29. Juni 2020

Sommerpause

Der Juli naht und damit die alljährliche Sommerpause.
Corona hin oder her - die Ferien nahen mit großen Schritten und wir
alle wollen jetzt einfach mal sechs Wochen lang nix organisieren,
planen oder wegarbeiten müssen. Füße hoch, Buch in die Hand 
und Kopf ausschalten, das sind meine Pläne, der Rest wird sich 
finden... 


Der Shop wird für die Dauer der Ferien pausieren, wann es hier
weitergeht, werden wir sehen. Erfahrungsgemäß früher, ich habe
noch einiges in der Pipeline, das gezeigt werden muss ;-)

Ich wünsche Euch wunderbare Sommertage, mit Abstand versteht sich,
und ganz viel Möglichkeiten, Licht und Farben für den 
kommenden Herbst zu tanken. Gehabt Euch wohl
und passt auf Euch auf.

20. Juni 2020

Wintertuch zum Sommeranfang

Nachdem ich über die Wintermonate lange an einem leichten, riesengroßen
Sommertuch gestrickt habe (und im Zuge dieses Postings hier auch endlich
mal fotografiert habe, zeige ich dann auch noch), war mir im Anschluss 
mal wieder nach Häkeln.


Und wo ich schon bei Dreiecken war, blieb ich auch direkt dabei.
Da das Stricktuch sich in der Ausführung ein wenig gegen die Anleitung
wehrte, war mir diesmal nach etwas Idiotensicherem und da ich das
Material da hatte, wurde es eben das erste Tuch für den kommenden
Winter. Man muss flexibel bleiben ;-)


gehäkelt aus zwei identischen Dreiecken mit einem Materialpaket
vom Wollplatz. Wobei ich lange geschwankt habe, welche Kontrastfarbe
ich für die Mittelnaht wählen sollte. 


Senf, Oliv und Rosa standen zur Auswahl, mit der gewählten Farbe bin ich bisher ganz
zufrieden. Aber sollte sich das ändern - die Naht wäre schnell neugemacht, 
weil ich bisher darauf verzichtet habe, das komplette Tuch nochmal mit einer 
Abschlusskante zu umhäkeln. 


Ursprünglich sollten die beiden Dreiecke mit Krebsmaschen aneinandergehäkelt
werden, aber das sah irgendwie total doof aus, die Naht hat enorm aufgetragen.
Ich habe mich dann einfach für meine bewährte Methode entschieden, mit der
ich auch immer Grannys zusammenhäkle. So habe ich jetzt eine dominante
sowie eine zurückhaltende Kontrastnaht und kann wählen...


Die beiden Teile sind jeweils an der Oberkante zusammengefügt, so dass
das Muster von der Mitte aus nach außen läuft, statt von oben nach unten,
und dadurch dehnt sich das Tuch eher in der Breite, was ja auch Sinn macht.
Ich bin mit dem Ergebnis super zufrieden. Einziges Manko:
Ich muss es jetzt erst mal noch ein paar Monate weglegen ;-)

12. Juni 2020

12 von 12 { Jun 2020 }

Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag -

so funktioniert 12 von 12

Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, seht Ihr wie immer



Wir haben heute Brückentag (also es wäre ein Brückentag, aber die Kinder sind diese Woche
eh nicht in der Schule und der Mann muss selbstverständlich trotzdem los) - und zwar einer,
an dem ich jetzt eigentlich aufs Meer gucken, später lecker Kibbeling essen und abends
das Eröffnungsspiel der Fußball-EM gucken würde. Tjanun. #fuckcorona
Immerhin ist das Wetter toll auf dem Weg zum Bäcker.


Ich war Brötchen und Schoko-Croissants holen, denn der Freund der Großen
hat hier übernachtet und unsere normalen Frühstücksgewohnheiten sind ja
mindestens... seltsam. Ich bin da gar nicht so ;-) Aber vermutlich werden
die eh bis mittags schlafen, ich hätte mich gar nicht so hetzen brauchen.


