5. August 2020

Tagebuchbloggen { 5. August 2020 }

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"


Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.


6.20 Uhr: Mein Wecker klingelt. Nicht, weil ich raus müsste, sondern weil ich die 
kühlen, stillen Morgenstunden so mag. Kühl ist es auch im Schlafzimmer, die 
Nächte sind zum Glück immer noch nicht sonderlich warm. Ich bleibe noch 
einen Moment liegen.

7 Uhr: Der Radiowecker vom Mann verkündet die Nachrichten.
Hmpf. War wohl nix mit frühem Aufstehen... Langsam wird das zur
Regel hier statt zur Ausnahme ;-) Der Mann hat auch keine Lust, aufzustehen,
schafft es aber doch noch einigermaßen pünktlich. Ich beschließe, dass es nun
eh egal ist und schnappe mir mein Buch.

8.20 Uhr: Das Müllauto fährt durch die Straße und macht infernalischen Krach.
Ich springe schnell auf und schließe alle erreichbaren Fenster, damit die 
Missi noch ein bisschen schlafen kann. 

8.30 Uhr: Jetzt erst mal Frühstück.
In der Küche finde ich ein dreckiges Gugl-Backblech, aber leider
nicht die dazugehörigen Gugls (Marmor, würde ich anhand der Krümel
tippen) - also hat wohl die Große gestern hier spät noch gebacken und die
Beute dann mit in ihre Höhle geschleppt *g* Seit zwei Wochen wohnt
sie in der Gartenwohnung und fühlt sich dort sehr wohl - mit dem alten Herd
meiner Oma kommt sie allerdings noch nicht klar, "der kann ja nix". Tjanun, er 
kann backen - aber natürlich hat er nichts gemein mit dem Hightechteil 
samt bunter, animierter Displaybildchen, das der Mann schon aus
berufsethischen Gründen in unsere Küche eingebaut hat.
Immerhin finde ich aber nur das Blech, der Rest der Zubereitung
hat offenbar unten stattgefunden...


8.45 Uhr: Kaffee in der Schaukel, den Rest des Frühstücks gibt es dann allerdings
drinnen, denn irgendwo im Dorf lebt schon wieder die laute Baustelle auf,
die mich gestern schon zu Indoor-Arbeiten verleitet hat. Die wird es auch
heute wieder geben - wir haben noch einige Restarbeiten von unserer
Zimmertauschaktion (Große in die Gartenwohnung, Missi ins Zimmer der Großen,
Kleine Werkstatt ins Zimmer der Missi und ein Ausweichbett sowie Haushaltskram
in die Kleine Werkstatt) ausstehen und die hätte ich gerne erledigt, bevor es
spätestens übermorgen wieder so richtig heiß wird. Außerdem wären wir
dann in der letzten Ferienwoche gerne nochmal so richtig faul...

9 Uhr: Die Missi ist inzwischen auch wach und quasselt ohne Unterlass.
Wahnsinn, wieviel dieses Kind unmittelbar nach dem Aufwachen schon
sprechen kann! Frühstück mag sie aber noch nicht, sie verzieht sich an
ihren Schreibtisch. Seit dem Wochenende ist sie mal wieder komplett im
Handlettering-Fieber und sitzt gerade an einem Kalender fürs neue
Schuljahr. Nebenbei läuft der Digitale CHIO auf dem iPad, dessen
Auftakt sie gestern abend wegen einer späten Reitstunde verpasst hat.

10 Uhr: Gefrühstückt und angezogen. Also ich.
Die Missi lettert noch und von der Großen habe ich immerhin erste Lebenszeichen vernommen.
Jetzt erst mal den Bügelberg bezwingen. Eigentlich wollte ich heute morgen
ins Büro, aber das muss bis morgen warten. Da gibt es nämlich eine 
Klimaanlage, neben dem Bügelbrett nicht.

11 Uhr: Die Große ist auf, ich treffe sie frühstückend an ihrem Tisch, die Terrassentür
steht weit offen, auf einem der Terrassenstühle schläft friedlich eine Katze. 
"Du weißt schon, dass da die Nachbarskatz liegt? Hast Du keine Angst, dass
die reinkommt?" (Die Große mag keine Katzen. Sagt sie. In Wahrheit hätte sie
gerne eine eigene, traut sich aber (noch) nicht.)
"Nein, die kommt nicht rein, das haben wir besprochen! Die liegt da jeden Morgen."
Nun denn, wenn sie das besprochen haben *ggg*
Tatsächlich erhebt sich die Katze irgendwann und geht ihrer Wege, ohne
die offene Tür zu beachten. Beeindruckend.
Bei uns oben spaziert sie immer rein, wenn man nicht aufpasst.

11.30 Uhr: Der Briefträger bringt ein Paket, unverkennbar vom Bayern-Fanshop. 
"Toll, jetzt muss ich mir wieder die Hände desinfizieren!" Er ist Gladbach-Fan,
der Arme ;-) Die Große werkelt ein wenig weiter in ihrem Bad, wo die Fliesenbordüre
noch schwarz gestrichen werden muss (statt dem klassischem Anfangs-2000er-Blau
zu weißen Wänden hat sie jetzt Holzboden und schwarze Akzente), die
Missi habe ich dienstverpflichtet, die muss schon seit einer Woche
die Bordsteinkante vom Unkraut befreien, heute ist sie fällig.
Begeisterung sieht anders aus... Beim Zusammenkehren später helfe 
ich ihr und im Anschluss können wir beide nochmal duschen.
In der Sonne ist es schon bullig warm.

