28. September 2024

Silence! { Mein insta-Sommer in der Bretagne }

Weiter geht’s - eigentlich habe ich gerade gar keine Zeit, hier zu schreiben, weil riesige Baustelle im Haus, Mann und Missi beim Fußball und Steuererklärung und bliblablubb, aber genau deswegen brauche ich jetzt dringend mal ein halbes Stündchen Alltagseskapismus. Zumindest, bis die Mittagszeit verstrichen ist und man wieder Krach machen darf ;)

Der Familienstrand also. Dreh- und Angelpunkt eines jeden Bretagne-Urlaubs und für mich wirklich der schönste Ort auf der ganzen Welt. Da lege ich mich fest. Wenn ich nur noch ein Urlaubsziel haben dürfte für den Rest meines Lebens, dann wäre es dort. „Du kommst dahin und sofort ist Dein Leben in Ordnung“ sagte die Schwägerin neulich und sie hat absolut recht.


Und so haben wir dort sehr viel Zeit verbracht, zugunsten derer wir im Fortgang des Urlaubs etliche weitere Ziele einfach gestrichen haben, aber das war ok - wir waren ja wirklich schon oft in der Bretagne und so hielt sich die FOMO in Grenzen ;) Ein kleines Stück sind wir noch auf dem GR34 gelaufen, dem Wanderweg vom Mont Saint-Michel bis nach Saint-Nazaire, immer hart entlang der Küste und zurecht einer der schönsten Wanderwege Europas. Ihn irgendwann mal ganz gelaufen zu sein, erscheint allerdings utopisch. Es sind etwa siebzehnhundert Kilometer ;)


Als wir dann doch irgendwann mal endgültig weiterfuhren, ging es als erstes zur Pointe Saint-Mathieu - diese bizarre Kombi aus Kirchenruine und Leuchtturm wollte ich unbedingt nochmal besuchen. Das dort ist dann wirklich mal Finistère (= Ende der Erde), denn dahinter kommt nix mehr (außer irgendwann Nordamerika, aber das wusste man damals noch nicht). War toll, hat sich für mich aber nur so mittel gelohnt, denn ich habe dort wohl endgültig, final und für immer meinen Lieblingsschal verloren, den ich seit mindestens 30 Jahren getragen habe. Er war schon mehrfach länger weg, aber dass ich ihn jetzt nochmal wiederbekomme, erscheint doch eher aussichtslos. Ich vermute, dass er mir beim Einsteigen aus der Tür gefallen ist. RIP Lieblingsschal, das wird ein trauriger Winter ohne Dich :( 


Von der Pointe aus ging es dann tatsächlich doch noch ein wenig südwärts, mit Zwischenstopp in Pont-Aven, der malerischen Paul-Gauguin-Stadt mit vielen Brücken und noch mehr Galerien. Das erste wirklich krass touristische Ziel auf unserer Reise (ok, Saint Malo, aber auch da war es eigentlich nur voll, wenn die Fähre aus England ankam), aber auch hier zeigte sich: Zwischen „voll“ und „richtig voll“ liegen oft Welten. Wer mal im Sommer in Saint-Tropez war oder mit einem Kreuzfahrtschiff in Dubrovnik, weiß, wovon ich spreche… War also schön in Pont-Aven, besonders morgens auf der Bäckerrunde, als wirklich alle anderen noch schliefen ;)


Viel weniger pittoresk aber anders speziell war es wie immer in Lorient, wo wir selbstverständlich wieder bei „La Base“ vorbeischauen mussten. Das sind unzählige, gigantisch große, deutsche (natürlich…) U-Boot-Bunker im Hafen, unkaputtbar und deswegen mittlerweile alle anderweitig genutzt, viele davon als Museen. Der Mann hat sie alle nochmal besucht, mir hat einmal gereicht, wir waren nämlich schon mal mit den Kindern da und ich hatte den Geruch noch ausreichend in der Nase. Es riecht dort so morbide-modrig, wie die Teile alt sind. Wir parkten den Camper also neben ein paar Fischern an der Mole und ich habe einen sehr gemütlichen Tag mit Buch und Aussicht im Bett verbracht, während der Mann nur gelegentlich mal reingeschaut hat, um einen Kaffee zu trinken oder die nächste Ausstellung zu planen ;)


