, denn wir wollten 
ja explizit in eine nicht so volle Gegend ;-) Das ist uns auch hervorragend gelungen, 
nur die Supermärkte sollte man momentan samstags wohl meiden, die sind fest
in der Hand von britischen Einkaufstouristen, die sich dort die Autos mit
Lebensmitteln volladen. Wie kommt's nur? 


England haben wir leider nicht gesehen - die Missi wäre sehr gerne einmal mit der 
Fähre rübergefahren für einen weiteren Länderpunkt (immerhin konnte man das
Dover Castle schon SEHEN und ihre Englandreise mit der Schule ist Corona
und dem Brexit zum Opfer gefallen), aber wir hatten leider zufällig gerade 
unsere Reisepässe nicht dabei - aber dafür haben wir auf der Rückfahrt dann
noch eine Stadt besucht, die ohne zu übertreiben schon seit mindestens 20 Jahren
auf unserer Bucket List steht: Dinant in Belgien :-)
Diese einmalige Kombination aus Maas, bunten Häuschen, Kathedrale
und Felsen-Zitadelle verdient nicht umsonst das Prädikat "Bilderbuchstadt".
Wir haben uns auf einem Spaziergang durch die Straßen Essen besorgt
und dann einfach nur im Auto am gegenüberliegenden Flussufer 
gesessen und das Bild auf uns wirken lassen. Sensationell!
Keine Ahnung, warum wir es bisher nicht in die Stadt geschafft haben, von 
zuhause ist sie nämlich maximal zwei Stunden mit dem Auto entfernt.
Jedenfalls kommen wir ganz sicher nochmal ausführlich im Sommer 
wieder. Und zwar nicht erst im Sommer in 20 Jahren. 
Fester Vorsatz!

22. Oktober 2021

Haferflocken-Bratlinge

 Wir sind in unserem Haushalt ja sehr glücklich mit den vielen
vegetarischen und veganen Ersatzprodukten, die es inzwischen so zu
kaufen gibt. Ich finde die auch gar nicht verwerflich und die ganze
"Da wollen sie kein Fleisch essen und suchen aber ständig nach etwas,
das genauso schmeckt"-Argumentation ziemlich creepy. Die meisten
Menschen essen ja nicht deswegen kein Fleisch, weil es ihnen nicht
schmeckt. Abgefahren, ich weiß ;-) Hier im Haus isst tatsächlich 
auch niemand ausschließlich vegetarisch, aber trotzdem versuchen wir,
unseren Fleischkonsum sehr, sehr niedrig zu halten - nicht zuletzt auch 
deswegen, weil "gutes" Fleisch ja nun erheblich teurer ist als 
"konventionelles" (beides Begriffe, mit denen ich Probleme habe,
deswegen die Gänsefüßchen ;-) Da bleibt eigentlich nur, die
Menge drastisch zu reduzieren. Win-win. (Außerdem bin ich ja
generell eine Verfechterin des Die-Menge-macht-das-Gift, deswegen
gibt es hier quasi nichts, was es nicht gibt, nur die Bilanz muss
stimmen. Aber das ist nun wirklich ein völlig anderes Thema...)


Da Letzeres allerdings durchaus auch für Convenience-Produkte gilt, die häufig
nicht nur eine zweifelhaft lange Zutatenliste haben, sondern meist auch
in überflüssig viel Plastik verpackt sind, sind wir immer auf der Suche nach
leckeren, selbstgemachten Alternativen. Diese Bratlinge auf Haferflocken-Basis
erwiesen sich dabei als echter Knaller - als Hackbällchenersatz oder Salatbeilage
zu den Mahlzeiten (auch wenn sie wirklich nicht nach Hackbällchen schmecken,
aber sie schmecken eben GUT, außen knusprig und innen saftig ;-) oder 
kalt in der Brotdose oder als Zwischenmahlzeit auf die Hand. Sie sind nicht vegan
 (das ist hier immer superpraktisch bei drei von vier laktoseintoleranten Familienmitgliedern),
aber vegetarisch und lassen sich auch laktosefrei zubereiten.
Fertigmischung adé, die hat hier seither niemand mehr angefasst.

