27. April 2022

Herbstfarben im Frühling

 Nach der Tasche, die ich im Winter bestickt hatte, folgte direkt
die zweite - schließlich war ich gerade so schön im Flow und 
meine Fingerkuppen ausreichend abgehärtet ;-)


Tatsächlich habe ich sogar nochmal dasselbe Motiv gewählt, das
gefiel mir einfach zu gut und passt in seiner Form auch perfekt
auf die quadratische Aufsatztasche.


Allerdings habe ich diesmal völlig andere Farben gewählt und 
das Ergebnis unterscheidet sich schon enorm von der ersten 
Tasche. Den Herbstfarben-Effekt hatte ich ursprünglich gar
nicht so im Plan, aber ich mag es wahnsinnig gerne so! 

(Die Fotos sind fürchterlich, oder? Keine Ahnung, was das ist - fiel mir
beim Bearbeiten gar nicht so auf....)


Jetzt habe ich noch zwei weitere dieser Taschen hier liegen und vor
allem auch noch einen meiner Rucksäcke, den ich schon seit dieser 
Premiere hier besticken möchte, aber irgendwie.... ich weiß auch
nicht. Offenbar belastet mich die weltpolitische und restpandemische
Gesamtsituation doch mehr, als es durch den normalen Alltag 
hindurchscheint - der Kopf ist zu voll, kein Platz für Kreativität, keine
Zeit für Experimente und abends auf der Couch mache ich seit 
Wochen einfach gar nichts mehr, spätestens nach den Nachrichten
ist jede Restenergie verpufft. Dabei ist das normalerweise die
produktivste Zeit des Tages. Tjanun. Irgendwie muss ich da wieder
hinterkommen - nicht nur, weil mir die Zeit hinten und vorne fehlt, 
sondern weil ich viel mehr noch das kreative Arbeiten vermisse.
Ich brauche dringend dieses haptische Werkeln, das ist ein riesiger
Baustein für meine innere Ausgeglichenheit, gleichzeitig verweigert
mein Kopf da gerade aber jede Zusammenarbeit. 
Schwierig ;-)

12. April 2022

12 von 12 { Apr 2022 }

Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - 
so funktioniert 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, 
seht Ihr wie immer hier bei Caro in der Liste.


Früh wach, weil der Mann früh los ins Büro ist - aber nicht früh auf.
Wir waren übers Wochenende in Paris und sind erst gestern abend 
zurückgekommen - mit täglich deutlich mehr als 20.000 Schritten auf
Asphalt und Kopfsteinpflaster in den Knochen muss ich erst mal
meine Gelenke sortieren... 


Ausgiebig im Bad gewesen und festgestellt, dass ich wohl meine
Kulturtasche reparieren muss. Hmpf. Die Missi schläft noch,
von der Großen und dem Freund habe ich auch noch nichts
gehört. Es sei ihnen gegönnt, schließlich sind Ferien. Also 
für die Missi, die beiden anderen haben sowas ja jetzt 
nicht mehr ;-)


Wir waren mit meinem Auto in Paris, da unser Airbnb einen Tiefgaragenaufzug
hatte, für den der Stromer-Kombi zu lang war. Tjanun. Erst mal tanken 
für mich also heute. Auto waschen schenke ich mir, es ist (schon wieder!?)
Saharasand angekündigt.


Auf dem Rückweg aus Luxemburg versuche ich mich an kurzem
Beinevertreten an der Mosel, kapituliere aber schnell. Mir tut
wirklich alles weh.... Ein bisschen Dehnen muss reichen.


