5. April 2020

Tagebuchbloggen { 5. April 2020 }

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.
Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer später hier.

Gegen halb acht: Ich bin so mittel wach, genieße die Helligkeit
draußen und das Vogelkonzert durch das offene Fenster. Unser Bett ist sowieso
der tollste Ort auf der ganzen Welt, aber in der momentanen Situation besonders.
Irgendwann steht der Mann auf, ich schlafe wieder ein.

8.30 Uhr: Endgültig wach. Ich höre den Mann und die Missi im Wohnzimmer lachen,
vermutlich sehen sie fern. Ich entscheide mich fürs Liegenbleiben und
greife zum aktuellen Buch.

9 Uhr: Der Mann macht Frühstück und klappert mit Tellern und Türen.
Echt spät für seine Verhältnisse, der ist auch schon im Corona-Groove,
zumindest am Wochenende. Die Missi schlüpft zu mir ins Bett,
wir kuscheln eine Runde und planen den Tag. Sie hat noch ein
bisschen was für die Schule zu tun.

9.30 Uhr: Der Mann und ich sitzen beim Frühstück. Wir beschließen,
uns einen sehr gemütlichen Tag zu machen, mit Garten, Buch und Grillen.
Eigentlich, ohne fucking Corona, wären wir gerade nämlich in Dortmund,
beim leckeren Hotelfrühstück sitzend, phantastisch gelaunt nach einem
grandiosen Bayernsieg gestern abend im Signal Iduna-Park. Tjanun.
Wäre schön gewesen. Wir werden versuchen, das heute ein
wenig auszugleichen ;-)


10 Uhr: Der Mann verschwindet im Bad, ich räume die Kissen auf Balkon und Terrasse
und gehe dann in die Waschküche, um die Wäsche, die am frühen Morgen
durchgelaufen ist, aufzuhängen. Spitzenplan, aber leider vereitelt den die Technik,
denn das Bullauge der Waschmaschine geht aus unerfindlichen Gründen nicht
auf. Hmpf. Vertage auf später, da muss der Fach-Mann gucken....

10.30 Uhr: Die Missi hat inzwischen auch gefrühstückt und ich nötige 
die Große aus dem Bett. Die wollte nämlich Fladenbrot zum Grillen
beisteuern und das muss ja nun doch eine Weile gehen.
Sie setzt also Teig an (Hefe und Mehl gibt es in diesem Haushalt immer
in rauen Mengen und selten war ich so dankbar dafür wie im Moment!)
und frühstückt zwischendurch, während ich unsere Lebensmittelbestellung
für morgen noch ergänze. Der Abholservice ist im Moment so gefragt, 
dass es schwer ist, überhaupt noch freie Abhol-Slots zu ergattern,
deswegen bestelle ich inzwischen oft schon, bevor der Wochenplan 
überhaupt endgültig steht und muss dann eben gegebenenfalls nochmal
nachlegen... Aber alles ist besser, als selbst einzukaufen ;-)
Die Missi sitzt ebenfalls mit am Küchentisch und löst Hörverstehen-
Aufgaben für Englisch - das hatten wir unter der Woche irgendwie
komplett übersehen, oh dear, deswegen nun also jetzt....

11.30 Uhr: Die Große hat dem Mann die Haare geschnitten, der Glückliche.
Jetzt bin ich die einzige im Haus mit Krähennest. Einem ziemlich grauen noch dazu.
Denn wenn man schon seit Dezember denkt, dass man wirklich dringend mal
zum Friseur müsste und dann sind plötzlich alle zu, dann ist man halt 
angeschmiert *g* Aber gut, sieht mich ja weiter eh niemand...
Beschränke ich mich also auch heute aufs Gemüseschnippeln, 
ich freue mich schon seit Tagen auf lauwarmen Fenchel-Linsen-Salat
und heute zum Grillen passt der perfekt.

