25. November 2020

Weihnachtskleid Sew Along 2020 - Los geht's...

 Ok, also. Die Entscheidung ist gefallen und zwar nach dem
Ausschlussprinzip. Eigentlich hätte ich wirklich gerne Frau Fannie
genäht, aber tatsächlich reichte der schwarze Wollstoff durch das
blöde Loch mittendrin nicht mehr für ein ganzes Kleid. 
Muss ich ihn wohl zu einem Oberteil verwursten ;-)
Da ich aber nun doch eher zum Einteiler tendierte, 
wird es jetzt das Pola Dress von Fibre Mood werden.

Das ist eine sichere Bank, da ich es schon genäht habe, 
ich weiß, dass es gut sitzt und die Anleitung birgt keine
großen Schwierigkeiten. Wie bisher immer werde ich das Kleid 
aber ohne den Volant nähen, ich bin definitiv zu klein für solch 
lange Kleider und im Winter finde ich sie auch 
nicht so praktisch. Die bisherigen Kleider hatte 
ich sogar immer auf Überknielänge gekürzt.
Und auch die Ärmel werden kurz bleiben, denn ich bin 
bekanntermaßen glühende Verfechterin des Zwiebelprinzips :-)


Zugeschnitten ist es schon, alles hat gepasst.
Die Bindebänder habe ich als erstes genäht, das
hasse ich nämlich am allermeisten ;-)
Und sollte es so weiterschnurren, wie es sich angelassen
hat, dann schiebe ich nächste Woche vielleicht einfach noch 
den freakigen Weihnachtselche-Tellerrock hinterher....

Die übrigen Teilnehmerinnen des #wksa2020 findet Ihr
wie immer hier :-)

23. November 2020

Glitzer drauf!

Schnell zu Beginn der neuen Woche mal noch ein bisschen Glitzer ins Blog werfen, 
das kann keinesfalls schaden ;)


Glitzer in Gestalt eines kuscheligen Musselin-Tuches diesmal, einfach auf
volle Breite im Quadrat genommen, wirklich riesig, und dann
rundherum versäubert, Ecken verknotet, fertig. Ein wirklich blitzschnelles 
Projekt also, das alltagstauglich ist und echt was hermacht - eigentlich 
perfekt zum Einstieg in die Weihnachtsgeschenke-Produktion...

Und morgen oder spätestens Mittwoch glitzert es hier gleich
weiter, dann zeige ich Euch nämlich, wie weit ich inzwischen
mit dem Weihnachtskleid gediehen bin :)

Habt einen guten Start in die Woche!

18. November 2020

Weihnachtskleid Sew Along 2020

 Himmel. Sind wir in diesem Jahr früher an als sonst mit dem
Weihnachtskleid Sew Along? Oder wird es einfach dringend Zeit, 
das Haus endlich mal weihnachtlich zu schmücken??
Weihnachtskleider aussuchen ohne das passende Mindset,
das geht jedenfalls mal gar nicht ;-)
Ein paar Gedanken habe ich mir aber doch vorab schon gemacht - 
bis zur endgültigen Entscheidung vor'm Wochenende (das habe ich 
mir fest vorgenommen!) stimmt dann hoffentlich auch die Deko....

Wie immer hatte ich als erstes zwei Röcke im Kopf. Wichtig bei der Planung 
war dabei, dass ich die passenden Stoffe idealerweise schon im Haus haben
sollte, denn ein Besuch des Stoffladens zählt bei mir keinesfalls
zu zwingend nötigen Kontakten ;-)


Als erstes fiel mir dieser schöne Fischgrät in die Hände, aus dem schon
recht lange ein Rock werden soll und aus dem ich im letzten Sommer
schon eine Hip Bag genäht hatte. Ich finde, zu dem Muster würde die klare
Form von Frau Ina von schnittreif ganz hervorragend passen.
Da muss ich aber erst mal schauen, ob der Stoff tatsächlich ausreicht.