Da wir zum Abschluss noch ein/zwei Tage am Strand sein wollten, machten wir von Lorient aus noch einen letzten Abstecher auf die Presqu‘île de Quiberon. Südbretagne also. Bin gar nicht so ein großer Fan, ich mag den wilden Norden einfach so viel lieber. Aber da ging es eigentlich, besonders in Carnac ;)


Die Halbinsel ist wirklich brutal schmal. Wir standen auf der eher tümpeligen Seite der Baie, also dort, wo das Meer bei Ebbe wirklich komplett weg ist, aber man konnte problemlos auf die andere Seite laufen und dort war es mehr so vom Typ Traumstrand. Weitläufig, leer und alles hat geglitzert. Hier haben wir die letzten beiden Tage entspannt ausklingen lassen und sind wirklich erst kurz vor knapp Richtung zuhause aufgebrochen.


Eine Zwischenübernachtung musste reichen und die haben wir irgendwo im Brie eingelegt, wieder auf einem wirklich schönen Dorfplatz, diesmal am Fluss, irgendwo südöstlich von Paris. Und das war dann schon wieder so nah an zuhause, dass wir einen großen Teil des restlichen Weges abseits der Autobahn zurückgelegt haben und trotzdem noch früh genug wieder zuhause waren, um den Camper zu räumen. Und die Blumen zu gießen. Denn sagen wir mal so: Es ist praktisch, die Urlaubsvertretung direkt persönlich zuhause zurückzulassen aber, eventuell… äh… müssen wir in Zukunft unsere Anweisungen noch etwas präzisieren. So! Es hat nämlich niemand vergessen, den Garten zu gießen, wir haben uns nur nicht klar genug ausgedrückt!

25. September 2024

Vers l'ouest! { Mein insta-Sommer in der Bretagne }

 In diesem Sommer haben wir es endlich mal wieder in kühlere Gefilde geschafft - was nicht etwa daran lag, dass der Sommer bis dahin so heiß gewesen wäre, dass man dringend mal raus musste (also WIRKLICH nicht…), sondern einzig und allein daran, dass die Kinder es beide vorzogen, zuhause zu bleiben, so dass wir nicht zum wiederholten Male in den Süden genötigt wurden. Ok, man könnte es natürlich auch umgekehrt formulieren: Aufgrund des von uns ins Auge gefassten Reiseziels zogen es beide Kinder vor, doch lieber einfach zuhause zu bleiben ;)


Als uns dieser Entschluss mitgeteilt wurde, zuckten wir also nur wenig überrascht mit den Schultern und mieteten uns statt des obligatorischen Wohnmobils einen handlicheren Camper - das ist ja eh unser Ziel für die Zukunft, da man durch die geringeren Maße ja nochmal deutlich mehr Flexibilität gewinnt, unterwegs und bei potenziellen Schlafplätzen, weniger verbraucht und trotzdem alles an Bord hat (niemals ohne Klo und Dusche, wirklich niemals ;) Die ersten zwei Stunden war es brutal komisch ohne Kinder hintendrin, aber spätestens bei Erreichen unserer ersten Zwischenübernachtung auf einem Dorfplatz neben einem Mammutbaum in…. irgendwo kurz vor Paris, hatten wir uns wieder in das Pärchenleben von vor 20 Jahren eingegroovt.


Unser erstes Ziel hieß Saint-Malo. Bekannte Gefilde, da waren wir schon oft, perfekt zum An- und Runterkommen und einfach immer wieder eine wunderschöne Stadt. Ursprünglich wollten wir nur eine Nacht bleiben, aber es wurden drei daraus. Mit diversen Stadtbummeln, abendlichen Besuchen bei täglich wechselnden Foodtrucks und viel Lesezeit.