12 Uhr: Der Mann guckt nach der Waschmaschine und dem ersten Gemüse in
den Hochbeeten, die Missi schreibt eine Fabel, die sie bis morgen früh
braucht, denn dann ist zum ersten Mal Deutsch im virtuellen Klassenzimmer.
Ich schreibe hier den Vormittag auf, und gerade, als ich beim Linsensalat angekommen
bin, irritiert mich strenger Geruch aus der Küche. Linsen angebrannt, zefix. 
Meine Multitaskingfähigkeiten lassen in der momentanen Situation
rapide nach. Dann klingelt es auch noch und ich muss zum wiederholten Male
(nicht für heute, aber insgesamt) einem Kind aus dem Dorf verklickern, dass
wir das mit der Kontaktbeschränkung wirklich ernst nehmen und NEIN, sie
kann auch nicht bei uns spielen, so wie vorher und hinterher vermutlich
noch bei x anderen, VERDAMMTE HACKE. Isses denn so schwer?
Die Missi rollt nur mit den Augen, sie kennt das schon.
(Unsere Kinder haben das nach Faktenlage übrigens selbst so entschieden, ihre 
Kontakte ganz auf Null zu reduzieren, wir Eltern hätten eigentlich die jeweils beste
Freundin (die praktischerweise Schwestern sind und deren Eltern das ähnlich
strikt halten) zu treffen ok gefunden, wenigstens zum Spazieren oder so und 
ebenso den Freund der Großen. Aber ich glaube, die Kinder wollen einfach, dass
das alles so schnell wie möglich vorbei ist und das ist eben ihr Beitrag...
Sie telefonieren (oder vergleichbares) halt viel, oft stundenlang, mal schauen,
wie lange ihnen das reicht. Im Moment sind sie beide guter Dinge ;-)
Ich bin jedenfalls nicht bereit, meine Linsensalat-Idee zu begraben und
setze grummelnd einen neuen Topf auf.

12.30 Uhr: Der Mann macht Feuer, die Große hat im Garten Sport gemacht
und kommt jetzt völlig erledigt rein und beordert ihre Schwester zu 
Küchenhilfsdiensten. Die eine formt Fladenbrot, die andere reibt den
Käse für die Füllung. Waschmaschine ist repariert, also zweiter Aufhängversuch
für mich.


13.30 Uhr: Der Mann hat das Gemüse und das Fleisch auf dem Grill, die Große
überwacht die Fladenbrote und rührt noch schnell Tomatenbutter zusammen,
die gewöhnungsbedürftig ausschaut, aber sensationell lecker schmeckt.
Es bricht ein wenig Hektik aus, alles einigermaßen gleichzeitig auf den Tisch
zu bringen. Zum ersten Mal im Jahr kommt auch einer der Sonnenschirme wieder 
zum Einsatz, die wir gestern wieder aufgestellt haben. Überhaupt ist es 
ausgesprochen sommerlich auf der Terrasse, wo wir uns die Bäuche 
vollschlagen und hochgradig intellektuelle Gespräche führen *g*
(Tun wir tatsächlich zwischendurch, auch wenn ich absolut keine Idee
mehr habe, wie wir auf Martin Luther vs. Martin Luther King kamen.
Aber ab und an muss man ja mal rausfinden, wie weit die Allgemeinbildung
der Kinder inzwischen reicht ;-)

14.30 Uhr: Die Kinder spielen Federball, der Mann trägt sich mit Plänen für
eine Outdoorküche und ich bin einfach auf meinem Stuhl am halb
abgeräumten Tisch sitzen geblieben und lese.... Irgendwann beschließen
Mann und Große, eine Runde mit dem Oldtimer, der freundlicherweise 
gleichzeitig auch ein Cabrio ist, zu drehen und die Missi kehrt zurück
zu ihrem Aufsatz. Ich bleibe weiter mit meinem Buch und den Beinen in der 
Sonne sitzen, bis mich fiese Schulterschmerzen dann doch hochjagen.
Aber auch die Bewegung beim ab- und Küche aufräumen (die Große
war schneller weg, als man "Küche putzen" sagen konnte!) lässt das
nicht wieder veschwinden, hmpf. Lange im Stuhl hängen ist für die 
Zukunft gestrichen!