In die komplett andere Richtung geht zugegebenermaßen dieser 
Weihnachtsstoff, den ich im letzten Jahr gekauft hatte und aus dem
kurz vor knapp noch ein zweiter Weihnachtsrock entstehen sollte. 
Tjanun. Dieses Jahr dann? Hier könnte ich mir eine Jolijou-Amy ganz gut
vorstellen oder auch einen einfachen, halben Tellerrock.
Einfach eine etwas verspieltere Form, passend zum Muster.


Die einfachste und schnellste Variante wäre tatsächlich ein Kleid, nämlich das
Pola Dress von Fibre Mood, einfach deswegen, weil ich das im Sommer schon
zweimal genäht habe (allerdings immer ohne die unterste Stufe und zu mehr 
würde auch diesmal der Stoff nicht reichen) und es keinerlei Geheimnisse mehr 
birgt. Zu dem Blümchenstoff mit kleinen goldenen Akzenten würde aber auch 
Frau Meta von schnittreif gut passen. Hm.


Ebenso wie zu diesem leichten, schwarzen Wollstoff im Übrigen. Dafür ist 
der Schnitt zwar eigentlich nicht vorgesehen, aber ich denke, das würde 
sich trotzdem gut ausgehen. Alternativ hätte ich auch noch Frau Fannie
im Kopf (dieser eher lässige Schnitt wäre nämlich auch eine 
gute Wahl für die Couch, auf der wir nach Stand der Dinge ja 
vermutlich den absolut überwiegenden Teil des Weihnachtsfestes
verbringen werden...) - hier muss ich aber bei beiden Schnitten
erst mal prüfen, ob der Stoff reichen würde, ich habe nämlich
eben beim Auslegen ein gar nicht kleines Loch gefunden,
selbstredend ziemlich mittig. Keine Ahnung, ob ich die Schnittteile
da noch sinnvoll drumherum drapiert bekomme....

Tja, da stehe ich also nun. Stoffe und Schnitte hin- und herschiebend
und ganz und gar unentschlossen. Sollten sich nicht noch zwei bis
drei Ideen durch die eher knappe Stoffmenge zerschlagen, werde 
ich vielleicht einfach eines der Kinder eine Münze werfen lassen!

Wir sehen uns jedenfalls nächste Woche mit ersten Ergebnissen

12. November 2020

12 von 12 { Nov 2020 }

 Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - 
so funktioniert 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, 
seht Ihr wie immer hier bei Caro in der Liste


Frühstück. Dazu habe ich heute morgen schon auf instagram was
geschrieben.... Genug der Worte, es hilft ja nix. Weiter, immer weiter.

Corona-Frühstück. Die Missi ist nämlich keine Frühstückerin, am liebsten würde sie morgens 
erst mal gar nichts essen. Da die neueste Vorgabe in der Schule aber offenbar „Ihr dürft nur 
noch einmal essen und zwar in der 4. Stunde!“ lautet, muss irgendwas rein ins Kind 
vor der Schule, egal wie. Heute warmer Dinkel-Grießbrei mit Bananen und dazu zwei 
kalte Kartoffeln. Vielleicht mache ich in Zukunft morgens einfach Mittagessen - 
was drin ist, ist drin, es ist eh schon alles egal. Dieses Schuljahr, ich sag’s Euch, 
ist für unsere Kinder einfach eine einzige Quälerei. Zwölf Jahre lang sind hier 
alle gerne zur Schule gegangen, aber „Die Schulen bleiben offen, egal wie“ 
bringt es zumindest für uns an den Rand des Erträglichen... Nur noch Schule ohne
 irgendeinen Ausgleich, immer alle Regeln beachten, Freundinnen in Quarantäne, 
Lehrer in Quarantäne, Verdachtsfall hier, Verdachtsfall da, ein Aufenthaltsraum 
ohne Fenster für die Große, Mittagessen im Stehen auf dem Parkplatz, angespannte 
Lehrerschaft, Notendruck bis zum Umfallen und Lernen, Lernen, Lernen. 
„Wir brauchen Noten, wer weiß, wie lange es noch geht“ meets „Wenn das so 
weitergeht, braucht Ihr Euch gar nicht erst fürs Abi anzumelden“. Es geben sich alle 
größte Mühe, es irgendwie hinzubekommen, Lehrer wie Schüler, aber es ist einfach nur 
ätzend und ich habe kaum noch eine Idee, wie ich die nächsten Monate jeden Morgen
 aufs Neue die Moral hochhalten soll. Außer mit warmem Grießbrei natürlich ;) 
Aber verdammt - der Winter hat noch nicht mal angefangen, wir gehen alle 
auf dem Zahnfleisch und zumindest für die Missi mit Vorerkrankung ist das 
Risiko inzwischen eigentlich viel, viel zu hoch. 
Aber hey, Schulpflicht! #fuckcorona


