5. Dezember 2022

Tagebuchbloggen { 5. Dezember 2022 }

     "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.

6 Uhr: Wecker klingelt. Ich habe so tief geschlafen, dass ich erst
mal eine Weile brauche, um mich zu orientieren.
Montag, uäääh. 

6.15 Uhr: Aus dem Bett geschält und schnell in die Küche geflüchtet.
Wir haben im Schlafzimmer auch im Winter nachts das Fenster auf 
(also zumindest ein wenig) und dementsprechend kalt ist es da.
Die Missi geweckt und Brot aufgetaut.

7 Uhr: Angezogen, Spülmaschine ausgeräumt,
Frühstück für die Missi (Nutellabrot, Apfel und 
Getreidekaffee mit viel Kakaopulver (ist Montag!) und noch 
mehr Milchschaum) und mich (Overnight-Oats mit Nüssen
und Orangen) vorbereitet. Der Mann kommt runter, wir 
organisieren den Tag. Dann fährt er in die Firma, die
Missi plündert ihr Adventskalendersäckchen und 
frühstückt dann. Ich knacke derweil Nüsse, mein Glas
war leer. Sehr meditativ. Finde ich, die Missi 
beschwert sich über den Krach.

7.30 Uhr: Zähneputzen, Jacke, Schuhe, Maske, ab zur Schule.
Unterwegs checkt die Missi wie jeden Tag die
Stundenplan-App - heute fünf Stunden, morgen auch, Donnerstag 
erst zur Zweiten und Freitag nach der Vierten ins Wochenende.
Läuft :-p Ich lasse sie an der Schule raus und bringe 
auf dem Rückweg noch den Biomüll weg. Ziemlich matschige
Angelegenheit, ich brauche für den Winter wohl eine
Alternative. Die Wertstoffinsel setzt meinen 
Fußmatten schlimmer zu als der Stall *g*


8 Uhr: Wieder zuhause, immer noch dunkel. Sehr.
Erst mal Kerze, Wärmflasche unter die Decke auf
meinem Sessel und dann Frühstück und (digitale) 
Zeitung. Nach dem Frühstück gönne ich mir noch 
eine halbe Stunde mit Buch im vorgewärmten Sessel, 
um die winterklammen Gelenke ein bisschen zu pampern.
Die Wärmflasche bleibt dann immer denn ganzen 
Tag über dort, unter der dicken Decke hält sie die 
Wärme bis abends, das ist toll und ich nutze das
zwischendrin immer mal wieder.

9 Uhr: Ich fahre ins Büro, muss da dringend bisschen Kram
erledigen und mir neue Unterlagen ins Homeoffice holen.
Der Mann hat schon vorgearbeitet und ich komme zügig 
voran. Jahresabschluss naht. Mittendrin kurzer 
Vertreterbesuch - Lieferketten, Lieferzeiten, fehlende Kleinteile, 
wegen denen ganze Produktionen lahmliegen, es ist absolut 
überall dasselbe in diesem Jahr. 

11 Uhr: „Feierabend“.
Kurzer Zwischenstopp an der Bank für Kontoauszüge, danach
ist es Zeit, unseren Wocheneinkauf abzuholen. Untypischerweise 
habe ich mal einen Montagmorgen-Slot gebucht, denn die 
teure Hafermilch der Großen ist im Angebot und 
erfahrungsgemäß ist die schneller weg als man gucken kann.


12.15 Uhr: Pünktlich zum Klingeln wieder an der Schule.
Die Missi ist gar nicht erfreut, als sie feststellt, dass ich 
auch erst auf dem Heimweg bin und demzufolge zuhause
noch kein Essen wartet - wie jeden Mittag steht sie kurz 
vorm Hungertod. Zum Glück haben wir noch Reste.

12.30 Uhr: Einkäufe reingeschleppt, das Auto an den 
Strom gehangen und der Missi schnell ein paar 
Schupfnudeln gebraten, zusammen mit dem restlichen
Rosenkohl von gestern. Während sie isst, verräume ich
die Einkäufe. Ein bisschen was für die Weihnachtstage ist
auch schon dabei, das muss ich separat wegpacken, damit
es nicht vorher schon weggefressen wird ;-)

13 Uhr: Für mich ist noch eine Portion Chili mit Reis übrig, das
haue ich jetzt in die Pfanne, dazu gibt’s eine halbe Avocado,
ein bisschen Käse und den allerletzten Rosenkohl. 
Harmoniert erstaunlich gut. Da die Missi inzwischen schon
 für ihr obligatorisches Mittagsschläfchen verschwunden ist,
esse ich ganz gemütlich in Gesellschaft meiner Wärmflasche
im Sessel und lese ein bisschen. Auch obligatorisch in
der täglichen Mittagspause: Die To-Do-Liste im Handy
abhaken, aktualisieren und den Nachmittag planen.
Draußen ist es immer noch unfassbar grau und düster.