15.30 Uhr: Da die Schulter jetzt ja eh ruiniert ist, kann ich auch noch
schnell in ungesunder Haltung etwas arbeiten. Ich nehme mir also den
Laptop mit in den Garten, erledige mails, bearbeite ein paar Fotos und 
drucke ein paar neue Lösungsblätter für die Missi aus der Schulbox
aus, auf dass ich auch morgen früh wieder was zu Korrigieren habe.
Dienstag gibt es Ferien, dann werden wir einfach nur Eierfärben 
und endlos faul sein, soviel steht fest :)

16 Uhr: Die Missi bringt ihren Aufsatz und geht eine Runde mit Musik
aufs Trampolin. Der Mann und die Große kommen zurück, wir trinken
Kaffee, essen Kuchen und die beiden erzählen von ihrer Runde über die
Moselhöhen. Danach wieder Buch und Sonne, wie gehabt.


17 Uhr: Der Mann und ich drehen auch noch eine kleine Runde. In der momentanen
Situation ist das Entspannung pur. Sonne und Wind um die Nase, Aussicht, einfach
mal was anderes sehen - und dabei keinem anderen Menschen begegnen.
Es ist so wunderbar, diese Zeit gerade. Die Bäume blühen und in den letzten paar
Tagen ist das Grün geradezu explodiert. Egal, was passiert, Frühling wird es 
immer wieder. Ein beruhigender Gedanke irgendwie.

18 Uhr: Letzte Runde durch den Garten. Wir räumen weg und hängen Wäsche ab,
die Missi ist nochmal auf dem Trampolin, die Große sonnt sich auf dem Balkon,
für mich tun sich nochmal ein paar Buchminuten auf. Es klingelt nochmal an 
der Haustür und diesmal übernimmt es der Mann, die Lage absolut abschließend
zu klären. Ich denke, das Thema ist durch *diabolischgrins

19.30 Uhr: Zum Abendessen gibt es die Reste vom Fladenbrot (mit Käse gefüllt,
sehr zu empfehlen!), mit Tomaten, Gurken und Oliven. Und einem Toast Hawaii 
für die Missi, die dem vielen gesunden Zeug gerade nicht so viel anfangen kann ;-)
Jetzt müsste ich eigentlich noch eine Runde in die Kleine Werkstatt, aber 
ich denke, das verschiebe ich auf morgen früh. Die Große sitzt über einer
Hausarbeit und auch die Missi wird gleich noch ein bisschen arbeiten.
Beide Kinder sind hier ganz klare Nachtarbeiterinnen und genießen
tatsächlich sehr, aus dem klassischen Schulrhythmus komplett raus
zu sein. Es ist ja nicht alles schlecht... Die Missi allerdings muss ja morgen
früh schon sehr zeitig zur Deutschstunde antreten, für die ist heute also
mal eher Feierabend. Und für mich auch.

30. März 2020

The simple one

Auf instagram wird mir seit Monaten Werbung für eine rosa Cordtasche
 eingeblendet, von irgendeinem dieser unzähligen, unseriösen Fotoklauer-Shops, 
die ich täglich konsequent wegblocke und die trotzdem immer wieder
auftauchen, wie Unkraut im Gemüsebeet....


Jedenfalls ist sie sehr schön, diese Tasche und vor allem sehr simpel, 
deswegen machte ich mich relativ schnell auf die Suche nach einem
rosa Breitcordstoff und wurde auch fündig.


Den Schnitt habe ich improvisiert, die Träger sind ziemlich lang, so dass 
die Tasche auch bei einer dickeren Jacke noch locker über die Schulter 
passt. Auf einen Verschluss habe ich verzichtet und was noch 
fehlt, ist ein großes Label in der oberen Mitte, das ist irgendwie
in der Post hängengeblieben... Aber auch so bin ich mit dem 
Ergebnis schon sehr zufrieden :-)

26. März 2020

Seelenpferd ♥

Die Missi ist ein Pferdemädchen.
Im Herzen schon immer, aber seit drei Jahren kann sie es so richtig ausleben.
Es begann damit, dass sie mit ihrer liebsten Freundin einmal pro Woche
reiten ging. So richtig, von der Pike auf, mit allem Zipp und Zapp.
Das machen sie auch immer noch, die beiden, das ist DER eine Termin in der Woche,
der keinesfalls versäumt werden darf. Und in den Ferien
gerne auch mal öfter, auch wenn es ein ganzes Stück zu fahren ist.