Wieder zuhause fast das Auto final verloren, weil sich das Müllauto
an mir festgefahren hat. Ich wollte es vorbeilassen und bin dafür auf
das vor mir parkende Auto aufgefahren. Das Müllauto wollte
aber gar nicht geradeaus, sondern ohne zu blinken hinter mir abbiegen,
was gar nicht gehen konnte. Merkten die dann auch, als sie zwischen einem
Zaun und meinem Heck festhingen. Und dann passierte - nix. Ich 
schwöre, mindestens vier Minuten lang. Vielleicht mussten sie nachdenken,
ich konnte aber auch nicht helfen (einfach wieder genauso rückwärts 
und dann geradeaus, verdammte Axt!?) denn die standen so dicht,
dass meine Tür nicht mehr aufging... Irgendwann stieg der Fahrer aus -
und verschwand hinter seinem Fahrzeug. Bin dann doch mal über die
Beifahrerseite raus. Abstand Müllauto - Heck: kein Fingerbreit mehr und
die Müllwerker: VERSCHWUNDEN! Ehrlich, ich schwöre: Die
waren alle beide weg! Top Problemlösungsstrategie *ggg*
Zum Glück war der Besitzer des vor mir parkenden Autos wenigstens 
zuhause, der hat seinen Wagen dann vorgezogen und ich konnte
weiterfahren... Alle irre.


Zuhause erst mal begonnen, den Wäscheberg abzubauen.
Die Missi ist inzwischen aufgestanden und die Große schon
irgendwo unterwegs, zumindest fehlt ein Auto.


Mittach. Restliche Ravioli von gestern mit Zucchini und Butter.
Außerdem gab es noch ein bisschen Spargel und den allerletzten
Rest Baguette.


Der Nachmittag steht ganz im Zeichen des Balkons, denn es ist
richtig warm. Kleine Sturmschäden beheben, gießen, das
Hochbeet jäten. Außerdem ein bisschen lesen und endlich mal
den Plan für die Osterfeiertage schreiben. 


Spätnachmittags bringe ich die Missi und ihre Freundin zur Reitstunde
und nutze die Zeit, den eben geschriebenen Zettel abzuarbeiten.
Aufsteller im Eingang gefunden - optisch ausbaufähig, inhaltlich 
top. Besser als umgekehrt ;-) Überhaupt machen in den 
von mir bevorzugten Läden alle Beteiligten absolut mehrheitlich
weiter wie gehabt, ich musste nur einen einzigen aussortieren.
Aber das ist völlig ok, es gibt ja Alternativen.


Ausgiebige Seerunde gedreht, ging so leidlich. Aber nicht bewegen ist 
ja auch keine Lösung. Danach ein bisschen den Mädels beim Reiten
zugeschaut, endlich ist es wieder lange hell genug für den
Außenplatz am See, hach. Die Sonne ist inzwischen allerdings
tatsächlich wieder komplett hinter diesem diffusen Sandschleier
verschwunden - gibts das jetzt wöchentlich?


Nach dem Spaziergang bleibt noch Zeit fürs Auto-Office.
Liebe das sehr. Nicht im Bild: Wie sich die Missi und ihre Freundin
nach der Reitstunde noch ein Schnitzel mit Pommes im nahegelegenen
Restaurant bestellten und das auf der Rückfahrt mit den Fingern 
auf der Rückbank aßen ;-) Über zwei Jahre Pandemie und immer
noch kein Besteck im Handschuhfach. Skandal!


Wieder zuhause. Die Große ist immer noch oder schon wieder 
unterwegs, die Missi duscht und für den Mann und mich gibt es
jetzt einen ganz gemütlichen Fußballabend. Gemütlich, was das
Ambiente betrifft, inhaltlich wird es vermutlich eher reichlich
unentspannt, fürchte ich. Suche vorsorglich schon mal den
„Kündigen“-Button bei DAZN...

5. April 2022

Tagebuchbloggen { 5. April 2022 }

   "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer hier.

(Es ist übrigens schon April, habe gerade die Überschrift nochmal geändert.
Wo zur Hölle bleibt eigentlich die Zeit!?)

5.45 Uhr: Der Wecker klingelt. Kurz noch ein bisschen liegenbleiben und 
lauschen: Offenbar hat der Sturm sich über Nacht verzogen. Immerhin.
Dann aufstehen und erst mal wach werden.