Unser Ankerpunkt ist dort immer der Canpingplatz auf der anderen Seite der Bucht. Ruhig, mit Aussicht und zu Fuß ist es ein netter Spaziergang bis zur Stadtmauer. Wir hatten bei Abfahrt zuhause ganz spontan den Fahrradträger nochmal abgebaut (das war so ein gruseliges Ding, das nur auf die Anhängerkupplung gedreht wurde, man sah sich automatisch schon die Räder von der Autobahn sammeln, außerdem ließen sich damit die Hecktüren am Bett nicht öffnen und das ist ja wohl das tollste, mit offenen Türen am Meer im Bett zu liegen!) und waren mit nur einem Rad (in der Heckgarage) und einem Paar Inliner unterwegs. Das funktionierte in der Praxis super - ich das Rad, der Mann die Inliner. Oder der Mann das Rad und ich derweil im Bett mit Buch ;)


Von Saint-Malo aus arbeiteten wir uns dann weiter westwärts, immer hart entlang der Küste.
Am wunderschönen Cap Fréhel machten wir nochmal Station….


… und überhaupt an jedem Cap und jeder Bucht, die uns von der Straße aus anlachte. Für ein Stündchen Füßehochlegen, zum Mittagessen oder Kaffeetrinken. Das darf man auf dem meisten (Park-)Plätzen, nur frei Übernachten ist in den vergangenen Jahren wirklich schwieriger geworden, zumindest im Sommer. Wir haben aber trotzdem immer was Schönes gefunden (und wie immer nichts im Vorraus gebucht).


Ein besonderes Highlight war für mich die Abbaye de Beauport, dort waren wir vorher noch nie und ich bin wirklich froh, dass wir den Abstecher diesmal gemacht haben. Ich bin eh anfällig für sakrale Orte, die strahlen oft so eine ganz besondere Ruhe aus und der hier war wirklich besonders unter den Besonderen. Ein unbeschreiblich schöner Ort, von dem ich gar nicht mehr weggewollt hätte…


… wenn am Ende dieser Etappe nicht mein absoluter Lieblingsort auf der ganzen Welt gewartet hätte :)) 
Hierher stammt der bretonische Teil der Schwiegerfamilie, hier hat der Mann ganze Sommerferien verbracht und ich werde ihm immer dankbar sein, dass er auch mich vor vielen, vielen Jahren hierher gebracht hat. Hier gibt es nichts (außer die schönsten Muscheln ever!), aber es ist so unendlich schön. Man müsste dreimal im Jahr herkommen, mindestens, aber es ist halt wirklich elend weit weg.


Nahe des Familienstrandes auf dem Campingplatz direkt am Meer haben wir einfach tagelang nichts gemacht außer Spazieren, Rumliegen, Lesen, im Watt wandern (ich) und Crevetten fangen (der Mann, brrrrr), über Märkte bummeln und auf Felsen klettern. Oh, und dem Kommen und Gehen des Wassers haben wir ziemlich viel zugeschaut. Eventuell war das Jahr fordernd bis dahin, so dass wir wirklich gar keine Ambitionen hatten, mehr zu tun als… nichts ;) Nicht mal die Familie haben wir besucht, die war nämlich noch in Paris.


Und auch hier sind wir wieder viel länger geblieben, als ursprünglich geplant, so dass wir den Rest unserer geplanten Route dann gnadenlos eingedampft haben. Aber das Wetter war auch deutlich besser als erwartet, so bestand gar keine Notwendigkeit, uns weiter in den Süden vorzuarbeiten.

To be continued…










18. September 2024

Siebzehn ❤️

 Endspurt, Freunde, die nächste Volljährigkeit lauert schon am Horizont!
Noch  einmal, dann hat es sich mit Kindergeburtstagen Geburtstagen von Kindern hier im Blog, ist es nicht unglaublich?


