26. Juni 2023

Mein insta-Wochenende am Gardasee

 Ok, "Gardasee" war am Ende dann mehr so eine grobe Richtungsvorgabe und wir haben auch noch recht viel drumherum gesehen ;) Jedenfalls war unser Plan für die Pfingstferien, Richtung Süden zu fahren - unsere hochtrabenden Ziele (Pfingstferien gibt es hier recht selten mal und im nächsten Jahr zum letzten Mal überhaupt, dabei ist das eigentlich so eine tolle Reisezeit, die man dringend nutzen müsste!) mussten wir im Laufe der Monate aus grauen Realitätsgründen (Firma, Turniere, Klausuren) von "Zwei Wochen Korsika/Portugal/Kroatien/Griechenland (halt irgendwas, wo es im August zu voll und zu heiß ist) allerdings auf "Mal ein bisschen länger an den Gardasee als immer nur eine Nacht" eindampfen - das allerdings haben wir dann auch geschafft, sogar mit beiden "Kindern". Und wenn man es genau nimmt, kommt die Große gerade sogar sehr viel bereitwilliger mit als die Missi - erstere bereitwillig, weil umsonst, letztere enorm widerwillig, weil Pferde. Also keine. Die in ihrer Vorstellung von perfekten Ferien eine sehr große Rolle spielen, im Gegensatz zu, ich zitiere "ständig Rumlaufen, olle Dörfer angucken und Kirchen besichtigen wie so alte Leute". Tjanun.

Wir starteten dann aber gar nicht mit ollen Dörfern und Kirchen, sondern mit den Schweizer Bergen. Endlich, endlich nämlich sind wir über statt durch den Gotthard gefahren - das wollten wir schon so oft tun und mit dem Wohnmobil oben am Sasso übernachten, aber immer passte es dann etappenmäßig so gar nicht. Nun eben so - Mittagspause mit viel Schnee, Eis und Aussicht, es war absolut fantastisch und sicher nicht das letzte Mal. Vor allem, weil sowohl der Mann als auch ich beide echt nicht so richtig gerne durch den Tunnel fahren, der ist einfach so unendlich lang und dann dieser direkte Gegenverkehr, gruselig. Win-win also und effektiv auch gar kein so großer Zeitverlust.


Am Lago angekommen bezogen wir unsere Ferienwohnung mit Garten direkt am See - das war der große Wunsch des Gatten, der keine Lust hatte, das SUP mehrmals aufzupumpen oder wahlweise irgendwie aufs Auto zu schnallen. Ansonsten war die Wohnung sehr..... italienisch, aber hey: Seegrundstück und ein Parkplatz fürs Auto! Prioritäten ;-) Tatsächlich schafften wir es dann auch noch, das SUP erstmalig zu Wasser zu lassen und Pizza für alle zu besorgen, bevor das erste Gewitter von vielen über uns hereinbrach. Es gewittert absolut IMMER, wenn wir in der Gegend unterwegs sind, das kam also nicht überraschend. Insgesamt war sehr wechselhaftes Wetter angesagt, freundlicherweise hat es dann aber, außer am ersten Tag, immer nur nachts geregnet, so dass wir tagsüber viel auf's und an's Wasser gehen konnten.


Der Mann und ich besichtigten ganz Alte-Leute-entsprechend Bardolino, Lazise und Sirmione, allerdings keine einzige Kirche, hah! (Sirmione war ganz in der Nähe unserer Wohnung, so dass wir dort mehrmals waren, tatsächlich auch mal mit den Kindern, denn da gibt es Eis und eine ganz hervorragende Pizza, wie sie aus vorangegangenen Besuchen wussten) Die Kinder hüteten derweil die Wohnung (WLan!) bzw. den Garten, sonnten sich, kauften für die nächsten Mahlzeiten ein (und kochten sogar mal) und gingen daneben diversen Muss-Tätigkeiten nach: Die Große saß an einer Hausarbeit und hatte eigentlich gar keine Zeit, überhaupt mitzufahren und die Missi hatte ein Buch zu lesen. "Im Westen nichts Neues", ganz leichte, heitere Urlaubslektüre also...