6.15 Uhr: Die Missi wecken, danach Nachrichten und (digitale) Zeitung
auf der Couch. Wachwerden fiel irgendwie auch schon mal leichter.

7 Uhr: Frühstück, Smoothie und Brotbox für die Missi. Seit den Herbstferien 
hat sie jetzt konsequent an jedem Schultag einen frisch gemixten Smoothie getrunken
und schwört darauf, dass das der Grund sei, dass sie im vergangenen Winter kein einziges 
Mal krank war, nicht mal ein bisschen. Ok, könnte natürlich auch an der Maske gelegen
haben, aber sei's drum ;-)

7.35 Uhr: Schultasche, Handy, Jacke, Maske, auf zur Schule.
Es regnet, wie schön. Nachdem ich die Missi rausgelassen habe, drehe 
ich noch eine Schleife zum Büro, weil der Mann mir gestern nur fast alle
Ordner mitgebracht hat, die ich heute brauche. Passiert selten, aber eventuell haben wir
momentan alle den Kopf ein bisschen zu voll...

8 Uhr: Wieder zuhause. Ich setze mich als erstes an den Schreibtisch und
erledige den dringendsten Kram, dann kann die Große das später gleich
wieder mitnehmen, die hat heute nämlich auch Bürodienst.

9 Uhr: Endlich Frühstück! Müsli, Kaffee und Buch auf der Couch.
Nachrichten gibt es hier nur noch dreimal täglich wohldosiert.

9.45 Uhr: Cookie-Teig angerührt. Frischkäse-Oreo, die wünscht die Missi
sich schon seit Wochen. Währenddessen telefoniere ich mit dem Mann, wir
überlegen, ob wir nicht am Wochenende mit den Kindern spontan mal wieder
nach Paris fahren sollten. Einfach so, weil wir es können. Und gerade absolut NULL
Zeit für sowas hätten, aber gerade dann sollte man meist am Dringendsten raus....
Eigentlich hält sich meine Lust in engen Grenzen, weil: Menschen. 
Und: Menschen. Und: Eigentlich überhaupt gar kein Bock auf Menschen! 
Aber ganz entgegen meiner sonstigen Art habe ich langsam keine Geduld mehr, 
Dinge aufzuschieben. Sei es das Alter oder die Quintessenz aus den Erfahrungen 
der letzen beiden Jahre und vor allem der letzten Wochen - Warten ist immer 
seltener eine attraktive Option. Und gleichzeitig merke ich, wie gut es mir tut, 
überhaupt mal wieder auf irgendwas hinarbeiten zu können - und sei es nur 
eine ganz eventuelle Fahrt nach Paris, bis zu deren Start ich idealerweise 
meine To-Do-Liste genullt haben sollte.
Und überhaupt: Es ist (wäre!) ja "nur" Paris - da waren wir aufgrund von 
Verwandtschaft schon so oft, auch die Kinder, dass es wirklich als zweites 
Zuhause durchgeht - kein Druck, irgendwas sehen zu MÜSSEN und immerhin 
bekanntes Terrain. Aber eben: Menschen. Groß, laut, voll. 
Eh mein Endgegner (aufgrund von HSP, nicht von Angst) und nach 
fast drei Jahren Großstadtabstinenz irgendwie gar nicht mehr vorstellbar. 
Metro? (B)aaaaaaaahhhhh.... 


10 Uhr: Die Große springt rein, greift die Ordner ab und verschwindet
zum Papa ins Büro. Die letzten Cookies sind im Ofen, genau 
genügend Zeit, ein bisschen Farbe ins Gesicht zu schmieren.
Danach Cookies raus und ab ins Auto, ich muss bei meiner Hausärztin
noch ein Rezept abholen. Kurzer Plausch zwischen Tür und 
Angel und das Versprechen, bald mal wieder zu einem 
ordentlichen, langen Termin vorbeizukommen. Über den Winter
hatte ich das in meinem und ihrem Sinne vermieden...
Kurz noch beim örtlichen Bäcker reingesprungen, dann wieder 
nach Hause.