Bester Brötchenaufstrich aus der Kategorie "Macht optisch so gar nix her,
schmeckt aber unbeschreiblich gut": Ganz viel Salzbutter und ein Hauch Honig.
So darf der Tag gerne starten.


Obligatorische morgendliche Gartenrunde.
Morgen müssen wir wohl mal Kirschen ernten :-)
Wahnsinn, wieviele das dieses Jahr sind, ich habe schon den Entsteiner
rausgesucht und den Einkochtopf.


Morgenritual im Sommer: die Pool-Pumpe anwerfen, derweil Garten und Balkon
gießen, Polster und Kissen verteilen und ein Schüsselchen Himbeeren 
und Erdbeeren ernten. Eventuell noch Wäsche aufhängen. Dann Pool-Pumpe
wieder ausmachen.


Kurze Erledigungstour, heute darf ich mal selbst fahren, weil die Große noch
schläft (Life-Hack für Ü17-Eltern!). Mülltüten am Wertstoffhof organisieren 
und die Drogerie-Bestellung abholen.


"Macht optisch so gar nix her, schmeckt aber unbeschreiblich gut", die Zweite.
Käsespätzle, die dadurch noch besser werden, dass die Missi und ich sie
ganz schlampig im Balkonsessel essen. Die Große und der Freund haben
erwartungsgemäß gerade erst gefrühstückt.... Wir lassen ihnen was übrig.


Nachmittags geht es in den Stall (also in den Reitbeteiligungsstall, nicht in den
Reitschulstall, es gibt da markante Unterschiede), die Missi hat eine 
Reitstunde. Die bucht sie sich immer ganz clever an jedem anderen Tag außer
ihrem festen Reitbeteiligungstag, schließlich kann sie so einmal öfter reiten.
Das Kind ist ja nicht doof. Heute darf sie das Pony mit den großen Kulleraugen 
nehmen, das ist ein ganz Süßer....

(Reitbeteiligung bedeutet.... ach, alles. Pferd versorgen, putzen, auf die Weide
bringen und holen, in irgendeiner Form bewegen (Longieren, Bodenarbeit,
Reiten, Ausreiten, Spazierengehen), füttern, Heunetze stopfen, Paddock 
abäppeln - alles halt. Es ist wie ein eigenes Pferd zu versorgen, nur halt
eben bloß einen oder zwei Tage in der Woche.)


Heute ist definitiv das passende Wetter für luftige Flechtfrisuren, wenn man
gleich hart arbeiten muss. Für Reiterin und Pferd.
Ich bin da inzwischen richtig gut drin ;-)


Und heute auch endlich mal wieder Zeit zum Zuschauen! Reitstunden bekommt hier
nur, wer ein eigenes Pferd im Stall stehen hat - oder eben eine Reitbeteiligung. Das ist 
ein echtes Geschenk, denn in der Regel sind das Einzelstunden, maximal zu zweit, 
und die Missi lernt dort wahnsinnig viel. Nicht zuletzt, weil ihr Pony (und auch alle
 anderen, die sie dort ab und an reitet), ja alle keine abgehärteten Reitschulpferde sind.
Da ist deutlich mehr Fingerspitzengefühl gefragt....


Fertig. Während die Missi absattelt, verräumt und das Pferd versorgt, drehe ich noch
ein kleines Ründchen und genieße die Aussicht von der Höhe. So schön hier!
Danach rasch nach Hause, die Missi nimmt eine Abkühlung im Pool, ich 
gönne mir ein Eis und die Große bekommen wir auch endlich mal 
zu Gesicht :-)


Inzwischen ist der Mann zuhause und die Große ist arbeiten.
Für uns verbliebene Drei schieben wir eine Pizzablume in den Ofen und 
räumen danach Balkon und Garten ab, denn gerade kam eine Gewitterwarnung
rein und es ist auch schon reichlich düster draußen. 
Heute also kein Abendessen auf dem Balkon, schade...
Aber morgen. Morgen wird gegrillt!