14 Uhr: Küche aufräumen. Putzen spare ich mir, die Missi hat
vermeldet, dass sie gleich mit ihrer besten Freundin Plätzchen
backen möchte. Die Große kommt von der Uni nach Hause, 
beklagt die Kälte (sie sparen dort Heizkosten und gehen 
demnächst auch ein paar Wochen ganz in die Distanzlehre - nicht, 
dass hier jemand ernsthaft was dagegen hätte, aber objektiv wälzt 
man so die Heizkosten von einer Uni ja bloß auf ganz viele 
Studierende ab, aber gut...) und schleppt dann ihre Post und 
zehn Liter Angebots-Hafermilch in ihre Wohnung.

15.30 Uhr: Wäsche aufgehangen, Socken zusammengelegt,
Bett gemacht, Bad geputzt, gestaubsaugt. Montag halt.
Die Missi macht derweil Hausaufgaben, bis ihre Freundin 
kommt. Die beiden verziehen sich sofort in die Küche und
ich nutze den Moment, um mal eben die Nikolaustüten
der Mädels zu füllen und im Buchladen anzurufen, 
um jeder noch ein Buch zu bestellen. Aus der
Küche riecht es fantastisch. Es klingelt, die Biokiste
steht vor der Tür.

17.30 Uhr: Die beiden letzten Stunden habe ich nochmal am 
Schreibtisch verbracht - Kontoauszüge bearbeitet, offene 
Posten ausgetragen, Überweisungen zusammengestellt
und zum dreihundertsten Mal in den letzten 24 Stunden
versucht, ein ELSTER-Zertifikat zu laden (hier 
Augenrollen einfügen). Die beste Freundin wird
abgeholt, die Missi putzt die Küche. Ich dagegen:
Sessel, Wärmflasche, iPad. Auch da ist noch 
ein bisschen was zu erledigen.

18.30 Uhr: Abendessen im Ofen, aus den Biokisten-
Möhren mache ich schnell noch einen Salat, den
hatte die Missi sich mal wieder gewünscht. Die hat 
gerade aber andere Probleme, sie versucht nämlich 
seit einer halben Stunde, mich zu überzeugen, dass 
auch eine 15- und eine 19jährige ihre Tüten noch am 
Nikolausabend bekommen müssen und nicht erst
am NikolausTAG. Traditionen und so. 

19 Uhr: Der Mann und die Große sind inzwischen auch da
(abends kommt die Große oft ein/zwei Stündchen zu uns 
auf die Couch - da hat der Freund Fußballtraining und es 
findet sich immer irgendwas zu essen, um die Zeit bis zu
ihrem (sehr späten, ich höre die beiden oft kochen, wenn
ich längst im Bett liege!) Abendessen zu überbrücken) und
erstaunlicherweise findet auch sie die Nikolaustüten-
Idee ihrer Schwester gar nicht so schlecht.
Nun denn. Bekommen sie die Bücher halt morgen 
einfach so.


20.30 Uhr: Essen gegessen, Tüten geplündert, 
Stimmung gut. Jetzt geht die Große wieder runter,
die Missi zurück zu ihren Hausaufgaben. Der
Mann und ich werden uns eventuell noch einen 
Weihnachtsfilm gönnen und ich auf jeden Fall noch 
ein paar Reihen an meinem Socken stricken.
Ich habe mir eben spontan neue Strumpfwolle bestellt, 
in einem enorm stimmungsaufhellenden
Pink, damit möchte ich spätestens Weihnachten
starten :) Inzwischen habe ich mir übrigens nochmal
eine neue Wärmflasche gemacht - die kommt nachher mit
ins Bett und wird mich bis zum Aufstehen zuverlässig 
vorm Erfrieren bewahren... Tolle Sache, das.