11 Uhr: Waschmaschine starten (Waschmaschine und Trockner
stehen jetzt wieder oben bei uns statt bei der Großen, ich muss zum Waschen 
also nicht mehr ums Haus rum. Was für ein Gamechanger, gerade bei
solchem Wetter. Also finde ich - die Große sieht das anders ;-) und
fertige Wäsche falten bzw. bügeln. Dabei höre ich wie immer 
Podcast. Gibt nichts besseres.

12 Uhr: Ich habe gestern weißen Spargel mitgenommen,
den ich jetzt mit Butter und Bröseln in den Ofen schiebe. 
Währenddessen rühre ich einen Nudel-Schinken-Auflauf zusammen,
denn sowohl der Rest Schinken als auch der Becher Schmand
mussten langsam mal weg. Lebensmittel wegwerfen ist bei den 
momentanen Preisen ja weniger denn je eine Option...

12.30 Uhr: Mittach für mich.
Danach eine weitere Maschine Wäsche und ein bisschen Zeug 
verräumen.

13.15 Uhr: Die Große kommt aus dem Büro zurück und hat
die völlig gestresste Missi aus der Schule mitgebracht. Diese
Woche, als letzte vor den Ferien (Halleluja!) ist echt hart,
sie schreibt eigentlich jeden Tag zwei Arbeiten/Tests - sie hat
für heute sogar ihre abendliche Reitstunde abgesagt und das
will wirklich was heißen... Die Mädels essen und ich lasse
mir die Neuigkeiten berichten: Mathetest war nur so mittel,
Termin für die nächste Reitabzeichen-Prüfung, die Große
hat sich letzte Nacht überlegt, jetzt doch Wirtschaftsrecht
studieren zu wollen (Das wechselt gerade tageweise munter 
zwischen Jura, Schon-Jura-aber-auf-jeden-Fall-mit-Strafrecht-
hintendran oder Wirtschaftsrecht, aber auch Architektur ist noch im
Rennen sowie weiter die Polizei-Hochschule *arghl und
Vielleicht-mach-ich-ja-auch-einfach-ganz-was-anderes.
Bleibt spannend.)

14.30 Uhr: Ich scheuche die Missi von ihrer Siesta hoch und darf
als Dank erst mal was abfragen. Musik diesmal, mein Spezialgebiet
also, haha. Die Große bringt ihre gesammelte Wäsche und verschwindet
mit dem Freund, sie hat kurzfristig noch ein Vorstellungsgespräch 
für einen Job bekommen. Die Missi lernt, ich bringe die 
Kleine Werkstatt auf Vordermann, die hat es dringend nötig.
Unterbrochen werde ich nur von administrativem Pferdekram, denn
die Missi meldet sich spontan für das nächste Reitabzeichen im Sommer an.
Heißt: Theorieeinheiten, Praxiskurse und eine bestimmte Mindestanzahl an 
Dressur- und Springstunden zusätzlich zum normalen Programm. 
Da sie ja aber "nur" (haha) eine Reitbeteiligung hat, muss sie es ausnutzen,
wenn sie das Pony für solche Aktionen zur Verfügung hat.
Ich trage also bergeweise neue Termine in meinen Kalender ein.