Pausen"brot". Die Große muss heute über Mittag bleiben, für sie gibt es ein
Tomaten-Käse-Panini und einen Pott Zucchinisuppe. Die aufgetoastete
Waffel ist für die Missi, als Zugabe zu Käsebrot und Obst. Schließlich
wird sie bis zum Essensslot für die siebten Klassen um halb elf 
komplett ausgehungert sein....


Kinder in der Schule abgeliefert. Nicht mehr lange und die Große kann 
zumindest die morgendlichen Fahrten übernehmen. Busfahren ist bis 
auf weiteres gestrichen. Nicht nur wegen Corona, sondern auch, weil das
wohl der erste Winter aller Zeiten wird, an dem die Kinder nicht gegen
Grippe geimpft sein werden. Gab nämlich schon zu  Beginn der Herbstferien
keinen Impfstoff mehr, noch nicht mal für das Risikokind.
Also weiter Auto statt vollgeknalltem Bus....


Waschtag. Man merkt, dass es kälter wird, die Wäscheberge werden wieder
größer, da die Klamotten voluminöser werden...


Ein oder zweimal im Monat muss ich unsere wöchentliche Lebensmittelbestellung
durch Ergänzungskäufe komplettieren. Heute war es mal wieder soweit *hmpf*
Laktosefreie Milchprodukte, paar Vorräte aufstocken und noch ein 
bisschen was aus der Apotheke. Wahrlich nicht meine Lieblingsbeschäftigung.
Da hätte ich ja beinahe lieber geputzt.


Wieder zuhause kommt die Sonne raus und ich ändere spontan meine Pläne.
Arbeiten kann ich auch heute abend noch. Sonne tanken nicht.
Ich drehe eine große Runde durch die Weinberge und hole gleich im
Anschluss die Missi von der Schule ab. Die ist sogar noch mehr gelaufen
als ich, fast 10.000 Schritte, denn sie hatte eine Doppelstunde Sport und 
da wird coronabedingt fleissig gewandert, statt in der Halle Aerosole 
zu verteilen. Wenn es nach der Missi geht, könnte man das gerne
bis zum Abitur so beibehalten. Meinetwegen auch ;)


Jetzt aber. Mittach. Wir stehen kurz vor Tiefkülpizza, so vom Hungergrad her.
Es reicht dann aber gerade noch für ein bisschen Ofengemüse, das zusammen 
mit Linsen, Balsamico und gewürfeltem Pfannenkäse.....


... einen ganz fantastischen lauwarmen Fenchel-Linsen-Salat ergibt,
den ich so liebe, dass es ihn hier im Herbst und Winter bestimmt 
einmal pro Woche gibt. 


Danach Hausaufgaben für die Missi und Gartenarbeit für mich. Die Sonne
scheint nämlich immer noch und das muss man ja ausnutzen, bevor
einem beim Rosen zurückschneiden und Laub kehren wieder die
Finger abfrieren. Ich bleibe tatsächlich draußen, bis es zu dunkel wird,
nur gelegentlich unterbrochen von der Missi, die morgen ein
Mathe-Referat halten, Englisch-Hausaufgaben abgeben und 
eine Kurzvorstellung in Französisch vortragen muss. Letztere schreibt
 sie als erstes und als sie fertig ist, fällt ihr auch schon auf, dass sie 
morgen gar kein Französisch hat. 
Shit happens. C'est la vie.