22 Uhr: Musste leider nochmal kurz raus, 
Müll wegbringen. Über solche Sachen wird hier
im Zweifel geknobelt. Und jetzt brauche ich 
Bett und Wärmflasche dringend und ohne 
Umwege! Ist. Das. Kalt.

1. Dezember 2022

Erster Türchentag!

 Es ist Dezember, Freunde!
Der erste Türchentag und tatsächlich muss man unseren 
Kindern schon seit (zwei/drei ;-) Jahren auch gar nicht 
mehr den Unterschied zwischen erstem Advent und erstem 
Dezember erklären. Sehr angenehm. Da hatten wir auch 
schon andere Jahre, vor allem, wenn der erste Advent mal
wieder vor dem ersten Türchentag lag...


Als absolute Punktlandung habe ich gestern in der Früh
noch rasch den obligatorischen Adventskalender zur 
Lieblingsfreundin gefahren. Wir beschenken uns seit Jahren
(ok, es sind Jahrzehnte, machen wir uns nichts vor)
gegenseitig mit einem selbstgemachten Exemplar 
und das sind immer echte Jahreshighlights.
Und auch wir hatten durchaus auch schon Zeiten,
da haben wir es keinesfalls pünktlich zum 
Ersten geschafft, aber so gar nicht.
Es leben die Kinder Sonderfaktoren ;-)


Ich habe in diesem Jahr auf die schwarz-weißen Häuser
von binedoro zurückgegriffen, allerdings vom Format
her ein wenig verkleinert, sonst hätten sie den hübschen
Korkenzieher-Ast, den ich als Befestigung ausgewählt hatte,
vermutlich optisch ein wenig erschlagen. Ich brauchte 
auch gar nicht so große Tütchen, denn gefüllt ist der
Adventskalender diesmal mit kleinen Lettering-Stempeln
und ein wenig Süßkram. Das Ergebnis mag ich sehr,
eine richtige kleine Weihnachtsstadt!

(Und ich habe wirklich überhaupt keine Idee, warum meine
Bilder nach dem Hochladen jetzt schon wieder so maximal
unmöglich werden. Ich schwöre, die sind eigentlich 
gestochen scharf. Bis Blogger irgendwas damit anstellt.
Hatte ich dieses Jahr schon mal, ich werde noch irre.
Ihr müsst draufklicken, dann sind sie super, aber das
kann es ja nun wirklich nicht sein.
Dabei kenne ich nach 13 Jahren wirklich jeden noch so
versteckten Kniff, mit dem Blogger einem das Leben schwer
macht. Dachte ich. Hmpf. Fotos in solcher Qualität 
könnte ich wirklich einfacher haben...)

23. November 2022

Mein insta-Wochenende in Zeeland

 Am Wochenende vor Allerheiligen waren der Mann und ich
ganz spontan ein paar Tage in Zeeland.
Alleine, ganz ohne Kinder, so ist das nämlich jetzt.


Vor drei Jahren im Herbst waren wir zuletzt dort - eine halbe Ewigkeit,
wenn man bedenkt, dass wir in der Vergangenheit mindestens einmal 
im Jahr ein paar Tage dort waren. Es wurde wirklich Zeit.
Wider Erwarten war das Wetter toll (und viel, viel, viel zu warm
für die Jahrszeit, aber wer bin ich, mich zu beschweren...), 
so dass wir bei Sonnenschein gemütlich durch Veere spazieren 
konnten...


... und viel mehr Zeit als gedacht am Strand verbracht haben :)
Ein Kaffee im Auto auf dem Strandparkplatz in Westkapelle, 
Strandpommes in Zoutelande und jeden Abend ein 
Dämmerungsspaziergang in Koudekerke.
Nichts bringt mich mehr runter als das!
Dazwischen leckere Pizza oder Rijsttafel in unserer 
Ferienwohnung, garniert mit ein bisschen Bundesliga
auf dem iPad, meinem Strickzeug und einem schönen Buch. 
Erholung pur.


