22. Juni 2012

Vom Trauma eingeholt

Dieser unscheinbare schwarzen Haufen hat gestern ein Trauma wiederaufleben lassen, das ich jahrelang erfolgreich begraben hatte.


Das sind nicht weniger als 25 Sturmhauben, die die Große und ihre Klassenkameraden heute zum Mega-Schulfest brauchen. Die darauf angebrachten Klettstreifen hielten aber nicht ordentlich, "manchmal reißen die Kinder den Kleber zusammen mit dem Klett ab".
Bei diesem Satz machten die Alarmglocken in meinem Kopf schon ohrenbetäubend "Möööööööp-mööööööööööp-MÖÖÖÖÖÖÖÖÖP",  aber ich wollte ja nicht hören. Drei Klettstreifen pro Haube, das heißt sechsmal pro Haube zwei Stiche drüber genäht, mal 25 - das ist doch flott gemacht....
Und überhaupt, bestimmt hat sich in den letzten fünf Jahren auf dem Klettmarkt auch viel getan und der hier war auch viel feiner und schmaler als das Baumarktzeugs, was ich zuletzt unter der Maschine hatte. 

Ja Pustekuchen. 
Nach nur zwei(!!) Stichen war es wieder da -
mein KLEBEKLETT-Trauma :-o


Tatsächlich war nach nur zwei Stichen die Nadel so verklebt, dass gar nichts mehr ging. Obwohl ich schon ausschließlich an dem schmalen, kleberfreien Rand genäht hatte (schwarz auf schwarz, eh schon die Höchststrafe!). Für die ersten zwei Hauben brauchte ich eine Stunde, drei Nadeln und die Nerven von zwei Lebensjahren. Dann war ich eigentlich mehr als bereit, aufzugeben, als mir der Tipp mit dem Öl wieder einfiel.
Mit einem olivenöl-getränkten Kreppapier (auf meinem heiligen Nähtisch *haaresträub*) als Helfer wurde ich dann fast zur Akkordarbeiterin. Ich musste bloß nach jeder, aber auch jeder genähten Zweistich-Kante die Nadel tüchtig abreiben...
Nach der Hälfte der Mützen ging das sogar, ohne die Nadel aus der Maschine zu nehmen und noch zwei Exemplare später sogar, ohne den Faden auszufädeln ;-)

Aber trotzdem: Nie wieder *schwör*
NIE WIEDER!

Aber was tut man nicht alles für die liebe Klasse, damit sie das perfekte Outfit hat :-)


Auch noch schön: als ich die 25 Hauben abends in der Schule alle zusammen in eine Tüte stopfte ("Ach, das ist egal, die sind eh alle gleich, da müssen keine Namen dran") und meine Große eine Minute später briefchenwedelnd vor mir stand - "Mami, wir haben übrigens Läuse an der Schule, ich habe ganz vergessen, Dir den Zettel zu geben!" *wäääääh*

Ich bin dann mal weg, die Kleine Werkstatt vom Ölfilm befreien....

Kommentare:

  1. Oh, je! Klebendes Klettband habe ich nach meinem ersten Versuch für immer auf die Liste des "Niemals-wieder-verwenden" gesetzt. Hoffe, die kleinen Tierchen haben sich durch das Öl abschrecken lassen :)!
    LG Astrid

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    1. Ja, die Klasse ist netterweise leäusefrei ;-)

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  2. Das klebende Klettband flog bei mir nach dem ersten Mal in hohem Bogen aus dem Nähzimmer mit dem Aufdruck: "NIE,NIE WIEDER!!!!"
    Dein Bericht ist aber soooo lebensnah, dass ich immer noch ein breites Grinsen im Gesicht habe, denn solche vergessenen Zettel machen das Leben doch lebenswert, oder?
    Sonnige Grüße Daniela

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  3. Uhhhh... das hab ich auch genau einmal gemacht, weil ich nur klebendes Klett im Haus hatte. Es war grauenvoll! Ein Alptraum! Und ich musste es nur einmal machen und nicht 25 mal...
    Aber später hab ich sogar in der Anleitung meiner Nähmaschine gelesen, dass man auf KEINEN Fall selbstklebendes verwenden soll, da kann sogar die Maschine bei kaputt gehen!!! :-( Also immer schön Klett ohne Kleber verwenden. Ist auch nicht wirklich schön, aber meilenweit entfernt vom Klebe-Klett-Grauen!

    Viele Grüße
    Christina

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    1. Ja, ich bin mir auch sicher, dass die Maschine das nicht überlebt hätte, wenn ich den Versuch gewagt hätte, das durchzuziehen...

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  4. Ich kenne zwar das klebende Klettband nicht (auch noch nie gehört) aber das Bild ist ja mal sowas von super!
    Das entschädigt doch, oder?
    LG Susanne

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  5. Oh, das Drama kenne ich auch aus meiner Anfängerzeit - bäh - Dreckskleber. Hatte von der Idee mit dem Olivenöl noch nicht gehört. Muss ich mir merken, falls ich mal in eine ähnliche Situation gerate.

    Hast Du aber toll gemacht - und Ehrenamt wird nur mit schönen Eindrücken bezahlt. Zum Glück haben wir die ja manchmal und dann hüpft das Herz.

    LG und schönes Wochenende
    Henrike

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  6. Mit klebendem Klettband hatte ich noch nie Schwierigkeiten, aber ich durfte mal für einen Auftritt diesen Stoff mit den aufgeklebtem Pailletten zu Röcken vernähen. Mit diesem Teufelszeug braucht mir nicht nochmal einer anzukommen. Ich dachte ja, so kleine Röckchen mit Gummizug das habe ich doch an einem Tag genäht.. Pustekuchen - Eine Woche (diverse Flüche) und Dutzende verklebte Nadeln später hatte ich die Dinger dann endlich fertig....

    Liebe Grüße und schönes Wochenende

    Sandra

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  7. Nun muss ich heute, als schon lange stille Mitleserin, mal schreiben, dass ich sehr gelacht habe über diesen Exkurs rund um Sturmhauben :-))) Ja ich weiß, war gar nicht lustig. Aber es las sich so *g* Wunderbarer Blog ist das. Habe vor kurzem einen Rundumschlag meiner abonierten Blogs gemacht und alle rausgeworfen, die mich zumüllen mit Eigenwerbung, Fremdwerbung und dumpfem Geschwafel. Und KleineFluchten ist aber völlig anders und mir so lieb geworden. Mal ein Dankeschön an dieser Stelle fürs teilhaben lassen am Leben :-) Viele Grüße von Marina

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    1. Tausend Dank, liebe Marina - bei solchen Worten hüpft mein Herz :-)

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Hey, ich freue mich über jeden Kommentar ♥
Leider kann ich Euch momentan die Sicherheitsabfrage mal wieder nicht ersparen, denn ansonsten bin ich den ganzen Tag damit beschäftigt, lästige Spams zu löschen :(
Ich hoffe auf Euer Verständnis.