12.30 Uhr: Der Bügelberg ist bezwungen, dabei habe ich nebenbei aus nicht mehr
nachvollziehbaren Gründen "Ein ganzes halbes Jahr" geschaut und durch
Tränenschleier bügelt es sich wirklich sehr, sehr schlecht. Nächstes Mal dann wieder
Pastewka, besser ist das.... Die Kinder bekommen ihre jeweiligen Stapel zum Verräumen
 in die Hand gedrückt, ich kümmere mich derweil um den Pool. 

13 Uhr: Die Große bricht mit dem Freund zu einer Radtour auf. Auch recht, dann
reichen die Reste von gestern für die Missi und mich. Dazu gibt es grüne Bohnen
mit Speck, die mögen wir im Gegensatz zur Großen nämlich schrecklich gerne.
Danach ein großer Moment: Die Missi nimmt Ihr Handy wieder in Betrieb.
Das hatte sie letzte Woche im Stall gewässert, seither lag es in einer Schale mit
Reis. Da sie es offenbar so gar nicht vermisste, haben wir es einfach mal 
liegenlassen. Nun aber. Der Mann empfiehlt telefonisch das Entzünden einer
Hoffnungskerze, es geht dann aber auch ohne. Heureka!
Die Missi ist jetzt erst mal beschäftigt, hunderte Nachrichten abzuarbeiten...

14.30 Uhr: Ich habe to-do-listengemäß weitergeräumt und eine Einkaufsliste
für den Möbelschweden geschrieben. Der Großen fehlt noch eine Kommode und 
wir möchten die Terrasse noch etwas sonnengeschützter machen. Im Urlaub
entdeckten wir eine tolle Variante mit Gardinenseilen, das werden wir jetzt
mal versuchen. Zum Glück gibt es das alles per Click&Collect, wir müssen also
nicht in den Laden, nur abholen. Reingehen ist eh sinnlos, solange es dort nichts
zu essen gibt ;-) 

15 Uhr: Kleines Päuschen mit der Missi und unseren jeweiligen Büchern
im Schatten. Eis sparen wir uns, vorerst. Aber nur, weil wir zu faul sind,
nochmal aufzustehen...

16 Uhr: Wir haben uns aufgerafft. Die Missi für Pool, Eis und dann wieder Buch,
ich suche mir ein schattiges Plätzchen in den Beeten und rücke dem Unkraut
ein wenig zu Leibe.

17 Uhr: Der Mann ist zuhause. Huch. Schlappe zwei Stunden vor der Zeit.
Er hat aber noch einen Termin, für den er dem schönen Wetter geschuldet lieber
den Oldtimer mitnehmen möchte. Der muss schließlich regelmäßig bewegt werden ;-)
Die Missi und ich sollen auch mit und lassen uns bereitwillig überreden.
Perfektes Wetter für einen Ausflug!

18 Uhr: Wir sind unterwegs in der Eifel. Dach offen und Sonne im Gesicht.
Mini-Urlaub à la Fluchten. Am Ziel angekommen, verschwindet der Mann beim 
Kunden, die Missi und ich bleiben sitzen und sonnen uns. Er braucht aber nicht
lange und wir beschließen, irgendwo noch was essen zu gehen.
Das ist nämlich unser dringendes Vorhaben in den letzten Sommerwochen,
noch so oft wie möglich auswärts zu essen, bevor der Herbst kommt und
man nicht mehr nett draußen sitzen kann. Drinnen sitzen ist irgendwie immer
noch keine Alternative. Es soll ja auch Spass machen.

18.30 Uhr: Vorteil in Coronazeiten: Man kann plötzlich überall auch 
draußen reservieren, vorher hieß es oft "Reservierungen machen wir nur
für drinnen." Nachteil in Coronazeiten: Man muss nette Locations auch Tage 
im Voraus reservieren, sonst ist man geliefert ;-) Zwei schöne Biergärten
am Wegesrand sind hoffnungslos voll, aber bei einer Pizzeria an der Mosel haben
wir Glück. Dreimal Pizza für uns und zwischendrin ein bisschen
Kommunikation mit der Großen, die irgendwie offenbar in der Stadt 
gelandet ist. Der Mann steht dreimal auf und schaut nach dem Auto, 
dass wir mit dem knallheißen Motor mitten in einer Wiese parken
mussten. Man will ja nicht mutwillig das halbe Moselufer in Brand stecken...


20 Uhr: Heimweg. Wir legen noch Prospekte bei einem Kunden ab, geraten in
eine wilde Umleitung - ohne Navi natürlich, sowas gab es früher ja noch nicht -
finden aber trotzdem wieder zurück nach Trier, wo uns das Riesenrad
schon von weitem begrüßt. Das ist ein bisschen der coronakonforme Ersatz 
der Stadt für viele ausgefallene Veranstaltungen und ich freue mich schon sehr
auf eine Runde damit.

21 Uhr: Zuhause. Die Missi schicken wir unter die Dusche, drehen noch die 
abendliche Gießrunde durch den Garten und schwätzen ein bisschen mit der 
Großen und dem Freund, die inzwischen auch wieder zuhause sind.
Das ist immer lustig mit den beiden. Der Mann und ich planen noch
die Restwoche und fallen dann platt auf die Couch.
Relativ wahrscheinlich, dass wir heute mal wieder vor allen
beiden drei Kindern schlafen werden.
Das muss dieses Alter sein...

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