Bisschen Action gab es aber selbstverständlich auch.
Ich habe in Middelburg meinen in drei Jahren doch recht
ordentlich gewachsenen Einkaufszettel abgearbeitet, wir haben
ein paar Weihnachtsgeschenke geshoppt und ganz zum Schluss
haben wir noch festgestellt, dass die Gewächshäuser hinter dem 
Garten unserer Ferienwohnung in Wahrheit ein riesen(RIESEN!)großer 
Intratuin war - dieses (für den Geldbeutel ;) brandgefährliche
Gartencenter, wo es einfach ALLES gibt und das auch noch 
recht günstig. Und selbstverständlich gab es auch schon eine 
Weihnachtsausstellung. Sagen wir mal so: 
Gut, dass wir mit dem Kombi da waren *hüstel*


Insgesamt haben wir aber doch sehr viel mehr Zeit draußen verbracht
als in Läden - dabei war sicher auch hilfreich, dass die Kinder 
eben nicht dabei waren. (Ich habe zum Beispiel keinen einzigen 
Klamottenladen betreten müssen, das alleine war schon ein
echter Erholungsboost ;) Und ich hoffe von Herzen, dass
das nächste Mal nicht wieder drei Jahre 
auf sich warten lässt...

20. November 2022

Ausstecherle

(Ihr Lieben, gelegentlich werde ich hier jetzt aktualisierte Beiträge
aus der Vergangenheit posten - nicht alle natürlich, aber die,
die immer wieder vielgesucht, aber vielleicht nicht mehr 
vollumfänglich brauchbar sind. Den Auftakt macht mein immer
noch liebstes Ausstecherle-Rezept, das ich von einem anderen
Blog verlinkt hatte, der inzwischen aber nicht mehr in der 
Form existiert. Zum Glück habe ich auch noch ein
ganz altmodisches, handgeschriebenes Rezeptheft ;-)

(Zuerst veröffentlicht im Dezember 2012)

Ausstecherle also - die standen auf meiner persönlichen 
Lieblingsplätzchen-Liste eigentlich nicht besonders weit oben. 
Genau genommen standen sie gar nicht drauf.
Bis eben zu diesem Dezember 2012.


Vorher fand ich sie immer einfach nur fade.
Süß und sonst nix und zum Ausgleich verbunden mit viel Arbeit und Schweinerei *g* 
Außerdem bin ich ja bekennende Back-Autistin und von daher gehörte
 das Backen mit den damals noch kleinen Kindern eh nicht so ganz 
zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.
Kochen ja, Backen nein.
Der Trick?

Also erst mal ein erprobtes Rezept, das außer Butter, Zucker, Mehl und Eiern 
auch noch den ein oder anderen Geschmacksträger vorsieht. Von wegen "fad" und so. 
Zum Beispiel dieses:

300 Gramm Mehl, einen gestrichenen TL Backpulver und
100 Gramm gemahlene Mandeln (wenn man diese Extrazutat
optisch nicht erkennen soll - zum Beispiel wegen krüscher Kinder,
die Rezeptvariationen grundsätzlich skeptisch 
gegenüberstehen - nimmt man blanchierte ;) mit 200 Gramm Zucker, 
einem Päckchen Vanillezucker, einer Prise Salz und 
einem gestrichenen TL Zimt vermischen.
200 Gramm Margarine und ein Ei dazugeben und zu
einem glatten Teig verarbeiten.

Den Teig auf einer gemehlten Arbeitsfläche ausrollen und 
beliebige Figuren ausstechen. Auf einem Blech 
bei 180 Grad (Heißluft) etwa 10-15 Minuten
backen, bis die Ränder leicht gebräunt sind.
Auf einem Rost auskühlen lassen und nach Gusto
verzieren.

 
Und alles nach der Teigherstellung lässt man die Kinder dann
einfach ganz alleine machen und hält sich gepflegt raus ;-) 
Die Mädels, damals neun und fünf, haben das super hinbekommen - 
Rollen und Ausstechen eh, und die Backofengeschichte 
hat die Große übernommen. Mein Job war dann nur (haha!) 
später das Renovieren Aufräumen.

12. November 2022

12 von 12 { Nov 2022 }

 Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - 
so funktioniert 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, 
seht Ihr wie immer HIER bei Caro in der Liste.
 

Unser Samstag startet unchristlich früh. Nicht nur für einen
Samstag. Die Missi reitet heute recht spontan nochmal ein Turnier
und muss um kurz nach sechs am Stall sein. So Sachen wie Pferd
waschen (unglücklicherweise ein Schecke mit ziemlich viel Weißanteil,
muss also sein ;) und Hänger packen passieren schon am Vortag, 
aber jetzt müssen noch die Mähne eingeflochten und das Pferd
erst geputzt und dann verladen werden. Dauert alles.