Der Mann und ich waren (statt Kirche) noch mal in den Grotte di Catullo, die weder Grotten sind, noch hat wohl Catullo jemals dort gelebt - aber es sind wunderbar gelegene Ruinen einer unfassbar riesigen römischen Villa, die ich wärmstens empfehlen kann (die Kinder wurden auch nur deshalb nicht mitgenötigt, weil sie schon mal dort waren ;-) Ebenfalls wärmstens empfehlen kann ich allerdings auch, früh am Vormittag zur Besichtigung anzutreten. Wir hatten das Areal quasi für uns alleine, aber als wir später nach einem Abstecher zum Jamaica Beach wieder durch den Kassenbereich zurück mussten, sind wir von der Welle Besichtigungswütiger und diverser Klassenfahrten beinahe überrollt worden...


Ersmals (und deswegen auch wieder mit Rücksitzbesatzung) waren wir dagegen in Borghetto di Valeggio, dem unverbauten mittelalterlichen Dorf am Mincio, dem knalltürkisfarbenen Abfluss des Gardasees. Der Ort ist berühmt für seine Tortellini, das dazugehörige Fest auf der beeindruckenden Ponte Visconteo haben wir allerdings knapp verpasst *hmpf* Der Fluss fließt mitten durch das gesamte Dorf und das ist durchaus wörtlich zu verstehen - harte Venedig-Vibes, allerdings mit sehr viel mehr Strömung ;-) Ich hätte Stunden bleiben können, auch, weil wirklich fast nichts los war. Überhaupt war es doch deutlich ruhiger überall, als im August, wer hätte das gedacht...


Und apropos Venedig. Das stand selbstverständlich kein bisschen auf unserer Liste, aber ebenso selbstverständlich sah das die U21-Fraktion der Familie völlig anders. Und wer wären wir, den Kindern diesen klitzekleinen Wunsch nicht zu erfüllen, wo sie schon so gnädig waren, uns überhaupt noch zu begleiten? Gleich am allerersten Tag versprach die Wettervorhersage am Lago Gewitter und Regen den ganzen Tag, also packten wir auf die 800 Kilometer des Vortags eben nochmal anderthalb Stunden drauf, stellten das Auto am alten Kreuzfahrtterminal ins Parkhaus und enterten ein Vaporetto in die Stadt. Unser Vorteil war, dass wir schon zweimal auf diese Art die Stadt besichtigt hatten und keine Zeit mehr mit Orientierung verschwenden mussten.


Tja, und was soll ich sagen? Das war eine ganz hervorragende Idee von den Kindern :) Wir haben eine lange Zeit einfach nur am Deck des Bootes gesessen und uns von den Eindrücken berieseln lassen, haben uns dann durch die (erfreulich leeren, eigentlich war es nur rund um Rialto und auf dem Markusplatz recht voll) Gassen treiben und von der Großen zu einem ganz hervorragenden, kleinen Pasta-Lädchen lotsen lassen, wo wir uns (zweimal, hüstel) mit Take away eindeckten, das wir dann ganz verbotenerweise, aber dafür sehr schön, auf der Kante eines Kanals genossen und dabei den Gondeln zuschauten.
Alles in allem ein sehr gelungener Tag und mit deutlich besserem Wetter als gleichzeitig "zuhause" am See, da regnete es nämlich offensichtlich den ganzen Tag.


Regen bekamen wir dann allerdings am allerletzten Tag auch nochmal zu sehen. In Verona nämlich, wie sollte es anders sein. Wir besitzen schon zwei Familiensätze Regenschirme aus Verona, weil dort auch bei unseren letzten Besuchen immer sehr spontan mal die Welt unterging und wir waren fest entschlossen, keinen dritten dazukommen zu lassen - auch wenn die einem, ebenso wie die klassischen Mülltüten-Capes, beim ersten Regentropfen wirklich an jeder Ecke angeboten werden. Scheint ein lukratives Geschäft zu sein ;) Wir entschieden uns alternativ für eine kleine Runde mit der Bimmelbahn (mit Dach!) zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wir waren ja nun schon mehrmals dort und die Kinder wollten eigentlich eh nur zu einer ganz bestimmten Eisdiele, bevor wir uns auf den langen Heimweg machten. Diesmal übrigens durch den Tunnel, aus Vernunftgründen (die Hausarbeit, die wartenden Pferde!) Obenrum war aber definitiv schöner...