Kaffeepause. Gestern war Martinstag, also fangen wir heute mal mit
ein bisschen erster Weihnachtsdeko an. Irgendwie muss man es sich
ja maximal gemütlich machen.


Beim Waschtag heute waren auch die Küchenstuhlkissen mal wieder
fällig. Jetzt sind sie trocken, gebügelt und bei zweien muss ich 
jeweils ein Bindeband nochmal annähen. Keine Ahnung, wie wir
das schaffen, die immer wieder abzureißen. Wo ich schon mal
in der Kleinen Werkstatt bin, schneide ich auch gleich noch ein
bisschen was für meine heutige Nachtschicht zu.


Abends gibt es Reste, für mich den Grießbrei von morgens mit ein bisschen
Apfelkompott, während ich die Bilder hier hochlade und bearbeite.
Dann Couchzeit mit dem Mann und wenn alle schlafen, werde ich 
noch ein bisschen nacharbeiten, was heute vormittag dem 
Sonnenspaziergang zum Opfer fiel :)

5. November 2020

Tagebuchbloggen { 5. November 2020 }

 "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.


6 Uhr: Der Wecker klingelt. Im Gegensatz zur letzten Nacht, die der Mann 

und ich unfreiwillig schlaflos zu wesentlichen Teilen vor dem 

Fernseher verbrachten, um Wahlergebnisse zu spotten, habe ich

tief und fest geschlafen. Erste Ernüchterung allerdings sofort beim ersten 

Schritt aus dem Bett: Mein Freund, der Schwankschwindel, ist zurück.

Fast ein ganzes Jahr hatte ich jetzt Ruhe, sensationell lange, 

aber nachdem ich beim ersten Schritt mit der Wand kollidiere und 

beim dritten mit der Schulter schmerzhaft am Türstock hängen bleibe,

weil ich dachte, ich sei schon vorbei, ist alles klar. Verdammt.

Erst mal vorsichtig die Treppe runtertasten und die Seabands 

raussuchen, davon wird einem nämlich auch schnell mal so richtig 

schön schlecht. Danke Bandscheibe, my old hassfriend...


6.30 Uhr: Ein paar Nacken- und Kieferdehnungen später ist es

leider kein bisschen besser und die nächste Ernüchterung folgt 

beim Blick aus dem Fenster. Es hat zum ersten Mal gefroren, waaah :(

Grundsätzlich schon kein Grund zur Freude, aber im Moment,

wo ich die Kinder coronabedingt jeden Morgen zur Schule fahre,

eher noch weniger. Kein Wunder, dass mein Genick muckt,

Kälte ist einfach mein Kryptonit. Bin ich jetzt in der Verfassung,

die Nachrichten zu checken? Eher nicht. Lieber erst mal 

Kaffee und einen Pott Grießbrei für die Seele kochen...


7 Uhr: Mann und Missi sind auf und sogar die Große ist schon

aus ihrer Wohnung aufgetaucht - alle drei haben großen Redebedarf

bezüglich der Nachrichten. Ich eher weniger. Immer noch kein neuer 

Präsident in den USA - aber zumindest immer noch Hoffnung -

 und 20.000 Neuinfektionen, halleluja. Immerhin ist mir inzwischen 

dank der Seabands nur noch schwindelig und nicht mehr schlecht, ein 

Fortschritt. Die Kinder frühstücken, der Mann will noch schnell

auf dem Weg in die Firma mein Auto enteisen, findet aber 

den Kratzer nicht. Hmpf. Ich packe Brotdosen und realisiere erst

beim Einpacken, dass die Große eigentlich auch ein 

Mittagessen gebraucht hätte... Das. Wird. Mein. Tag!