10. Juni 2020

Aus alt mach neu { Wäschekorb }

Es begab sich dieser Tage, dass sich unser Wäschekorb verabschiedete -
ein riesiger, alter Weidenkorb, bei dem sich ein Griff immer mehr
aufdröselte, um sich dann irgendwann mit einem lauten Flupp komplett zu
verabschieden. Natürlich nicht irgendwann, sondern genau dann, 
als ich ihn prallgefüllt mit frisch gebügelter Wäsche die Treppe
hochschleppte - eh klar ;-)


Normalerweise hätte ich ihn nun zu einem Korbmacher gebracht (dem Plan, 
das in einem Korbflechtkurs selbst erledigen zu lernen, hat Corona leider
einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht...), aber da wir zu dem
Zeitpunkt die Waschküche neu sortierten und entrümpelten, konnte ich ihn
dort gerade auch gut ohne Henkel gebrauchen - er beherbergt jetzt alle(!!) 
meine Bastelsachen, die nichts mit dem Nähen zu tun haben. Das sind gar
nicht mal so wenige, aber der Korb ist auch wirklich, wirklich groß ;-)

Auf der Suche nach einem neuen (alten natürlich) verliebte ich mich sehr schnell und 
widerstandslos in diverse Körbe, die alle ein bisschen shabbymäßig mit Farbe 
bearbeitet waren. Aber nur wegen einem Hauch von Farbe für solch einen Korb
dann 50 oder 60 Euro bezahlen, statt nichts oder maximal 10 Euro im 
Gebrauchtmöbelladen oder auf dem Flohmarkt?
Danke, aber dann doch lieber nein danke....
Selbermachen rules!


Es wurde dann also doch wieder ein oller Zehn-Euro-Korb vom Kleinanzeigenmarkt.
Eigentlich war der Plan, ihn mit Kreidefarbe anzusprühen, aber da die Große
gerade höchst motiviert in ihrer zukünftigen Gartenwohnung herumstreicht, 
ging es noch viel einfacher und schneller mit der guten, alten
Wandfarbe ;-) Ich habe einfach mit einer kleinen Malerrolle
einmal rundherum an dem dicken Rand entlang gerollert und anschließend
den Rand selbst mit einem Pinsel angestrichen. Das Innere und die Griffe
habe ich dabei ausgelassen, denn nicht immer ist die Wäsche ja zu
100% trocken, wenn sie im Korb landet. Sicher ist sicher...


Finanzieller Aufwand für die Farbe: nicht messbar.
Zeitaufwand: zehn Minuten, maximal.
Glücklichmachfaktor: unbeschreiblich ♥
Und groß ist er auch wieder, da passt die Wäsche definitiv rein.

Das im Hintergrund ist übrigens ein sicher 100 Jahre altes Babybett aus der Familie
des Mannes, das früher eine Weile als Bank in unserer Küche stand, dann lange
im Keller und im Zuge unseres Umräumwahns der letzten Wochen wieder das
Tageslicht erblickte. Jetzt steht es als Gartensofa auf der Terrasse, überdacht, 
mit zwei Babymatratzen vom blaugelben Pressspahnveredler als Sitzfläche.
Die Maße haben sich tatsächlich im Laufe eines ganzen Jahrhunderts nicht
verändert! In Kombination mit der Häkeldeckchen-Wimpelkette, einem
neuen Teppich unterm Tisch und einem Makramee-Hängesessel ist unsere
Boho-Wohlfühlterrasse für den Coronasommer nun jedenfalls perfekt.
Fehlt nur noch das passende Wetter!

5. Juni 2020

Tagebuchbloggen { 5. Juni 2020 }

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"


Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer später hier.


6 Uhr: Der Wecker klingelt. Diese Woche ist für beide Kinder Präsenzwoche in der Schule,
die erste seit März für die Missi, zum Glück wenigstens eine kurze und auch mit weniger
Stunden.  Früh aufstehen ist nicht mehr unsere Kernkompetenz ;-) 
Nächste Woche dann wieder zuhause und so wechselt das bis zu den Ferien weiter, 
sprich: noch zwei Wochen früh aufstehen bis zu den Sommerferien.
Ich bleibe noch ein bisschen liegen und lausche dem Vogelkonzert draußen.