19. Juni 2023

Resteverwertung deluxe

 Inzwischen habe ich ja schon ein paar Strumpfpaare gestrickt und werde dabei immer routinierter. Allerdings hat es mich enorm genervt, dass ich jedesmal am Ende ein kleines Knäuel Wolle übrig behielt, weil die klassischen 100 Gramm Strumpfwolle für Füße bis Größe 46 ausreichen und das kann ich doch deutlich unterbieten. (Siehe auch: „Wieviele Wolle braucht man für ein Paar Socken?“)


Auf bunte Restesocken stehe ich aber auch nicht so wirklich, deswegen habe ich mal versucht, ob so ein Restchen noch für ein Paar Babystrümpfe ausreicht. Und was soll ich sagen?
Aaaawwwww.
Das hier ist jetzt Größe 3-6 Monate (oder 17/18) und dafür reichen die Reste eines 100 Gramm-Knäuels ganz hervorragend, wenn man vorher ein Paar in Größe 39 gestrickt hat. So bekomme ich zu jedem Paar neuer Strümpfe für mich auch immer gleich noch eines für die Geschenkekiste, perfekt! Und wie befriedigend ist es bitte, solche Babygrößen zu stricken? Die sind nicht nur von Natur aus zuckersüß (Kindchenschema funktioniert bei einfach ALLEM ;) sondern zudem auch noch innerhalb allerkürzester Zeit fertig.


Dir Anleitung habe ich hier bei Caros Fummeley gefunden und sie ist nochmal eine Spur einfacher als „normale“ Strümpfe,  da mit sehr vereinfachtem Käppchen gestrickt. Durch das fortlaufende Bündchenmuster sind die Söckchen schön dehnbar, liegen gut an und strampeln sich nicht sofort wieder weg. Ich sag’s mal so: Das hat Suchtpotenzial. Meine Kinder hatten viele solcher Strümpfe von der Uroma und ich habe sie alle geliebt, deswegen verschenke ich sowas auch wirklich gerne zur Geburt. Gut also, dass ich jetzt einen Vorrat anlegen kann…

23. Mai 2023

Grüner Ofen-Spargel mit Tomaten

 Es gibt ungefähr drölfmillionen verschiedene Gründe, warum der Frühling meine Lieblingsjahreszeit ist, aber dass es dann Spargel gibt, ist auf jeden Fall ganz vorne mit dabei :) Weiß, grün, lila, gekocht, gegrillt, gebacken, gebraten, pur oder mit allem - mir ganz egal. Hauptsache Spargel, wann immer es geht. Dieses Rezept hier ist dabei ein Dauerbrenner, denn es ist blitzschnell in die Form geschichtet und in den Backofen geschoben. Alternativ funktioniert es auch gut auf dem Grill.

 
Mögt Ihr auch? Bitte sehr:

500 Gramm grünen Spargel putzen und zwei Hände voll Cocktail-Tomaten halbieren. Den Spargel in eine Auflaufform geben und mit Salz, Pfeffer und einem Hauch Chili und Knoblauch würzen. Die Tomaten dazugeben und alles mit zwei Esslöffeln Olivenöl beträufeln. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Heißluft) etwa 20 Minuten lang backen. Herausnehmen und mit geriebenem Parmesan bestreuen, fertig :)

Wir essen dazu Pasta oder Reis oder nehmen es als Grillbeilage. Statt Parmesan kann man auch ein oder zwei Scheiben Grillkäse auf das Gemüse legen, bevor man es in den Ofen schiebt, dann ist alles zusammen fertig. Ein Gedicht!

Guten Appetit 

12. Mai 2023

12 von 12 { Mai 2023 }

 Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - 
so funktioniert 12 von 12. Wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, 
seht Ihr wie immer HIER bei Caro in der Liste.


Meine tägliche Beauty-Routine besteht im Moment hauptsächlich aus Zinksalbe. Weil ich Pickel auf der Wange habe wir eine Vierzehnjährige und so viele Schnittwunden an den Fingern wie eine Vierjährige. Naja. Immerhin die Vier stimmt. Sie steht halt vorne. Seit vielen Jahren. Es kommt im Alter eben alles wieder.