18 Uhr: Ich habe noch zwei Stunden gearbeitet, zwischendrin einen
Kaffee getrunken und nebenbei mal nach Airbnbs ins Paris geschaut. In ein
Hotel mögen wir immer noch nicht (ach?) und die übrigen Plattformen
geben nicht so wahnsinnig viel her. Zumindest nichts Bezahlbares. 
Irgendwas ganz, ganz Fürchterliches ist in den letzten Monaten mit
den Hotel- und Ferienhaus-Preisen passiert, das fiel mir in den letzten
Wochen schon häufiger auf... Sehr hübsche Wohnungen habe ich
natürlich gefunden, mache waren sogar bezahlbar und eine hatte 
neben einer tollen Aussicht über die Stadt sogar einen Parkplatz. 
EINEN PARKPLATZ! In Paris! Klar, dass ich die buchen musste,
oder? Jetzt haben wir bis Freitag Zeit, uns endgültig zu entscheiden...
Die App, um die klassischen Stadträder zu leihen, ist auch schon
installiert (Fahrradfahren geht da super inzwischen!), ebenso wie die 
von Uber und den Topless-Touri-Bussen. Dazu haben wir noch ein
halbes Carnet für die Metro, das muss reichen. Der Gedanke 
gruselt mich wirklich noch arg. 

19 Uhr: Küche und Salat geputzt. Die Große ist derweil zurück 
und lädt mein Auto mit Papiermüll voll - seit sie mit der Schule fertig
ist, erliegt sie einem wahren Ausmist-Rausch. Danach hält sie die 
Missi gekonnt vom Weiterlernen ab. Seit einer Weile verstehen sich
die beiden so gut, das ist geradezu unheimlich. Sie kommen jetzt in ein Alter, 
wo die viereinhalb Jahre Altersunterschied gefühlt immer mehr 
zusammenschrumpfen. Schön.

19.30 Uhr: Der Mann ist da, zack, die Kinder eskalieren. Funktioniert an
manchen Tagen noch genauso gut wie zu Kleinkindzeiten ;-) 
Während alle Brote schmieren, werden wir mit wildem 
Durcheinandergeschnatter (zwischendurch singen sie auch das Biene
Maja-Lied und später Wickie *atmen*) auf den neuesten Stand gebracht.
Die Große hat den Job bekommen und kann nächste Woche anfangen,
die Missi ist gefragt worden, ob sie mit dem Pony auf einem Turnier
starten möchte. Das auch noch! Wir ziehen den klassischen 
Eltern-Joker und knüpfen unsere Zusage an entsprechendes
schulisches Engagement...

20 Uhr: Couch und Nachrichten für alle.
Die Große geht danach in ihre Wohnung, die Missi probiert ihr 
Turnierjacket an (Ich kaufe sicher kein neues!), der Mann legt Socken
zusammen und ich arbeite noch den letzten Ordner ab. Derweil 
erörtern wir das Für und Wider des geplanten Wochenend-Trips.
Immerhin: Die Kinder kämen alle mit. Wir werden es wohl
wirklich ganz kurzfristig entscheiden müssen...

21 Uhr: Die Missi duscht, das kann dauern.
Ich entscheide mich für Katzenwäsche im Gäste-WC, nicht 
ohne Grund habe ich da einen gepackten Beutel stehen (was 
echt praktisch ist, weil man den dann einfach nur einstecken muss,
wenn man mal verreist) - und verziehe mich dann sehr zeitig
mit meinem Buch ins stille, warme Bett. Beste Art der 
Realitätsflucht gerade... Der Mann hat das Vergnügen, dann später die 
Missi früher ins Bett zu quatschen, als die es für nötig hält :)

19. März 2022

Dauerbrenner: Zupfkuchen vom Blech

 Zupfkuchen. 
In unserer Familie wahnsinnig beliebt. Lange Zeit war unser 
Standardrezept das von Dr. Oetker (nein, keine Backmischung *g*) - 
ein klassischer Russischer Zupfkuchen in der Springform.
Aber dann bekam ich vor ein paar Jahren dieses Rezept von meiner
Freundin Katja aus Buxtehude und die wiederum hatte es von ihrer
Mama in Thüringen. Ein weitgereistes Rezept also. 
Im Prinzip genauso klassisch wie das obige, aber auf dem
Blech gebacken, was im Ergebnis die absolut perfekte
Mischung von Teig und Füllung ergibt.