Für mich geht es aber immerhin direkt wieder nach Hause, elterliche 
1:1-Betreuung ist bei Fünfzehnjährigen nicht mehr gefragt.
Kurzer Zwischenstopp beim Bäcker.


Wieder zuhause schläft der Mann noch tief und fest. Ach.
Natürlich schläft er noch, es ist nicht mal sieben. Ich nutze die Zeit
und widme mich meinen Fingernägeln. Wir haben heute nämlich auch
noch einen anderen als den Pferdetermin. Also, ich WILL mich meinen
Nägeln widmen, aber als ich die erste Hand vorbereitet und lackiert
habe, stelle ich fest, dass meine UV-Lampe kaputt ist. Arghl.
Bis die Große wach ist und ich mir ihre leihen kann, werden sicher 
noch ein paar Stunden vergehen. Wische den Lack also wieder ab.
Grandios.


Stattdessen ein Kaffee und ein bisschen Zeitschriftenschmökern
auf der Couch. (Zeitschriften gibt es hier nur noch digital per App
und auch, wenn ich es mir am Anfang nicht vorstellen konnte, ist
das einfach ganz großartig. Man kann speichern, Screenshots machen, 
Rezepte katalogisieren, Ideen sammeln. Und soviel Papier sparen!)
Irgendwann kommt auch der Mann und wir frühstücken.


Inzwischen ist es hell und ich hänge das Auto an den Strom.
Heute brauche ich jedes noch so kleine Prozentchen Akkukapazität.


Der Mann fährt kurz ins Büro und ich backe einen Mitbringkuchen.
Danach bricht hier völlig ungeordnetes Chaos aus und daher 
gibt es keine Bilder vom Aufräumen, Aufhübschen, Autopacken, 
Mann-und-Große-bei-der-Verwandtschaft-abliefern, Parkplatz-in-der-
völlig-zugeparkten-Pampa-finden, Jacke-abnehmen-Pferd-festhalten-Liveticker-
kontrollieren-Jacke-anreichen-filmen-und-Missi-anfeuern.
Ich habe noch nicht mal Zeit für Turnierpommes. Skandal.


Wir steigen erst wieder bei der Siegerehrung ein. Obwohl Mr. Psycho 
heute mal wieder seinem Spitznamen alle Ehre gemacht hat - Da hingen
bunte Fahnen unter dem Dach der Halle! FAHNEN! Zu.mu.tung! 
Ehrlich, wie soll man als sensibles Pony da die Nerven behalten *g* -
haben er und die Missi sich einen zweiten Platz erritten, den sie sich 
mit einer Stallfreundin teilen. Und das bei über 40 Starter*innen,
das ist so ein toller Saisonabschluss....
(FYI: Schleifenfarben beim Reiten ziemlich verwirrend.
Gelb/Gold und Grau/Silber für Platz Eins und Zwei noch logisch,
aber dann folgen weiß, blau, rot und grün. Tjanun. Nur noch 
getoppt von den Klassifizierungen der einzelnen Prüfungen:
E(insteiger), A(nfänger) - müsste es nicht eher umgekehrt sein? - 
L(eicht), M(ittel), S(chwer). Und überhaupt diese ganze Pferdewelt.
Für Quereinsteigerinnen wie mich ein echter Dschungel mit 
unzähligen Fallstricken. Learning by doing.)


Die Missi entscheidet, den Start in ihrer zweiten genannte Prüfung kurzfristig 
zurückzuziehen - die beiden waren so erfolgreich heute, da hat sich 
ihr Pony einen frühen Feierabend mehr als verdient. Also alles wieder 
rückwärts: warm einpacken (Pony und Reiterin ;), Zöpfe aufmachen,
unfassbar viel Krempel in Hänger und Auto verstauen („Das ist ja 
schlimmer als mit Kind zu verreisen!“ meinte jemand heute sehr treffend),
verladen, Platz sauber hinterlassen. Und nein, die weißen Hosen bleiben
bei all dem selbstverständlich nicht weiß, aber jetzt ist es ja egal
und vor den Prüfungen trägt man da Jogginghosen drüber.


Feierabend. Die beiden haben auf der Heimfahrt sicher 
Gesprächsstoff (Fahnen!) Die Missi fährt mit zurück zum 
Stall und ich zum Rest der Familie, allerdings nicht, ohne mir 
auf dem Weg zuhause noch einen Satz geruchsneutrale neue 
Klamotten anzuziehen.