Egal, erst mal Frühstück. Obst heute passend zur Schüssel, auch mal schön. Die Missi ist seit Mittwoch mit der Schule unterwegs, deswegen alles ein bisschen später heute.


Momentan beinahe wöchentliches Ritual: Auto putzen. Die mehr oder weniger täglichen Wege zum Stall hinterlassen Spuren und zumindest im Auto bin ich nicht bereit, diese zu akzeptieren ;)


Ampelaussicht auf dem Weg zur Physio. Regelmäßiger Freitagstermin und bester Start ins Wochenende. Wettersituation: bescheiden. Aber immerhin: Es ist wirklich ALLES grün. Bin gewillt, nach dem vergangenen Sommer jeden Tropfen mit Kusshand zu nehmen.


Nach der Physio schnell noch drei/vier Sachen fürs Wochenende besorgt und eine Kleinigkeit für die Große, die nächste Woche Namenstag hat.


Hm. Bin dabei völlig ungeplant über einen neuen Sonnenschirm für die Terrasse gestolpert. Der alte fällt auseinander und wir suchen schon lange nach Ersatz. Der hier ist auf den ersten Blick perfekt, war reduziert und passt auch knapp ins Auto, nachdem ich ihn ohne Wagen bis dahin geschleppt habe - wollte ja nur eine Kleinigkeit kaufen....


Zu Mittag gibt’s die Reste von gestern, der Mann hatte TakeAway mitgebracht. Danach geht’s ein Stündchen mit Wärmflasche im Rücken auf die Couch, man will ja den Physioerfolg nicht gleich wieder gefährden. Zeit, an einem Blogpost weiterzuschreiben und ein paar Fotos zu bearbeiten.


Fotoshooting in der Kleinen Werkstatt. Eventuell habe ich eine kleine Babysöckchen-Obsession entwickelt. Aber die sind so schön schnell gestrickt (sogar für mich!) und die perfekte Resteverwertung. Zeige ich demnächst mal genauer. Mag die grauen übrigens am liebsten!


Bisschen Wäsche aufgehangen und gefaltet. Auf dem Schreibtisch der Missi wartet noch ein Paket mit Reithosen-Nachschub, der Stapel da links reicht leider nie aus und sie wächst auch immer noch. Da wird sie sich gleich freuen....


... aber vorher muss ich sie erst mal von ihrer Schulfahrt abholen. Komme selbstverständlich gleichzeitig mit dem Bus an. Lokale Entfernungen in Fahrzeit umrechnen ist nämlich meine geheime Superkraft ;) Regnet schon wieder.


Habe das Kind in identischem Verhungerungszustand zurückbekommen wie ihre Schwester vor fünf Jahren. Deswegen erst mal eine gesunde, ausgewogene Teenie-Mahlzeit gezaubert, um Schlimmeres zu verhindern. Danach verschwindet die Missi ins Bett und ich räume noch ein bisschen in der Küche.


Weil nämlich. Der Mann hat die neue Kühl-Gefrier-Kombi mitgebracht, mit der wir zukünftig zwei alte Geräte ersetzen wollen. Energiesparen ftw! Dafür müssen wir allerdings den kompletten Schrank daneben abbauen und zehn Zentimeter nach links versetzen. Alle packen mit an, auch die Große und die mittlerweile wieder erwachte Missi und zwei Stunden später haben wir es geschafft, das ultimative Chaos anzurichten ;) Aber bitte, Schrank und neues Gerät stehen, wo sie hinsollen, alles andere muss jetzt warten bis morgen. Couch, Füße hoch, Feierabend!

5. Mai 2023

Tagebuchbloggen { 5. Mai 2023 }

      "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.

Die übrigen WMDEDGT-Einträge findet Ihr wie immer  -> hier.

6 Uhr: Mein Wecker klingelt, aber immerhin zwitschern die Vögel und es ist schon hell. Auf jeden Fall hell genug, um sofort die handtellergroße Schnake zu entdecken, die auf der Schräge über unserem Bett sitzt. Hmpf. Leider habe ich gerade kein Glas zur Hand, um sie wieder rauszusetzen und vertraue einfach mal ganz optimistisch auf den Mann, wenn der nachher aufsteht.