Mögt Ihr auch Katjas Zupfkuchen? Bitte sehr:

Für den Teig 450 Gramm Mehl, ein Päckchen Backpulver, 250 Gramm Margarine,
 200 Gramm Zucker, drei EL Kakao und zwei Eier mit dem Knethaken
zu einem homogenen Teig verarbeiten. Zwei Drittel des Teigs als Boden in 
ein gefettetes Backblech drücken, den Rest kaltstellen.

Für die Füllung drei Eier trennen und das Eiweiß steifschlagen.
Ein Kilo Magerquark mit 200 Gramm Zucker, einem Päckchen Vanillezucker,
250 Gramm Margarine, zwei Päckchen Vanillepudding und den drei Eigelb
gründlich verschlagen. Anschließend das Eiweiß unterheben.
Die Masse auf dem Teig verteilen und glattstreichen.

Den Rest des Teiges aus dem Kühlschrank nehmen, kleine Stückchen
abzupfen und auf der Käsemasse verteilen. 

Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze) etwa
40 bis 45 Minuten backen, bis die Ränder der Käsemasse leicht gebräunt
sind. (Oben auf dem Bild hätten es fünf Minuten weniger auch getan ;-)
Auf dem Blech abkühlen lassen und genießen.

Guten Appetit ♥

16. März 2022

Mal wieder ein Romperchen

 Dieser Tage habe ich nochmal einen Baby-Romper genäht - 
aus einem ganz leichten Musselin-Rest, den ich noch hier liegen hatte.
Für so ein Miniteil braucht man ja nicht viel  :)


Auch das ist wieder der Boho Romper von elemeno patterns, diesmal
allerdings ohne Bindebänder für Schleifen auf der Schulter, nur mit
ganz normalen Trägern.


Durch den Gummizug an Brust und Rücken lässt er sich trotzdem 
gut an- und ausziehen, wir haben das schon mal getestet.
Im direkten Vergleich mag ich die Schleifchen-Variante aber doch lieber,
auch optisch. Es gibt dem fertigen Kleidungsstück einfach so
den allerletzten Kick....

Ansonsten?
Alles ganz hervorragend und entspannt hier. Echt jetzt. Die mündliche 
Abi-Prüfung der Großen heute wurde kurz vor knapp krankheitsbedingt
abgesagt und so warten sie und 12 weitere arme Gesellen jetzt eine
weitere Woche auf ihre letzte Prüfung, während alle anderen schon
feiern. Ich sag’s mal so: Es gab schon Dinge, die sie besser 
aufgenommen hat. Aber ich fühle das sehr: Man konzentriert
alles auf diesen einen, DEN Tag - der Moment, an dem einfach alles
überstanden ist. Und dann kommt jemand und sagt „Ätschbätsch,
leider doch erst nächste Woche!“ Suboptimal. Da ist dann erst mal 
nur noch ein großes schwarzes Loch... 
Respekt, 2022, Du hast es echt drauf :-p
Im Großen wie im Kleinen.

10. März 2022

Keine Lösung

Passenderweise gestern im Wald gefunden.


Der zerbrochene Frieden.
Weiberfastnacht meets Krieg in Europa.
Manchmal ist der Spagat im Kopf wirklich kaum auszuhalten. Ich bin
immer wieder verblüfft, mit welcher Leichtigkeit andere das offenbar
hinbekommen.

Dass auch im 21. Jahrhundert noch Menschen glauben, ihr persönliches
Ego über das Wohlergehen anderer stellen zu dürfen, muss ich jedenfalls
erst mal verdauen. History repeating.
Wobei - warum wundert mich das nach den vergangenen beiden Jahren
eigentlich noch? Was Menschen tagtäglich im Kleinen praktizieren, 
funktioniert eben auch ganz hervorragend in der großen Weltpolitik. 
Augen zu und drauf gepfiffen, wie es anderen damit geht.
Wo ich bin, ist vorne.
Ich dachte wirklich, dieses Denken hätten wir überwunden.
Tja. Falsch gedacht.