Zur Belohnung für all das gibt es jetzt erst mal das ein oder andere
Stück Kuchen. Wir haben uns heute aufgeteilt, denn ziemlich spontan 
(Wetter gut, alle da) trifft sich heute zum ersten Mal seit Jahren die 
gesamte Sippe (des Mannes) inklusive der französischen 
Verwandtschaft - klar also, dass ich den Pferdepart übernommen habe,
so dass er mit der Großen direkt hinkonnte. Aber nun komme ich 
ja auch noch in den Genuss- und das ist es wirklich.
Ewig bleiben wir aber auch nicht, denn es ist irgendwann recht frisch 
und ich bin so viele Menschen echt nicht mehr gewöhnt.
(Und wie man unschwer erkennen kann, ist der Fingernagel-
Plan auch grandios gescheitert...) 


Missi abgeholt, zurück zu Hause. dunkel.
Nur mein Auto malt noch optimistische Lichtkleckse auf den Boden.


Der Mann und ich wandern direkt durch auf die Couch.
Spezi, Fußball, Feierabend. Möchte heute bitte nicht mehr sprechen 
oder mich bewegen müssen...
(Übrigens das letzte Bundesligaspiel bis 20. Januar - also
nochmal ausgiebig genießen.)

5. November 2022

Tagebuchbloggen { 5. November 2022 }

    "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.

7.irgendwas Uhr, es ist jedenfalls schon leidlich hell: Ich werde von der
Müllabfuhr geweckt, keine Ahnung, warum die neuerdings für den
Recyclingkram gerne mal samstags kommen. Wir schlafen jedenfalls 
bei offenem Fenster und das reicht zum Wachwerden. Egal.
Wir müssen heute eh früh raus.

7.45 Uhr: Doch noch ein bisschen rumgegammelt, jetzt ist es
aber dringend Zeit zum Aufstehen. Dusche, dann Missi 
wecken, der Mann macht derweil Frühstück.

8.50 Uhr: Gefrühstückt, angezogen und gestriegelt, bisschen 
aufgeräumt und kurz vor knapp noch dran gedacht, den
Stapel Zeug auszufüllen, der hier schon seit Tagen 
rumlag, wir haben heute nämlich alle Booster-Termine.


9 Uhr: Unterwegs. Sogar die Große stand pünktlich auf der
Matte. Da U60-Booster hier in RLP immer noch gerne mit hohen
Hürden belegt sind (Die Empfehlungen der Stiko sind hier
nämlich genau das nicht, sondern fest in Stein gemeißelte
Gesetze, für deren Übertretung man sofort verknackt wird -
anders kann ich mir das Gezackere echt nicht erklären und 
ich habe nach bald zwei Jahren auch keinerlei Lust und 
Nerv mehr auf Betteltouren. Egal. Geht ja auch anders.) 
werden wir heute dafür die Eifel queren und an den Rhein fahren. 
Ich genieße die Aussicht auf dem Beifahrersitz, die Missi
lernt Vokabeln und die Große hat für irgendeine Übung
das StGB am Wickel und informiert uns über kuriose
Gesetzeslagen. Es hätte uninteressantere Studiengänge
gegeben, eindeutig.


10.45 Uhr: Unterwegs kreuzen wir am Straßenrand ein Outlet oder sowas
ähnliches (später stellt sich raus, es ist „Deutschlands größte 
Shoppingmeile“, huch) und da wir noch ein paar Minuten Zeit haben,
nutzt der Mann, der alte Schnäppchenjäger, die Gelegenheit, schnell 
in einen Laden zu springen. Und zu Haribo. Die Missi entdeckt 
derweil gleich nebenan eines ihrer bevorzugten Reitsportgeschäfte
und findet raus, dass die gar nicht überall so klein sind wie bei 
uns zuhause. 

11.30 Uhr: Wir schaffen es nur mit Müh und Not noch 
pünktlich zum Impfen ;-) Nachdem wir es erst mal gefunden haben,
sind dort alle super nett und effizient und wir innerhalb von ein 
paar Minuten wieder draußen, obwohl echt viel los ist.
Dritter Booster für mich, je der zweite für den Rest der 
Familie. Ab nächstem Herbst dann hoffentlich immer einfach
zusammen mit der Grippeimpfung...