7 Uhr: In der vergangenen Stunde aufgestanden, die Missi geweckt, die tägliche To-Do-Liste geschrieben, geduscht und Nachrichten quergelesen. Jetzt Frühstück und Brotdose für die Missi. Der Mann steht auf und freut sich ganz unwahrscheinlich auf den Tag - er hat heute den dritten oder vierten Zahnarztermin in den letzten vier Wochen wegen eines Eckzahn-Themas, das sich offenbar nicht so leicht lösen lässt. Ich plädiere für Endlichziehenlassen und entlasse ihn in die Firma.

7.40 Uhr: Auf dem Weg zur Schule. Wir werden im Verlauf der Woche immer später, sind aber immer pünktlich, ein Phänomen ;) Das Wetter macht einen grandiosen Eindruck, also ergänze ich meine Liste noch um ein paar Outdoor-Aufgaben, als ich wieder zuhause bin. Jetzt aber erst mal Frühstück und ein bisschen Haushalt... Die Schnake sitzt übrigens noch an Ort und Stelle.

8.40 Uhr: Die Wetter-App droht mit zunehmend schlechterem Wetter im Tagesverlauf, also erst mal raus und dann weitersehen. Die Große ist auch schon auf, dabei ist Freitag doch ihr vorlesungsfreier Tag. Aber der Freund hat da scheinbar weniger Glück ;) Ich kontrolliere die gestern eingepflanzten und eingesäten Hochbeete, dann geht es in einer anderen Ecke des Gartens weiter. Hier jäte ich Unkraut und harke den Boden (soll ja regnen!), säe Erbsen und Feldsalat, pflanze Dahlien-Wurzeln und stelle fest, dass der Mann offenbar zwischen den Pfingstrosen Kartoffeln gesetzt hat. Hm. Ob man die umpflanzen kann? Eine schnelle Google-Recherche ergibt, dass auf die Idee offenbar noch niemand gekommen ist. Ok, sei‘s drum. Machen wir halt mal ganz neue Mischkultur- Experimente.


11.30 Uhr: Ich habe gedüngt, noch sehr viel mehr Unkraut gejätet, Gänseblümchen gepflückt und ein kleines Stück Rasen vorm Haus gemäht. Und jetzt mache ich was ganz Grandioses: Ich stehe ein halbes Stündchen bei der Großen in der Küchentür, unterhalte mich und SCHAUE IHR DABEI BEIM PUTZEN ZU. Das wäre nur noch zu toppen, wenn sie meine Küche putzen würde… Der Mann ist beim Zahnarzt fertig und vermeldet, sie würden es jetzt mit Nasenspray und Allergietabletten versuchen. Äh, ja. Warum nicht. Mal was anderes.

12 Uhr: Da es immer noch nicht regnet und ich heute nicht kochen muss, erledige ich auch noch den letzten und leidigsten Outdoor-Punkt, Auto saugen und Fußmatten waschen. Wenn man ein Kind hat, das man quasi täglich zum Stall chauffiert, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten, was den Zustand des Autos betrifft: Kapitulieren oder sehr, sehr oft putzen. Da ersteres nicht in Frage kommt..... tja. Kaum sind die Fußmatten wieder trocken, ist es auch schon 

13 Uhr und ich hole die Missi wieder ab. Mittagessen ist schnell abgehakt, wir haben noch Pizzareste von gestern. Dazwischen kommt aber die Große hoch und „kauft“ aus Arme-Studentin-Gründen mal wieder in unseren Vorräten ein, heute vorzugsweise Drogerieartikel. In letzter Sekunde kann ich ihr noch die kostbaren (eigentlich gut versteckten, aus Gründen!) Reisegrößen meiner täglichen Nø-Cremes wieder entreißen. Geht’s noch? ;)