Aber umso mehr will dieser hier nochmal zelebriert werden, passenderweise hatte die Missi dann auch gleich mal so viel Ausfall (die klassische erste Erkältungswelle drei Wochen nach Ferienende…), dass sie erst um halb zwölf in der Schule sein musste - Zeit genug für das erste Stück Kuchen und Geschenke auspacken im Hellen ;)

Als Geburtstagskuchen hatte sie sich ein Erdbeerröllchen gewünscht und es gab auch nur das eine, denn Feierkaffee is heute nich, sie muss lernen. Die ebenfalls gewünschten Brookies gibt es dann morgen oder übermorgen, so können wir das Feiergefühl noch ein paar Tage strecken. Für abends hat sich die Große angekündigt, dann gibt es ein Familienabendessen mit Kürbislasagne, über die ich gleich noch ein Momentchen grübeln muss, denn sie soll bitte unbedingt und auf jeden Fall ohne Tomaten(sauce) sein. Hmpf. Ich liebe Herausforderungen… Darauf erst mal noch ein weiteres Stück Röllchen.
Happy Birthday!

16. September 2024

Nicht ohne meine Wärmflasche!

 Hey und hallo - hiermit beende ich endgültig meine Sommerpause, denn draußen ist eher Winterwetter, es wird also wirklich Zeit ;) Und was läge da näher, als mit einem Projekt zu starten, das ich zwar schon vergangenen Winter umgesetzt habe, das mir aber seither quasi täglich die Füße und den Rücken wärmt? In den letzten Tagen noch nötiger als eh schon immer…


Meine Wärmflasche brauchte dringend eine neue Hülle, weil die alte buchstäblich auseinanderfiel, final war es dann auf dem Weg in unseren Silvesterurlaub vorbei mit ihr. Und da ich für den Winterurlaub zwar traditionell wirklich viel mitschleppe (die Familie fährt Ski, ich chille!), aber die Nähmaschine dann doch nicht, habe ich mir unterwegs in München Wolle und ein Nadelspiel gekauft und mich mal an einer gestrickten Hülle versucht. Inspiriert hat mich dabei das Hotty Cape von Knitter’s Heaven. Da ich aber andere Wolle hatte und dünnere Nadeln, habe ich es am Ende nach Studium der Anleitung nur optisch nachgestrickt, nicht unbedingt inhaltlich ;)

Mit dem Ergebnis bin ich super zufrieden, auch wenn es bis dahin elend lange gedauert hat und auch grenzwertig langweilig war mit den vielen rechten Maschen und der grauen Wolle. Hatte durchaus Depressionspotenzial zwischendrin, aber dann kam die Dschungelcamp-Zeit und hat mich durchhalten lassen. Trash TV made me do this! Trotzdem war ich selten so froh wie in dem Moment, als ich mit dem Rippenmuster anfangen konnte… Nächstes Mal (ich bin nicht sicher, ob es eins geben wird oder ich doch lieber wieder das Schnittmuster auspacke ;) würde ich auf jeden Fall dickere Wolle nehmen und vor allem auch eine, die weniger ribbelt. Noch gehts, aber man kann durchaus schon sehen, dass das kein Stück für die Ewigkeit sein wird. Aber sei’s drum, noch ist sie schön und ich freue mich jeden Tag, sie befüllen zu dürfen.

 (Danach habe ich übrigens nahtlos begonnen, knallbunte Ringelstrümpfe zu stricken! Leider hänge ich aber immer noch am ersten, denn seit dem Frühling hindert mich ein sehr hartnäckiges (und sehr schmerzhaftes) Impingement-Syndrom in der Schulter am Weiterstricken. Und eigentlich auch an allem anderen. Außer am Lesen, was ich auch sehr exzessiv tue. Ein Dauerzustand ist das allerdings nicht, wir arbeiten momentan hart daran, das final zu lösen ;) Bis dahin werde ich uns hier die Zeit vertreiben, indem ich mal die Urlaubsbilder des Sommers aufarbeite, habe ich beschlossen…)

12. Juli 2024

12 von 12 { Jul 2024 }

 Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - so funktioniert
 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, seht Ihr wie immer 


Bin schon sehr früh wach, die Luft ist wie Seide und so reiße ich erst mal alle Fenster auf und schiebe eine  Frühschicht in der Kleinen Werkstatt ein. Mit Aussicht. Heute gibt es Ferien, da möchte ich auch hier zum Ende kommen, aber ein bisschen was ist noch offen.