6.30 Uhr: Frühstück vorbereiten und zwischendurch die Missi wecken, die 
noch duschen möchte. Kurze Runde über den Balkon, zwei Erdbeeren essen, feststellen,
dass die Tomaten blühen und die Regentonne kontrollieren.

7 Uhr: Frühstück für die Kinder, der Mann kommt dazu und fährt dann
zur Arbeit. Ich überlasse die Kinder ihren Broten und verziehe mich ins Bad.

7.30 Uhr: Kurz noch den Tagesplan klären, dann Abfahrt.
(Schulbus ist gestrichen bis zu den Ferien, Indoorveranstaltungen wird
es hier bis auf weiteres nur geben, wenn sie unvermeidbar sind.
Also Schule ja, Schulbus nein. Muss ja nicht. Die paar Tage kriegen wir auch
so hin.) Die Große fährt, Ehrensache. Anfang der Woche hat sie endlich ihren 
Führerschein gemacht, nachdem im März unmittelbar vor ihrer Prüfung 
der Lockdown zuschlug und sie sich viele, viele Wochen gedulden musste 
bis zu einem neuen Termin. Seitdem sehe ich mein Auto nur noch von
der Beifahrerposition und das ist entspannter, als man sich das
gemeinhin so denkt, denn sie fährt wirklich gut. Die Gene ;-)

7.39 Uhr: Punktlandung an der Schule. Die Missi muss sich Punkt 7.40 Uhr
in ihrem Planquadrat auf dem Schulhof einfinden. Ich wechsle auf den 
Fahrersitz, starte meinen aktuellen Podcast und fahre wieder nach Hause.
Erst mal Frühstück und Zeitung.

8.10 Uhr: Lüften, kleine Aufräumrunde durchs Haus und dann
geht es in die Gartenwohnung, die wir seit der Schulschließung konsequent
entrümpeln, weil die Große dort im Sommer gerne einziehen möchte.
Das Bad hat sie schon gestrichen, das künftige Wohn-/Schlafzimmer ist
leer und in den letzten beiden Tagen habe ich als Folge dessen die Waschküche
ebenfalls komplett entrümelt und durchsortiert. Jetzt leere ich nur schnell
den Trockner und befülle ihn mit der für den frühen Morgen programmierten
Wäsche und freue mich wie Bolle über die perfekte Ordnung um mich herum.


9.30 Uhr: Ich habe eine ganz kurze Runde durch die Weinberge gedreht und setze mich
jetzt mal an den Schreibtisch. Bisschen Buchhaltung, Essensplan fürs Wochenende, 
Einkaufszettel, Bloggen und nebenbei lasse ich mal den neuen Schweinsteiger-Film
laufen, der seit heute abrufbar ist. Große Tasse Kaffee ("Kaffee" natürlich, hier gibts
ja nur Getreidekaffee für mich) dazu und auf geht's...

10.30 Uhr: Die Große hat schon wieder frei, geht aber noch mit dem Freund mit,
ich muss sie also nicht abholen. Stattdessen nähe ich noch schnell eine neue
Maske und sortiere einen Korb voll Socken weg. Seit hier quasi jede*r nur noch
graue oder schwarze Socken hat und alle ja auch irgendwie in ziemlich ähnlichen
Größen, ist das wirklich eine undankbare Aufgabe...

11 Uhr: Ich breche mit dem Einkaufszettel zum Laden auf, unterwegs fällt
mir ein, dass ja Freitag ist und ich freitags keinefalls mehr einkaufen gehen wollte,
aber ich hatte den Wochentag echt nicht auf dem Schirm. Tjanun. Ist dann aber
gar nicht so schlimm im Dorfsupermarkt, ich brauche nicht viel und bin
schnell wieder raus. Auf dem Weg weiter Podcast hören (ganz ungewohnt, mal
so alleine im Auto ;-), zuhause alles verräumen und Mittagessen kochen.

12.10 Uhr: Bratkartoffeln warten auf dem Herd, Gemüse ist fertig und 
Bratkäse im Ofen. Jetzt schnell die Missi abholen...