15 Uhr: Mittagspause und Bürokram gemacht, die Missi hat geschlafen und macht sich jetzt fertig, im Stall stehen Turniervorbereitungen fürs Wochenende an (heißt: Pferd waschen, wellnessen und so einpacken, dass es bis morgen möglichst nicht wieder genauso dreckig ist wie vorher, Sattelzeug putzen, Hänger packen, sowas). In dem Moment, wo wir loswollen, klingelt das Handy und sie erfährt, dass Mr. Psycho, ihr zuverlässiger Turnierbuddy, lahm ist. Dafuq? Wilde Korrespondenz startet, auf dass sich eine Lösung auftut, die nicht lautet, die Starts abzusagen. Währenddessen fahren wir schon mal los. Ende vom Lied: Es fahren wohl mehr Pferde mit als geplant (Mr. Psycho lässt sich nicht durch ein einziges anderes Pferd ersetzen ;) und das bedeutet, dass ich am Sonntag ganz eventuell zum ersten Mal einen Anhänger hinter meinen Golf packen werde - darüber denke ich aber lieber erst später nach. So Sonntag morgen. Eigentlich wollte ich mich nächste Woche mal tiefergehend mit dem Thema beschäftigen. Tjanun. Inzwischen regnet es übrigens tatsächlich.

15.30 Uhr: Missi abgeliefert, jetzt sammle ich noch unseren bestellten Wochenendeinkauf ein. Danach springe schnell bei dm rein und kaufe mir den dritten (identischen!) Nagellack in einer Woche, weil die anderen beiden Minifläschchen jedesmal auf dem Weg nach Hause spurlos verschwunden sind. Diesmal stecke ich es in die Hosentasche! Und für die Große kaufe ich nochmal einem Satz ihrer Räuberware von heute mittag, ich bin ja gar nicht so.

16.30 Uhr: Wieder zuhause. Einkäufe verräumt, danach rühre ich einen Nudelsalat für später zusammen und backe Schokomuffins. Morgen keine Zeit für nix, dabei muss ich gar nicht mit zum Turnier, die Missi startet erst sonntags.

18.30 Uhr: Feierabend. Inzwischen scheint die Sonne wieder, deswegen ein paar Minuten Balkon für mich und den Mann, der gerade gekommen ist. Danach muss er dringend noch irgendwas furchtbar lautes flexen, aber immerhin geht es schnell. Plan für morgen: Sonnensegel aufhängen, hurra!

19.30: Gegessen und auf die Couch. Also der Mann und ich, die Missi ist „noch nicht fertig!“ Wir planen mal wieder am Sommerurlaub rum, ganz entgegen unserer Gewohnheit haben wir noch so gar keinen Plan. Immerhin stehen jetzt aber mal Ziel und Zeitraum. Ein Anfang. Erstaunlicherweise gibt’s mitten im August noch recht viele schöne Wohnungen mit Meerblick (Mir ist alles egal, aber ich möchte aufs Wasser sehen - Meer, See, Fluss, Pfütze, egal, aber WASSER!) am Atlantik, und man muss auch allerhöchstens eine Niere dafür opfern. Im November war’s noch deutlich billiger :p

20.30 Uhr: Mir ist die Schnake wieder eingefallen. Überraschung, sie hat sich nicht vom Fleck bewegt. Ich schicke den Mann zum Einsammeln und hole meinerseits endlich die Missi ab. Ein bisschen mehr Podcastzeit für mich, freitags drängelt sich immer alles.

21.15 Uhr: Wieder zuhause. Und immer noch hell draußen. Für diese Monate lebe ich :) Die Missi hat mir unterwegs den Plan für morgen erläutert (sie muss erst um halb acht am Stall sein, hurra, Sonntag wird es eher auf fünf hinauslaufen...) und geht jetzt erst mal duschen. Danach wird sie essen, noch was für die Schule machen und ihren Kram für morgen packen. Erwähnenswertes Detail von der Rückfahrt übrigens: Vom Stall zurück runter in die Stadt kam uns ein Auto entgegen. Weil ich nicht glauben konnte, was ich sah, hab ich ihm im Rückspiegel hinterhergeschaut und dabei zufällig die dort montierte Geschwindigkeitsanzeige in den Blick bekommen: 111. In einer f*cking curvy 50er-Zone durch Wald, Wohngebiet und Naherholung. Und deswegen, liebe Freunde, bin ich ganz unpopulär ein großer Fan von Blitzern jedweder Art...

22 Uhr: Puh. Im Gegensatz zu unserer Tochter werden wir jetzt schlafen gehen. Morgen haben wir viel auf dem Zettel und an die viele Gartenarbeit muss ich mich offensichtlich auch erst wieder gewöhnen. Ich. Bin. Platt.