Rucksack-Finalisierung. Die Kleinigkeiten zu entscheiden, kostet oft am meisten Zeit. (Es wurde am Ende das Häkeldeckchen ;)


Alle aus dem Haus, eigentlich wollte ich ausgedehnt auf dem Balkon frühstücken, aber draußen gewittert und regnet es schon wieder. Also stattdessen Schreibtisch. Und etwas, was ich schon seit Tagen auf meinem Zettel hatte: Das Panzerglas vom Handy austauschen. Wurde wohl Zeit.


Kurz vor knapp doch nochmal Wetter für die obligatorische Vormittagsrunde. Unbeständiges Wetter hin oder her, die Blumen feiern es. Im Anschluss die Missi abgeholt, die feiert auch: Zeugnis und Ferien. Danach noch zweieinhalb Jahre Oberstufe, dann sind wir durch. Hurra!


Ich habe gestern den Teppich in der Waschküche gewaschen und sagen wir mal so: Größer ist er dadurch nicht geworden. Jetzt muss ich das blöde Antirutsch-Vlies nochmal an zwei Seiten abschneiden, toll.


Mittach. Zur Feier des Tages Bratkartoffeln und Hühnchen und für mich sicherheitshalber noch ein Avocadobrötchen, weil ich weiß, wie die Missi bei Bratkartoffeln zuschlägt ;)


Der Urlaub naht und ich kontrolliere schon mal den Fotorucksack auf Vollständigkeit und lade alles auf. Das sind so Sachen, für die ich kurz vor knapp weder Zeit noch Lust habe und was erledigt ist, ist erledigt.


Bügelberg, begleitet von der Tommi Schmitt-Doku „Heimvorteil“. Fußball, klar. Ist ja schon wieder kein Spiel heute, da muss ich kompensieren ;)


Lange versprochen, heute endlich erledigt: Erdbeer-Röllchen. Mit den besten (und teuersten…) Erdbeeren vom Bauern. Ein Stück für uns, eins für die Große und den Freund.


Letztere sind immer noch am umziehen, kleckerweise, weil sie dazwischen ja auch noch Uni, Lernen und Arbeit quetschen müssen. Aber Aussicht schon mal on fleek!


Abendgestaltung. Die Missi ist mit Freundinnen feiern. Der Mann, seit heute autolos und solange mit dem Golf der Großen unterwegs (die wohnt ja jetzt in der Stadt und braucht kein Auto mehr und Parkplätze gibt es eh keine) sucht nach was Neuem, ich sitze daneben und baue in Canva zwei neue Veranstaltungs-Ankündigungen für den Stall (total modern mit QR-Code ;), eine davon muss morgen schon fertig und ausgehangen werden. Aber kein Problem…


… das Los ist heute nämlich auf mich gefallen, nachts die Teenies wieder vom Moselfest einzusammeln und auf ihre diversen Zuhause zu verteilen. Und so kommt es, dass ich um viertel nach zwölf mitten in der Stadt im fettesten Stau stehe. Grandios. Aber es ist lustig mit den Mädels und um kurz nach eins liege ich im Bett.

5. Juli 2024

Tagebuchbloggen { 5. Juli 2024 }

        "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen #wmdedgt-Einträge findet Ihr wie immer hier.