12.30 Uhr: Wir essen, die Missi erzählt von der Schule und verschwindet dann
schnell, um sich umzuziehen. Sie hat heute eine Reitstunde im Reitbeteiligungsstall, 
das sind immer echte Highlights. Allerdings wurde sie spontan eine Stunde vorverlegt
und wir müssen uns nun echt sputen. Ich verräume die Reste vom Mittagessen und 
suche dann lange nach einer Jacke - offenbar habe ich länger keine mehr gebraucht.

13.15 Uhr: Die Missi hat ihren Kram ins Auto geräumt (inzwischen hat sie einen
gutgefüllten Spind in der Garage, weil ich - und besonders die Große - das ganze Zeug
nicht mehr im Haus rumfliegen haben wollte) und wir können starten. Erst mal 
die Große abholen. Vorm Haus des Freundes wechsle ich schon fast automatisch
auf den Beifahrersitz und sie fährt uns ganz routiniert durch Stadtverkehr und
über Feldwege zum Stall. Dort lassen wir die Missi und ihren Krempel raus
und fahren ganz in die Stadt rein, denn das Kind plagt Hunger. Da die 
Parkhäuser alle belegt sind (*dreikreuzemach* - im Parkhaus hätte ich dann
vermutlich doch ordentlich geschwitzt! Und *wtf* - was machen denn die 
ganzen Leute in der Stadt??) halten wir irgendwo am Straßenrand, wo ich 
das Auto bewache und die Große im Regen verschwindet, um sich einen
Salat, eine Bowl oder sonst was ausnehmend Gesundes beim bevorzugten
 Dean&David zu organisieren.

14.30 Uhr: Ich habe inzwischen einen Salat auf dem Schoß, während die Große
den Weg zurück zum Stall sucht und findet. Inzwischen regnet und stürmt es und ich
bin ein bischen neidisch, dass die Große jetzt im Auto gemütlich ihren Salat essen darf,
während ich mich durch das Usselwetter in die Reithalle kämpfe.


15.10 Uhr: Die Missi ist fertig und fröhlich wie immer, wenn sie Zeit mit den Pferden verbracht
hat. Und ziemlich matschig ist sie auch. Wir verfrachten sie vorsichtig auf die Rückbank
und wo wir schon mal unterwegs und die Große so gut in Fahrt ist (im wahrsten Sinne des
Wortes) beschließen wir, jetzt auch noch hinter den sieben Bergen das neue Inhalations-
Rezept für die Missi beim Kinderarzt abzuholen. Der Weg dorthin (und vor allem von dort 
nach Hause) ist bergig und kurvig, das hatten wir heute noch nicht ;-)

15.30 Uhr: Eingeparkt, Rezept abgegriffen, ausgeparkt. Das ging zackig. Und wo wir
schon mal dort oben sind, halten wir auch noch beim Bäcker (nochmal einparken!!),
denn dort gibt es freitags immer herrlichen, ganz klassischen Hefe-Nusszopf -
Gelegenheiten muss man nutzen und so spare ich mir morgen das Backen.
Die Missi begleitet mich auf der Suche nach einem genehmen Teilchen und 
bereut es vermutlich in dem Moment, als ihr beim Einsteigen der Sturm die Tür aufs
noch nicht eingestiegene Knie haut. Autsch. Es wird auch gleich dick, wie gut, 
dass sie schon Reiten war...

16 Uhr: Wieder zuhause, halleluja.
Beide Kinder werfen sich quasi umgehend auf ihre Betten, das Knie wird noch 
eingeschmiert, sieht aber nur so mittelwild aus, dann verziehe auch ich mich
mit einem Kaffee ("Kaffee"), den ersten beiden Zopfscheiben und einem Buch
unter meine Decke auf dem Sessel. Ist das kalt heute!