Die Kinder muffeln rum, die schreiben gleich beide Tests

und Arbeiten und wollen doch eigentlich bloß endlich

wieder zuhause lernen. Die Büchse der Pandora, dieses

Homeschooling im Frühjahr, ich sag's Euch... 

Außerdem sind ihre jeweils besten Freundinnen seit gestern in 

Quarantäne (die Einschläge kommen näher...), das drückt auch 

merklich auf die Stimmung.


(Vor allem, weil die beiden eigentlich genau die zwei

Kontakte waren, die die Kinder überhaupt noch außerhalb

der Schule gesehen haben :( Zum Glück war es einigermaßen 

absehbar, und sie haben sich seit letzter Woche nicht mehr getroffen,

sonst würden wir jetzt auch schon hier zuhause zu viert die

Couch warmsitzen. Mal schauen, wie es wird, sollte auch 

eins der Mädels positiv getestet werden, wovon ich jetzt einfach

mal ganz optimistisch nicht ausgehe.)



7.30 Uhr: Das Auto ist so zugefroren, als hätte es drei Wochen in einem

Eiskeller geparkt. Als ich endlich einsteige, muss ich erst mal

eine Weile die Augen schließen, um den Kopf zu sortieren. Im 

Sitzen geht es aber gut. Morgens fährt nämlich nicht die Große, sondern ich,

weil die Kinder, je nach Staulage, auch schon mal spontan irgendwo aus dem 

Auto springen müssen. Heute ist es aber ganz smooth, wir sind zeitig da,

sehr zum Leidwesen der Missi.


7.45 Uhr: Wieder zuhause entscheide ich mich, direkt vom Auto weg

eine Runde spazieren zu gehen. (Das ist mein fester November-Plan: Spazieren

statt Social Media, fürs Seelenheil ;-) Da ich die Ursache des Schwindels ja 

kenne, weiß ich, dass Bewegung hilft, es ist halt nur schwierig. 

Zu Beginn muss ich mich so enorm konzentrieren, die Spur zu halten,

nicht nach rechts wegzukippen und vor allem nicht zu stürzen, dass ich nach

dem ersten Kilometer Kopfschmerzen habe vom vielen Denken.

Beim Laufen übers Laufen nachdenken müssen, bis der Kopf platzt -

alles klar..... Dann wird es aber langsam besser, ich kann gucken und

genießen (und frieren), bloß den Fokus aufs Laufen muss ich

behalten, sonst wird es wackelig. 


8.30 Uhr: Zuhause im Warmen. Erst mal einen Kaffee und den

Rest Grießbrei für mich. Im Sessel unter der Decke und mit den

Nachrichten. Aber ein kurzer Überblick muss reichen vor dem 

entspannenderen Griff zum Buch.


9 Uhr: Weil das Sitzen so gut tut, bleibe ich einfach dabei, greife mir den

Laptop und arbeite ein bisschen Bürozeug weg. Und auch, wenn man 

die Schwindelei im Sitzen vergisst, sollte man trotzdem nicht zackig

aufspringen, wenn das Telefon klingelt, sonst macht man sich lang *autsch*

War dann auch gar nicht die Apotheke mit dem lang ersehnten Grippe-

Impfstoff für die Kinder, sondern bloß der Mann. Sorry *g*, aber den

hätte ich auch fünf Minuten später noch zurückrufen können....