Irgendwann reichte das der Missi aber nicht mehr und durch einen unglaublichen
Zufall, durch den wir in Kontakt mit den Besitzern einer Pferdepension kamen,
trat Anfang letzten Jahres das Pferd mit den Seelenaugen und den 
flauschigsten Ohren aller Zeiten in unser Leben.
Also hauptsächlich natürlich in das unserer Jüngsten, aber seinem Charme
konnten wir uns alle nicht entziehen... 
Ein schon etwas betagteres Fliegenschimmelchen mit einem riesengroßen
Herzen, wahnsinnig clever und mindestens genauso lieb.
Eine Pflegebeteiligung wurde es, an einem Tag in der Woche, in Wahrheit
war sie aber viel öfter dort, wenigstens um mal kurz zu kuscheln.


Die Aufgaben der Missi beliefen sich auf Putzen, Pflegen (aufgrund diverser Vorerkrankungen
bedurfte es vieler Specials, so lernte sie schnell, Tabletten oder Nahrungsergänzungssäftchen 
korrekt zu verabreichen, Fieber zu messen und wie man Pferde inhaliert, weiß sie nun auch), 
Weide- und Spaziergänge - und natürlich auf Liebe, Liebe, Liebe. 
Außerdem übten die beiden fleißig kleine Kunsstückchen und es war schwer 
zu sagen, wer von beiden dabei mehr Spaß hatte.


Dann kam der Tag, an dem es auf der Weide zu einer kleinen Auseinandersetzung kam,
bei der das Herzenspferd eine doofe, ziemlich tiefe Wunde am Widerrist davontrug.
Kurz darauf fanden wir uns in der Pferdeklinik wieder und die Missi lernte
neue Dinge (und ich erst!) - mit Ärzten in blutigen Gummistiefeln sprechen, fiese
Wunden angucken, an Blutegeln vorbeiputzen und immer, immer wieder
aushalten, dass es so gar nicht besser werden wollte, Woche um Woche
und OP um OP. Gefühlt haben wir den letzten Sommer in der Klinik verbracht.
Auf der angrenzenden Wiese oder in der Box im Intensivtrakt, dessen
schon sehr speziellen Geruch man irgendwann gar nicht mehr wahrnahm.
Das Pflegeschätzchen freute sich jedesmal einen Wolf, wenn die Missi
in der Tür auftauchte und je mehr sich abzeichnete, dass das eventuell
nicht mehr gut werden würde, desto häufiger war die Missi dort. 
Die Ärzt*innen und Pfleger*innen waren alle unglaublich nett, sie durfte kommen, 
wann immer sie wollte, dafür war und bin ich wahnsinnig dankbar.
Denn es kam der Tag, an dem entschieden wurde - die Wunde heilt nicht, im Gegenteil,
und mit solch einer Wunde kann kein Pferd leben.
Sie haben wirklich alles versucht und noch viel mehr..
Den letzten Weg würde das Schätzchen mit seiner Besitzerin gehen dürfen,
die so alt wie die Missi war, als sie ihn geschenkt bekam und heute selbst
Tierärztin ist - man mag sich ihren Schmerz gar nicht vorstellen...


Dieses Foto wurde bei unserem letzten Besuch aufgenommen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass nicht nur die Missi das ganz genau
wusste, sondern auch das Herzenspferd. 
Es war herzzerreißend, wie die zwei kuschelten, eine kleine Ewigkeit :(
Es war Liebe auf den ersten Blick bei den beiden, ein wahres Seelenpferd 
für die Missi und sie hat ernste Sorge, dass sie sowas nicht nochmal erleben darf.
Ich hätte ihnen noch so viel mehr gemeinsame Zeit gegönnt...

Inzwischen darf sie sich auf dem Hof um ein anderes Pony kümmern
- wenn nicht gerade Corontäne ist, das ist überhaupt das Allerschlimmste daran gerade! -
eine Reitbeteiligung diesmal sogar. Die beiden mögen sich sehr,
arbeiten oft hart (aneinander), haben aber auch viel Spass zusammen.
Es ist sehr, sehr schön, die Missi würde es niemals missen wollen -
und doch ist es so ganz anders, als es mit dem Herzenspferd war.
Eine Verbindung, die bleibt ♥

20. März 2020

Coronähen

Was soll man sonst auch tun, in den Zeiten von Corona und 
#staythefuckhome? Die Kinder nehmen das absolut ernst ("Sonst hätten
wir ja auch weiter zur Schule gehen können!") und sind mit 
Schulkram zumindest so weit ausgelastet, dass sie gar keine Zeit haben,
in irgendein Loch zu fallen. Noch. Denn wenn man sieht, auf was sie
alles verzichten müssen momentan - auf ihre Freunde, die Schultage,
die gar nicht so doof sind wie man immer denkt, die Große auf
ihren Führerschein und die Missi auf ihre Pferde - das wäre schon
Grund genug für den ein oder anderen Depri-Anfall.