28. April 2023

T-Shirt-Upcycling II

 Neulich habe ich mal wieder die Kleine Werkstatt gründlich aufgeräumt - etwas, das ich sehr regelmäßig tun muss, weil sie erstens während der Arbeit sehr schnell vermüllt, während man unzählige Stoffe aus den Regalen zieht, nach Reißverschlüssen oder Applikationen wühlt und Fäden, Stoffreste, Nadeln, Papierschnipsel (und Bonbonpapierchen) auf den Boden fegt, damit sie auf dem Zuschneidetisch oder zwischen den Nähmaschinen nicht im Weg sind. Und zweitens brauche ich im krassen Gegensatz dazu aber zwingend eine aufgeräumte, klare Umgebung, um kreativ sein zu können, sonst werde ich verrückt und fasse keine Nadel mehr an. Dilemma.

Jedenfalls habe ich im Zuge der Aufräumaktion auch dieses eine T-Shirt wiedergefunden, das ich immer als Schlafshirt im Wohnmobil getragen habe - zumindest so lange, bis ich endlich eingesehen habe, dass ein Shirt, das am Hals zu eng anliegt, mich niemals glücklich machen wird, egal, wie sehr ich den Aufdruck auch mag ;-) Genau diesen wollte ich mir aber dringend erhalten, und so habe ich ihn aus dem Shirt geschnitten und als Applikation via Vliesofix-Transfer auf ein Stück (weichen) Polsterstoff vom Möbelschweden gesetzt und ein schnelles Kissen daraus genäht, im Format 45x45 mit simplem Zipperverschluss unten.


Dieses Polster-Canvas gefällt mir richtig gut in Kombination mit dem T-Shirtstoff. Alternativ hätte ich mir auch (Breit-)Cord gut vorstellen können, aber da hatte ich keine passende Farbe da und das Projekt lautet ja weiterhin konsequent Stoffabbau oder auch UWYH (= use what you have), komme was da wolle. Ich sage nur Chaos und Kleine Werkstatt und so... Dieses Kissen jedenfalls hat sich eindeutig qualifziert, weiter im Wohnmobil mit auf Reisen gehen zu dürfen - bequemer als ein Schlafshirt mit zu engem Hals ist es nämlich definitiv und der Aufdruck allzeit das passende Motto bei der Wahl jedweden Übernachtungsplatzes :-)

Disclaimer: Natürlich hasse ich keine Menschen*. Schon gar nicht pauschal. Ich bin im Gegenteil sogar zu mir völlig fremden Menschen aus Prinzip immer erst mal nett und freundlich („erst mal“ auch nur, weil ich durchaus anders kann, wenn es die Situation dann erfordert, aber das tut sie zum Glück fast nie), weil umgekehrt die allermeisten Menschen auch zu mir nett und freundlich sind. Das ist die Sache mit dem Wald, in den man hineinruft und so. So bin ich erzogen worden und ich glaube da fest an eine Wirkung. Überhaupt sind die allermeisten Menschen vernünftig, normal und nett. (Leute, die das Gegenteil behaupten, sind komischerweise meist welche, auf die diese Attribute selber nicht zutreffen, da passt dann wohl eher das Sprichwort „Wenn es überall nach Scheixxe riecht, dann schau halt mal unter dem eigenen Schuh.“ - wobei das, wenn ich so drüber nachdenke, eigentlich dasselbe Prinzip ist wie beim Waldsprichwort, nur umgekehrt, aber ich schweife ab ;-) Jedenfalls, das große Aber: Ich brauche keine nur sehr wenige, ausgewählte Menschen um mich herum, um glücklich zu sein. Ich bin introvertiert und von Natur aus zurückhaltend, Menschen stressen mich. Smalltalk stresst mich. Zu viel körperliche Nähe (von Fremden ;) stresst mich. Was habe ich die anderthalb Coronameter überall genossen! Lärm, Gerüche und visuelle Eindrücke stressen mich. All das prasselt völlig ungefiltert auf mich ein. Natürlich kann ich mich über all das hinwegverhalten, ich bin ja nicht mehr fünf, aber das ist brutal anstrengend und macht nach spätestens zehn Minuten nur noch mäßig Spaß.** Meine Akkus laden, wenn ich alleine bin. Oder eben unter wenigen, ausgewählten Menschen. Und von daher passt dieser Spruch schon sehr gut.