6 Uhr: Der Wecker klingelt, ich bin aber, wie immer im Sommer, schon eine Weile wach und genieße einfach - Helligkeit, Vogelgezwitscher, unser gemütliches Bett. Beste Jahreszeit. Außerdem bin ich kribbelig, schließlich gibt’s abends ein reichlich schweres Viertelfinale. Bin nur so mittel optimistisch, aber bitte. KI sagt 52:48, für Deutschland immerhin, aber die KI behauptet auch immer noch unverdrossen, dass England Europameister wird und das ist nach den bisherigen Auftritten wirklich eine gruselige (leider gar nicht sooo abwegige) Vorstellung ;)

7 Uhr: Aufgestanden, geduscht, Missi geweckt, Wäsche auf den Balkon gehangen, Frühstück gemacht. Letzteres zusammen mit dem Mann, wir rühren beide in unseren Schälchen. Dann fährt der Mann, ich treibe die Missi an. Nur noch zweieinhalb Jahre, ommmm…

8 Uhr: Kind an der Schule abgeliefert, unterwegs festgestellt, dass ich gestern offenbar vergessen habe, das Auto zu laden. Also jetzt schnell an den Stecker und dann erst mal die Nachbarskatz füttern, die momentan alleine das Haus hütet. Danach schnelles Balkonfrühstück mit Buch und danach noch ein halbes Stündchen in die Kleine Werkstatt, bisschen schablonieren. Schön.

 9.30 Uhr: Freitag ist Physiotag. Also, viele andere Tage sind momentan auch Physiotage, aber der Freitag ist mein dauerhafter Fixtermin, der mich im Leben hält. Heute mal nur wenig Schulter, dafür ganz viel Becken. War nötig, tut weh und ist trotzdem so unglaublich gut… Danach noch ein bisschen Terminmanagement und dann weiter. Unterwegs telefoniere ich mit der Großen, die mitten im Umzug steckt und die erste Nacht in der neuen Wohnung verbracht hat. Noch ohne Bett, aber mit Matratzen. Immerhin.

11.30 Uhr: Zwischendrin großformatig eingekauft, jetzt wieder zuhause. In meinem bevorzugten Edeka waren mehrere Teenies in Anzug und Glitzerkleidern unterwegs, die Blumensträuße, Süßkram und Fleischkäsweckchen(?) einkauften, offensichtlich ist heute großer Abschlusstag. Bei der Missi an der Schule ist das ja schon Anfang März (da Gymnasium und RLP-Abi nach 12 1/2 Jahren), deswegen hatte ich das gar nicht auf dem Zettel.

13 Uhr: Einkäufe verräumt, Getränke kaltgestellt, zwei Dips für morgen (da kommen Freunde zum Grillen) angerührt und dann total erschlagen auf die Couch. Ich liege zwar in der Regel nur rum bei der Physio, bin hinterher aber jedesmal schlagkaputt. Hilft aber nix, jetzt die Missi abholen, ganz schnelles Mittagessen und dann direkt weiter in den Stall, schließlich muss sie ja rechtzeitig zum Fußball zurück sein heute.

14.30 Uhr: Ich bin nochmal nach Hause gefahren, mein Zettel ist einfach zu voll. Eigentlich wollte ich in den Baumarkt und die Flohmarkthalle. Stattdessen jetzt Kuchen backen (schneller Schokokuchen mit Kirschen), Balkon gießen, Pizza vorbereiten und das nötigste putzen.

16 Uhr: Der Kuchen steht gerade auf dem Rost, da meldet die Missi Vollzug. Also nochmal zum Stall (zum Glück bin ich viel unterwegs heute, es gibt so viele Podcasts zu hören…) und wieder zurück. Die Missi duscht, ich streichle meine Nerven mit ein paar Seiten im aktuellen Buch, ein bisschen Tipperei hier und nochmal ein bisschen rumliegen zur Physionachbereitung.