12.15 Uhr: Wir entlassen den Mann erneut ins Shoppingparadies,
 allerdings erst, nachdem wir beeindruckend lange in einem Ampelstau 
gestanden haben. Das Konzept, die wirklich unzähligen Läden entlang
einer kilometerlangen Straße anzuordnen, die man mangels Alternativen 
alle irgendwie mit dem Auto anfahren muss, scheint ausbaufähig.
Die Missi und ich fahren weiter zu dem Reitladen, von dessen Existenz
wir wussten und den wir ursprünglich eingeplant hatten. Die Große 
bleibt augenrollend im Auto und arbeitet weiter.

13.15 Uhr: Ich. Kann. Nicht. Mehr.
Seit einer Stunde laufen wir jetzt kreuz und quer durch Reit- und 
Pferdezeugs, ich kenne gefühlt jedes einzelne Teil (auch schon 
vorher aus dem Katalog), aber die Missi ist immer noch nicht
fertig. Jetzt ist der Punkt, wo ich das einfach geflissentlich ignoriere 
und mich an der Kasse anstelle.

13.30 Uhr: Der Ampelstau ist länger geworden. Hmpf.
Die Kinder mutmaßen derweil auf der Rücckbank, wir seien 
sicher Betrügern aufgesessen und gar nicht geimpft worden,
da noch nicht mal die Einstichstelle weh tue, geschweige 
denn der Arm. Stimmt, das kann ich bestätigen,
allerdings spüre ich durchaus einen ordentlichen Anflug
von Gliederschmerzen. Also mehr als Nichts war da
auf jeden Fall drin *g* Aber ich hatte auch schon 
gelesen, dass der angepasste Booster sehr häufig
wenig bis gar keine Reaktion mache. 
Soll mir recht sein.
 
13.45 Uhr: Die Missi haben wir schon mal rausgelassen,
die ist zu Fuß eindeutig schneller als wir und muss in
Reitsportladen 1 schnell noch kaufen, was sie gerade 
im zweiten nicht bekommen hat.

14 Uhr: Mann und Missi sind wieder eingesammelt und nun 
springt die Restfamilie noch schnell zu KFC rein und organisiert
Mittagessen, das hatte die Große sich ausbedungen. Ich
verweise auf meine ach so fiesen Knochen und lasse mir 
was mitbringen. Schlussendlich teile ich mir mit dem Mann
einen echt scharfen Burger und ein Wrap, beides erstaunlich
lecker (ich war seit sicher 25 Jahren nicht mehr bei KFC..),
ebenso wie das vegane Hühnchen der Großen. Und es gab
Maiskolben, auch die Missi ist also angetan ;)

14.20 Uhr: Alle fertig außer mir, das übliche.
Aber kein Problem beim Autopicknick, wir fahren 
einfach schon mal los. Müssen ja eh erst nochmal 
an der lausigen Ampel vorbei...


15.40 Uhr: Zurück auf der Couch, fast pünktlich zum
Anpfiff. Bald ist ja tausend Wochen lang Winterpause *augenroll*,
 muss man also ausnutzen. Wärmflasche, Kuchen und
Strickzeug für mich. Hach. Es könnte alles so schön sein, wenn
nicht die Missi um...

15.10 Uhr damit um die Ecke gekommen wäre, dass sie ja
noch zum Stall müsse, den Ponyopa versorgen. Der Mann und 
ich knobeln und wir (also ich *hmpf) schaffen es immerhin,
zum Start der Halbzeit loszukommen.

15.30 Uhr: Setze die Missi am Stall ab und vertreibe mir den
Rückweg mit Bundesligakonferenz (liebe es!) und Kopfrechnen,
denn das Akku von meinem Golf ist grenzwertig leer. Immerhin
kenne ich den Stromverbrauch von und zum Stall in allen
Variationen bereits im Schlaf. Komme zuhause an mit einem
Restkilometer, yes! Kann aber nicht an den Strom, da 
hängt gerade der Mann dran. Egal. Reicht auch noch,
wenn es morgen wieder hell wird.

16.05 Uhr: Pünktlich zur letzten Viertelstunde wieder
auf der Couch und spannend wird es auch noch.
Stricke und tippe ein bisschen hier, gehe eine Runde auf
die Akkupressurmatte und suche mir dann ein 
neues Buch aus dem Noch-zu-lesen-Stapel.