Für "Nie wieder Krieg!" habe ich in den vergangenen 30 Jahren
eigentlich schon recht viel Krieg in Europa erleben müssen,
was kümmert es mich also?
Willkommen im Teller, über dessen Rand man keinesfalls 
schauen sollte. Könnte einem ja nicht gefallen, was man da sieht.
Die Ukraine ist von Garmisch aus genauso weit entfernt
wie Flensburg.
Und was dort gerade beginnt, hat das Potenzial, die 
Weltordnung, das Finanzwesen und damit nicht zuletzt 
unser kleines persönliches Leben noch einmal gründlich
durchzurütteln. Von den vielen persönlichen Schicksalen vor Ort
gar nicht zu reden.

Mir fehlen die Worte, zu beschreiben, wie sehr mich das bedrückt.

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Diesen Text habe ich am 24. Februar auf Instagram geschrieben.
Zwei Wochen später bin ich gedanklich immer noch kein 
Stück weiter irgendwie. Es ist zu viel. Wir ruckeln uns 
zurecht und machen weiter, versuchen, die Tage zu genießen,
Doomscrolling zu vermeiden, trotzdem maximal informiert zu 
bleiben und zu helfen, wo es geht. "Versuch von völliger 
Leichtigkeit bei gleichzeitiger Anerkennung der Sachlage"
hat Micky Beisenherz das die Tage mal formuliert.
Weil es einfach mal gar nichts bringt, das eigene Leben
anzuhalten. Gelingt mal besser und mal schlechter.
Ganz nebenbei ist ja auch immer noch Pandemie.
Trotzdem werde ich versuchen, das Bloggerleben
hier wieder aufzunehmen. 

Das Leben ist kostbar und jeder Tag zählt!

19. Februar 2022

Memories: Roadtrip Süditalien { Sommer 2021 } III

 Rund um Italien, die Dritte und Letzte :)
Irgendwann mussten wir uns schließlich auch mal wieder
Richtung Norden bewegen...

Zunächst gönnten wir uns nach unserem Ausflug an die Amalfiküste nochmal ein wenig
süßes Nichtstun auf unserem Meerplatz im Cilento, nur unterbrochen von einem
kurzen Ausflug. Die Tempel von Paestum befanden sich unmittelbar in der Nähe 
unseres Stellplatzes und waren schon im Vorbeifahren sehr beeindruckend. Aus der
Nähe umso mehr - man kommt sich vor, als sei man mal eben kurz nach 
Griechenland übergesetzt. 
Und dann haben wir auf dem Weg nach Norden auch noch einen kurzen
Zwischenstopp in Herculaneum eingelegt. Nach Pompeji vor zwei Jahren musste
es nun auch unbedingt die zweite untergegangene Stadt noch sein. Dieser
vom Vesuv konservierte Blick in die Römerzeit ist absolut unvergleichlich.
Das Ausgrabungsgebiet hier ist riesig - und trotzdem ist bisher nur ein Bruchteil 
freigelegt, denn auf dem Rest... steht eine Etage höher das heutige Ercolano.
Das ist faszinierend. Und gruselig. Schließlich ist der Vulkan immer noch da
und immer noch aktiv. Im übrigen war es auch immer noch so heiß, dass
man denken konnte, die Lava sei noch gar nicht vollständig erkaltet.
Knapp 40 Grad hatten wir an diesem Tag, weswegen wir die 
Besichtigung auch eher kurz und knackig gestalteten. Immerhin war
es aber auch hier total leer - es hat eben alles auch seine Vorteile ;)


Unser Weg führte uns den Golf von Neapel entlang, wobei wir die Stadt
aber diesmal nur aus der Ferne betrachteten. Wir bewegten uns nun ziemlich zügig
gen Norden, in der Hoffnung auf etwas weniger heiße Temperaturen in 
der Toskana, die wir für eine weitere Zwischenübernachtung 
angepeilt hatten. Rom ließen wir links liegen, aber das schmerzte nicht
wirklich, da wir ja vor zwei Jahren einen schönen (und unfassbar teuren)
spontanen Abstecher gemacht hatten...