(Legenden-Trikot. Ich musste keine Sekunde über den Flock nachdenken. Großer Fan, seit er als Teenie zu den Bayern kam und sehr glücklich, dass er endlich auch hier die Anerkennung bekommt, die er verdient. Grandioser Spieler. Erfolgreichster deutscher Spieler aller Zeiten. Kommt zu meinem Fußballgott-Trikot vom Schweini-Abschiedsspiel, das wird auch nicht alt. (Exkurs I: Meine zweite Wahl wäre Goretzka gewesen, aber der ist ja nicht dabei. Und meine dritte Musiala, aber es käme mir wirklich komisch vor, einen Spieler auf dem Trikot zu haben, der so alt ist wie eines meiner Kinder. Ich glaube, er ist sogar ein Geburtstagszwilling der Großen. Jedenfalls nah dran. Wobei, objektiv gesehen könnten die halt alle meine Kinder sein. Sogar der Trainer eigentlich. Hmpf. Exkurs II: Die Große hat sich ein pinkes Trikot aus Mallorca mitgebracht (Musiala!), ein Zehntel dessen bezahlt, was ich ausgegeben habe und man sieht den Unterschied wirklich nur, wenn sie direkt nebeneinander liegen. Trikotkopien haben in den letzten 30 Jahren offenbar enorme Fortschritte gemacht.)

18 Uhr: Auf geht’s. Der Mann hat die Pizza aus dem Ofen gezogen, die Missi ist mit Freundinnen ins Dorf verschwunden (in meinem Trikot!!), denn beim Beachvolleyball-Turnier gibts offenbar Public Viewing. Funfact: Lamine Yamal (der so alt ist wie die Missi, wtf!) und Nico Williams sind zusammen zwei Jahre jünger als Cristiano Ronaldo, der später ja auch noch spielen wird (und für mich eindeutig den passenden Zeitpunkt zum Abschied verpasst hat. Er hat so seine Joe Biden-Momente. Und eh klar, dass er nach diesem Diss nachher dann vermutlich Frankreich aus dem Turnier schießen wird…)

18.50 Uhr: Halbzeit. Püh. Das erwartet enge Spiel. Zum Runterkommen erst nochmal die Katze füttern gehen. Wie immer abends, wenn das Wetter genehm ist, wartet sie schon in der Einfahrt und begleitet mich zu ihrem Napf. Wieder zurück finde ich den Mann in der Küche, im Kampf mit einem Eisbehälter. Sehr gute Idee, für mich bitte auch. Weiter geht’s.

20 Uhr: Wahn.Sinn. Ich hasse Verlängerungen. Was für ein Fight. Schon mal klar, dass hier am Ende niemand verdient ausscheidet.

21.30 Uhr: Tjanun. Komme nochmal auf den letzten Satz zurück. Das tut weh. Toni Kroos, Legende. Ausgerechnet Spanien. Und wenn man ins Gesicht von Thomas Müller geschaut hat, war es wohl auch sein letztes Spiel. Aus mit Applaus. War für mich ein gutes Turnier. Gute Stimmung, guter Trainer, gutes Team. Ich bin überzeugt. (Außer von Anthony Taylor, von dem jetzt nicht soooo ganz. Geht nicht konform mit dem, was ich in den letzten Jahren über oft überaus absurde Handelfmeter lernen musste ;) Gehen zum Abregen beide noch eine halbe Stunde in den Garten, Unkraut rausreißen ist jetzt genau das Richtige. Die Missi und ihre Freundinnen sind auch wieder da und kochen offenbar was.

22.15 Uhr: Sind inzwischen bei Frankreich - Portugal. Könnten wir die nicht einfach beide nach Hause schicken und dafür Deutschland mitnehmen? Grauenhaft. Wage die Prognose, dass Frankreich auch in diesem Spiel kein Tor schießen wird.