Aber sie halten sich gut, lernen, renovieren, kochen und backen und die
Große hat uns allen gleich als erste Maßnahme die Mitgliedschaft in einem
Online-Fitnessstudio klar gemacht, dessen Kosten freundlicherweise unsere
Krankenkasse übernimmt. Was man nicht so alles rausfindet in solch seltsamen
Zeiten.... Die Kinder sind also beschäftigt und mir geht gerade so ein wenig
die Motivation zum "richtigen" Arbeiten in der Kleinen Werkstatt ab.
Zu viel im Kopf, zu viele Was-wäre-wenns, zu viel Planungscontent, 
zu wenig Kreativität. Damit ich hier aber nicht komplett versumpfe, 
habe ich mir für die nächsten Wochen wenigstens das Projekt
Stoffabbau mal wieder ganz groß auf die Fahnen geschrieben. Den
Anfang machte gestern ein Kissen, das hier recht klein wirkt (weil der
Stuhl riesig ist *g*), aber die stattlichen Maße von 50 cm Seitenlänge hat.


Genäht aus einem Meter Kuschelsweat, der ursprünglich mal ein Oversize-Hoodie 
für die Missi werden sollte, die dann dem Print aber irgendwie schneller entwachsen
ist, als ich nähen konnte ;-) Als Kissen nimmt sie es aber weiter sehr gerne,
es passt farblich perfekt ins weiß-türkis-schwarze Farbkonzept ihres Zimmers
und überhaupt hat sie gerade ganz große Umräumpläne.
Wann, wenn nicht jetzt!?

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Start ins Wochenende, bleibt
gesund und vor allem zuhause! Wann hat man schon mal die Gelegenheit,
Menschenleben zu retten, indem man faul auf der Couch liegt? Man sollte sich
diese Gelegenheit nicht entgehen lassen...

12. März 2020

12 von 12 { März 2020 }

Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag -
so funktioniert 12 von 12
Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, seht Ihr wie immer
  hier bei Caro in der Liste.


Früher Kaffee in aller Ruhe und erst mal die Lage sondieren.
Schulen sind immer noch nicht geschlossen, es würde langsam mal Zeit...
#staythefuckhome


Mittagessen für die Große machen, die heute lange Schule hat.
Heute mal Kritharaki-Nudeln als Salat mit (veganem) Hack, Paprika und Mais
und klassischem Dressing. Wenn ich das sehe, bekomme ich massive Lust
auf Grillwetter ;-)


Davon sind wir allerdings maximalmöglichst weit entfernt.
Das Wetter ist nämlich mal wieder eine Vollkatastrophe heute,
stürmisch und querregnend.


Kaum ist die Große aus dem Haus, fahre ich sie schon wieder holen.
Die kreieren sich da ihre eigenen Coronaferien durch spontanen Stundenausfall...
Heute jedenfalls muss sie erst nachmittags wieder hin.
Das ist schön - die Missi ist eh schon die ganze Woche bronchitisangeschlagen
zuhause und so können wir es uns nun einfach gemütlich machen.


Mittach. Ganz viel Ofengemüse mit allem, was die Biokiste und das 
Gemüsefach hergeben. Danach wieder Schule für die Große und ein 
bisschen Nacharbeiten und Mittagspause für die Missi.


Regenpause genutzt, um den Biomüll wegzubringen.
Gut, dass mein neues Rad einen belastbaren Vorderradträger hat ;-)


Dann auch ein bisschen Mittagspause für mich.
Schön, wenn die Strickarbeit zum Buch passt!