12 Uhr: Puh, nur gut, dass ich gestern so produktiv war, das

reißt den heutigen Tag ein wenig raus. Immerhin habe ich

aber den ganzen Bürokram erledigt, die Bügelwäsche aus

der Waschküche nach oben gebracht (seitdem stolpere ich alle

fünf Minuten genervt über den Korb, gute Voraussetzungen also, 

dass ich das heute noch wegbügle!) und ein bisschen nett

mit Wolfgang Philippi geschrieben, denn das nächste 

seiner wirklich legendären Stadtplakate wird Trier zum Inhalt haben

und darauf freue ich mich schon wie Bolle :)

Zwischendurch ein Anruf von der Missi, "Kannst Du mal bitte gucken,

ob Sport ("Sport" sind im Moment mehr oder weniger ausgedehnte Wanderungen

durch die zum Glück recht umfangreiche Natur rund um die Schule, 

nicht selten bis vor unsere Haustür) ausfällt?" - "Öh nein, waru..." Zack,

aufgelegt. Sicher, war ja alles geklärt :-p

Danach stand eigentlich der Vorratsraum auf der Liste, aber dort

bin ich unglücklicherweise als erstes über zwei Lampions gestolpert, 

die eigentlich schon seit gestern in unseren Fenstern hängen sollten,

als Ersatz für den nächste Woche ausfallenden Martinsumzug.

Ich bastele also recht improvisiert aus vorhandenem Material

eine Lama-Laterne sowie eine kleinere, optisch passende 

und hänge beide auf. Und zack, schon ist es Zeit, das erste

Kind wieder abzuholen.


12.15 Uhr: Ich sammle die Missi und den Nachbarskumpel an der

Schule ein und lerne auf der Rückfahrt von eben diesem, dass "die 

Schulen jetzt auf jeden!! Fall wieder geschlossen werden. Das weiß ich

sicher, das hat xy-Youtuber-keine-Ahnung-noch-nie-gehört gestern 

erzählt, das hat nämlich die Bildzeitung geschrieben!!" Ich atme

tief und die Heimfahrt dauert dann noch exakt lange genug, 

dass der Nachbarskumpel jetzt auch weiß, warum die Blödzeitung

keine seriöse Quelle ist, schon gar nicht in Verbindung mit

Youtube. Wat mut, dat mut ;-)


13 Uhr: Für die Missi finden sich zum Glück noch leckere

Reste von gestern im Kühlschrank und für mich eine 

Tiefkühlpizza, die genau das ist, was ich heute brauche.

Ordentliches Essen gibt es dann nachher für die Große, das

arme mittagessenlose Kind... Jetzt erst mal eine ausgedehnte

Mittagspause für uns beide, bevor es weitergeht.

Ich habe noch ein Buch auszulesen.


15 Uhr: Die Missi macht Hausaufgaben und ich werde mal schauen,

ob ich vielleicht ein bisschen Laub im Garten wegschaffe. Das geht 

auch ohne Bücken und die Sonne scheint inzwischen wie 

verrückt. Muss man ja ausnutzen... Vorher aber schnell noch

mal die Nachrichtenlage checken (Wie lange zur Hölle kann man

brauchen, um Stimmen auszuzählen!?) und schauen, ob die 

neuesten Zahlen vom Gesundheitsamt schon da sind. (Nein. Dauert

auch jeden Tag länger.) Seit gestern werden eh nur noch Übersichten 

veröffentlicht, weil inzwischen so viele Schulen und Kitas betroffen sind, 

dass sie nicht mehr einzeln aufgeführt werden. Aber Schulen sind ja keine 

Treiber der Pandemie, danke für nichts.... Und passend dazu die 

Tagesschau: "Deutlich mehr Fälle bei Schülern." 

No shit Sherlock!

Die Große vermeldet in dem Zusammenhang, die 13er seien heute

coronabedingt komplett nicht anwesend gewesen, weswegen das

heutige Vor-Abi verschoben werden musste. Morgen kämen sie

aber alle wieder. Ja. Das klingt alles.... logisch.