Tja, die Rechnung mit der Toskana und den Temperaturen, die ging nicht so richtig 
auf. Was hier so ein bisschen trübe ausschaut, waren immer noch stabile 39 Grad
abends um acht. Dieses kleine Toskanastädtchen auf dem Berg war übrigens wieder 
ein absoluter Zufallsfund, auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht
und einem Coronatest für die Missi für die Wiedereinreise - der einzigen
von uns, die damals erst einmal geimpft war. Den Coronatest fanden wir zwar nicht
(und auch später nirgendwo, überall hätte man einen Termin machen müssen,
was halt schwierig ist, wenn man nicht länger als einen Tag am selben Ort ist),
dafür aber einen ruhigen Übernachtungsplatz am Rande von Torrita di Siena,
das sich nicht nur als sehr pittoresk entpuppte, sondern wo wir auch
nochmal eine ganz hervorragende Pizza fanden, die der Mann heldenhaft
aus der Hitze in unsere Höhle schleppte. In dieser Nacht haben wir dann auch 
zum ersten Mal für diesen Urlaub die Standklimaanlage in Betrieb genommen. 
Im Normalfall ist das ein absolutes No-Go, aber überleben will man ja schon 
auch irgendwie ;-) 


Am nächsten Tag passierten wir die Oberitalienischen Seen in umgekehrter Richtung - 
diesmal ohne Übernachtung in Como, weswegen das Wetter dort diesmal auch ganz
hervorragend war ;-) Das Coronatestproblem der Missi hatten wir auf die 
Schweiz verschoben, aber auch dort war keiner zu finden, zumal man in der 
Schweiz ja noch nichtmal googeln kann ohne Wlan *hmpf* Schlussendlich
strichen wir die geplante Übernachtung am Vierwaldstätter See, testen illegal
per Selbsttest, passierten die deutsche Grenze nachts um zehn ohne Kontrolle
und machten dann am nächsten Morgen in Lörrach einen offiziellen Test.
Kreative Problemlösungsstrategie mit Potenzial für Drama. Aber ist
ja alles gutgegangen... Absolut erwähnenswert übrigens, dass wir
 in dieser Nacht in Lörrach zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder
unter unseren Bettdecken schliefen, mit einem kühlen Lüftchen, das
unsere Nasen umwehte. Ein Traum! Ebenso wie die Brötchen,
die der Mann am Morgen in einer nahegelegenen Bäckerei organisierte.
Echte Brötchen! Nach zwei Wochen Steinklumpen, eingefrorenem Toast
und italienischen Frühstückskeksen eine echte Offenbarung *g* 
Solcherart gestärkt zogen wir dann zügig durch bis Zuhause.

Knapp 3800 Kilometer sind wir in den zwei Wochen gefahren, bei
etwa 50 Fahrtstunden. Kommt das hin? Ja, schon etwa.
Tatsächlich habe ich 49 davon mit jeder Faser genossen, nur auf
die Stunde im viel zu engen Labyrinth von Monopoli hätte ich 
leichten Herzens verzichten können. "Der Weg ist das Ziel"
ist einfach genau mein Ding und ich kann mir kaum etwas
Entspannenderes vorstellen, als im Auto zu sitzen und 
rauszuschauen - egal ob als Fahrerin oder als Beifahrerin.
Deswegen freue ich mich auch schon wie Bolle auf den 
kommenden Sommer. auch wenn ich noch keine Ahnung habe, 
wo wir diesmal hinfahren werden.
 (Bretagne! Bretagne! schreit mein Herz ;-)