5. September 2018

Tagebuchbloggen { 5. September 2018 }

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.
Die übrigen WMDEDGT?-Einträge findet Ihr wie immer hier.
Mein Tag heute ist schnell erzählt, der war wirklich gänzlich unspektakulär
und eher geruhsam...

5.15 Uhr: Ich werde wach durch undefinierbares Gewusel im Haus.
Nach dem Ausschlussprinzip mache ich den Mann als Übeltäter fest. Da der aber in
der Regel dann einfach irgendwann auf der Couch wieder einschläft,
verhalte ich mich unauffällig und greife zu meinem Buch.
Ist eh bald Aufstehzeit....

5.50 Uhr: Reichlich ausgeruht erhebe ich mich, statte dem Mann einen kurzen Besuch ab
und kümmere mich dann erst mal um Kaffeewasser und Zeitung.
Halbe Stunde später schaue ich nach der Missi, die erwartungsgemäß noch im
Bett liegt. Wir kuscheln eine Runde, dann scheuche ich sie hoch.
Im Zimmer der Großen brennt Licht und Musik läuft, alles gut...
Ich schreibe mit der Lieblingsfreundin, weil wir heute zum Frühstücken
verabredet sind. Sie muss aber absagen, und ich krame nach
Alternativen zu meinen üblichen Overnight Oats.

7.40 Uhr: Ich packe Brotdosen und rufe die Missi mehrmals zum Frühstück.
Irgendwann erscheint sie, immerhin angezogen und frisiert, zerfleddert meine
Zeitung und isst. Ich schaue schnell noch mal über ihren gepackten Ranzen,
aber offenbar hat sie das inzwischen ganz gut im Griff mit den vielen Fächern
und dem täglichen Umpacken...

7.05 Uhr: Die Missi putzt Zähne, die Große erscheint zum Frühstück.
Genervt, weil sie spät an ist trotz frühem Aufstehen.
Der Mann ist inzwischen auch auf und bietet den Kindern an, sie mitzunehmen.
In dem Moment klingelt aber der Nachbarsfreund und die Missi ist weg.

7.25 Uhr: Auch die Große hat sich gegen das Papataxi und für den späten Bus entschieden
(Auto und Frühbus sind momentan äußerst unattraktiv wegen des ganzen Fünftklässler-
Kroppzeuchs, das auch und besonders ihre eigene Schwester mit einschließt....) und
verlässt kurz vor knapp das Haus.
Ich verräume das Frühstück und verziehe mich als Ausgleich für das entgangene
Freundinnendate mit meiner Müslischüssel und einem Buch auf die Couch.

8.10 Uhr: Vorbei ist es mit der Ruhe, die Straßenarbeiter vor dem Haus machen
schon wieder infernalischen Krach, so dass ich schnell alle Fenster schließe.
Danach Duschen, Anziehen, Betten machen (also unseres, die Kinder sind
wirklich alt genug)....

9 Uhr: Ich habe einen fetten Haufen Wäsche aus dem Keller hochgeschleppt, den ich
 jetzt webügle und -falte und dabei die ein oder andere Folge einer Serie schaue.
Ganz oldschool auf DVD *ggg* Danach noch ein bisschen Garten und Balkon,
Gemüse betüddeln und natürlich gießen...

11 Uhr: Eine Stunde Werkstatt, immerhin.
Mein Arbeitsrhythmus ist wirklich komplett dahin.
Außerdem geht das Fenster zur Straße und da ist es bekanntlich LAUT.

12 Uhr: Mittagessen kochen.
Für mich Reste von gestern, für die Kinder Apfelspätzle.
Die Missi hat heute früher Schluss und ruft an, weil sie mit ihrer besten Freundin, die
offenbar ebenfalls fünf Stunden hat, die große Busrunde nach Hause drehen möchte.
Zum Schwätzen ;-) Meinetwegen. Bleibt noch ein wenig Lesezeit für mich....

12.50 Uhr: Jetzt ist sie zuhause, erzählt von Schule und Bus und wir sondieren die
Hausaufgaben. Geht so. Abgesehen davon, dass es von Mittwoch auf Donnerstag scheinbar
jetzt immer einen dicken Haufen Vokabeln zu lernen gibt (und donnerstags dann
den passenden Test dazu). Eine echte Herausforderung, denn Mittwoch ist der einzige Tag,
an dem die Missi noch einen Termin hat. Alles andere haben wir aus Eingewöhnungs-
und Stressreduktionsgründen bis über den Winter gestrichen ;-)

13.30 Uhr: Die Große ist auch da und wir essen.
Erst draußen, dann, nach Dazugesellen von ein paar Wespen, doch lieber drinnen.