16 Uhr: Laub harken war nur so mittelerfolgreich, dafür habe ich inzwischen
aber die Große und eine Freundin von der Schule abgeholt. Dabei entspinnt
sich eine Coronadiskussion, im Zuge derer sich herausstellt, dass auch 
die Freundin und ihre Familie im Auto jetzt Maske tragen, wenn 
zusätzlich noch jemand anderes mitfährt (btw. steht das übrigens hier auch
in der neuen Corona-Verordnung so). Danke, Schätzchen, dass Du das 
erzählst, genau die Diskussion hatten wir hier nämlich die Tage noch
mit den Kindern... Immer einfacher, wenn andere das genauso 
handhaben. Zuhause gibt es erstmal Essen für das ausgehungerte
Kind - "Würstchen im Grünen", ein Gericht, das es aus der 
Beikosteinführung bis in die Familiendauerbrenner geschafft hat ;-)
Ein Spinat-Hirsebrei mit Schmandklecks und Würstchen -
vegetarischen inzwischen, aber tatsächlich ist das eine der
sehr wenigen Ausnahmen, wo die Große auch die Fleischvariante
essen würde... Die Missi lernt Vokabeln, die Große ruht sich von
ihrem langen Tag aus und ich nehme mein neues Fitbit in 
Betrieb, das alte hatte dieser Tage endgültig den Geist 
aufgegeben.

18 Uhr: Es klingelt und vor der Tür liegt ein Päckchen, das ich
nicht bestellt habe. Das ist nicht das erste Mal, irgendwie scheint mein
amazon-Account hier neuerdings von den Kindern als eine Art 
Selbstbedienungsladen verstanden zu werden. Jetzt denke ich 
wieder dran und ändere mein Passwort, bevor ich überhaupt
auspacke *ätsch* Es sind übrigens Einwegmasken in 
apartem Schwarz, nett anzusehen, aber noch nicht mal mit CE-Zeichen, 
von allem anderen ganz zu schweigen. 
Hallo Masken, bye Masken.
Dieses sinnlose Hin- und Hergeschicke, das macht mich ganz
wahnsinnig. Was für ein überflüssiger Scheixx...
Zum Abreagieren putze ich noch eine Runde, die Schwindelei ist
merklich besser seit dem Mittag, aber keinesfalls weg. Trotzdem, 
den Schwung muss man nutzen!

19 Uhr: Der Mann ist zuhause und verschwindet als erstes 
mit der Missi in der Infrarotkabine. Er zum Runterkommen, sie 
zum Vokabellernen. Die Große ist auch da und porchiert Eier.
Gibt es dann zusammen mit den Hirseresten als Abendbrot.

20 Uhr: Wir schauen Nachrichten, aber es ist zeitweise wirklich schwer,
zu folgen, weil alle durcheinanderschnattern. Was das amerikanische
Wahlrecht angeht, sind die Kinder jetzt jedenfalls fit. Auch im Vergleich 
zum hiesigen. Letzteres kennen sie allerdings schon länger, schließlich 
darf die Große im nächsten Jahr schon wählen - sehr zu ihrer
Befriedigung gibt es dann auch direkt mal Land- und 
Bundestagswahlen. 
In meinem Blickfeld steht übrigens immer noch der Bügelkorb,
irgendwas muss da schiefgelaufen sein. Jetzt allerdings hat da
auch niemand von uns mehr Lust drauf...
Wir machen lieber Feierabend - die Große geht
lernen, die Missi telefoniert mit ihrer Freundin und der Mann und
ich werden mal schauen, ob wir noch was Nettes
im Fernsehen finden. Ein neues Buch habe ich zum
Glück auch schon am Wickel!

2. November 2020

Spinat-Röllchen { Fingerfood }

Alles anders macht Corona, das gilt auch für den Fußball und so haben wir
also dieses Jahr mitten im August die letzten Runden der Champions League im 
Turnier-Modus geschaut. Tjanun. Warum auch nicht. Kleiner Ausgleich für die
entfallene Europameisterschaft und die perfekte Gelegenheit, mal wieder ein
wenig Couchfood zu servieren.

Wir essen ja zugegebenermaßen sehr gerne auf der Couch, 
deswegen gibt es hier schon eine ganz nette Fingerfood-
Sammlung, die wir im Sommer noch um diese Spinat-Röllchen ergänzt
und seither schon öfter gemacht haben. Die gehen einfach immer!