Mitternacht: Unfassbar. Haha. Frankreich steht im Halbfinale - was ich grundsätzlich sehr begrüße, sehr, aber sie werden gegen dieses Spanien halt keinen Stich machen. Zumindest nicht, wenn sie nicht langsam erwägen, vielleicht doch endlich mal ein Tor zu schießen. Haben sie bisher ja gekonnt vermieden. Auch ne Leistung, ohne ein einziges(!) Tor aus dem Spiel heraus im Halbfinale zu stehen… Liege schon im Bett, kann aber nicht schlafen. Auf dem Beachvolleyball-Turnier ist jetzt Party und alles, was etwas tiefer im Tal passiert, landet dank der Gesetze des Schalls immer ungebremst in unserem Schlafzimmer. Der DJ sitzt quasi auf meiner Bettkante. Ist aber nicht schlimm, bin eh zu aufgekratzt. Lese ich halt noch ein Buch. Nur falls sich jemand fragt, wo in Turnierzeiten mein Schlafdefizit herkommt ;)

25. Juni 2024

Eifel-Highlight, unverhofft

 Neulich waren der Mann und ich für zwei kurze Tage im Teutoburger Wald und auf dem Weg dorthin hatte das Navi vom Audi mal wieder sehr kreative Routenvorschläge - wir haben schon mehrfach geprüft, ob es nicht irgendwo ganz versteckt die Option „landschaftlich schönste Strecke“ gibt, die wir vielleicht aus Versehen aktiviert haben, oder das Navi hat einfach eine tiefe Leidenschaft für kleine und kleinste Sträßchen, mit deren Hilfe man immer nochmal irgendwo 50 Meter von der mehrere hundert Kilometer langen Route abzwacken kann ;) 


Jedenfalls fuhren wir, noch recht nah an zuhause und zwischen zwei Eifelautobahnen, auf kurvigen Schmalspurstraßen durch Wälder und Dörfchen, während ich auf meinem Handy versuchte, wenigstens die grobe Idee dieses Moves zu ergründen - und als ich den Kopf hob, wies genau vor uns ein Schild zum Dreimühlen-Wasserfall. Also dem Mann „Links, wir müssen hier nach links!!“ zugefuchtelt und dann erst mal geschaut, wie weit uns das wohl von unserer Route weglenken würde. Nicht weit, stellt sich heraus und das hat mich sehr glücklich gemacht, denn zu diesem Wasserfall wollte ich schon ewig mal hin!


Der Dreimühlenwasserfall ist ein etwa 12 Meter hoher, immer noch beständig wachsender Wasserfall nahe der Nohner Mühle und man erreicht ihn von dort aus mit einem kurzen Spaziergang - entweder hin und zurück auf einem befestigten Weg (dann muss man links unter der alten (Bahn?)Brücke durch), oder über einen Rundweg entlang des Wassers, dann geht man bergauf über huckelige Waldwege und als wir dort waren, war es wetterbedingt auch extrem rutschig. Hat sich aber definitiv gelohnt!


Da wir samstags recht früh morgens dort waren, hatten wir die ganze Runde (fast) für uns alleine und das war wirklich mystisch - und das sage ich, die zu solchen Gefühlen eigentlich gar keinen Bezug hat ;) Untertags und besonders am Wochenende ist es wohl recht voll hier. Verständlich, denn es ist wirklich ein traumhaft schönes Fleckchen. Und laut. Laut ist es auch. Vermutlich war aber auch sehr viel mehr Wasser als üblich unterwegs, denn es war das Wochenende nach den extremen Starkregentagen.


Dass uns der Zufall das kreative Navi (und die Tatsache, dass ich im richtigen Moment aus dem Fenster geschaut habe…) ausgerechnet an diesen Ort geführt hat, der schon so lange auf meiner Bucketlist stand*, und das genau zur richtigen Tageszeit, das macht mich auch heute immer noch sehr, sehr glücklich. Und dann kam nachmittags sogar gleich noch ein weiteres Häkchen auf die Liste, aber das zeige ich Euch mal in einem Extraposting. Alles in allem jedenfalls ein sehr gelungener Tag 🖤

*Gefunden habe ich den Spot durch Verena vom Louisenhof, der dort ganz in der Nähe ist, so dass Verena auf ihren Ausritten dort öfter mal vorbeikommt. Deswegen weiß ich auch, dass man bei der (sehr hübschen) Nohner Mühle auch leckere Waffeln essen kann. Aber um das auszuprobieren, war es diesmal wirklich noch deutlich zu früh, leider.)