17 Uhr: Der Paketdient klingelt und bringt ein heißersehntes Klamottenpäckchen für die
Große, die immer noch wächst und nach so vielen Wochen ein bisschen 
trockengelaufen ist, besonders, was Sommersachen betrifft. Außerdem ist ein großes,
schweres Paket angekommen, gerade pünktlich, damit der Mann und die Große morgen
etwas zu tun haben: zwei breite, schwarze Tischkufen, mit denen sie am Wochenende einen
großen, kombinierten Ess-/Schreibtisch für die Große bauen wollen. Tolle Stühle hat sie 
neulich schon in den online-Kleinanzeigen erstanden, fehlte nur noch ein passender Tisch.
Dort unten steht zwar ein Esstisch, den der Mann und ich zur Hochzeit geschenkt
bekamen und der im Zuge der Küchenrenovierung weichen musste, weil er zu groß war,
allerdings gefällt der der Großen nicht. Beziehungsweise, die Tischplatte ist richtig,
richtig toll, aber aus unerfindlichen Gründen liegt die grobe, dicke Platte auf 
ziemlich filigranen, gedrechselten Füßen, die noch dazu nicht die gleiche Farbe
haben wie die Platte - irgendwie ein ziemlich krasser Silbruch, der auch den 
Mann und mich schon immer gestört hat. Aber es ist halt ein sauteurer Tisch, die
Platte ist ein Traum - und nun bekommt sie eben nach 20 Jahren endlich 
passende, ebenso massive Füße. Wenn das klappt, wie geplant, wird das
ein Traumtisch, bei übersichtlichem finanziellem Einsatz :-)
Vorfreude macht sich breit. Wenn das so weitergeht, will ich am Ende
da unten einziehen.

17.50 Uhr: Wir müssen schon wieder los. Da die Gastronomie ja mehr und mehr
wieder öffnet, muss auch die Große nun wieder zu ihrem Job antreten. Eine 
Tatsache, die mich nur so mittelglücklich macht, denn Gastro-Service, indoor,
und das Gegenüber trägt keine Maske, das ist ja nicht so richtig toll unter 
Infektionsgesichtspunkten. Wir müssen da noch ein wenig drauf rumdenken,
solange muss es die FFP3-Maske richten...

18.30 Uhr: Der Mann ist da und repariert als erstes Mal provisorisch das 
Sonnensegel, das der Sturm über Mittag an einer Ecke losgerissen hat.
Jetzt gibt es schnelles Abendessen für uns verbliebene drei,
ganz schlampig auf der Couch und vor dem Fernseher, schließlich ist 
die Große nicht da, die uns sonst ganz sicher dafür rügen würde.

22.30 Uhr: Der Mann, die Missi und ich haben jetzt den Schweinsteiger-Film geschaut,
mit einem unfreiwilligen Spannungsmoment, als ich dem Mann was zeigen wollte, er
sich aufrichtete und da leider, leider mein Handgelenk unter seinem Ellbogen war, auf dem
er sich aufstütze. Es knirschte ganz fürchterlich, ich habe die Hand jetzt mal anderthalb 
Stunden nicht bewegt und habe langsam die Hoffnung, dass das Gelenk doch 
nicht gebrochen ist. Püh. Das wärs noch gewesen.... Zwischendrin hat der Mann
noch die Große vom Job abgeholt, deswegen sind wir auch jetzt erst fertig.
Die Missi ist ins Bett verabschiedet, die Große wird sich vermutlich gleich 
noch was kochen und ich denke, für uns ist jetzt auch Feierabend.
Samstag ist für den Mann schließlich auch ein Arbeitstag, wenn auch ein
abgespeckter. Gute Nacht!

1. Juni 2020

Zupfbrot - beste Grillbeilage!

Wir grillen ja wahnsinnig gerne und oft, eigentlich die ganze warme Jahreszeit
hindurch. Dabei steht oft gar nicht das Fleisch im Mittelpunkt, auch wenn es häufig mit
dabei ist. Ebenso beliebt sind aber auch Fisch oder Grillkäse. NIE fehlen dürfen allerdings 
gegrilltes Gemüse, irgendein leckerer Salat und eine klassische Sättigungsbeilage, 
vorzugsweise eine Kartoffelvariante oder Brot. Letzteres am liebsten in Form
eines frisch gebackenen Zupfbrotes, gefüllt mit Kräuterbutter und 
am liebsten auch noch Käse :-)