12 von 12 im März heißt auch immer: das Patenkind hat Geburtstag!
Heute schlage ich ganz alleine dort auf, denn de Große ist noch in der Schule,
die Missi weiter im Bett (da wird sie auch bleiben und am Montag sind dann
vielleicht auch endlich die Schulen mal zu. Die Hoffnung stirbt zuletzt...) und
sowieso soll man ja seine sozialen Kontakte möglichst reduzieren.
Wir klönen also gemütlich zu dritt ein Weilchen vor uns hin.


Auf dem Rückweg noch kurz fürs Wochenende einkaufen, wo ich eh schon
unterwegs bin. Den Fressplan samt Einkaufszettel hatten wir zum Glück 
schon heute morgen gemacht, immer schön parat auf dem Handy.



Soundtrack auf dem Rückweg, passend zur aktuellen Lage. Tatsächlich erfahre
ich genau währenddessen, dass es den ersten Coronafall hier gibt,  ich diese Saison 
vermutlich tatsächlich kein Stadion mehr von innen sehen werde (Dortmund hatten wir 
eh schon abgeschrieben, aber nun hat es offenbar auch die ChampionsLeague endgültig 
gerissen), dass am Wochenende der Stoffmarkt ausfällt und sich unsere Osterpläne 
definitiv ebenfalls erledigt haben. Keine Frage, ich begrüße all diese Absagen sehr,
schließlich habe ich auch Schwiegereltern und eine Oma, für die die Prognosen
im Falle eines Falles gar nicht gut sind - aber traurig ist es eben doch.
Man soll jetzt übrigens auch hier Homeoffice machen, öffentliche Verkehrsmittel
meiden und die sozialen Kontakte möglichst reduzieren.
Schule ist aber immer noch....


Quality Couchtime mit der Missi, der mittlerweile heimgekehrten Großen (die heute 
abend nicht jobben muss, weil auch die Gastronomie das Social Distancing
schon zu spüren bekommt) und einem schönen Film. Das Wetter weckt 
inzwischen vorsichtige Erwartungen.


Jetzt noch Abendessen und dann Feierabend.
Von gestern waren noch Brötchen übrig, deswegen gibt es ganz untypische
Arme Ritter statt Brot und Salat. Soulfood kann keinesfalls schaden
in diesen Zeiten :)

9. März 2020

Schnörkellos

.... aber immerhin beglitzert.
Das fasst mein neues XXL-Halstuch ganz gut zusammen.


In den letzten Tagen habe ich in meinem dicken Wollschal oft ganz
schön geschwitzt, eventuell zeigen sich da doch die ersten
Frühlingsanzeichen... Ganz ohne Schal geht hier allerdings gar
nicht, selbst im Sommer trage ich sehr häufig ein Tuch und falls nicht, 
habe ich zumindest immer eines dabei.
Ich bin meine eigene Oma! :-))


Dieses große Tuch ist aus wunderbar weichem Musselin, den ich irgendwann im Winter 
mal im komischen Stoffladen entdeckte und gleich in allen verfügbaren Farben 
mitnehmen musste, weil ich die silbernen Glitzerkleckse so mochte.
Ich habe einfach die volle Breite auch in der Höhe genommen und bei diesem
Quadrat die beiden Schnittkanten minimal versäubert, mehr braucht es hier gar nicht.
Das ganze dann diagonal zum Dreieck gelegt, ergibt ein wirklich üppiges 
Tuch, das sich auf ganz verschiedene Arten tragen lässt.

Auf dass ich den Winterschal samt -jacke so bald wie möglich
endgültig einmotten kann!

5. März 2020

Tagebuchbloggen { 5. März 2020 }

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.
Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.
(Das erste Mal für mich in 2020, offenbar erwache ich so langsam wieder aus
meiner Winterstarre ;-)

5.45 Uhr: Weckerklingeln. Es ist minimal hell und vereinzelt hört man schon wieder
Vögel durchs geöffnete Fenster. Es geht aufwärts. Trotzdem.
Erst mal noch liegenbleiben.

6 Uhr: Aufgestanden. Aber nur, weil mir eingefallen ist, dass die Große heute
bis abends Schule hat und ich gestern abend zu faul war, ihr Mittagessen
fertig vorzubereiten. Also Küche, Topf auf den Herd und Brötchen in den Ofen.

6.30 Uhr: Kontrollieren, ob alle Kinder wach und auf sind. Naja.
Immerhin die Große kommt mir entgegen und die Missi ist einigermaßen
wach. Das kennen wir auch anders. Ich eile wieder runter, auf dem Herd
kocht der Bulgur. Abschütten, abkühlen lassen, Brötchen schmieren.