Eine Rolle Blätterteig (oder eine Packung TK, hier im Bioladen gibt es sogar 
Dinkel-Blätterteig, plastikfrei *freu*) ausrollen und ein wenig Raumtemperatur 
annehmen lassen. In der Zeit einen Esslöffel Butter in einem Topf schmelzen und 
einen Esslöffel Mehl darin anschwitzen. Heftig rührend (Schneebesen) so lange 
mit Milch aufgießen, bis eine sämige, nicht zu flüssige Bechamelsauce entstanden ist. 
Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat würzen.

Die Sauce auf den Blätterteig streichen, mit Spinat belegen (frischer oder 250 Gramm 
aufgetauter Blattspinat) und reichlich geriebenen Bergkäse darauf verteilen. 
Von der kurzen Seite her aufrollen, gerne nicht zu fest, dann werden die Schnecken 
lockerer und fluffiger, weil der Blätterteig sich besser ausbreiten kann.
Die Rolle in etwa zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden und mit etwas Abstand 
auf ein Backblech setzen. Aus einer Rolle bekommt man etwa neun bis zehn Schnecken.
Im vorgeheizten Backofen bei 190 Grad (Heißluft) so lange backen, bis Teig und 
Käse leichte Bräunung angenommen haben.


Guten Appetit ♥

(Absolut standesgemäß serviert man solch einen Fußballsnack auf den Brettchen 
von den 11Freunden - hier natürlich besonders gern genommen das
das Finale der Fußball-WM 2014 - beide schon ewig in Betrieb und immer noch
ein zuverlässiger Gute-Laune-Garant. Und keine Frage, dass wir 
das 2020er-Triple-Brettchen inzwischen auch im Haus haben ;-)

29. Oktober 2020

Bestes Täschlein ist es und bleibt es!

 Die Rede ist von der wunderbaren Mini-Gretelies (den Schnitt gibt es mittlerweile
offenbar nicht mehr zu kaufen), die ich immer noch 
unheimlich gerne nähe, obwohl es wahrlich nicht der schnellste 
Täschlein-Schnitt unter der Sonne ist ;-)


Diesmal allerdings ging es ausgesprochen schnell, denn ich fand alle 
Zuschnittteile ordentlich zusammengepinnt in meiner Ufo-Kiste, sogar die 
Vlieseline war schon aufgebügelt. Manchmal fragt man sich wirklich, 
woran die Fertigstellung dann schlussendlich eigentlich gescheitert ist.... 
Jetzt ging es jedenfalls recht zackig und ich glaube, dieses Exemplar 
wandert in meine Weihnachtsgeschenke-Kiste, das 
gefällt mir nämlich richtig gut :-)


Überhaupt, Weihnachtsgeschenke...
Nachdem ich ja inzwischen das offizielle Corona-Orakel der Familie bin, 
weil einfach alles eintrifft, was ich vorhersage (Spoiler: Dafür muss man
gar kein Orakel sein, einfach denen zuhören, die sich damit auskennen, 
reicht vollkommen!), war mir schon vor Wochen klar, dass die 
Zeit vor Weihnachten eher so gar nicht von Besinnlichkeit und 
niedrigen Inzidenzen geprägt sein würden. Deswegen habe ich schon
die sonnigen Septemberwochen mit Fallzahlen quasi gegen
Null genutzt, mich um die Weihnachtsgeschenke zu kümmern.
Mit dem Ergebnis, dass wir alles im Haus hatten, als die Zahlen wieder
zu steigen begannen und das entspannt mich tatsächlich sehr. Sehr.
Jetzt kann ich mich einfach wieder zuhause einigeln...
Und ich habe zwar keine Ahnung, ob unser Toilettenpapier 
für die nächsten Wochen reichen wird, aber wir haben definitiv
alle Zutaten fürs Weihnachtsgebäck im Haus.
Prioritäten! *g*