Mögt Ihr auch?
Bitte sehr:


600 Gramm helles Mehl (ich nehme immer Dinkel, Weizen geht natürlich auch) zusammen
mit 2 TL Salz und einem 1/2 TL Zucker in eine Schüssel geben und vermischen.
Einen Würfel Hefe in 300 ml handwarmem Wasser auflösen und ebenso
wie 50 ml Olivenöl zum Mehl geben.
Gründlich und lange verkneten, gerne fünf Minuten lang. Je länger man knetet,
desto fluffiger wird später das Brot.
Den Teig abdecken und gehen lassen, bis sich das Volumen wenigstens verdoppelt hat.
Eine Kastenform ordentlich ausfetten.

Nach dem Gehen den Teig eingermaßen rechteckig ausrollen, ungefähr auf Backblechgröße, 
und nicht zu dünn mit (selbstgemachter, ich liebe ja die Blümchenbutter) Kräuterbutter 
bestreichen, die vorher leicht erwärmt wurde. Optional kann man zusätzlich auch 
noch geriebenen Käse darauf verteilen, kleingeschnittene Oliven oder Schinkenwürfel.
Nur vielleicht nicht alles auf einmal ;-)


Nun die Teigplatte in Streifen schneiden, die etwa die Breite der Kastenform haben.
Die Streifen übereinanderstapeln (das verzieht sich natürlich alles ein wenig und 
wird kein feinsäuberlicher Stapel, aber das ist überhaupt nicht schlimm, das
Zupfbrot ist sowieso viel schöner in Messy-Optik ;-) und dann den Stapel in
Rechtecke schneiden, die nun in etwa der Höhe und Breite der Kastenform
entsprechen. Die Rechtecke hochkant in die Backform stapeln und
nochmal eine knappe halbe Stunde gehen lassen.

Im Backofen (vorgeheizt) bei 180 Grad Umluft etwa eine halbe Stunde lang
backen, bis das Brot eine schöne Farbe angenommen hat.
Aus dem Ofen nehmen und noch warm servieren.

Guten Appetit und einen schönen letzten Pfingsttag 

22. Mai 2020

Lernplattform, ganz analog

In einen unserer Kirschbäume im Garten haben der Mann und die
Große vor vielen Jahren mal ein Baumhaus gebaut. Ein wunderbarer
Rückzugsort aus Sperrmüll und altem Holz, mit Fenster, Balkon und einer Tür, 
die man hinter sich schließen konnte - und überhaupt in einem Format, 
das es jedem Erwachsenen unmöglich machte, mehr als nur mal
rasch den Kopf hineinzustecken.


Dieses Haus war nicht nur bei unseren beiden wahnsinnig beliebt, 
sondern auch bei allen Besuchskindern. In all den Jahren ist auch 
kein einziges vom Baum gefallen ;-) 
In den letzten zwei/drei Jahren allerdings traf man dort nur noch die
Nachbarskatzen an, denn die Kinder waren dem Haus entwachsen
(also körperlich, sie passten einfach nicht mehr rein) und es wurde auch
zunehmend morsch. 


Da der Wunsch nach sommerlichem Chillen im Baum aber weiterhin ungebrochen 
war, haben der Mann und die Missi das Haus neulich an einem 
Wochenende kurzerhand abgerissen und auf dem Grundgerüst, das 
weiterhin stabil und fest war, ein großes Podest gebaut -
unsere eigene Lernplattform fürs Coronaschooling hoch oben im 
Kirschbaum, ganz analaog. Und beide Kinder lieben sie!


Ausgestattet ist die Sommerresidenz mit zwei dicken Sitzkissen, wobei man eines 
auch ganz wunderbar als Rückenlehne gegen die Äste legen kann, einer 
riesigen Decke und einer alten Obstkiste, die gleichzeitig als
Tisch oder Regal dient. Ich denke, so wird der Kirschbaum auch noch 
ein paar weitere Jahre bewohnt werden können - nun aber auch
mal von uns Erwachsenen, hah! :)