18 Uhr: Der Mann holt die Missi ab, ich bleibe mit 
Buch und Blog in meinem Sessel.

19 Uhr: Alle wieder zuhause. Also vermutlich auch die Große
und der Freund, aber das ist nur geraten, die wohnen ja separat.
Die Missi packt ihre neuerworbenen Schätze aus (Ein Halfter!
Endlich mal wieder ein Halfter, wir haben ja erst zehn oder so!)
und duscht den Stallgeruch ab, der Mann verzieht sich zum 
Kochen in die Küche. Ich habe mir mein Essen auf die 
Couch bestellt, immerhin bin ich hier die einzige mit
immerhin sowas ähnlichem wie einer Impfreaktion.
Bisschen knülle, bisschen Gelenke weh, aber alles
völlig im Rahmen. Die anderen haben absolut nix.

20.15 Uhr: Nach einer großen Portion Pasta mit Lecker
bin ich fast wie neu. Der Mann und die Missi finden
einen Eberhofer-Krimi im TV - einen alten, aber das ist
egal, die Missi liebt die heiß und innig und für uns ist was
Bekanntes auch genau das richtige heute. Kann ich 
noch ein bisschen stricken und mit dem Mann 
weiter an der Weihnachtsgeschenkeliste arbeiten.

22.40 Uhr: Tatsächlich sind wir ein ganzes Stück weitergekommen,
was die Weihnachtsgeschenke angeht - der Mann hatte da 
heute mittag auch das ein oder andere spontan gekauft, was
sich als sehr hilfreich erwies. Für mich ist jetzt Feierabend,
fühle mich aber wieder topfit, hurra. Noch ein bisschen 
lesen im Bett, der Mann schaut derweil noch 
einen Film zu Ende und die Missi höre ich nebenan
mit ihrer Freundin telefonieren. Stark anzunehmen,
dass die hier heute das Licht ausknipst...

28. Oktober 2022

Strümpfe stricken


Meine Oma hat Strümpfe gestrickt, so lange ich denken kann.
Mir persönlich erschien dieses dreidimensionale Um-die-Ecke-Stricken
immer eher wie Raketenwissenschaft. Mindestens.
Meine Fähigkeiten beschränken sich weitestgehend auf Geradeaus-
Stricken, rechts oder links. Immerhin.


Aber nun ist meine Oma nicht mehr da und die letzten von ihr 
gestrickten Strümpfe bestehen inzwischen mehr aus Stopf- als 
aus Strickmustern. Zeit also, meine persönliche Komfortzone zu 
verlassen.... Der Sommerurlaub erschien mir als perfekte 
Gelegenheit - eine kleine, unschwitzige Handarbeit, genau 
das richtige für laue Abende vor dem Wohnmobil am Strand.
In Wahrheit war es dann aber die meiste Zeit viel zu heiß
für irgendwas, und so kam ich über das Bündchen und den
Schaft nicht hinaus. So weit, so einfach.


 Die bedrohliche Ferse habe ich mir dann für zuhause aufgehoben,
genauer gesagt, bis letzte Woche. Gut. Wir sind ja auch erst 
seit zwei Monaten wieder zuhause *hüstel
Die abschreckende Wirkung war nicht zu verachten.
Jetzt habe ich mir allerdings ein Herz gefasst und was
soll ich sagen? Fersen stricken ist wirklich 
pipieinfach, wenn die Anleitung stimmt. 
Einfach nur stumpf die Anweisungen befolgen,
dann fluppt das von alleine...
Grundsätzlich habe ich als Basis diese Anleitung hergenommen, 
denn die kam mir sehr bekannt vor - so hat tatsächlich 
auch meine Oma immer ihre Strümpfe gestrickt. 
Und wo ich dachte, es sei noch was unklar, haben mir diese Artikel 
von KnitPro (halb so viele Reihen für die Fersenk(l)appe wie 
angeschlagene Maschen auf den Nadeln!) weitergeholfen, von
Wenn man beginnt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, kann man 
nächtelang in dem absoluten Rabbit Hole versinken. Es gibt natürlich 
auch unzählige (un.zäh.li.ge!!) Videotutorials, aber ich bin und 
bleibe wohl für immer Team Geschriebene Anleitung.


Im Moment beschäftige ich mich jetzt gerade mit den letzten Reihen
der Fußspitze und ich denke, schlussendlich wird meine
allergrößte Herausforderung bei diesem Projekt gewesen sein, 
dass am Ende die zweite Socke genauso aussieht wie die erste.
Wer hätte das gedacht :)