7 Uhr: Frühstück. Ich rühre nebenbei den TexMex-Salat für die Große zusammen,
die heute eine Kursarbeit schreibt und eher....hm, so mäßige Laune hat.
Verteilung diverser Brotdosen und Flaschen, Verabschiedung vom Mann,
der sein Auto in die Werkstatt bringt. Zweiter Anlauf, ich stand da letzte Woche
schon mal und durfte mich via "Aber der Termin ist nicht heute, der Wagen ist für
den Fünften eingetragen!" blamieren. Heute darf er deswegen selbst fahren *g*

7.30 Uhr: Kinder aus dem Haus, Kaffee, Zeitung und Frühstück für mich.
Danach noch ein Ründchen mit dem aktuellen Buch unter meine Decke,
statt Nachrichten. Die deprimieren mich momentan eh nur über alle Maßen.

8.30 Uhr: Angezogen, Zimmer gelüftet. Die Kinder haben in den letzten
Tagen ausgemistet, das tun sie oft und gerne, weil die Zimmer dann
immer so schön aufgeräum sind. Leider stapeln sie das ausgemistete Zeug
lediglich vor ihren Türen im Flur und so sieht es da jetzt aus wie auf dem
Flohmarkt. Ich schleppe alles fluchend eine Etage tiefer, inklusive des
Wäschebergs und dann noch eine Etage tiefer, ums Haus rum in den
Keller. Kaum setze ich den ersten Fuß vor die Tür, beginnt es zu regnen.
War ja klar. Es regnet einfach immer! Zwischendurch telefoniere ich
mit dem Mann, der das Auto diesmal tatsächlich losgeworden ist und
als Ersatz einen A1 bekommen hat, was sehr lustig ist, weil die Große
uns gestern abend noch einen argumentativ bis ins Letzte ausgefeilten
Vortrag gehalten hat, warum ein A1 das perfekte erste Auto für sie
sei (inklusive aktueller Gebrauchtwagenpreise sowie wie
sie es zu finanzieren gedenke, immerhin ;-)

10.30 Uhr: Alles verräumt, Müll sortiert und zwei Umschläge für die
Post fertig gemacht. Auf dem Weg nach draußen stolpere ich förmlich
über den Postboten, der mir Pakete für die Nachbarn dalassen will,
die dann aber doch zuhause sind. Kurzer Plausch.
Danach zur Post und in den Bastelladen, denn morgen heiraten
Freunde von uns und ich brauche noch eine klitzekleine
"Das richtige Geschenk gibt's zur kirchlichen Hochzeit"-Kleinigkeit.
Nach zwei Runden durch den wirklich großen Laden werde ich
tatsächlich fündig, wenn auch anders als geplant.
Schnell wieder nach Hause, ich bin hungrig und es regnet
immer noch.

12 Uhr: Eine Portion Chili plus ein paar Seiten Lesen für mich.
Danach setze ich mich intensiv mit der Frage auseinander, was ich wohl
morgen zum Standesamt anziehen sollte (kalt und Regen, eh klar). Wenigstens das,
wo ich es schon seit Wochen nicht zum Friseur schaffe. Vermutlich wäre ein
Outfit mit Mütze oder Kapuze am passendsten *hüstel* Im Zuge dessen
sortiere ich meinen Schrank einmal durch und räume tatsächlich endlich
die ganzen Sommerkleider raus. Timing kann ich!
Immerhin, ich finde ein Kleid und einen Rock, die zu meinem Lieblingsmantel
passen und endgültig entscheiden kann ich mich auch noch morgen.