14 Uhr: Die Missi schreibt Vokabeln ab, heute mal ohne Mittagspause vorher.
Die Große betreibt Poolpflege und ich helfe bereitwillig, weil das Wetter so schön ist.
Zwischendrin schaue ich immer wieder bei der Missi vorbei, die meine Hilfe
heute aber nicht braucht. Römische Ziffern bereiten ihr offenbar keinerlei Probleme...
Überhaupt habe ich diese Woche den Eindruck, dass sie nach Woche 4 schon
viel mehr angekommen ist in dem gymnasialen Geschäft *aufholzklopf*

15 Uhr: Ich habe einen ersten Satz Vokabeln abgefragt und Wäsche verräumt.
Jetzt schnell Wasserflasche abfüllen, Geld abzählen, umziehen, losfahren.

15.30 Uhr: Die beste Missi-Freundin sitzt schon auf der Mauer vor ihrem Haus und
wartet auf uns. Den langen Weg über die sieben Berge versüßen mir die Mädels
wie immer mit Schulgeschichten (sie sind ein Schuljahr auseinander, aufgrund schlecht
koordinierter Geburtsmonate ;-)


16 Uhr: Pünktlich am Reitstall angekommen.
Die Mädels verschwinden in Schallgeschwindigkeit, als ich nachkomme, sind die 
Pferde schon am Putzplatz angebunden und die beiden schwer beschäftigt.
Ich staune immer, wie flott die beiden an diesem Tag sein können!
Ist sonst eher nicht so ihre Kernkompetenz...
Ich zahle rasch und drehe dann meine übliche Runde um den angrenzenden See.
Heute stolpere ich dabei über die ersten grünen Eicheln und stacheligen
Kastanienmäntelchen *hmpf* Ich will das nicht, keinesfalls, sammle aber trotzdem
ein paar ein. Hübsch sind sie ja.

16.30 Uhr: Zurück am verwaisten Putzplatz. Ich finde die Mädels in der Reithalle,
wo sie mit ihrer Trainerin heute zu zweit hart und konzentriert an 
Haltungsfeinheiten arbeiten. Die Missi neigt generell eher zum Rasen - 
also immer so schnell traben, wie es irgendwie geht und auch gerne immer volle Lotte
galoppieren, aaahhh - und hat heute schwer damit zu kämpfen, dass sie hinter 
ihrer Freundin mit eher phlegmatischem Pferd bleiben muss.
Mehrfach vermeidet sie nur ganz knapp einen Auffahrunfall und ich 
habe im Geheimen viel Spass. Aber auch viel Respekt davor, wie konzentriert 
und motiviert die beiden das immer angehen.

17.20 Uhr: Eigentlich wären wir längst auf dem Heimweg, aber ich habe die Mädchen
im Offenstall verloren. Da die Missi heute ein anderes Pferd geritten hat, muss sie
sich wenigstens jetzt noch ausgiebig ihrem Liebling widmen. Ich versuche derweil,
nicht von den Mücken gefressen zu werden, die vor dem drohenden Gewitter
scheinbar alle unter Dach geflohen sind.

17.40 Uhr: Wir sind auf dem Heimweg. Die Rückbank bespricht die Reitstunde.
Auf halben Weg halten wir traditionell immer bei einem Dorfbäcker an. Ich kaufe
dann ein Brot und die völlig erledigten Mädels teilen sich eine Nussbrezel.
Heute gab es nur noch Nussecken, aber die waren auch genehm...

18 Uhr: Wieder zuhause. Die Missi verschwindet unter der Dusche und widmet sich
dann wieder ihren Vokabeln. Die Große hat alle Hausaufgaben erledigt und sogar den
Pool abgedeckt. Draußen grollt es und schauert gelegentlich, aber nix, was die
Dürre auch nur ansatzweise beenden würde.
Ich mache Abendbrot und putze Salat.

19 Uhr: Jetzt duscht die Große, ich höre nochmal Vokabeln ab (gelobt seien die
Lern-Apps heutzutage!) und der Mann kommt nach Hause.
Ich schicke die Missi in den Garten, zum Schnecken füttern und Trauben ernten,
und verliere sie an die Nachbarskatze, die gerade den Garten quert.
Irgendwann sind dann aber doch alle wieder da. Der Mann hat
noch Salat gemacht, wir essen.

20 Uhr: Nach einer Familienrunde auf der Couch verzieht sich die Große in ihr Zimmer 
und die Kleine ins Bett. Statt Vorlesen widmen wir uns nochmal den Vokabeln, diesmal
schreibend. Was für ein Spass. Mittwoch, mein neuer Lieblingsabend :-p

20.30 Uhr: Zurück auf der Couch. Der Mann guckt irgendwas, ich häkele eine 
Runde und tippe dann hier. Und gemeinsam stecken wir unsere Füße heute erstmals
wieder unter eine kuschelige Decke *schwilldasnich*
Feierabend!

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