*Wenn ich es genau nehme, habe ich in 48 Jahren genau einen getroffen, im beruflichen Umfeld zum Glück nur, den ich noch heute, über 20 Jahre später, aus tiefstem Herzen hasse - aber der hat es sich auch wirklich hart verdient. So. Ansonsten gibt es durchaus eine Reihe Menschen,die ich verachte, Nazis, Verschwörungsideologen, Kriegstreiber, Spalter, Ex-Bild- oder Twitterchefs, Ex-Präsidenten mit gelben Haaren, überhaupt alle Narzissten dieses Kalibers, die Liste ist endlos, aber das ist was anderes und definitiv nicht das, was dieses Kissen ausdrückt.

** Google „introvertiert“ und/oder „HSP“, wenn Du Dir das a) so gar nicht vorstellen kannst und einen Eindruck bekommen möchtest oder es Dir b) verdammt bekannt vorkommt und Du bisher nicht wusstest, dass Du damit nicht alleine bist. Dann besonders. Wir sind viele  ;-)

22. April 2023

Das Prinzip „Reinigungswaffel“

Eigentlich ist die Reinigungswaffel ja diese erste, die man ausbackt und nicht isst, weil sie das überschüssige (gerne ranzige) Fett des vorangegangenen Backvergnügens aufnimmt, das immer bleibt, auch wenn man das Waffeleisen selbstverständlich nach Benutzung ausgewischt hat. So wurde ich sozialisiert.


Allerdings nutzen wir unser Waffeleisen deutlich vielfältiger, wir backen darin auch Zucchinipuffer, Zimt“schnecken“ oder Kartoffel-Cordon bleu, was alles insgesamt mehr im Eisen hinterlässt als ein bisschen Fett. In solchen Fällen schieben wir gleich NACH dem Backen eine Reinigungswaffel hinterher, die das Waffeleisen wieder blitzeblank werden lässt, ganz ohne Reiniger oder Körpereinsatz.

By the way: Niemals mit spitzen Gegenständen kratzen und auch kein Backofenspray oder Grillreiniger benutzen, alles zu aggressiv für die sensible Antihaftbeschichtung. Und giftig, irgendwie muss man die Reste dann ja auch wieder aus den Ritzen bekommen. Ohne Reinigungwaffel müssen es ein feuchtes Tuch und maximal ein bisschen Spüli richten, aber meiner Erfahrung nach bringt das höchstens bei den flacheren Herzcheneisen wirklich etwas...


Für den „Teig“ der Reinigungswaffel vier gehäufte Esslöffel Speisestärke mit einem ebenfalls gehäuften Teelöffel Natron vermischen. Backpulver geht alternativ auch. Dann nach und nach etwas Wasser dazugießen und mit einem Löffel verrühren, bis ein dünnflüssiger Teig entsteht. Mit wenig Wasser erinnert die Speisestärke erst an einen Betonklumpen, das ist aber normal und löst sich sehr einfach bei Zugabe von etwas mehr Wasser und gründlichem Rühren. Deswegen auch anfangs lieber nicht zuviel Wasser nehmen - es verhält sich hier ähnlich wie beim Herstellen von Zuckerguss…

Das Waffeleisen erhitzen und den Teig auf die Platte gießen. Die Waffel ganz normal ausbacken, sie nimmt dabei Krümel, Fett und Teigreste auf. Im ersten Bild erkennt man das ganz gut. Die Waffel im Anschluss herausnehmen und entsorgen. Waffeleisen abkühlen lassen und ggf. noch feucht auswischen und von außen wie gewohnt reinigen, dann ist es wieder überall wie neu.


Wichtig zu beachten:

Die Platte des Waffeleisens sollte vom „Teig“ komplett bedeckt sein, für tiefe belgische Eisen braucht man mehr als für Herzchen und für ein Doppeleisen sollte man auch die doppelte Menge anrühren (ach? ;)

Keinesfalls eine zweite Reinigungswaffel hinterherschieben. Niemals!
Die wird gnadenlos festbacken, denn es ist ja kein Fett mehr im Eisen.

Keinesfalls Mehl statt Speisestärke benutzen, das funktioniert nicht und backt fest.