13.30 Uhr: Die Missi kommt nach Hause, tropfnass, denn inzwischen regnet es
in Strömen. Aber wer braucht schon einen Schirm... Ich schicke sie zum
Trockenlegen und koche rasch noch ein paar Nudeln. Die bekommt sie zum
Chili serviert (Chili mit vegetarischem Carne, das, so die Missi, "zwar nicht
schmeckt wie Fleisch, aber auch sehr lecker" ist. Nun denn.) Während des Essens
erzählt sie von ihrem Schultag, der im wesentlichen von einem Musik-Test, einer
Nawi-Note und Männern in Schutzanzügen dominiert wurde, die man erst
für die Boten eines Corona-Ausbruchs an der Schule hielt (Schulfrei! Schulfrei!),
die dann aber doch nur Bauarbeiter waren, die "das Asbest aus den Wänden geholt
haben, Mama, voll gefährlich!" Da frag ich mich ja spontan, was mir lieber
gewesen wäre. Im Anschluss inhaliert das Kind erst mal eine Runde, prophylaktisch.
This time of the year....


14.30 Uhr: Ich habe etwas weitergeräumt und wollte eigentlich noch
ein paar Fotos für den Shop machen, aber es ist einfach zu düster. Wo die
Kamera aber schon mal da ist, fotografiere ich gleich den noch verwertbaren
Teil der aussortierten Klamotten. Dafür reicht das Licht leidlich.
Die Missi macht Hausaufgaben, ich telefoniere mit dem Mann, der auch
völlig unmotiviert ist heute und beschließt, früh Feierabend zu machen.
Also für seine Verhältnisse. Während des Telefonats setze ich mich auf
die Couch, was sich als schwerer Fehler erweist, weil ich einfach nicht mehr
hochkomme. Ich werte das als Zeichen, schnappe mir mein Handy und stelle
die soeben fotografierten Klamotten im Kleiderkreisel online.
Was erledigt ist, ist erledigt und so muss ich mich ein paar Minuten
nicht bewegen....

15.30 Uhr: Die Missi ist fertig mit Hausaufgaben und möchte sich nun noch kurz mit
einer Freundin treffen. Da die nicht gerade ums Eck wohnt, ist kurz relativ, aber tjanun.
Wir fahren also los und stellen unterwegs fest, dass das Hochwassser schon
wieder steigt (kein Wunder...) und außerdem die Bäume rechts und links
der Straße blühen wie blöde. Die Armen.
Kind abgeliefert und zurück nach Hause. Podcast-Zeit.
Ich liebe es, Podcasts im Auto zu hören, fast ausschließlich Politik-
und Fußball-Podcasts, manchmal auch was mit Pferden, was die Missi
mir empfohlen hat ;-)

16 Uhr: Wieder zuhause. Ich schreibe rasch mal eine To Do-Liste für
die nächsten Tage und setze mich dann an die Buchhaltung.

17.15 Uhr: Die Große kommt nach Hause und erzählt als erstes auch die
Corona-vs.-Bauarbeiter-Story, gefolgt von den Abi-Plänen ihres
Jahrgangs, da gab es heute wohl ein Planungstreffen. Joah, wird ja auch
Zeit, sind ja nur noch exakt zwei Jahre ;-) Und Himmel, früher war das
alles weniger aufwändig. Und billiger. Leute, spart beizeiten für
die Abitur-Feierlichkeiten!

18 Uhr: Der Mann und die Missi kommen mit dem Werkstattwagen nach Hause.
Die Große steigt dazu, um ihr Traumauto ein wenig näher kennenzulernen.
Die folgende Stunde findet man sie mit glänzenden Augen auf der Couch,
mit dem Audi-Konfigurator, einem Taschenrechner und potenziellen
neuen Jobs. Na toll *ggg* Aber Träume sind toll, die beflügeln...

19 Uhr: Den Chiliresten sei dank haben wir rasch gegessen (also bis
auf die Große, die wird erst sehr viel später wieder munter) und
zufällig eine wirklich interessante Doku im Fernsehen gefunden,
die sogar die Kinder fesselt. Danach schicken wir die Missi zum Duschen.

20 Uhr: Die Missi ist fertig, hat ihr Handy abgeliefert und verabschiedet
sich ins Bett. Dort wartet ein neues Buch, das ich ihr heute aus dem Bastelladen
mitgebracht habe (Da gibt es alles. ALLES!). Ich wickle noch rasch die
ersten Klamottenverkäufe ab und werde mich dann mit meinem
Strickzeug zum Mann auf die Couch gesellen. Irgendwann gegen zehn
werde ich auf dem Weg ins Bett auf der Treppe der Großen begegnen,
die sich ihr (ggf. zweites) Abendbrot bereitet. So enden hier nämlich
sehr viele Tage.