Mögt Ihr auch?

100 Gramm Haferflocken, 35 Gramm Cornflakes,
200 Gramm (laktosefreien) Hüttenkäse, drei Eier und eine fein gewürfelte
Zwiebel mit etwas kleingehackter Petersilie gründlich vermischen. 
Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen und eine gute Stunde abgedeckt 
ziehen lassen. Der Teig ist ziemlich wandelbar, man kann auch noch
geriebenen Käse oder Zucchini mit hineingeben oder völlig anders würzen -
scharf oder mit Gyrosgewürz zum Beispiel.

Aus dem Teig zwölf bis 15 gleichgroße Portionen abstechen und zu Bällchen
formen. Die Größe ist Geschmackssache, ähnlich wie bei Hackbällchen, aber
zu klein sollten sie nicht werden, damit sie innen saftig bleiben.
Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Bällchen bei mittlerer Hitze
rundherum goldgelb anbraten.

Guten Appetit ♥

8. Oktober 2021

Eine Bettschlange

 ... ganz für mich alleine :)
Das war ein langgehegter Wunsch von mir und nun habe ich es
endlich mal geschafft.


Im Sinne der optimalen Stoffverwertung habe ich sie aus diversen großen
Stoffquadraten genäht - hauptsächlich grau, das passt gut in unser 
Schlafzimmer, kombiniert mit ein bisschen senfgelb und einem
Rest Kinderstoff.


Insgesamt ist die Schlange zwei Meter lang, also exakt so
wie unsere Matratzen. So kann ich sie als Ergänzung zu meinem
Seitenschläferkissen genauso nutzen, wie zusammengetüdelt
als zusätzliches Kissen. Ja, ich mag viele Kissen im Bett.
SEHR viele Kissen!


Die Größe der Quadrate hatte ich anhand der Seitenlänge eines meiner 
Reststücke gewählt. Um den passenden Kreisdurchmesser für das
Endstück zu ermitteln, musste ich deswegen tatsächlich meine eingerosteten
Mathekenntnisse rektivieren. Da war doch was mit Pi?

Tatsächlich ist es ganz einfach:
Radius = Umfang:(2xPi)

Mein Umfang war 41 cm, ergab einen Radius von 6,5.
Nahtzugabe dazu, also bei mir 7 cm. Auf dem Zirkel einstellen,
Kreis zeichnen, fertig. Passte wie angegossen.

Man kann sich den Radius aber zum Beispiel auch
hier ganz ohne eigenen Hirnschmalz ausrechnen lassen ;-)


Da liegt es nun also in meinem Bett, das kuschelige Schätzchen und ich
habe sogar meinen Sack Füllwatte bis auf den letzten Fitzel aufgebraucht.
Das ist natürlich erfreulich, schließlich möchte ich meinen Materialschrank
deutlich erleichtern. Allerdings haben inzwischen beide Kinder
ebenfalls den Wunsch nach solch einer kuscheligen Schlange
geäußert, also bestelle ich wohl einfach mal den nächsten Karton
Füllwatte... So wird das nix!

Ansonsten?
Hier beginnen heute die Herbstferien. Die Freude ist groß,
auch wenn die Große quasi durchlernen muss, weil sie unmittelbar danach
ihre Vorabi-Arbeiten schreibt und auch das richtige Abi inzwischen
verdammt nah ist - in drei Monaten geht’s los... Die Missi
hat am Wochenende Turnier und auch noch ein paar Schulsachen 
auf dem Zettel, klassische Herbstferien eben. Aber alleine das
morgendliche Ausschlafen ist schon purer Luxus und wir werden
auch schauen, dass wir uns wenigstens ein Wochenende 
lang nochmal irgendwo auslüften können. Und ich persönlich werde
die Zeit nutzen, aus Chronistengründen endlich mal die 
Sommerfotos hier ins Blog zu bekommen...

Kommt gut ins Wochenende!